Nicht jedes Verbot und nicht jede Öffnung sind liberal

(GEORG VETTER)  Wenn ein Sozialdemokrat das Wort liberal in den Mund nimmt, ist immer Vorsicht angesagt. So auch, wenn der SPÖ-Klubobmann das Burka-Verbot einerseits und die Homosexuellen-Ehe andererseits in einem Atemzug als zwei liberale Schritte bezeichnet.

Ein Verbot mit Liberalität zu begründen ist schon per se intellektuell anspruchsvoll und scheint gerade im Falle der Vollverschleierung unangebracht. Diese Art der Zwangsbeglückung wirkt selbst als eine Art Verschleierung, da die angepeilte Befreiung der Frau nur äußerlich konzipiert und räumlich und damit zeitlich beschränkt wäre. Treffsicherer ist das ordnungspolitische Argument, das sich gegen die antiwestliche politische Botschaft richtet. Treffend ist in Zeiten der zunehmenden menschlichen Bomben auch das Sicherheitsargument. Wenn der Staat seine öffentlichen Räume flächendeckend mit Überwachungskameras zu schützen gezwungen ist und dabei modernste Gesichtserkennungsgeräte einzusetzen beginnt, ist es nur konsequent, die Verhüllung des Gesichts zu verbieten. Andernfalls würde man jeden Terroristen aus falsch verstandener Toleranz zu Verschleierungshandlungen geradezu einladen.

Fraglich erscheint auf der anderen Seite, ob die Ehe-Möglichkeit für Homosexuelle als liberal bezeichnet werden kann. Die Ehe selbst ist nämlich alles andere als eine liberale Institution. Nicht ganz zu Unrecht meint der Volksmund, dass die Ehe die Halbierung der Rechte und die Verdoppelung der Pflichten bedeutet. Erinnert sei auch an die sogenannte 68er Generation, die bei jeder Gelegenheit die zivilrechtliche Ehe in Frage gestellt hat. Viele Fortschrittliche von damals würden ihre heutigen Epigonen, die die Öffnung der Ehe fordern, nicht verstehen können.

Die meisten Heiratswilligen sehen in der Ehe ein außenwirksames Symbol der Bestätigung der Liebe, die wenigsten machen sich in ihrer Verliebtheit über die staatlich normierten Folgen Gedanken. Dabei ist die Ehe, juristisch gesehen, primär ein Instrument der wechselseitigen Unterhaltsverpflichtung. Diese Verpflichtung wirkt nicht nur zur Zeit des Bestandes der Ehe, sondern unter bestimmten Umständen auch danach. Die verschuldensabhängigen Unterhaltspflichten im Scheidungsfall mögen angesichts moderner Menschenbilder nicht mehr zeitgemäß und auch im Hinblick auf die zeitliche Unbeschränktheit zweifelhaft erscheinen. Geht man von der gängigen Begründung aus, dass der primär kindererziehende Teil, also meist die Frau, oft jahrelang Ausbildung und Beruf hintanstellt und daher dem Unterhaltsanspruch Berechtigung zukommt, wird dieses Argument bei homosexuellen Paaren in der Regel nicht in Betracht kommen. Das Eingehen einer Ehe und die Übernahme des rigiden Scheidungsfolgenregimes durch gleichgeschlechtliche Paare erscheinen daher nicht unbedingt freiheitserweiternd. Möglicherweise liegt darin auch der Grund, dass die eingetragene Partnerschaft nicht jene Attraktivität entwickelt hat, die sich die ursprünglichen Befürworter erhofft haben. Es erschiene daher vielen verständlicher – und liberaler –, wenn sich gleichgeschlechtliche Paare nicht für die Öffnung der Ehe, sondern für eine eingetragene Partnerschaft ohne Unterhaltspflichten und entsprechende Scheidungsfolgen einsetzen würden.

22 comments

  1. gms

    Georg Vetter,

    “Wenn der Staat seine öffentlichen Räume flächendeckend mit Überwachungskameras zu schützen gezwungen ist und dabei modernste Gesichtserkennungsgeräte einzusetzen beginnt, ist es nur konsequent, die Verhüllung des Gesichts zu verbieten.”

    Aus Falschem folgt Beliebiges. Weder ist ein Zwang zu dieser Form der Permanentüberwachung gegeben, noch ist diese überhaupt mit Freiheit kompatibel. Ergänzend verliert das ansich schon unhaltbare Argument zusätzlich am Umstand, daß dessen Umsetzung konsequent (sic) auch falsche Bärte untersagen müßte, Sonnenbrillen oder Schminke ebenso und das Tragen technischer Hilfsmittel wie strahlender Infrarot-LEDs zum Austricksen von elektronischen Bildsensoren.
    Im Liberallastan von Morgen, wo aber all das Genanntes tatsächlich verboten wäre, sorgen Volkswächter ergänzend über die Einhaltung des Körpergewichts, aufdaß mit weniger als 20 Kilo auf oder ab die Gesichtsform im Toleranzbereich der Software bleibt. Modernste Idiocracy!

    “Fraglich erscheint auf der anderen Seite, ob die Ehe-Möglichkeit für Homosexuelle als liberal bezeichnet werden kann.”

    Falscher Zugang, dürfen doch seit jeher Homosexuelle die Ehe eingehen, bloß nicht mit gleichgeschlechtlichen Partnern. Schlechtergestellt werden dabei keine sexuellen Orientierungen, sondern bestimmte biologische Konstellationen, weswegen auch keine Heterosexuellen derartige Beziehungen eingehen dürfen. Auch dürfen gleichgeschlechtliche heterosexuelle nahe Verwandte einander nicht ehelichen; der leicht erkennbare Grund hierfür ist derselbe wie bei Nichtverwandten, wobei Inzest schon mal ausscheidet.

    Aus liberaler Sicht ausschlaggebend sind weniger die genanten wechselseitigen Unterhaltsverpflichtungen, sondern vielmehr die Zwänge, die hieraus für die restliche Gesellschaft entstehen. Neben Pensionszahlungen fällt hierbei das Eintrittsrecht in Mietverträge ins Gewicht oder das Recht auf’s Verweigern einer Zeugenaussage gegen den Ehepartner.

    Wäre die Ehe allein eine Angelegenheit der Beteiligten, die einander vertraglich was auch immer wechselseitig an Rechten und Pflichten einräumen, gäbe es die leidige Debatte nicht. Tatsächlich aber sind *drei* Parteien involviert, wobei die dritte — bestehend aus Individuen der umschließenden Gesellschaft — aus einem Verwaschen des Ehebegriffes Nachteile zieht, deren Toleranz sich nicht argumentieren läßt.

    “Das Eingehen einer Ehe und die Übernahme des rigiden Scheidungsfolgenregimes durch gleichgeschlechtliche Paare erscheinen daher nicht unbedingt freiheitserweiternd.”

    Irrelevant, ist doch die Beurteilung dessen, was Freiheit ausmacht und was nicht, Angelegenheit einer Beurteilung durch den Betroffenen und zugleich Freiheit auch die Möglichkeit, das Falsche zu tun. Jede Aufhebung eines Verbotes ist damit zwingend ein Freiheitsgewinn, der sich, und das ist die Crux, am Preis messen lassen muß, den andere hierfür aufzubringen haben.

    In einem tatsächlich liberalen Staat hat das Gewaltmonopol in Sachen Ehe nichts zu melden, in einem weniger liberalen mischt er sich ein und in seiner Verfallsform kommt es zu Debatten wie der aktuellen, wo Wischiwaschi-Pros (“Gleiche Liebe”) mit ebensolchen Contras (“Nicht unbedingt freiheitserweiternd”) begegnet wird. Oben steht’s noch: Idiocracy.

  2. Mourawetz

    Liberal und Neoliberal sind ja nicht dasselbe. Deshalb sind die Vorwürfe, die gegen hier schreibende Befürworter eines Burkaverbots erhoben werden, geradezu atemberaubend naiv.

  3. Thomas Holzer

    Die 9/11 Attentäter trogen ja auch ein Schild an ihre Stirn geheftet, an welchem man sie erkennen konnte,
    Und Rucksackträger sind sowieso verdächtig, egal ob mit oder ohne Bart.
    Daß mittlerweile Pseudoliberale Gesellschaftsklempnerei betreiben wollen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
    Wenn es so weiter geht, wird es sowieso in ein paar Jahren das Nudisten-Oktoberfest geben; dann hoffe ich nur, daß sich ein Attentäter seinen device in seinen Anus schiebt und sich dann in die Luft jagt.
    Binn dann schon gespannt auf die von den verschiedensten (innen)Ministern veröffentlichten Vorschläge, um derlei Attentate zu verhindern 😉

  4. stiller Mitleser

    Schieder hat – wie im politischen Tagesgeschäft üblich – ein Junktim versucht: Homoehe für Schleierverbot.
    Die Forderung einer völligen rechtlichen Gleichstellung homosexueller Partnerschaften bedeutet ein Nachgeben der SP (aber auch andrer Parteien) gegenüber dem Gender-Lager. Eigentlich genügt für den schwulen Alltag juristisch die Verpartnerung, die Ehe mit weitgehenden Verpflichtungen der Allgemeinheit gegen Ehepartner (Witwenrenten etc..) belohnt Generativität, die heterosexuellen Paaren vorbehalten ist.
    Das könnte doch so bleiben, denn in Österreich ist ohnehin seit langem auch das Recht der Stiefkindadoption (für Leute mit einem späten coming out und Kindern aus früheren Hetero-Beziehungen – ein soziales Muster das, weil coming out viel problemloser geworden ist und viel früher erfolgt, seltener wurde) gewährleistet. Die Gender-pressure Group aber propagiert die Homo-Ehe mit eigenem, mithilfe der
    modernen Medizin gebasteltem und von Leihmüttern der Dritten Welt (Ukraine, Indien) ausgetragenem Nachwuchs, Elton John als Vorbild. Worin der humanitäre Fortschritt im Engagieren einer armen Leihmutter liegen soll erschließt sich mir nicht und ich empfehle gern http://www.freiewelt.net/interview/homosexualitaet-ist-ein-gross-angelegtes-taeuschungsmanoever-10064625/

  5. Karl Markt

    Ist doch g’hupft wie g’hatscht.
    Hauptsache gegen SPÖ und Homoehe, wie es sich für einen reaktionären Hofer Wähler gehört.
    Ich kann mich noch gut erinnern wie Herr Vetter in einer Fernsehdiskussuion wehement für eine Erhöhung der Politikergehälter eingetreten ist, uA mit dem Argument dass er ja die Gehälter in seiner Kanzlei auch weiter zahlen muss. Wie liberal ist das?

  6. Historiker

    Durch ein Burka-und Niquabverbot würden diejenigen tiefreligiösen Muslime, die auf diese Verhüllung nicht verzichten wollen oder dürfen, darüber nachdenken, unser Land zu verlassen und dorthin ziehen, wo sie diesen Stoffkäfig tragen dürfen. Diese Abwanderung ist im Sinne der Erhaltung unserer westlichen Lebensart zu befürworten.

  7. gms

    Mourawetz,

    “Liberal und Neoliberal sind ja nicht dasselbe.”

    Tell news, sind es doch ausgerechnet Neo-Liberale, deren liberale Haltung an einem eigentümlichen Staatsverständnis kränkelt, weshalb sie initiale Fehler tunlichst mit Folgefehlern einhegen wollen.

    “Deshalb sind die Vorwürfe, die gegen hier schreibende Befürworter eines Burkaverbots erhoben werden, geradezu atemberaubend naiv.”

    Komisch. Wenn man sich die Reihenfolge der Postings hier im Thread ansieht, so kam das unseres karligen Forentrolls erst nach Ihrem. Daß Sie mit der Gabe der antizipativen Perzeption gesegnet wären, ist unwahrscheinlich, aber dennoch die einzige Erklärung, wurden vor Ihrer Wortmeldung mit der Behauptung körpernaher Argumentation doch einzig und allein hanebüchene Begründungen zerlegt.

  8. astuga

    Das entlarvende an der Debatte um die Homo-Ehe ist ja auch, dass überwiegend jene die sie einfordern parallel die Ehe an sich als überkommene Institution diffamieren.

    Da kommt leicht der Verdacht auf, dass es diesen Personen in Wahrheit weder um die Hetero- noch um die Homo-Ehe geht.
    Sondern nur um die Dekonstruktion der Gesellschaft.

    So wie ja auch in der verwandten Debatte um die (männliche) Homo-Adoption die Problematik von Kinderhandel und der Ökonomisierung der Frau (als Gebärende oder als Eizellenspenderin) ausgeblendet wird.

  9. Thomas Holzer

    @Historiker
    Die Erhaltung unserer westlichen Lebensart hängt wohl von uns!, und nur uns alleine ab und nicht von anderen, egal ob diese sich (voll)verschleiern oder einem anderen “Hobby” fröhnen.

    Was haben Sie von einem Verbot des Tragens dieses “Kleidungsstückes”, wenn “unsere” Politikerdarsteller und “Künstler”, welche am Steuertopf hängen, gleichzeitig bei jeder Karikatur, Theateraufführung, Buchveröffentlichung etc. in Schnappatmung und Beschwichtigungsversuche, ja sogar dem Ruf nach Verboten verfallen.

  10. Historiker

    @Thomas Holzer
    Sie schreiben : “Die Erhaltung unserer westlichen Lebensart hängt wohl von uns!, und nur uns alleine ab und nicht von anderen,. . .”
    Die Lebensart zu erhalten ist aber auch eine Frage der Quantität derer, die neben uns leben, und uns durch ihr Outfit zu verstehen geben, dass sie einen anderen Lebensstil leben und bevorzugen. Wenn jene extremen Vertreter (Burka-Trägerinnen) hier nicht mehr leben und nicht mehr sichtbar sind, ist es für die, die den westlichen Lebensenwurf bevorzugen leichter sich durchzusetzen. Außerdem wir auch von den moderaten Muslimen, die keine Burka tragen wollen, durch deren Nicht-Existenz religiöser Druck genommen.

  11. Thomas Holzer

    @Historiker
    Ich lasse mich von derlei Bart- und/oder Verschleierungsträgern nicht unter Druck setzen!
    Und wenn sich die “moderaten” Muslime durch die unter Druck setzen lassen, dann haben die wesentlich weniger Rückgrat als die, welche so “gekleidet” durch die Weltgeschichte laufen.
    Die sollen, wenn sie wollen; mir dann aber ja niemals mit Diskriminierung kommen, dem leistet jedoch leider “unsere” Politik Vorschub 🙂

  12. gms

    Historiker,

    “Wenn jene extremen Vertreter (Burka-Trägerinnen) hier nicht mehr leben und nicht mehr sichtbar sind, ist es für die, die den westlichen Lebensenwurf bevorzugen leichter sich durchzusetzen.”

    Das ist utilitaristisch argumentiert, nicht liberal. Die Schwäche eines solchen Zuganges offenbart sich in übersteigerten Analogien: Ließe sich die liberale Gesellschaftsordnung leichter herbeiführen, so man Sozialisten verbietet, oder, wollte man klein beginnen, die Schriften von Marx und Gramsci auf den Index setzt?

    Für Linke heiligt der Zweck die Mittel. Libertäre würden sich von diesen Verbreitern der mentalen Pest nicht unterscheiden, handelten sie mit Verboten ebenso.

  13. Historiker

    @Thomas Holzer
    Das glaube ich Ihnen gerne, dass Sie sich nicht unter Druck setzen lassen, obgleich ja schon die vielen Kommentare hier und anderswo beweisen, dass ein mentaler Druck da zu sein scheint, bzw.aufgebaut wird, dem auch Sie sich nicht entziehen können. – Es geht aber nicht um Sie oder mich, also Leute, an denen Religionen oder Ideologien (hoffentlich) abprallen, sondern um zukünftige Generationen unseres Landes, die zum Teil schon deshalb keine Widerstandskraft mehr haben oder entwickeln, weil sie gar kein Problembewußtsein mehr haben. – Ich glaube inzwischen auch, dass dieser ganze Islamisierungs-Prozess nur mehr für ältere Österreicher ein Problem ist, – den jungen Ösis ist derart viel “egal”, dass ich oft nur staunen kann. – Hauptsache das Handy, Netflix und diverse Computerspiele funktionieren, der Rest ist “wurscht”. – Man sieht es ja auch am Verfall der deutschen Sprache und Rechtschreibung. – Ich habe keine Ahnung, was man tun könnte oder sollte . . .
    @gms
    Nun, Freiheit bis zum Untergang ? Toleranz bis die Intoleranten uns die restliche Demokratie auch noch wegnehmen ? – Ich weiß es nicht . . .

  14. Thomas Holzer

    @Historiker
    All das, was Sie aufzählen und kritisieren haben wir aber nicht den Muslimen zu “verdanken”, sondern sind logischer Ausfluß der Politik der gewählten! Politikerdarsteller der vergangenen Jahrzehnte.
    Und nein, nicht Freiheit bis in den Untergang, sondern eben Freiheit, um diesen Untergang abzuwenden! Und es liegt alleine an uns, uns unseren Rechtsstaat nicht von den Intoleranten wegnehmen zu lassen.
    Durch lächerliche Verbote wird der Widerstandsgeist sicherlich nicht gestärkt; die “Politik”, welche Sie zu befürworten scheinen, scheint dem Motto: “Aus den Augen, aus dem Sinn” zu folgen. Dies ist aber ein mehr als nur gefährlicher Ansatz

  15. astuga

    @Thomas Holzer
    Wie sollte beispielsweise eine junge Frau Rückgrat zeigen wenn sie seit ihrer Geburt ausschließlich in einem muslimischen Umfeld lebt (Familie, Peer Group, soziales Umfeld)?

    Das redet sich leicht.
    Dennoch, manche haben das ja getan, und manche davon wurden wegen und trotz ihres Mutes ermordet.
    Auch weil sie letztlich von der ach so liberalen (aber wenig mutigen) Gesellschaft im Stich gelassen wurden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sohane_Benziane
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ghofrane_Haddaoui
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hatun_S%C3%BCr%C3%BCc%C3%BC

  16. astuga

    @Thomas Holzer
    Wie sollte beispielsweise eine junge Frau Rückgrat zeigen wenn sie seit ihrer Geburt ausschließlich in einem muslimischen Umfeld lebt (Familie, Peer Group, soziales Umfeld)?

    Das redet sich leicht.
    Dennoch, manche haben das ja getan, und manche davon wurden wegen und trotz ihres Mutes ermordet.
    Auch weil sie letztlich von der ach so liberalen (aber wenig mutigen) Gesellschaft im Stich gelassen wurden.

    Wikipedia: Sohane_Benziane
    Wikipedia: Ghofrane_Haddaoui
    Wikipedia: Hatun Surücü

  17. Historiker

    @Thomas Holzer
    Sie schreiben: “es liegt alleine an uns, uns unseren Rechtsstaat nicht von den Intoleranten wegnehmen zu lassen.” – Die Möglichkeiten dazu sind aber begrenzt, – was kann man schon groß tun ? – Nun, ich persönlich habe mit einem Twitter-Account begonnen (Twitter.com/Leserbriefe), das im Juli 300.000 Zugriffe hatte, und eine Webseite eingerichtet > Leserbriefe.info > auf der ich Artikel und Kommentare anderer Leute veröffentliche, – aber mehr kann ich auch nicht tun. – Und ob diese “Netz-Aktivitäten” die Leute zum Nachdenken und Handeln bringen, wage ich zu bezweifeln. – Im Gegenteil, die Anders-Denkenden mir schicken Drohungen, Aufforderungen zum Selbstmord, und andere Freundlichkeiten. – Diese Aktivitäten mache ich aus Verzweiflung über die österreichische Politik, aber ich glaube nicht, dass ein Regierungswechsel hin zu mehr FPÖ eine qualitativ bessere Politik zustande bringen wird. (mit welchem Personal ?) – Aber da Resignation auch nicht meine Sache ist, tu ich halt weiter, bis ich aufgebe oder keine Lust mehr habe. Aber noch ist es nicht so weit. Schönen Abend noch . . .

  18. gms

    Historiker,

    “Nun, Freiheit bis zum Untergang?”

    Bevor’s allzu pathetisch wird: Wir reden übers Burka-Verbot. Glaubt irgendwer in dieser Runde hier ernsthaft, daß deshalb morgen auch nur ein einziges schwarzes Stoffgefängnis (=Tschador) weniger auf Österreichs Gehsteigen wandelt? Hat es in Frankreich etwas gebracht, außer daß sich die Dressurelite länger an der Macht halten konnte und manche Muslimas dort sich noch toller als Opfer gerieren können?

    “Toleranz bis die Intoleranten uns die restliche Demokratie auch noch wegnehmen ? – Ich weiß es nicht . . .”

    Sich auf irgendeinem Nebengleis ohne Not der eigenen Haltung zu entledigen, ist intellektueller Selbstmord. Der parlamentarische Anführer der linken Volksverblöder, Andreas Schieder, will aktuell die Zustimmung zum Burkaverbot mit der Homo-Ehe junktimieren, was einzig und allein deshalb erfolgt, weil die Mehrheit der Österreicher mutmaßlich schon ihr Heil in einem Rückzugsgefecht sucht.

    Solange in tatsächlich relevanten Aspekten der Causa-Prima nichts weitergeht, ist lächerlichen Pseudodebatten der Stöpsel aus der Wanne zu ziehen. Fullstop. Das ist der nötige Widerstand, nicht das verzweifelte Heimspielen fragwürdiger Nebenaspekte mit der Konsequenz, daß unsere amtlichen Bevormunder so tun können, als würden sie dem Willen des Souveräns nachkommen.

  19. Mourawetz

    Und unsere lieben Liberalen gerieren sich als Wegbereiter des Islams aus Prinzipgründen. Die schaffen es nicht einmal die Burka zu verbieten, aus ideologischen Gründen. Aufrecht bis in den Tod. Ja so kann man auch den Untergang herbeiführen. Gespenstisch lächerlich.

  20. Fragolin

    @Mourawetz
    Ja, es soll noch Leute mit Rückgrat geben, die ihre Prinzipien nicht gleich bei jedem Ermpörungsschub über Bord werfen. Huuu, schrecklich!
    Wenn man keine Burka sehen will, dann muss man nicht Burka verbieten sondern es für radikale Muslime uninteressant machen, hier zu leben und mit ihren religiösen Symbolen zu protzen. Wenn ihnen kein Raum gegeben wird, ihre unverschämten Forderungen aufzustellen und wir strikt und ohne einen Millimeter zurückzuweichen unsere Werte verteidigen, dann hört sich der Spuk auf. Wenn wir auf ihre Provokationen mit Verboten reagieren, generieren wir die nächste Kolonne “Opfer”. Wenn wir ihnen klar machen, dass sie nicht nur lächerliche Lumpensäcke sind sondern eben, wenn sie am Amt nicht ihr Gesicht herzeigen, auch kein Geld bekommen, im Unternehmen keinen Arbeitsplatz und in der Schule keine Ausbildung, dann mögen noch ein paar Stoffzelte trotzig herumwandeln, aber das hört sich auf. Das passiert doch jetzt erst, weil wir vor jeder Marotte dieser Sekte sofort niederknien anstatt sie auszulachen. Satire gegen diese verkniffene Aggressionsreligion wird ja sogar schon von offizieller Seite als Hetze belangt – da fängt es an! Unsere ehemals freie Gesellschaft verkauft ihre Werte für ein paar Silberlinge anstatt sich die Freiheit zu nehmen, auszulachen, wen sie will und rauszuschmeißen, wem das nicht passt.
    Nicht die Burka ist das Problem. Die kriecherischen Weicheier sind das Problem und jene linksgrünen Neofaschisten, die sich zur Zerstörung der verhassten kapitalistischen Wirtschaftsordnung mit dem Teufel persönlich ins Bett legen, ohne jeden Skrupel und ohne jede Scham. Das Problem ist der Verlust unseres Stolzes und nicht die Kleiderordnung irgendwelcher Idioten. Wenn jemand glaubt, aus Glaubensgründen in Alufolie eingewickelt durch die Straßen laufen zu müssen, soll er, wenn er erträgt, dafür den Spitznamen “Blitzableiter” zu bekommen und keinen Job im Media-Markt. Wenn er es nicht erträgt, endet das von ganz allein. Wenn er offen zum Kampf gegen unsere Gesellschaftsordnung aufruft, weil sie über ihn lacht, gehört er rausgeschmissen oder eingekastelt. Fertig.
    Wenn unsere bestehenden Gesetze uns keine Möglichkeit geben, uns aktiv gegen eine feindliche Invasion zu schützen, dann gehören diese Gesetze geändert. Wenn es diese gesetze gibt (und die gibt es) und die Regierung diese Gesetze missachtet, gehört nicht die Burka verboten (noch ein Gesetz, das dann keiner exekutiert, um nicht anzuecken?) sondern die Regierung aus dem Amt gejagt. Einmal eine halbe Million Menschen auf dem Heldenplatz und schon ist Ruhe im Beritt. Aber wenn dann von “rächts” ein Aufruf zur Großdemonstration erfolgt, kriechen 100 Identitäre und 50 Sympathisanten aus ihren Löchern und stehen vor 2000 schnell vom System zusammengekarrten “Gegendemonstranten” mit Molotovs, Baseballschlägern und Trillerpfeifen. Oder, wie bei der Totenwache für eine brutal niedergemetzelte Putzfrau drei. In Zahlen: 3. Die magische Zahl der Heiligen Handgranate. Nicht zweien und nicht vier.
    DAS ist unser Problem. Nicht die vielen Burkas sondern die wenigen WIR.

  21. gms

    Mourawetz,

    weniger gespenstisch, dafür umso erbarmungswürdiger, sind die Maulhelden, die sich rhetorisch auf die Brust trommeln ob ihres Mutes, einen Haufen Stoff verbieten zu wollen.
    Whow, die /tun/ was, Reeeschpekt. Die opponieren doch glatt mit vollem Einsatz gegen die Linken und reißen das Steuern ‘rum mit der Aussicht: First we take the burka, then we take Berlin. Impressive story!

    Idioten, Tote und Liberalallalas verbindet die Tatsache, wonach sie kein Sensorium haben für ihren eigenen traurigen Zustand. Jeder Idiot bezeichnet sich daher heute als liberal, und nachdem inzwischen alle davon an Board sind, kommen nun ergänzend die Hirntoten dazu, die das Fehlen jeglicher eigenen Argumentation durch’s Maulaufreissen kompensieren wollen.

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