Die Stunde der Ewiggestrigen und ihre linken Jubelperser

(LUKE LAMETTA) Österreich 2000: Die einheimische Linke bricht hyperventilierend mit Hilfe der Sozialistischen Internationalen EU-Sanktionen (!) gegen das eigene Land (!) vom Zaun. Sanktionen gegen Menschen, die in ihrer Mehrheit noch nicht mal Schwarz/Blau gewählt hatten. Auslöser: Die Regierungsbeteiligung des wendigen Jörg Haiders (FPÖ), der, Pointe, just in dieser Phase wohl so wenig nationalsozialdemokratisch (gilt in Ö ja als “rechts”) auftrat, wie davor eher selten. Von späteren Wandlungen und Läuterungen mit lafontainesker Prägung noch ganz zu schweigen.

Selbst die Zurücknahme seines Egos legte er in extenso, sozusagen “staatstragend”, in die Waagschale der Koalitionsverhandlungen: Mit dem Angebot der Kanzlerschaft an den drittplatzierten Wolfgang Schüssel (ÖVP) und seinem eigenen Rückzug aus der freiheitlichen Bundespartei.
Man erspare mir redundante Hinweise auf die folgenden sechs Regierungsjahre in dieser oder ähnlicher Konstellation – irgendwas zwischen, gemessen an den Regierungen davor und danach, relativ durchschnittlich und, ja, völlig desolat, Schrägstrich, kriminell. Ebenfalls Merkmal vieler Regierungen davor und danach. Spielt bis hierher ohnehin keine Rolle.
Nun zu Griechenland 2015:
Das exakt gleiche Milieu jubelpersert mit Weihrauch und Palmwedeln durch die symbiotisch mit ihr verwachsene Medienblase und heißt vor lauter kurzatmigem “Hosianna!”-Geplärr die neue Tsipras-Regierung mit Rechtsausleger-Beteiligung regelrecht hyperventilierend willkommen. In Europa brächen jetzt wieder Zeiten “ökonomischer Vernunft” an, so versicherten sich am Wahlsonntag gegenseitig hauptberufliche Transferleistungsspediteure im kontinentaleuropäischen, politisch korrekten Salon. Ein darauf folgendes, fünftägiges Blutbad in Aktien, Staatsanleihen (!) und Bankbilanzen (!!) wird da nicht einmal ignoriert.
Eine an NSDAP-Ökonom Gottfried Feder gemahnende Wirtschaftpolitik soll zur Blaupause für ein Europäisches Großreich werden, das bürgernähere Politik final per zentralem, einheitlichen Diktat autoritär abschaffen möchte. Im Fokus steht die Schaffung einer politischen Einheit mit den Eigenschaften eines repressiven Menschenkerkers für 500 Millionen Insassen. Ohne eine “Abstimmung mit den Füßen”-Notoption, wie sie etwa die Schweiz mit 26 (!) Kantonen auf viel kleinerem Raum (!!), sprich: zu deutlich günstigeren Vetokosten, ihren Bürgern aus machtbeschränkenden Erwägungen grundsätzlicher Natur einräumt. Außerhalb der Schweiz dagegen sollen auf Kommando einer Zentralregierung Subsidiarität, Dezentralismus und Systemkonkurrenz per totaler Nivellierung von Standards und Finanzen ausgemerzt werden – wenn nötig, totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt erst vorstellen können.
Und die völlig offene und unumwunden antisemitische Regierungsbeteiligung in Athen? Panos Kammenos, ein Kerl mit der Anmutung einer Nazi-Karikatur aus dem Infoflyer der AntiFa, einer, der ohne mit der Wimper zu zucken ein “nationales Erwachen und Aufstehen” fordert, Griechenland als “Opfer einer internationalen Verschwörung” [sic] beschreibt oder mit der allergrößten Selbstverständlichkeit Hetze per “Juden zahlen in Griechenland keine Steuern” betreibt?
War da was? Ja:
Stephan Schulmeister ist ein sehr bekannter Wiener Ökonom. Er ist Angestellter des, vom wohl bedeutendsten liberalen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, Ludwig von Mises, zusammen mit Nobelpreisträger F.A. Hayek 1927 gegründeten Wiener Wirtschaftsforschungsinstitut. Mises musste, als Jude, 1934 vor den Nazis nach Genf flüchten und setzte sich von dort 1940 in die USA ab. Stephan Schulmeister schreibt eine Rundmail:
“Wir feiern mit Syriza, um die europäische Dimension des Syriza-Wahlerfolges zu verdeutlichen. […] Wir feiern, weil wir diesen für einen wichtigen Schritt weg von der Austeritätspolitik der Troika und hin zu einem anderen, sozialen Europa verstehen und befürworten. Bitte diese Mail weiterleiten, je mehr feiern, desto klarer das Signal! Merci! Stephan S.”
Weit habt ihrs gebracht, sauber. Auf. So. Vielen. Ebenen.

42 comments

  1. w.maurer

    So undifferenziert geht die Beschreibung der Reformkanzlerschaft Schüssels völlig daneben. Es war, bis auf die Nachkriegsjahre, die dynamischste Regierung überhaupt, die Reformen angestossen hat, die – fortgesetzt – uns Österreicher heute eine wesentlich bessere Rolle spielen ließe. Natürlich konnte Schüssel damals nur jene Reformen angehen, bei denen ein Mitgehen seines Koalitionspartners zu erwarten war.

    Dem Rest des Kommentars ist nichts hinzuzufügen.

  2. FDominicus

    ““Wir feiern mit Syriza, um die europäische Dimension des Syriza-Wahlerfolges zu verdeutlichen. […] Wir feiern, weil wir diesen für einen wichtigen Schritt weg von der Austeritätspolitik der Troika und hin zu einem anderen, sozialen Europa verstehen und befürworten. Bitte diese Mail weiterleiten, je mehr feiern, desto klarer das Signal! Merci! Stephan S.””

    Oh das ist schon ganz hübsch pervers. Da sollte man mal ganz “nachhaltig” anfragen ob die Herrschaften überhaupt etwas von Mises oder Hayek gelesen haben sollten. Wird da jemand nachhaken?

  3. Christian Peter

    @w.maurer

    die Regierung Schüssel war die korrupteste und kriminellste der 2. Republik. Gäbe es in Österreich eine unabhängige Justiz, würden sich so gut wie alle Politiker aus dieser Zeit hinter schwedischen Gardinen befinden.

  4. aneagle

    @ Christian Peter

    Auch in Beurteilung von ehemaligen Regierungen kann man die Kirche im Dorf lassen und mit Superlativen sparsam umgehen. In ihrer Beurteilung tun Sie der “Wenderegierung-Schüssel” zu viel der Ehre an.

    Gemessen an den bisherigen anderen Regierungen hält sie sich in ihren “Leistungen” im Durchschnitt. Vor allem gemessen an den eher aktuellen Regierungen, die dank “kompetentem” Hypo Alpe Adria Management in ganz andere Dimensionen vorstoßen durften.

    In einem war die Schüsselregierung allerdings überdurchschnittlich: sie war wieder gemessen an ihren Vorgängern und Nachfolgern, wesentlich ungeschickter im Vertuschen der white collar Kriminalität und lieferte uns dankenswerterweise jene Ansicht über politische Wirtschaftskarrieristen, die viele heutzutage z.B. einem Herrn Schulmeister entgegenbringen.

    Diesem Herren ist zu wünschen , dass seine wirtschaftliche Forschungskompetenz seine moralischen Schwächen zumindest aufwiegt. Kein Wirtschaftsforschungsinstitut, auch nicht eines das von L. v. Mises gegründet wurde, kann sich einen Mitarbeiter leisten, der mehr schadet als er nützt. Das sind sie schon ihrer Reputation schuldig.

  5. Marianne

    Eigentlich hätte es diese Bestätigung nicht gebraucht. Schon bisher war durchschnittlich begabten und gebildeten Zeitgenossen die linksgrüne Spiegelfechterei um vorgebliche Neonationalsozis nicht verborgen geblieben. Die Lobhudelei der Sozis und Grüninnen für die griechischen Sozis, die ungerührt mit den griechischen NaziSozis kopulieren, hat die mühsam gewahrte Maske endgültig fallen lassen. Erstaunlich nur, daß dieser historische Dammbruch keine der Nicht-Rot-Grüninnen aufschreckt. Oder hat wer Kritik oder gar Proteste seitens der VP, FP oder Neos vernommen?

  6. Manuel Leitgeb

    ad Christian Peter:
    “Schüssel war die korrupteste und kriminellste der 2. Republik”. Glauben Sie diese linke Propaganda wirklich? Ein Blick in die 80er und drei Worte genügen: AKH, Lucona, Noricum.
    Mit einem Unterschied: Die (politisch) Verantwortlichen von damals sind entweder immer noch sehr mächtig (Blecha) oder haben schon einen nach ihnen benannten Ehrenplatz (Gratz).

  7. timeo

    zu: aneagle
    Profil, sicherlich nicht der ÖVP oder der FPÖ/BZÖ nahestehend, schreibt in Nr. 36 vom o5.o9.2o11, Seite 118 :Skandale: Die korrupteste Regierung war unter unter SPÖ-Bundeskanzlern! Gleich 4 Minister wurden verurteilt, Am ehrlichsten war die Alleinregierung ÖVP-Alleinegierung Klaus !Und fragen sollte man nun doch endlich, wofür Vranitzky E 75.ooo, das sind 1 Mill. Schillinge für EIN Telefonat bekommen hat. !Was istmit 600 Millionen, die die ÖBB verzockt, en Milliarden der SPÖ Bawag, den Millionen von Skyline,den hunderten verzockten Millionen in SPÖ Linz, den 1.5 Milliardenverlust durch BaCa Verkauf bei Häupl, den Verlusten bei den Liesinggründen durch Faymann, den korrupten SPÖ-Kages in Graz, dem korrupten, roten akh in wien…Die SPÖ schreit wegen 2 Milliarden der Hypo, für das Verzocken von 4,5 Milliarden der Kommunalkredit wird man Spö-Ministerin ( die Schmied ) Hinterfragen sollte man weiters auch , wozu das das Essen am 2. November 2007 mit SPÖ-Heinz Lederer, Alfred Gusenbauer sowie Rudolf Fischer, damals Festnetz-Vorstand der Telekom Austria, diente. (Profil 26.o2.2o12) -http://www.profil.at/articles/1208/560/320203/gusenbauer-telekom-essen-gusenbauer-1518-Euro-, und: Schon am 31. Mai 2007 hatte Lederer ins Restaurant hinter der Wiener Volksoper eingeladen und für „Bewirtung HBK“ (Herr Bundeskanzler, Anm.) 588 Euro bezahlt. Und fragen sollte man auch, wieviel der Blecha Charly Pension bekommt. Und das, obwohl auch Blecha rechtskräftig verurteilt ist. ! Soll ich weitermachen?

  8. timeo

    und weiter geht es:
    Es gibt eine Sozialpartnerschaft der Korruption ( Anton Pelinka ) Was da passiert, traut sich kein Kabarettist erfinden ( Andreas Vitasek ) Als Bürger kommt man mit dem Genieren nicht mehr nach (Andre Heller). ,,solange nichts erwiesen ist, gilt die Unschuldsvermutung.” ( der Bundeskanzler). Alle Zitate betreffen nicht etwa die Telekom, sondern sind 27Jahre alt. Die,,Unschuldsvermutung”strapazierte Kanzler Fred Sinowatz in Bezug auf Finanzminister Hannes Androsch, der Steuern hinterzogen hatte, Bautenminister Karl Sekanina, der sich an der Gewerkschaftskasse vergriffen und Außenminister Willibald Pahr, der die Reparatur
    seines Privathauses einer Botschaft verrechnet hatte, Innenminister Karl Blecha hatte gerade Weisung gegeben, weitere Untersuchungen gegen den des Versicherungsbetrugs und sechsfachen Mordes Verdächtigen Udo Proksch zu unterlassen. Und der neue Außenminister Leopold Gratz hatte Proksch aus Rumänien Entlastungsmaterial beschafft, das sich als Fälschung entpuppte.
    Proksch. dessen „club 45“ die rote Elite damals vereinte, hatte die SPÖ nicht zulezt im Telekom-Stil unterstützt: Er inserierte in den Zeitungen die Wahlkampagne „Geschichten von Dr. Kreisky“, die Schweizer und Liechtensteiner Briefkastenfirmen finanzierten. Kreisky darauf angesprochen: “lch kann mir ned den Kopf zerbrechcn, wer was hergibt.” Auch von der Wiener Städtischen billigst eine Villa zu erwerben
    irritierte ihn so wenig wie Christian Wulff.
    SPÖ-Skandale: http://www.unzensuriert.at/content/006357-Der-ploetzliche-Herztod-des-VOEST-Managers-Apfalter#comment-form
    Die Presse am 16.1o.2o12:
    Die Kommunalkredit hatte einst den österreichischen Volksbanken und der belgisch-französischen Finanzgruppe Dexia gehört. Die Bank sollte sich eigentlich auf günstige Finanzierungen für Gemeinden spezialisieren. Doch das frühere Management ging auch hoch riskante Wertpapiergeschäfte ein. Diese wurden teilweise über Zypern abgewickelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Jahren gegen den früheren Vorstand und Ex-Aufsichtsrat wegen des Verdachts der Untreue. „Wir warten noch auf ein Gutachten“, hieß es dazu am Montag von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.
    Auch die Rolle der ehem. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wird geprüft. Diese arbeitete vor ihrem Regierungseintritt von 2004 bis Ende 2006 im Vorstand der Kommunalkredit. Alle Betroffenen bestreiten die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

  9. Selbstdenker

    @timeo:
    Es wäre echt den Aufwand wert die zahlreichen SPÖ-Skandale zentral zusammenzutragen und im Stile eines Mark Lombardi auszuwerten. Viele Leser in diesem Blog wären trotz entsprechender Erwartungshaltung vom Ausmaß der kriminellen Machenschaften und Verstrickungen überrascht.

  10. Selbstdenker

    Man sollte ein Beobachtungs- und Dokumentationszentrum für Kriminalität, die von heimischen Politikern begangen wird, einrichten. Ich weiss, das klingt nach seeeeeehr viel Arbeit.

  11. Franz Bauer

    Ich kann meine Schadenfreude nicht verhehlen. Die Neocons ärgern sich grün und blau. Brüssel und die EU wie ein aufgescheuchter Hühnerstall. Vielleicht ist Griechenland bald Zahlungsunfähig dann öffne ich eine Flasche vom Guten. Es wird wieder großes Gezeter anheben. Bedanken können wir uns bei den eigenen Politikern die wieder einmal die Fehlinvestitionen der Finanzwirtschaft zum Großteil sozialisiert haben.

  12. Christian Peter

    @Manuel Leitgeb

    Mit Propaganda hat dies wahrlich nichts zu tun. Bloß in den 80-er Jähren herrschten noch schlimmere Zustände als unter Schüssel, das ist aber schon sehr lange her.

  13. Rennziege

    2. Februar 2015 – 18:58 Selbstdenker
    2. Februar 2015 – 18:01 timeo
    2. Februar 2015 – 12:38 Christian Peter

    Gentlemen! Als erstes herzlichen Dank an timeo! Besonders von mir, da ich erst zu Zeiten des Kabinetts Schüssel alt genug war, mich für Politik zu interessieren, und keine Ahnung von der Zeit zuvor hatte. Atemberaubend! Aber ich erinnere mich deutlich an den frischen Wind, der ab 2000 durch Österreich wehte und der im europäischen Ausland, besonders in Deutschland, neidvoll bewundert wurde.
    Christian Peters gewohnt rotäugiger Tunnelblick lässt nur den Schluss zu, dass er die Kabinette Kreisky, Gusenbauer und Faymann für die besten der Zweiten Republik hält. Zu dieser skurrilen Sicht der Dinge sei ihm von Herzen gratuliert. (Nicht jeder hat den Mut, sein Brettl vorm Kopf so exhibitionistisch zu präsentieren. Staun!)
    Noch leicht schlaflos nach dem Super-Bowl-Wochenende, das seit Ewigkeiten ganz Nordamerika in seinen Bann zieht, erscheint mir Selbstdenkers Dokumentatationszentrum für heimische Polit-Kriminalität als hehres Projekt. Allein, woher soll das unbelastete, unverstrickte und parteifreie Personal kommen?

  14. Christian Peter

    @Rennzicke

    ein wenig Privatisierung bloß um sich alle Taschen vollzustopfen ist wahrlich keine Leistung.

  15. Selbstdenker

    @Christian Peter
    Netter Ablenkungsversuch.

    Gegen das was die SPÖ die letzten Jahrzehnte so durchgezogen hat, waren die Geschehnisse während der Schüssel-Regierung Mini-Skandälchen.

  16. Selbstdenker

    @Luke:
    Dass die Tage der Sozis gezählt sind, erkennen sie an deren Hyperventilieren, ihrer plötzlich geouteten Vorliebe mit der extremen Rechten zu poppen, ihren völligen Realitätsverlust sowie an den immer extremeren Mitteln, die sie ergreifen um kritische Meinungen zu bekämpfen.

    Wer sich so verhält, weiss insgeheim, dass er einer Lebenslüge aufgesessen ist und intellektuell sowie moralisch längst bankrott ist. Diese Leute haben schlicht Angst vor der Wahrheit und dass mit einem kleinen Nadelstich ihr jahrzehntelang aufgeblasenes Weltbild zerplatzt wie eine Seifenblase.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/etwas_geht_zu_ende_teil_1

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/etwas_geht_zu_ende_teil_2

  17. Luke Lametta

    @w.maurer

    absolut, keine Einwände, wollte bloß den Fokus auf die double standards legen – Schulmeister war ja bereits damals kein Unbekannter und etwas später zb. ja mit dem Sozialstaat-Volksbegehren unterwegs

  18. michelle

    Großer Dank an @timeo für diese Erinnerungen an die verbrecherischen Sozn unter Kreisky und Co.
    Erwähnen sollte man auch noch, dass unter den Sozn auch noch die echten übergebliebenen “ex”-Nazis (keine Mitläufer, sondern echte mörderische SS-ler) an den Regierungen teilhaben durften, man erinnere sich nur an z.B. Peter, man erinnere sich an den Kärntner SPÖ-LH Wagner (74-88).

    Aber das kennen die Jungen gar nicht mehr und die alten Sozn vergessen das sehr gerne. Weil es ist ja nur gut, was links ist – anderes wird nicht toleriert, typisch links halt.

  19. A.Felsberger

    @Selbstdenker: >So gibt es heute an vielen Fronten eine gewisse Ernüchterung und das Gefühl, dass wir auf diesem Weg am Ende der Fahnenstange angekommen sind. Doch ist es nicht die Moderne, die da zu Ende geht. Es sind die Revisionsversuche der Moderne.> Was hier zu Ende geht, wird sich erst zeigen. Die Zukunft ist offen. Und doch erwarte ich, dass es keine “konservative Rückbesinnung” im Sinne Held`s geben wird. Alleine die Behauptung, das Pegida eine konservative Bewegung sei, ist abenteuerlich, und zeigt die Illusion, in die sich die Konservativen verfangen haben. Kann man endlich akzeptieren, dass bei Pegida auch Nato-Gegner, offene US-Feinde und Putin-Freunde mitmarschieren, vielleicht sogar vereinzelt Kapitalismus-Kritiker und Antisemiten? Was sich hier auftut, hat mit Konservativismus gar nichts zu tun, sondern gebärdet sich radikal. Oder sind wir wieder dort, wo wir schon einmal in der Geschichte waren, wo den deutschen Konservativen selbst der Führer konservativ erschien? Traurig, der Zustand dieser Eliten!

  20. Christian Peter

    @Selbstdenker

    auch wenn es manche Hinterwäldler nicht wahrhaben möchten : Die Mutterpartei der organisierten Korruption in Österreich ist die ÖVP.

  21. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    Angesichts eines solchen ellenlangen CVs geht der Titel “Mutterpartei der Korruption” zweifelsohne an die SPÖ. Dabei ist dies nur die Spitze des Eisberges.

    Nur weil Sie der SPÖ nahe stehen, brauchen Sie sich nicht gleich persönlich angegriffen fühlen. Vielleicht sind Sie sogar eines (der wenigen) unbescholtenen SPÖ-Mitglieder 🙂

    Ausserdem gilt ja eh die *Dings* (wenn auch nur für die *Bums*)…

  22. Selbstdenker

    @Felsberger:
    Bitte lesen Sie den Artikel genau durch. Von einer Gleichsetzung von PEGIDA mit einem konservativen Aufbegehren ist hier nicht die Rede.

    PEGIDA war lediglich ein Zündfunken einer viel tiefer liegenden aufgeladenen Situation. Das Kuscheln von Politikern mit verfassungsfeindlichen Strömungen des politischen Islams war lediglich ein Zündfunken, der so viele Leute auf die Straßen gebracht hat.

    Diesen Leuten pauschal zu unterstellen, dass sie Ausländerhasser, Rassisten, Putin-Versteher, etc. wären, geht völlig an der Realität vorbei. Daran ändern auch die Person Bachmann sowie bestimmte Mitläufer nichts.

    Die Leute sehen was vor sich geht und sie sind nicht blöd.

  23. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    Ein Friedensagebot von meiner Seite:

    Sagen wir einfach die oben angeführten Skandale der SPÖ haben nichts mit der SPÖ zu tun so wie die im Namen des Islam begangenen Verbrechen nichts mit dem Islam zu tun haben.

    Können wir uns darauf einigen?

  24. A.Felsberger

    Schon, Herr Selbstdenker, ich bemühe mich das differnziert zu sehen. Aber umso mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass die wahre Grenze, die Menschen scheidet, ihre Radikalität ist. Und ich erwarte eigentlich von jedem friedliebenden Bürger, dass er diesen Gedanken nachvollziehen kann. Das hat nämlich nichts mit Ideologie, sondern nur mit Respekt zu tun. Letztendlich sind die Radikalen die wirklichen Übeltäter in der Geschichte, und gerade die, die ihnen blind nachlaufen, sind ihre ersten Opfer. Was ein Radikaler nämlich gar nicht duldet, sind: billige Imitationen. Und in diesem Sinne mahne ich jeden Konservativen zur Vorsicht.

  25. Thomas Holzer

    Nicht die Radikalität von Meinungen, Ansichten scheidet die Menschen, sondern nur! der Wille, diese zu oktroyieren, oder einfach zu versuchen, das Gegenüber zu überzeugen.
    Der radikal Fromme kümmert sich nur darum, daß er selbst fromm ist; was um ihn herum geschieht, tangiert ihn nicht mal peripher; des radikalen Fundamentalisten einziges Bestreben ist, alle anderen zu “seinem” Glauben zu zwingen, er selbst kümmert sich um seinen Glauben jedoch überhaupt nicht.

  26. Selbstdenker

    @A.Felsberger
    Vorsicht ist sicherlich angebracht. Wobei ich auch die “Strategie” der PEGIDA-Gegner für sehr riskant halte. Die Kombination, dass man einerseits keine konservativen und liberalen politischen Angebote mehr ermöglicht, Menschen stigmatisiert und ausgrenzt, schafft erst das große Momentum für populistische und radikale Bewegungen.

  27. Selbstdenker

    @Felsenberger:
    “Das hat nämlich nichts mit Ideologie, sondern nur mit Respekt zu tun”

    @Holzer:
    “Nicht die Radikalität von Meinungen, Ansichten scheidet die Menschen, sondern nur! der Wille, diese zu oktroyieren, oder einfach zu versuchen, das Gegenüber zu überzeugen.”

    Treffende Überlegungen, die meiner Meinung nach konservativen und liberalen Werten – insbesondere dem Respekt gegenüber dem Individuum – geschuldet sind.

  28. Thomas Holzer

    So sollte es doch wohl sein! Davon bin zumindest ich absolut überzeugt…………..

    “Nu das Gute besitzt Tiefe, und kann daher radikal sein” (Hannah Arendt)
    alles andere ist schlicht und einfach nur banal……………..

  29. Christian Peter

    @Selbstdenker

    Sehe keine großartigen Unterschiede zwischen ÖVP und SPÖ. Beide Parteien vertreten in allen wichtigen Polikbereichen (Außenpolitik, Innenpolitik, etc) praktisch idente Positionen.

  30. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    Schön, dann wird die SPÖ hoffentlich über ihren Schatten springen von ihren Forderungen betreffend der Einführung einer Vermögenssteuer sowie Erbschafts- und Schenkungssteuer abrücken. Es handelt sich ja – wie Sie es ausdrücken – eh nicht um ein zentrales Thema.

  31. A.Felsberger

    @ Holzer: >Nur das Gute besitzt Tiefe, und kann daher radikal sein>. Jeder Radikale hält sich für “gut”, “tief” und “auserwählt”, das macht ja seine Radikalität aus. Das sogenannte “Gute” ist nur das Symptom der Radikalität, aber niemals sein Wesen. Jeder Radikale liebt es zwischen “Gut” und “Schlecht” zu unterscheiden, ganz einfach, weil dies die Orientierung seines Lebens ist. Er kennt zwei Pole: Hier ich, der “Gute”, dort die anderen, die “Schlechten”. Bis zuletzt hat Göring in Nürnberg behauptet, dass er alles in seiner Macht Stehende für das deutsche Volk getan hat, dass er dem Führer in voller Überzeugung gefolgt, dass er sich keiner Schuld bewusst sei und dass er wieder so handeln würden. Er war von der Überzeugung durchdrungen, dass er “gut” und “richtig” gehandelt hat, treu und aufopferungsvoll. Mit den Opfern zeigte er kein Mitleid und hatte für sie nur die Bemerkung parat: “dass er zum Schutze des deutschen Volkes so handeln musste.” Die Persönlichkeit Görings zeigt alle Merkmale eines Radikalen: die Unterscheidung zwischen “Gut” und “Schlecht”, die Überzeugung und das Bewusstsein der Ausgewähltheit. “Einen deutschen Reichsmarschall erhängt man nicht”, waren seine letzten Worte.

    PS: Glaubt man im Ernst, dass Göring irgendwann in seinem Leben den Wunsch verspürte, jemanden anderen überzeugen zu müssen? Nicht einmal in Nürnberg hat er dieses Verhalten erkennen lassen. Was er wollte, war bloß: sich darzustellen wie er ist. Ein Machtmensch, ein Auserwählter, ein Überzeugungstäter, ein Renaissance-Mensch. Was soll die Unterscheidung zwischen Radikalität und radikalem Überzeugungswillen? Ein Radikaler benötigt keinen Überzeugungswillen. Ist das so schwer zu verstehen?

  32. Thomas Holzer

    Sie vermischen “gut” mit “richtig”, setzen sogar beides gleich; großer Fehler, aber nur allzu verständlich.
    In concretu zu Göring: der musste gar niemanden überzeugen, dafür war er ersten zu abgehoben, und zweitens gab es genug Lakaien, welche eben nicht versuchten, “Überzeugungsarbeit zu leisten”, sondern für diese “Arbeit” ihre Schlägertrupps zur Verfügung hatten, genauso wie die banalen Muslime ihre Selbstmordattentäter und die Schlächter des IS, der Boko Haram, und die Kommunisten ebenfalls ihre Schlägertrupps und Geheimpolizei……….
    Mit Verlaub; ich dachte schon, daß Sie weniger naiv sind, als Sie sich hier selbst zu erkennen geben
    p.s.: und Göring war maximal die perverse Karikatur eines Renaissance-Menschen
    pps: Zum einfacheren Verständnis: meine Ansichten würde ich bedenkenlos als radikal libertär bezeichnen, ich käme aber nie auf die Idee, zu versuchen, diesen radikalen Gedanken mittels Gewalt (radikalem Überzeugungswillen) zur Umsetzung zu verhelfen

  33. A.Felsberger

    Gut, das respektiere ich.

    PS. Ich habe mit dem Wort “Renaissance-Mensch” nur zum Ausdruck gebracht: wie sich Göring selbst fühlte, und nicht wie ich ihn beurteile.

  34. Thomas Holzer

    Wie sich Göring fühlte, kann ich nicht beurteilen, da ich ihn nicht persönlich kannte, und er seine Gefühle mir gegenüber daher nicht “beschreiben” konnte.

    Für Rechtspositivisten gibt es natürlich kein “natürlich Gutes”, schon gar nicht “das Gute per se”, sondern immer nur das gerade gesatzte Recht, welches ergo immer eine “Tochter der Zeit”, respektive eine “Tochter der gerade herrschenden Klasse” ist.

  35. A.Felsberger

    >Für Rechtspositivisten gibt es natürlich kein “natürlich Gutes”, schon gar nicht “das Gute per se”, sondern immer nur das gerade gesatzte Recht, welches ergo immer eine “Tochter der Zeit”, respektive eine “Tochter der gerade herrschenden Klasse” ist.> So ist es.

  36. Christian Peter

    @Selbstdenker

    Wer auf das innenpolitische Geplänkel der beiden Altparteien hereinfällt, dem ist nicht mehr zu helfen. Diese dienen einzig und alleine dem Zweck, das dämliche Wahlvieh an die Wahlurnen zu locken. Überdies soll vom Umstand abgelenkt werden, dass die nationalen Parlamente in Wirklichkeit kaum mehr etwas zu melden haben – die Politik wird längst in Brüssel gemacht.

    Außerdem : Vermögenssteuern haben wir schon längst, und zwar in einem gigantischen Ausmaß. Durch kalte Enteignung verlieren Sparer in Österreich etwa 8 Milliarden Euro pro Jahr.

  37. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    Handfeste kriminelle Aktivitäten – egal welcher Partei – sind für mich keine “innenpolitischen Geplänkel”.

    Die Milliarden, die über diesen Weg durch den Schornstein gejagt werden, sind die neuen Steuern von morgen.

    Nein. Auf “innenpolitische Geplänkel” lasse ich das nicht mehr reduzieren.

    Diesesmal nicht mehr!

  38. Christian Peter

    @Selbstdenker

    lassen Sie sich nicht von den politischen Parteien doch nicht zum Narren halten. Diese leben davon, tagtäglich Schaukämpfen abzuhalten, bloß um den Wahlbürgern vorzugaukeln, sie hätten eine Alternative. Tatsächlich gibt es diese nicht, denn die Programme der Parteien sind inhaltlich kaum voneinander zu unterscheiden.

  39. Selbstdenker

    @Christian Peter
    Nochmal: hier geht es um hochgradig kriminelle Aktivitäten, die – egal von wem sie verbrochen werden – uns allen auf den Kopf fallen. Das hat wenig mit politischen Inhalten oder tagespolitischen Scharmützeln zu tun, aber sehr viel mit dem Strafrecht.

    Ich weiss nicht ob ich Mitleid oder Verachtung für jene Weicheier übrig haben soll, die schon bei minimalem Risiko Angst haben eine schwere Straftat bei der Polizei zu melden. Es gilt offenbar der Grundsatz: je geringer das Vergehen und je harmloser der Verdächtige, desto eher traut sich wer eine Anzeige zu machen. Erbärmlich!

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