Neulich in Belgrad

“…..Christopher Clarks Buch “Die Schlafwandler” über Europas Weg in den Ersten Weltkrieg macht Furore in Serbien. Historiker beteuern Belgrads Unschuld 1914, der Präsident wittert eine Verschwörung der EU. Zugleich wird der Mörder des österreichischen Thronfolgers als Volksheld verehrt – und das Attentat nachgespielt….” (ziemlich bizarr, hier)

7 comments

  1. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>> In Wien etwa trommelte Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf schon seit Jahren zum Krieg <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Angesichts der Tatsache, dass immer noch viele Straßen, Plätze und Kasernen nach Franz Conrad, der erwiesenermaßen ein Kriegstreiber war, benannt sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, inwieweit der Grundsatz, dass Krieg kein legitimes Mittel der Politk ist, in diesem Land wirklich Allgemeingut ist.

  2. Thomas Holzer

    Das Buch von Christopher Clark darf in Serbien offiziell gar nicht verkauft werden!

    @wc
    aber Denkmäler für Che Guevara, Straßennamen für Marx et al. sind begrüßenswert?
    Dann müssten auch alle Prinz Eugen, Schwarzenberg, Maria Theresia, etc. Straßen und Plätze umgenannt werden.
    Faktum ist aber: durch Umbenennungen wird die Geschichte nicht neu geschrieben!

    Und abschließend: Krieg ist sehr wohl ein legitimes Mittel der Politik!
    Aber Tagträumer wie Sie scheinen davon überzeugt zu sein, daß Hitler, Stalin, Pol Pot, Karadzic etc. durch gutes Zureden zu einer Änderung deren Politik hätten bewegt werden können

  3. Mourawetz

    Franz Conrad v. Hötzendorf war einer der vorausschauendsten Militärs Österreich-Ungarns. Er  forderte nämlich ein Aufrüsten der Habsburger Monarchie, weil es diesbezüglich arg ins Hintertreffen gekommen war vor allem  im Vergleich  mit Russland, das ja dann auch als erstes Land die Mobilmachung anordnete. Wäre man Hötzendorf gefolgt, wäre es zu einer Pattstellung, ähnlich wie im Kalten Krieg nach 45 gekommen und so der Frieden gesichert worden. Aber die Grazer Linken folgen der Verunglimpfung Hötzendorfs und wollen die Franz Conrad v. Hötzendorf Straße umbenennen – anstatt dagegen zu protestieren, dass man in Belgrad just zum 100. Jahrestag des Attentats in Sarajevo ein Riesendenkmal aufstellen möchte, um einenTerroristen als Nationalhelden zu feiern.

  4. Rado

    Das Attentat von Sarajevo nachgespielt, hahaha!
    Es spielen:
    Robert Palfrader und Elriede Jelinek: Thronfolgerpaar.
    Stermann und Grissemann: Attentäter
    Eugen Freund: Erzähler
    Mit Peter Handke als Regisseur.
    Ehrenschutz: Heinz Fischer

  5. Rennziege

    Wunderschöne Idee!
    Darf ich Ihrem Ensemble noch einen immens wichtigen Protagonisten mit ungebrochen heroischer Vergangenheit im Amt hinzufügen?
    Norbert Darabos als Feldmarschall Franz Conrad v. Hötzendorf
    Und besser als Elfriede Jelinek wär’ Laura Rudas. Um Längen! Denn sie spricht wesentlich thronfolgerischer und eloquenter.

  6. perry

    @Rennziege @Rado

    sehr geehrte dame! sehr geehrter herr!

    ich gratuliere ihnen zu dieser hervorragenden besetzung eines wahrhaft historischen spektakels! ob wohl in diesen fällen die nachwelt den mimen doch kränze flechten wird? wer weiß? bei derartigen schauspielerischen potentialen ist alles denkbar!

  7. Rennziege

    24. Januar 2014 – 14:57 — perry
    Vielen Dank für Ihre Zustimmung, wenn ich auch keine Dame bin, sondern lei a Karntna Diandle wos in da Wölt a bissl ummadumkimmt. (Rado ist und bleibt ein Herr, naturalmente.)
    Vorhin gab’ ich mich nicht getraut, aber Christopher Clarks “The Sleepwalkers” drängte mir die Besetzung der Rolle v. Hötzendorfs mit N. Darabos auf. Clark zitiert Hindenburg und Ludendorff, die schon zu Beginn des Krieges über die verbündete k.u.k. Armee und deren Generalstabschef zu Protokoll gaben:
    “Wir sind an einen Leichnam gekettet.”

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