Nicht mit dem Massenmordversteher, bitte….

Von | 5. Juni 2013

“….Ich will keinem Zirkel angehören, der am 16. Juni auch Peter Sloterdijk ehren wird. Der Philosoph hat nach den Anschlägen von “9/11″ den Terror und Massenmord klein geredet….” ( Von Henryk M. Broder, “Welt“)

8 Gedanken zu „Nicht mit dem Massenmordversteher, bitte….

  1. Mourawetz

    Der Philosoph hat den Massenmord kleingeredet? Diese Uraltgeschichte wärmt Broder immer wieder auf. Laut Broder sprach Sloterdijk von einem “Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern”, als wäre irgendwo kurz die Klimaanlage ausgefallen, und buchte er den 11. September unter “den schwer wahrnehmbaren Kleinzwischenfällen” ab.

    Was aber genau sagte Sloterdijk wirklich?

    “Und wenn mir jemand versichert, dass er nach dem 11. September im Bereich der Philosophie anders denkt als vorher, streiche ich ihn sofort aus der Liste der ernst zu nehmenden Personen. Man kann als Intellektueller nicht behaupten, dass man im Rückblick auf das 20. Jahrhundert durch einen Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern plötzlich aus einem dogmatischen Schlummer erwacht ist. Ich glaube, die Katastrophenlandschaft des 20. Jahrhunderts einigermaßen zu überblicken. Der 11. September gehört da eher zu den schwer wahrnehmbaren Kleinzwischenfällen.”

    Das hört sich ganz anders an. Broder unterschlägt und das permanent seit Jahren, dass Sloterdijk hier in Bezug zur Philosophie wegen 9/11 nicht anders denkt als vorher. Man nehme Adorno, für den es nach dem Holocaust nicht mehr möglich war, ein Gedicht zu schreiben. Oder an Paul Celan und seinem Tod, einem Meister aus Deutschland. Ein solches Andersdenken hat 9/11 eben nicht ausgelöst. Und da ist Sloterdijk recht zu geben. Aber das versteht Broder offensichtlich nicht. Immer noch tut er so als ob Sloterdijk der Tod von Tausenden herzlich egal wäre. Diese permanent wiederkehrende Unterstellung Herrn Broders stellt nicht gerade ein Ruhmesblatt für ihn dar.

  2. Plan B

    @Mourawetz

    Natürlich unterscheidet sich dieses Zitat intellektuell ganz erheblich von dem anderen unerträglichem Geschwurbel, was Broder ebenfalls im Artikel zitiert.

    Dennoch Sloterdijk ist ein Verbal-Tuner, der gern semantisch aufmotzt (schätze ich manchmal an ihm). Ersetzen wir “Zwischenfall” durch Anschlag und “Kleinzwischenfällen” durch Attentate – und Broder wäre nach wie vor Börne-Preisträger.

  3. Mona Rieboldt

    Einfaches Mitgefühl zu zeigen mit fast 3.000 ermordeten Menschen ist wohl in Deutschland nicht möglich. Ach ja, es waren “nur” Amerikaner. Wäre das Ganze in Deutschland passiert, hätte man die Aussage von Sloterdijk anders empfunden und nicht so verständnisvoll, wie es hier geschrieben wird.

  4. Acidum

    Die (eigentlich) brotlose Kunst des Philosophierens ist eine Erscheinung von Desinteresse an der Realität.
    Weder ist diese “Kunst” imstande, derartige Zwischenfälle zu verhindern, noch den Hunger in weiten Teilen der Welt zu stillen.

    Doch vor einem Bereich, in dem sich die Philosophie tatsächlich nützlich einbringen könnte, verschließt sie Augen und Ohren. Nämlich im Bereich Bildung.

    Das Niveau der Bildung ist gerade in unseren Breiten derart im Sinken, dass es bereits bedrohliche Ausmaße erreicht.

    Wir alle könnten durchaus einen “Beitrag” leisten, in dem wenigstens wir uns der Realität zuwenden, und all´ die “Künstler der Philosophie” erst gar nicht ernst nehmen.

  5. wollecarlos

    @Mourawetz
    Sie fragen
    “Was aber genau sagte Sloterdijk wirklich?”

    Und zitieren dann genau das, was Broder behauptet hat.

    Wollen, oder können Sie die Ungeheuerlichkeit der Äußeungen des “Geistesmenschen” S. nicht verstehen?

  6. Mourawetz

    @wollecarlos
    Es geht nicht immer um Mitleid und Beileid und sonstigem Leid. Manchmal gehts auch im andere Kategorien. Lesen Sie den Text noch einmal durch, vielleicht finden Sie das Schlüsselwort ja jetzt. Immerhin dürfen Sie sich mit Ihrem Geistesbroder Ihro Gemeinsamkeit erfreuen.

  7. Mourawetz

    @Acidum
    Philosophie ist die Liebe zur Weisheit, wörtlich übersetzt. Dass sie kein Brotberuf ist, liegt auf der Hand. Genausowenig hat sie etwas mit Kunst oder Bildungspolitik zu tun. Nachdenken ist die Devise. Allerdings absentieren sich die meisten Menschen vom Nachdenken und lassen sich bereitwillig via Staatsfunk und Systemmedien erzählen, was sie glauben sollen. So wie man dem Wasser nicht einen Mangel am selbigen die Schuld geben kann, kann man die mangelnde Liebe der Menschen zur Weisheit – also den Mangel an Philosophie – nicht der Philosophie in die Schuhe schieben. Das Problem liegt schon am einzelnen selber.

  8. wollecarlos

    @Mourawetz
    Schade, daß Sie dummes Zeug schreiben!
    Oder zumindest Ihr Anliegen nicht klar und deutlich verständlich machen.

    Broder schreibt:

    “…auch der Philosoph Peter Sloterdijk. In einem Interview mit der “Welt am Sonntag” sprach er von einem “Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern”

    Dies ist nunmal Fakt.
    Dazu können Sie sagen “Diese Uraltgeschichte wärmt Broder immer wieder auf.”

    Das “Aufwärmen” von “uralt-Geschichten” findet nun allerdings immer wieder statt und zwar solange man Geschichtsschreibung betreibt.
    Was ist also daran schlecht?
    Wollten Sie eine billige, abwertende Polemik betreiben?

    Und SIE stellen sogar das Zitat infrage, indem Sie fragen “Was aber genau sagte Sloterdijk wirklich?”

    Dabei führen Sie sich selbst ad absurdum, nämlich indem Sie genau das bestätigen, was Broder schrieb.

    Sie zitieren den Herrn S. folgendermaßen:
    “… durch einen Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern …”

    Was das nun mit “Mitleid und Beileid und sonstigem Leid” zu tun hat, erschließt sich wahrscheinlich nur Ihnen, bisher war von diesen Begriffen keine Rede, SIE haben es neu hier eingeführt.

    Um von der Ungeheuerlichkeit der Sloterdijk’chen Aussage abzulenken?
    Um Ihren ebenfalls ungeheuerlichen Lapsus vergessen zu machen?

    Wenn Sie irgendein “Schlüsselwort” irgendwo gefunden haben, sollten Sie die versammelte Gemeinde an Ihrem hervorragenden Erkenntnisstand teilhaben lassen.

    Und eines muss man Ihnen auch noch hinter die Ohren schreiben:
    Brüder, insbesondere “Geistesbrüder” suche ich mir jedenfalls selber aus. Unabhängig davon, ob ich deren Meinung teile, oder nicht.

    Es zählt allein die geistige Klarheit und Aufrichtigkeit.
    Daran sollten Sie bei sich arbeiten!

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