Neulich in Nordkorea

Wien (OTS/FSG) – “Der Einsatz für die Schaffung von Lehrplätzen, den
Erhalt der hohen Qualität in der Lehrlingsausbildung sowie die
Initiative für neue Eisenbahnlehrberufen bei den ÖBB hat sich
ausgezahlt”, gratulieren der Vorsitzende der Fraktion
Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Jugendabteilung der
Gewerkschaft vida (FSG vida-Jugend), Markus Della-Pietra, und der
stellvertretende FSG-vida-Vorsitzende,
ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman Hebenstreit, den frisch
gewählten JugendvertreterInnen zum überwältigenden Sieg bei der
Jugendvertrauensratswahl im ÖBB-Konzern. Die FSG vida-Jugend hat bei
den am 25. und 26. März 2014 durchgeführten Wahlen 100 Prozent der
abgegebenen gültigen Stimmen erzielt.++++

14 comments

  1. Ralf Egger

    Was hat das mit Nordkorea zu tun? Zweifeln Sie die rechtmäßige Durchführung der Wahlen an, weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Auf der einen Seite fordern Sie immer den “mündigen Bürger” ein, sobald er sich in seiner “Mündigkeit” bei Wahlen nicht so verhält, wie Sie sich das wünschen, kommt von Seiten von ..ähäm.. “Liberalen” oder – wie in Ihrem Fall – eher rein Wirtschaftsliberalen die “Nordkoreakeule”, was genauso polemisch wie die NAZIkeule der Linken ist…

  2. Graf Berge von Grips

    @Ralf Egge
    Ich vermute, keine andere Liste stand zur Wahl…. 🙂

  3. hfw

    @Ralf Egger
    Jeder Wahl, die mit 100% Zustimmung ausgeht, sollte misstraut werden. Ich weiß nicht, wie viele Wähler es gab, aber ich gehe mal von mehr 100 aus. Auch weiß ich nicht, wie viele ernstzunehmende Kandidaten es gab. Sollte es aber mehr als einen Kandidaten gegeben haben, und mehr als 100 Wähler, ist ein Resultat von 100% für eine Seite ziemlich verdächtig. Es muss sich aber nicht um Wahlbetrug im klassischen Sinn handeln. Es kann mit Manipulation, falschen Behauptungen (Fear & Doubt, FUD), und ähnlichen Dingen gearbeitet worden sein.
    Oder es gab ganz einfach nur einen Kandidaten.
    In jedem Fall ist es doch recht unsauber, denn wozu wählen, wenn es keine Alternative gab? Aber das kennen wir ja aus den Parteien hierzulande: “Übermorgen wird Herr X zum Vorsitzenden gewählt werden…”. Kommt das bekannt vor?

    HFW

  4. Mourawetz

    womit wieder mal bestätigt ist: bei der ÖBB arbeiten in der Regel zukünftige Frührentner mit SPÖ-Parteibuch. Die einzige Wirtschaft, die man in der ÖBB beherrscht, ist die Parteibuchwirtschaft. Ein Verein, der am Subventionsnippel des Steuerzahlers nuckelt. Nur bis in die Schuppen gefärbte Rotbarsche können in solch sozialistischen Untiefen überleben: daher das Wahlergebnis.

  5. Ralf Egger

    Wahrscheinlich gab es wirklich nur einen Kandidaten, aber dies dem Kandidaten bzw, seinen Wählern anzulasten, ist doch seltsam: im gegensatz zu Nordkorea (und vor allem dieser Vergleich ärgert mich) steht es jedem frei, bzw. wäre es sogar wünschenswert, ebenfalls zu kanidideren. Und lustigerweise kommt das Argument mit der “niedrigen Wahlbeteiligung” dann, wenn ein Kandidat gewonnen hat, der einer anderen Partei oder Denkrichtung angehört als der eigenen. Es gilt dasselbe: wenn es eine niedrige Wahlbeteiligung gegeben hat, kann man dies nicht dem Gewählten und seinen Wählern anlasten sondern – wenn überhaupt – jenen, die sich nicht der Wahl gestellt haben bzw. die nicht hingegangen sind…

  6. Wettbewerber

    Ein “100 % Wahlergebnis” ist schon quasi per Definition nur mit einem einzigen Kandidaten möglich. Denn ein allfälliger “Gegenkandidat” hätte ja wohl auch eine Stimme, oder? Bei parteiinternen Wahlen ist zudem üblich, bei nur einem Wahlvorschlag (= “Kandidaten”) anstatt einer normalen Wahl eine “Ja-Nein-Abstimmung” durchzuführen, denn nur dann hat ein “!00 % Ergebnis” eine echte Bedeutung (das hat z.B. auch der selige Bundespräsident Kirchschläger 1980 richtig und rechtzeitig erkannt).

    Ganz abgsehen davon, dass man sich als Wähler wohl etwas verarscht vorkommen wird müssen, wenn auf dem Wahlzettel nur eine einzige Möglichkeit zum Kreuzerl-Machen besteht, ist danach ohnehin jedes Ergebnis ein “100 % Ergebnis”. Ungültige oder nicht abgegebene Stimmen werden bekanntlich nicht gezählt. Es genügt folglich nur eine einzige Stimme (die des Spitzenkandidaten selbst, z.B.), und man hat sein “100% Ergebnis”.

    CO hat schon Recht: Wenn es wirklich nur eine Wahlliste gegeben hat, dann IST das Nordkorea!

  7. Thomas Holzer

    Nicht mal auf der Krim hatten die Russen 100% Zustimmung erhalten 😉
    Aber die 96, und irgendwas Prozent wurden vom Westen als sowjetisches/kommunistisches Wahlergebnis bezeichnet…

  8. Ralf Egger

    @Wettbewerber. nein, auch dann IST ES NICHT Nordkorea, denn dort wird man zumeist umgebracht, wenn man meint, einen weiteren Kandidaten als den “Staatskandidaten” aufzustellen… . Es ist dort einfach verboten. In Österreich ist es Gott sei Dank möglich und liegt in der liberalen Selbstverantwortung eines Jeden, zu kandidieren, eine Gegenpartei aufzustellen etc.

  9. Thomas Holzer

    @Ralf Egger
    Wir sprechen hier nicht von Österreich, sondern von den ÖBB 😉
    Ein Schelm, wer denkt, daß in diesen Lehrwerkstätten keine politische Indoktrinierung erfolgt 🙂

  10. Ralf Egger

    @Thomas Holzer: Dass die ÖBB nach wie vor ein “roter Betrieb” ist, braucht man nicht zu leugnen. Aber das ändert nichts daran, dass jeder einen Gegenkandidaten aufstellen bzw. eine gegenfraktion gründen könnte und vor allem dürfte – im Gegensatz zu Nordkorea. Ich verstehe es nicht ganz: Viele Liberale reden immer vom mündigen, selbstbestimmten Menschen (was wünschenswert ist); kaum entscheidet sich dieser Mensch vor allem bei Wahlen nicht so, wie man es gern hätte, spricht man ihm diese Fähigkeit ab und vermutet irgendwelche organisiserte Einflussnahmen und degradieren das einst mündige Individuum zum wehrlosen Herdentier.

  11. Thomas Holzer

    @Ralf Egger
    Es gibt leider(sic!) nur sehr wenige mündige Individuen! Viel weniger, als Sie denken und/oder hoffen; man sollte schon Realist bleiben
    Mir als deklariertem Antidemokraten ist es sowieso egal, wer wie wann wählt 🙂
    Es ergötzt mich jedes Mal aufs Neue, wie über die verschiedensten Wahlergebnisse diskutiert wird……….

  12. menschmaschine

    also bitte, meine herren.
    nordkorea, pah.
    daß den meisten hier die einfachste und zuegleich glaubhafteste erklärung nicht in den sinn kommt, ist erschütternd. selbstverständlich kann diese erklärung abseits abstruser neoliberaler unterstellungen nur sein, daß das wirken und werken der paddei insbesondere bei den öbb dermaßen segensreich und wohltätig ist, insbesondere für junge werktätige, daß ein wahlergebnis von 100% fast zwangsläufig herauskommen mußte.

  13. Reinhard

    In einem Unternehmen, in das man ohne SPÖ-Parteibuch gar nicht erst ‘reinkommt, wäre jedes andere Ergebnis erstaunlicher gewesen als dieses. Eigentlich nur ein gelebtes Beispiel, wie demokratischer Feudalismus funktioniert: Man wählt natürlich jenes Fürstenhaus, das als Einziges die fetten Pfründe garantiert, aus denen man seinen Wohlstand schöpft.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .