News aus der Klapsmühle

Von | 7. September 2021

(CHRISTIAN ORTNER/ “EXXPRESS”) Ein paar Zeitungsmeldungen aus den letzten Tagen, bunt gemischt und scheinbar ohne Zusammenhang: In Österreich schließt das Thermalbad von Bad Vöslau am vergangenen Freitag Männer von einem Teil seiner Liegewiesen aus, als wären wir nicht in Niederösterreich, sondern in Saudi-Arabien; gleichzeitig herrscht rundum Empörung über die harte Geschlechtertrennung der Taliban in Afghanistan.

Dort, so erfahren wir, hat die deutsche Bundesregierung zur Zeit des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr heldenhaft versucht, das größte aller dortigen Probleme zu lösen, nämlich den Mangel an gendergerechter Sprache. „Das Gender-Mainstreaming Vorhaben im Auftrag der Bundesregierung umfasst ein Volumen von 3,2 Mio. Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren“, lesen wir da unlängst. Leider dürfte auch dies die Taliban nicht ausreichend davon überzeugt haben, sich auf Gender-Beauftragte umschulen zu lassen. Dafür, so erfahren wir weiter, haben die Westmächte zwar nur wenige ihrer einheimischen Helfer ausgeflogen, dafür aber jede Menge Afghanen, die sich irgendwie einen Platz im Evakuierungsflieger erschleichen, erkaufen oder sonst wie organisieren konnten, plus ein paar Abgeschobene und afghanische Asylanten auf Heimaturlaub. „Wen haben wir da eigentlich gerettet?“ fragte, nicht ganz unberechtigt, die „Bild“-Zeitung.

Wenn lackierte Fingernägel Sorgen bereiten

Schwenk in die USA. „Eine amerikanische Professorin mit befristeter Anstellung bot ein Lehrmodul über Neurobiologie und Autismus an. Eine aktivistische Studentin griff sie wegen Marginalisierung von autistischen Personen an. Die Professorin zog das Lehrangebot zurück,“ berichtet die NZZ, nicht aus einer selbstverwalteten Klapsmühle, sondern einer richtigen Universität. Eine deutsche Uni wiederum schreibt die Stelle eines Antirassismus-Beauftragten aus, schließt aber Weiße von dem Job aus.

Bemerkenswert auch, was dieser Tage in der Wiener Stadtzeitung „Falter“ zu lesen war. „Anfang Juli hat mir eine Freundin zum ersten Mal mit einem blau-grauen Nagellack meine Fingernägel gestrichen“ berichtete da ein volljähriger Redakteur des Blattes, „Ich muss zugeben, ich war davor ziemlich aufgeregt, ich musste mich ein wenig überwinden. Wird mich auf der Straße jemand drauf ansprechen? Oder blöd anmachen? Werde ich im seriösen Berufsalltag vielleicht weniger ernst genommen?“ – Eine in der Tat nicht ganz unberechtigte Frage.

Es steht nicht gut um unsere Gesellschaften

Und was haben all diese Episoden jetzt bitte miteinander zu tun? Auf den ersten Blick nichts außer einem gewissen Unterhaltungswert, falls man auf dergleichen Humor steht. Bei genauerer Betrachtung jedoch zeigen uns Meldungen wie diese – und hunderte andere, die uns Tag für Tag erreichen an, wie es um unsere Gesellschaften steht. (Spoiler: nicht wirklich gut.)

Sichtbar wird hier viel mehr eine für Kulturen im Herbst ihrer Entwicklung charakteristische Unfähigkeit, sich selbst zumindest einigermaßen ernst zu nehmen, bestimmte Mindeststandards an sich anzulegen, die besser nicht unterschritten werden; eine lustvolle Neigung, überproportionales Verständnis die völlige Zersplitterung einer Gesellschaft in teils skurrile Neigungsgruppen; und schließlich eine weitgehende Abwesenheit von klaren Zielen und einem Plan, sie zu erreichen, auch wenn Probleme auftauchen.

Man nimmt uns nicht mehr ernst

Wirtschaftliche Stagnation, die bloß durch die massive Geldfälschungs-Politik der Notenbanken zugedeckt wird, zunehmende Unfähigkeit, unsere nationalen Interessen global durchzusetzen – nicht nur in Afghanistan – sind die Folge. Mehr noch: wir im Westen machen uns in den Augen der Chinesen, aber auch der Russen und vieler muslimsicher Staaten zunehmend lächerlich. Was uns als Gipfel der Toleranz, der Individualismus, der Humanität und der zivilisatorischen Leistung erscheint, wirkt auf den Rest zunehmend wie eine Irrenanstalt, deren Leitung von den Insassen übernommen worden ist. Die nehmen uns einfach nicht mehr so richtig ernst. Man muss das verstehen.

Ok, ältere Männer haben die Welt wahrscheinlich immer aus dieser Perspektive gesehen und kritisiert – aber deswegen muß der Befund ja nicht unbedingt falsch sein. So, und jetzt ist Schluss, jetzt geh ich mir die Fingernägel lackieren.

9 Gedanken zu „News aus der Klapsmühle

  1. Kluftinger

    Wo sind sie alle, die später einmal sagen werden: eigentlich hätte man dagegen etwas tun müssen?

  2. sokrates9

    Ein Team, eine Gesellschaft mit klaren Zielen kann man nicht zerschlagen.Dieser Wille zu einem Ziel wird uns genommen dann ist der Zeitpunkt gekommen dass die Irren ihre Ideen widerstandslos umsetzen können.Man kann das auch klassische Dekadenz bezeichnen, eine Auflösung der Gesellschaft.Die Geschichte zeigt das immer wieder.Rom war in dieser Phase beispielsweise nicht mehr fähig den Vandalen Widerstand zu leisten. Einige römische Kohorten hätten genügt die rauszuwerfen.

  3. Selbstdenker

    Das die täglich auf uns hereinprasselnde Idiotie mehrheitlich unterstützt wird, sehe ich nicht. Vielmehr toben sich die “Kinder” aus, weil die Erwachsenen den Raum verlassen haben.

    Kennt wer die Folge von South Park, bei der die Erwachsenen eingesperrt werden, weil die Kinder draufkommen, dass sie tun und lassen können, was sie wollen, wenn sie den Erwachsenen das M-Wort unterstellen?

    Die Problemkinder in unserer Gesellschaft sind körperlich Erwachsene, die in der Pubertät hängen geblieben sind. Sie haben nie gelernt für sich selbst zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen.

    Wie in South Park canceln diese Kinder die Erwachsenen, weil sie sich dann noch mehr austoben können.

  4. hausfrau

    Das ist bloß der normale Weg in die “neue Normalität”
    Anzweifeln oder Zuwiderhandeln zieht Bestrafung nach sich.
    Mit freundlicher Unterstützung Ihrer Medien 🙂

    Es wächst eine Generation heran, die eine Unterscheidung von männlich und weiblich am Schminkverhalten erkennt. Daß manche überlegen sind, die das von sich behaupten. Fakten werden als böse auf einem Index landen.
    Man muß nach willkürlichen Regeln leben.
    Irgendwo in der ferne lachen “Philanthropen”……

  5. Erwin Tripes

    Passend zum Titel dieses Beitrages:
    Köppl analysiert in rd. 30 Minuten treffend woran unsere Gesellschaft krankt.
    „Satire im öff. rechtl. Deutschlandfunk, Flüchtlinge auf Urlaub im Fluchtland, etc.; alles auch 1:1 für Österreich übertragbar.
    https://www.weltwoche-daily.ch/

  6. CE___

    Derzeit hadern so irgendwie alle Kulturkreise mit sozusagen Verluderung der Standards und Sitten.

    Die Rotchinesen ziehen gegen an südkoreanische Bubi-Musikbands angelehnte verweiberte “Sissy Men” und “Girly Gun’s” zu Felde, und die Moslems rücken gerade wieder das für so 20 Jahre zu einem “verwestlichten Sündenpfuhl verkommenes” Afghanistan zurecht.

    Und ein jeder Kulturkreis glaubt er verlöre gegen den anderen wenn er es nicht täte.

    Wobei, die Titel “Sissy Men” und “Girly gun’s” teilen wir uns ja alle derzeit als Gesellschaften weltweit irgendwie, wenn ich mir die total hysterischen und lebensfremden Reaktionen seit März 2020 auf einen nicht besonders gefährlichen Coronavirus ansehen, die sich bis heute nicht eingerenkt haben.

    Da täte uns allen ein grosser Batzen “to man up” gut.

    Zur Therme in Bad Vöslau verstehe ich auch nicht die Aufregung, schliesslich hüpft ja die Demokratur-Bundesregierung eine Segregation der Gesellschaft vor, nämlich in “Geimpft” und “Nicht-Geimpft”, und viele Leut’ vielen das supertoll.

  7. Allahut

    Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, täglich werden wir mit allerlei Verrücktheiten konfrontiert, und diese werden meist ohne Widerstand hingenommen. Gendern, politische Korrektheit usw. zwingt eine Minderheit der Mehrheit auf. Wer nicht kapiert, dass mit Polizei Frauen und Männer die als Polizisten arbeiten gemeint sind, sollte gewisse Staatsbürgerrechte verlieren.
    .

  8. Johannes

    Wieder ein Schritt in eine Stärkung der Desintegration.
    So banal die plantschenden Grazien auch scheinen mögen, in Wirklichkeit machen sie es zur Schule in vielen anderen Bereichen.
    Wir hatten es schon das in Spitälern der archaische Muslim einen Radau veranstaltete und dem Oberarzt den Zutritt in den Kreissaal unter wilden Drohungen verweigern wollte.

    Die Durchsetzung des Betretungsverbotes für Männer war ein Signal, eine Ermunterung unser System zu stören, unsere Freiheit anzugreifen und ein Angriffi auf viele Bereiche unserer Gesellschaft, um so Schritt für Schritt Änderungen im Sinne des Islam zu akzeptieren, hinzunehmen und langsam zu übernehmen.

    Danke Herr Ortner das Sie sich dagegen stemmen, hoffen wir das unsere Gesellschaft stark genug ist diese Versuche abzuwehren.

  9. seerose

    @ Kluftinger,
    ich glaube dass das Diejenigen sind, die niemals nicht etwas davon gewusst haben.

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