Fall Hoeness: Nie ohne meinen Jammerlappen!

“…….Uli Hoeneß hat seine Strafe abgesessen und zwischenzeitlich 30 Millionen Euro an das Finanzamt Miesbach überwiesen. Nun möchte er gern wieder bei Bayern München weitermachen, wo nicht Quoten und staatliche Besserwisserei, sondern Freiwilligkeit und Abstimmungen über Posten entscheiden. Und das ist natürlich ein ausgemachter Skandal – zumindest, wenn es nach deutschen Maßstäben geht. Dass er “den Staat bestohlen hat” und damit keine Kindergärten, Schulen und Straßen gebaut werden konnten, wie damals eine ARD-Volkswirtin mit Kommentar-Diplom erklärte, werden ihm die Deutschen wohl nie verzeihen. Dass Schulen, Kindergärten und Straßen immer erst dann eine Rolle spielen, sobald Gelder in der Schweiz oder in Panama liegen, nie aber bei Steuerüberschüssen zur Sprache kommen, tut dem keinen Abbruch.

Höchste Zeit, dass Steuerhinterziehung zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit befördert wird. Ohnehin sollte man sie mit Haft nicht unter “lebenslänglich in Sibirien” ahnden. Denn schließlich zählen nicht Strafe und Sühne. Schlimmer ist der Schaden, den Verräter wie Hoeneß der Volksseele zufügen, indem sie ihr Leben erfolgreich in die Hand nehmen, anstatt auf “die Gesellschaft” zu warten oder nach “der Politik” zu rufen. Damit ist eine rote Linie überschritten.

17 comments

  1. Fragolin

    Wieviele Kindergärten, Schulen und Straßen könnte man mit den für Merkels Invasorenverhätschelungsprogrammen zum Fenster hinausgeworfenen hunderten Milliarden bauen?

  2. P.Eugen

    Diese Gesetzgebung stammt noch aus der Feudalzeit, wo das Eigentum (der Fürsten) einen viel größeren Stellenwert hatte als das Leben (von ein paar Bauern). Dies wirkt heute munter weiter…. Verbrechen gegen Leib und Leben (von unseren wertvollen Invasoren) höchstens auf freien Fuß angezeigt.

  3. Gerald

    Dann sollte man mit Steuerverachwendern genauso verfahren, denn das Ausmaß an Steuerverschwendung übersteigt um ein Vielfaches das der Steuerhinterziehung. Dann hätten wir bald keine Politiker mehr die frei rumlaufen und wir könnten endlich zur Selbstverwaltung schreiten.?

  4. Thomas Holzer

    @Gerald
    Sie schreiben es!
    Die Steuergeldverschwendung übersteigt die kreative Steuervermeidung um ein Vielfaches.
    Aber für die vereinigten Empörten ist es ja natürlich viel einfacher und vor allem plakativer, wenn man eine einzelne Person oder einen genau benannten Konzern vor sich herjagt und an den Pranger stellt, als mehr oder weniger anonyme Ministerien, Beamte etc.
    Daß sich mittlerweile der Staat ganz offiziell, ohne jegliche Kritik als Hehler betätigen darf, dies sogar öffentlich unterstützt wird, zeigt, wie morsch und verkommen dieses System mittlerweile schon ist.

  5. mariuslupus

    Darf mann dass verdiente, erarbeitete Geld nicht vor Raubzügen schützen ?
    Hoeness hat gearbeitet, hat Arbeitsplätze geschaffen, war erfolgreicher Doppelunterneher. Seine moralisierenden Kritiker haben immer nur vom fremden Geld gelebt. Der Neid der Unfähigen !

  6. Falke

    Ich will ja Hoeneß nicht verteidigen, Steuerhinterziehung ist nun einmal strafbar, unabhängig von moralisch-ethnischen Einwänden. Was mir nicht gefällt, ist der Vorwurf, er hätte den Staat “bestohlen”. Stehlen kann man nur etwas, was ein anderer bereits besitzt und was man ihm dann im Geheimen wegnimmt. Das ist ja bei Steuern nicht der Fall. Wenn man böswillig ist, könnte man sogar sagen, dass, im Gegenteil, der Staat dabei einen Raub begeht.

  7. Christian Peter

    Bei natürlichen Personen spricht man von (strafbarer) ‘Steuerhinterziehung, bei multinationalen Konzernen von (legaler) ‘Steuervermeidung’ – multinationale Konzerne hinterziehen in der EU jedes Jahr Hunderte Milliarden Euro Steuern und werden von der Politik auch noch hofiert.

  8. Mona Rieboldt

    Steuerhinterziehung kann einfach nur Kapitalsicherung sein.

    Was ich Hoeneß übel nehme ist etwas anderes. Als damals Zumwinkel medial an den Pranger gestellt wurde wegen Steuerhinterziehung, war es gerade Hoeneß in Talkshows, der über Zumwinkel schimpfte, dass er Steuern hinterzogen hat. Das wäre unsozial. Dabei muss Hoeneß das damals schon selbst gemacht haben.

    Und wie er damals Daum anschwärzte, weil er, Gott Hoeneß, ihn nicht als Bundestrainer haben wollte. Ja Daum hatte wohl gelegentlich Kokain genommen, dennoch hätte er ein guter Bundestrainer werden können. Und was die anderen alle einnehmen, weiß man nicht.
    Hoeneß sollte sich besser zur Ruhe setzen.

  9. Falke

    @Mona Rieboldt
    Sie haben recht, Hoeneß war und ist bestimmt kein Sympathieträger, vor allem auch aufgrund seiner überheblichen Art den Journalisten gegenüber sowie eben dieser Neigung, den moralischen Zeigefinger anderen gegenüber zu erheben. Daher wurde er ja auch nicht besonders bedauert, als er ins Gefängnis musste, unabhängig von seinen Verfehlungen.

  10. Christian Weiss

    Man muss sich einfach mal die Lebensleistung eines Uli Hoeness vor Augen führen: Nachdem er eine sehr erfolgreiche Karriere als Fussballprofi beendet hat, hat er aus dem FC Bayern München den rentabelsten Fussballclub der Welt gemacht, der völlig schuldenfrei ist, und nebenbei hat er noch die HoWe Wurstwaren aufgebaut.
    Wie viele Schulen, Kindergärten und Strassen hätten sie in Bayern nicht gebaut, wenn es diesen unternehmerischen Erfolg und die entsprechenden Erträge aus den Gewinnen und den Einkommenssteuern der Angestellten nicht gegeben hätte?

  11. Thomas Holzer

    Alleine Elbphilharmonie, Nürburgring und Flughafen BER (mit offenem End) haben hunderte Millionen Euro Steuergeld verschlungen, von den “kleinen” “bist du deppert”-Fällen gar nicht zu schreiben; nur diese Fälle erzeugen interessanter Weise maximal ein Schmunzeln bei den Betroffenen, eigentlich Geschädigten, nämlich den Steuerzahlern, welche jedoch bei Privatpersonen (und Konzernen @CP) in Schnappatmung verfallen und Stürme der Entrüstung und Empörung entfachen.
    Rein nüchtern betrachtet müsste jedem Steuervermeider und Steuerhinterzieher das Bundesverdienstkreuz verliehen werden-und natürlich das österreichische Äquivalent- weil das hinterzogene, respektive vermiedene Steuergeld “unseren “Politikerdarstellern nicht mehr zu Vergeudung zur Verfügung steht 🙂

  12. Christian Peter

    @TH

    Es gibt nur einen kleinen Unterschied : Privatpersonen und kleine bzw. mittlere Unternehmen zahlen immer Steuern (Total Tax Rate für den Mittelstand in Österreich und Deutschland : ca 50 %), multinationale Konzerne in der Regel gar nichts.

  13. Christian Peter

    Multinationale Konzerne betreiben Steuerhinterziehung im großen Stil und das ist das Problem. Würden multinationale Konzerne angemessene Beiträge in den Ländern entrichten, wo die Gewinne erwirtschaftet werden, könnte der Mittelstand (Unternehmen + Privatpersonen) deutlich entlastet werden und niemand bräuchte mehr Steuern zu hinterziehen (bei wahnwitzigen Steuerquoten jenseits der 50 % sieht das natürlich anders aus).

  14. Fragolin

    @Christian Peter
    Nichts für ungut, aber wer wirklich glaubt, Mehreinnahmen auf der einen Seite würden den Staat dazu bewegen, auf der anderen Seite zu “entlasten”, der träumt. Der Moloch wird immer sehen, wie er das Maximalste herausholt.

  15. Christian Peter

    @Fragolin

    Unsinn. Wir benötigen endlich eine Regierung, die die Interessen der einheimischen Bevölkerung vertritt und nicht die Interessen ausländischer Konzerne. Ist doch absurd, einheimische Unternehmen auszunehmen wie eine Weihnachtsgans und zu quälen (Registrierkassen, etc.) und gleichzeitig zuzusehen, wie ausländische Konzerne in Österreich Steuerhinterziehung im großen Stil betreiben.

  16. Christian Peter

    @Fragolin

    Ausländische Konzerne hinterziehen in Österreich etwa 12 Milliarden Euro pro Jahr – mit diesem Geld ließe sich eine Steuerreform des Jahrhunderts finanzieren.

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