Neues von der KMU-Gewerkschaft

Von | 15. Juni 2013

(A. UNTERBERGER)  Wenn es um Europa geht, sind unsere Linken offensichtlich bereit, noch dümmer zu agieren, als sie es sonst tun. Dies beweisen gleich zwei aktuelle Beispiele. Aber auch die Wirtschaftskammer bemüht sich immer wieder, sich als besonders blöd zu outen.

Das eine Beispiel ist die Empörung einer SPÖ-Europaabgeordneten namens Karin Kadenbach über eine Aussage der Finanzministerin: Europas Norden füttere den Süden durch. Diese Erkenntnis teilt Maria Fekter bekanntlich mit Hunderten Millionen EU-Europäern. Sie sehen mit Schock und Schreck zumindest seit 2010 dieses Durchfüttern, als die ersten Mega-Zahlungen zur Rettung der bankrotten Südstaaten zu fließen begonnen haben. Das Durchfüttern findet aber im Grund schon seit Jahrzehnten (in Hunderte Milliarden ausmachenden Summen) auf dem Weg der Struktur-, Landwirtschafts- und Kohäsionsgelder statt.

Nur Frau Kadenbach sieht das alles offenbar anders. Sie hat – ganz im Gegenteil – „selten so eine menschenverachtende Aussage gehört“. Der ÖVP-Chef solle seine Finanzministerin daher in die Schranken weisen, fordert die Dame.

Womit sie sich gleich dreifach blamiert hat:

Erstens regt sich Kadenbach über eine absolut richtige Aussage auf (die halt nur nicht in ihr linkes Weltverständnis passt, aber das ist eigentlich ihr, nicht unser Problem).
Zweitens kommt offenbar kein Linker mehr ohne die inflationäre alltägliche Verwendung des Wortes „menschenverachtend“ aus. Für Rotgrün ist auf Knopfdruck jede Sachaussage „menschenverachtend“, gegen die man kein Argument findet.
Und drittens ist schon wieder der typisch linke Ruf nach einem Maulkorb, nach einem Redeverbot für Andersdenkende zu hören. Meinungsfreiheit ist definitiv kein Teil der linken Wertordnung. Ganz im Gegenteil.
Ein solches Redeverbot ganz im linken Geist hat übrigens soeben schon wieder ein Gericht zu erzwingen versucht. Es hat in einem Witz in Facebook absurderweise eine „Verhetzung“ erkannt und darob eine Strafe verhängt. Diese ist zwar vom Obergericht aufgehoben worden, dem das Urteil offensichtlich peinlich ist; es hat jedoch nach alter, schlechter Juristenart ein banales Randargument (die Verwendung eines Smiley) vorgeschoben, statt einfach zu sagen: Genau solche Witze sollten eigentlich nicht mit dem Verhetzungsparagraphen bestraft werden, wie manche Beschwichtiger bei dessen Einführung gesagt haben. Fakt ist: Der Witz ist wie viele Witze geschmacklos, aber er ruft weder zu Gewalt noch zu sonst etwas auf. Aber zumindest die Erstinstanzrichter denken offenbar wieder wie weiland Metternich: Wer falsch denkt, wird eingesperrt. Sonst könnte ja jeder kommen und inkorrekte Witze erzählen.

Der zweite aktuelle Abgrund an linker Dummheit geht auf das Schuldkonto von Greenpeace. Der Spendensammlerverein hat nämlich völlig grundlos eine Hetzkampagne gegen den EU-Abgeordneten Seeber gestartet. Der Vorwurf: Dieser habe angeblich Formulierungen aus einem Papier der Industriellenvereinigung übernommen. Was Seeber übrigens leugnet. Aber das ist gar nicht das Thema.

Worum es eigentlich geht, ist das total widersprüchliche Verhalten von Greenpeace. Der Verein regt sich nämlich keineswegs auf, wenn etwa rotgrüne Abgeordnete Greenpeace-Behauptungen ungeprüft übernehmen.

Und noch mehr geht es um den Skandal, dass überhaupt Kritik am Verhalten des Abgeordneten geübt wird. Denn es ist sogar absolut richtig und notwendig, dass sich ein Abgeordneter bei der Industrie zum Thema „industrielle CO2-Emissionen“ kundig macht. Wo sonst sollte er erfahren, wie man weitere Schikanen für industrielle Arbeitsplätze durch die CO2-Politik der EU vermeiden könnte?

Sich über den Schutz der bedrohten Arbeitsplätze zu informieren und alles für deren Verteidigung zu tun, sollte eigentlich sogar absolute Pflicht jedes einzelnen Abgeordneten sein. Also auch der Frau Kadenbach. Denn die bisherige, extrem Greenpeace-nahe CO2-Politik der EU hat schon viele Hunderttausende Jobs aus Europa vertrieben.

Schon jeder vierte jugendliche Europäer ist arbeitslos. Aber das schert Greenpeace offensichtlich keine Sekunde. Die Arbeitslosen bekommen jedenfalls von diesem und anderen Jobvernichtungsvereinen keinerlei Angebote oder Kompensationen, die ihnen helfen würden. Dabei wäre es doch eigentlich nur fair, wenn Greenpeace zumindest einen Teil der bei gutmeinenden Hausfrauen gesammelten Millionen mit den (durch Greenpeace) Arbeitslosen teilen würde.

Und nun zur WKO: Die Wirtschaftskammer regt sich mit Hilfe des Universitätsprofessors Mazal allen Ernstes darüber auf, dass bei den Kinderbetreuungsplätzen für Kinder unter eineinhalb Jahren (=18 Monate!) “große Versorgungslücken” bestehen. Die WKO würde offensichtlich am liebsten Kinder schon im Kreißsaal in die staatliche Betreuung abschieben. Dass die Aussage von einer Frau und einem Universitätsprofessor kommt, ändert an ihrer Blödheit gar nichts.

Ein guter Tipp: Vielleicht sollten die beiden auch einmal mit Frauen reden, die kleine Kinder haben. Dann kämen sie darauf, dass an solchen Kleinstkinder-Betreuungsplätzen absolut kein Bedarf besteht. Aber freilich: Wie sollte eine KMU-Gewerkschaft wie die WKO auch draufkommen, dass eigentlich allein die Nachfrage entscheidend sein sollte. Und nicht irgendeine abstrakte Prozentvorgabe von realitätsfremden EU-Bürokraten. Die WKO ignoriert ja etwa auch bei der Geschäftssperre an Sonntagen die Nachfrage total, die man jederzeit an Bahnhofsläden und in ausländischen Grenzorten ablesen kann. Was man genauso als job- und menschenverachtend bezeichnen kann.

PS.: Der Ausdruck “KMU-Gewerkschaft” ist ein Plagiat und stammt von einem hochrangigen ÖVP-Abgeordneten. Ich übernehme die treffende Formulierung gerne und gestehe den geistigen Diebstahl ein. (Tagebuch)

8 Gedanken zu „Neues von der KMU-Gewerkschaft

  1. Gerhard Huemer

    Auweh – eine typischer unterberger – nur weil er sich nicht sagen traut, dass er der meinung ist, die frau/mutter soll gefälligst zuhause bleiben, behauptet er, dass es erstens eh keinen mangel an frühkindlicher betreuung gibt (?????), das die mütter das eh nicht wollen (sic!)und das die böse wirtschaftskammer – die ja in wirklichkeit eine noch viel bösere gewerkschaft ist – das alles nur behaupte – warum eigentlich?

  2. Nattl

    Die WKO ist mitnichten eine KMU-Gewerkschaft, denn für die Mitglieder macht sie praktisch nix (außer für die Branchenriesen). Sie ist schlicht und einfach eine Versorgungsanstalt für unfähige, am Arbeitsmarkt unvermittelbare Versager und Parteigänger.

  3. Thomas Holzer

    @Nattl
    So ist es, mittlerweile durch Verfassungsrang auf die nächsten Jahrzehnte einzementiert, der man nicht entkommen kann; genauso wie die AK. Der Mief in diesem Land wird immer ärger, die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lassen grüßen

  4. KClemens

    Thomas Holzer :@NattlSo ist es, mittlerweile durch Verfassungsrang auf die nächsten Jahrzehnte einzementiert, der man nicht entkommen kann; genauso wie die AK. Der Mief in diesem Land wird immer ärger, die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lassen grüßen

    Ich bin mir fast sicher, daß die 50er Jahre mehr Pep hatten als die Jahre seit 2000.

    Was mich aber vielmehr interessiert ist der Witz bei Facebook, der gerichtlich verhandelt wurde. Worum ging es denn dabei?

  5. herbert manninger

    @KClemens
    Der Witz ging in etwa so: Warum gibt es in X.(Denken Sie sich ein Land Ihrer Wahl!) keine Samenspender mehr?
    Antwort: Weil deren W.(= Männer, die Hand an sich legen) alle bei uns sind.
    Ich habe keine Lust, den Witz mit dem konkreten Land zu nennen, da in unserer “Demokratie” der “Hetze-§” offenbar als Hebel dient, alles Nichtlinke strafrechtlich zu verfolgen. Weit haben wir´s gebracht und
    gute Nacht, Redefreiheit!

    @KClemens

  6. Rennziege

    @herbert manninger
    Danke! Da ich Facebook und andere social media (sprich: Exhibitionismus für alle, die sich nicht trauen, ihre körperlichen und geistigen Mängel gleich in der Fußgängerzone herzuzeigen) meide wie der Teufel das Weihwasser, ist mir diese Information nagelneu.

    Ich finde diesen Schlenker gar nicht so übel. Erstens nehmen die Einhandsegler eh überhand, da sie schon von ihren Volksschullehrerinnen (und dort gibt’s nur noch -innen) einen lebenslangen Horror vor Weibern eingepflanzt bekamen. Wen wundert’s bei diesen pädagogisch unfähigen Kampfemanzen?
    Zweitens können wir jedes EU-Land für “X” einsetzen und in Parlamentsreportagen (Phönix ist eine stete Quelle) recht genau erkennen, wer da als W. den Hals bläht. Sind auch viele W.erinnen dabei, naturalmente.

  7. KClemens

    herbert manninger :@KClemens Der Witz ging in etwa so: Warum gibt es in X.(Denken Sie sich ein Land Ihrer Wahl!) keine Samenspender mehr?Antwort: Weil deren W.(= Männer, die Hand an sich legen) alle bei uns sind.Ich habe keine Lust, den Witz mit dem konkreten Land zu nennen, da in unserer “Demokratie” der “Hetze-§” offenbar als Hebel dient, alles Nichtlinke strafrechtlich zu verfolgen. Weit haben wir´s gebracht undgute Nacht, Redefreiheit!
    @KClemens

    Ach, und das ist “volksverhetzend”?

    Da kenne ich auch einen schönen Witz:

    Ein Imam, ein Rabbi und ein katholischer Priester treffen sich zu einen informellen Gedankenaustausch. Nachdem man stundenlang alle Aspekte ausgiebig debattiert hat, werden die Geistlichen hungrig und beschließen gemeinsam zu Abend zu essen.

    Das gestaltet sich allerdings einigermaßen schwierig, da der Imam und der Rabbi sich an gewisse Speisen- und Getränkeregeln zu halten haben.
    Nachdem man schon mehrere Varianten verworfen hat, fragt der katholische Geistliche den Imam und den Rabbi unter welchen Umständen der Imam denn Alkohol trinken und einen deftigen Schweinebraten, und zu welcher Gelegenheit der Rabbi auch unkoscheres Essen akzeptieren würde.

    Die Antwort der beiden: Anlässlich ihrer Hochzeit!

  8. Klaus Kastner

    Europa’s Norden füttert den Süden nicht durch, sondern HATTE ihn bereits durchgeführt bevor die Krise begann. Seit 3 Jahren geht es hauptsächlich um den Wechsel unter den Fütterern. Waren es vorher private Gläubiger, so sind es jetzt schon über weite Strecken Europa’s Steuerzahler. Ein Beispiel: Griechenland erhielt bis jetzt 247 Mrd. EUR an Troika-Finanzierungen. Davon blieben 41 Mrd. EUR im Land.Der Rest ging postwenden an Banken in der Form von Zins- und Kapitalzahlungen.

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