Obama lehrt eine Lektion und Teheran feiert

Von | 16. September 2013

(C.O.) Die „Syrien-Debatte“ , behauptet Barack Obama, sei  vor allem auch „eine Lektion für den Iran“. Da hat der Freidensnobelpreisträger völlig recht: Der Iran kann aus der Politik Obamas in der Causa Syrien eindeutig die Lektion lernen, dass auch er künftig “rote Linien” Obamas übertreten kann, ohne einen Schwarm Marschflugkörper gewärtigen zu müssen. Die Iraner können künftig also fest darauf vertrauen, auch weiterhin ihr Atombombenprojekt betreiben zu können, ohne ernste Konsequenzen fürchten zu müssen. Sie wissen: Obama ist ein Papiertiger. Denn ziemlich sicher ist: die Syrer werden den wenigen Chemiewaffen-Inspektoren, die sich überhaupt in das Kriegsgebiet trauen, das Leben so schwer wie nur möglich machen, die Sache wird sich mächtig in die Länge ziehen, ohne dass Amerika deshalb einen militärischen Schlag gegen Assad führen wird. Da werden noch rote Linien sonder Zahl überschritten werden, ohne dass es militärische Sanktionen geben wird. Das ist die Lektion, die Teheran oder auch Pjöngyang lernen werden.

11 Gedanken zu „Obama lehrt eine Lektion und Teheran feiert

  1. FDominicus

    Ja wie können wird bloß dem Friedensnobelpreisträger nicht in einen neuen völlig sinnlosen Krieg folgen. Das ist wirklich “unerhört”

  2. Paul Mittelsdorf

    Wer Kriege wie in Afghanistan, dem Irak oder in Libyen als sinnlos erachtet, dem sind Begriffe wie Freiheit oder Menschenrechte egal. Obamas Politik verlängert den Bürgerkrieg in Syrien, wo die Menschen vielleicht nicht mehr durch Chemiewaffen, sondern anderweitig umgebracht werden. Aber was stört das schon uns sozialstaatsverwöhnten, selbstzufriedenen Europäer.

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  4. Thomas Holzer

    @Paul Mittelsdorf
    now well; wenn Sie schon gerade diese 3 Länder anführen, dann wäre ich für eine Erklärung Ihrerseits dankbar, inwiefern die Menschenrechte nach dem Einschreiten der USA und des Westens in diesen 3 Ländern eher geachtet werden als vor dem Einschreiten.

  5. Hildesvin

    Ming Krischan, nimmst Du wirklich für Dich geistige Gesundheit in Anspruch? Und wenn Du nicht wissen solltest, wo das französische “Cretin” für “Blödian” herrührt, schaue in Kluges etymologisches Wörterbuch, oder frage einen Popen. War wohl nicht sehr urban. Aber wes’ Herz voll ist, des’ Tastatur läuft über.

  6. Paul Mittelsdorf

    Unter den Taliban war es Mädchen und Frauen verboten, zur Schule zu gehen und einen Beruf auszuüben. Das hat sich während der Besatzung geändert. Mittlerweile besuchen etwa 3,5 Millionen Mädchen die Schule. Durch den Truppenabzug 2014 ist diese erfreuliche Entwicklung natürlich stark gefährdet.
    Im April nächsten Jahres findet außerdem die Präsidentschaftswahl statt. Für mich ist das, bei allen Problemen, eine entschiedene Verbesserung gegenüber der Diktatur der Taliban. Afghanistan ist seit dem Jahr 2004 eine Islamische Republik. Nach der Verfassung haben, anders als in den meisten anderen islamischen Staaten, die Angehörigen der verschiedenen Ethnien und Religionen die gleichen Rechte (natürlich im Unterschied zu der Zeit unter den Taliban).

    Auch im Irak gibt es, entgegen der Hussein-Diktatur, nunmehr das Recht, zu wählen. Ich weiß, daß solcherlei Dinge von unseren Medien nicht gerne berichtet werden, aber die Wahlen im Jahre 2009 verliefen gegenüber jenen im Jahr 2005 sehr friedlich. Im Jahre 2005 trat auch die neue irakische Verfassung in Kraft, die von der großen Mehrheit der Bevölkerung in einer Abstimmung angenommen wurde (78%). Nach der Verfassung ist die Staatsform des Irak demokratisch, repräsentativ und föderal. Der Islam ist Staatsreligion, trotzdem soll die Religionsfreiheit gewährleistet bleiben. Deshalb hat jeder Iraker die Freiheit, seine Religion selber zu wählen. Die Iraker haben zudem das Recht auf persönliche Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Freizügigkeit. Selbst Amnesty International gibt zu, daß die Iraker heute mehr Freiheiten genießen als unter Hussein. Natürlich kann man diese Freiheiten nicht mit der Selbstverständlichkeit vergleichen, mit der wir hier in Europa diese täglich nutzen. Wie in Afghanistan kommt es auch im Irak zu Menschenrechtsverletzungen, die jedoch heutzutage zumindest angeprangert werden können. Auch haben die einzelnen Volksgruppen heute deutlich mehr Freiheiten als unter Hussein. Über Husseins grausame Haltung gegenüber Schiiten und Kurden können Sie viele Links im Internet finden. Hussein setzte gegen die Kurden Giftgas ein, verübte Massenmorde an den Schiiten und die Folterkammern seiner Söhne haben traurige Berühmtheit erlangt. Saddams Grausamkeiten möchte ich hier nicht im Einzelnen aufzählen. Es gibt Artikel und Bücher darüber, die man selber lesen sollte, wenn man sich für dieses Thema wirklich interessiert.

    Was Libyen betrifft, bin ich der Meinung, daß es eine gute Entwicklung ist, daß ein Mann wie Gaddafi seine Macht verloren hat. Libyen ist seit zwei Jahren in einem Prozeß, in dem verschiedene Gruppen um die Macht ringen. Dieser Prozeß ist sicherlich nicht erfreulich, aber er birgt auch Chancen für demokratische Entwicklungen, und allein das rechtfertigt das militärische Eingreifen in diesem Land.

    Ich hoffe, daß Sie nicht einer der Menschen sind, die nun einfach all diese Informationen vergessen und sagen: Aber die Bombenattentate, aber die Iraker foltern heute auch … Klar kommt das vor und ich verabscheue das. Aber jeder, der sich wirklich für das Wesen und die Verbrechen der Taliban, Husseins und Gaddafis interessiert, kann nicht umhin, die heutigen Gesellschaften in Afghanistan, im Irak und vielleicht auch in Libyen, mit ein bißchen mehr Hoffnung zu sehen.

    Freundliche Grüße,

    Paul Mittelsdorf

  7. Paul Mittelsdorf

    Mein langer Kommentar ist eine Antwort auf Herrn Holzer vom Kommentar Nummer 4, das hatte ich vergessen, anzumerken.

  8. Thomas Holzer

    @Paul Mittelsdorf
    “Über Husseins grausame Haltung gegenüber Schiiten und Kurden können Sie viele Links im Internet finden. Hussein setzte gegen die Kurden Giftgas ein, verübte Massenmorde an den Schiiten und die Folterkammern seiner Söhne haben traurige Berühmtheit erlangt. Saddams Grausamkeiten möchte ich hier nicht im Einzelnen aufzählen”

    Und ich war bis dato davon überzeugt, daß “Saddam” “Hussein” ein und dieselbe Person waren!

    Nichts desto Trotz; ich wage Ihre These zu bezweifeln; alleine wenn man bedenkt, daß die Taliban in Afghanistan mittlerweile als Verhandlungspartner wieder in den “politischen” Prozess einbezogen werden, zeigt, daß 2ß Jahre Krieg gegen dieselben nichts geändert haben.
    Über das Scheitern des Westens in Libyen wird derzeit der “Mantel des Schweigens” gehüllt, weil man momentan intensiv damit beschäftigt ist, in Syrien zu scheitern!

  9. Sinnlosschwatz

    warum soll der Iran kein Atombombenprojekt betreiben dürfen, ist genau wie andere Atommächte ein souveräner Staat der auch das Recht besitzt, sich gegen Feinde mit allen gebotenen Mitteln zu verteidigen, ich gehe aber schon davon aus, dass der Iran keinen Angriffskrieg führen wird.

  10. Paul Mittelsdorf

    @ Thomas Holzer

    “Und ich war bis dato davon überzeugt, daß “Saddam” “Hussein” ein und dieselbe Person waren!”

    Wenn Sie den Abschnitt, auf welchen sich Ihre Antwort bezieht, noch einmal lesen, werden Sie feststellen, daß ich einmal ganz allgemein über Husseins Verbrechen gegenüber Schiiten und Kurden schrieb, dann aber hinzufügte, daß ich Saddams Grausamkeiten nicht im Detail aufzählen möchte. Diese Details beschränken sich leider nicht auf seine Vernichtungszüge gegen verschiedene ethnische Gruppierungen.

    Außerdem schreiben Sie: “Nichts desto Trotz; ich wage Ihre These zu bezweifeln; alleine wenn man bedenkt, daß die Taliban in Afghanistan mittlerweile als Verhandlungspartner wieder in den “politischen” Prozess einbezogen werden, zeigt, daß 2ß Jahre Krieg gegen dieselben nichts geändert haben.”

    Ihre Antwort bezeugt für mich nichts weiter, als daß Sie sich für die Verbrechen der Taliban nicht wirklich interessieren, sonst kämen Sie nicht umhin, anzuerkennen, daß sich sehr wohl einiges für die Menschen, insbesondere viele Mädchen und Frauen geändert hat. Das man die Taliban nun einbeziehen möchte, halte ich ebenso für einen Fehler, wie den Truppenabzug überhaupt. Er ändert jedoch vorerst nichts an der Tatsache, daß der Einsatz in Afghanistan eines der grausamsten Regimes beseitigt hat, die es auf der Erde gab. Wer das nicht sehen möchte, kann ja weiter davor die Augen verschließen. Ich habe es ja schon erwähnt: Hier im gemütlichen Deutschland, wo sich die Bürger über die NSA-Affäre aufregen, muß man sich ja nicht unbedingt den Tag damit verderben, daß man mal versucht zu verstehen, was bestialische Diktaturen, wie es sie in Afghanistan und im Irak gegeben hat, für die dortigen Menschen bedeuteten. Wenn man jedoch über die aktuelle Situation der Menschenrechte in diesen beiden Ländern sprechen möchte, kann man das nur vor dem Hintergrund der Zeit der Taliban und Husseins tun.

  11. Wettbewerber

    @Paul Mittelsdorf
    Was die Verteidigung staatlicher Kriege zum guten Zweck anbelangt, haben Sie gute Argumente. Tatsächlich habe ich die Haltung Amerikas in anderen Foren (2003 gab es bekanntlich dieses Forum noch nicht) mit eben diesen (und weiteren) Überlegungen verteidigt. Hauptmotiv war und ist wohl: Lieber ein kleineres Übel als ein größeres.

    Abgesehen davon, dass es immer eine Geschmacksfrage bleibt, welchem Übel man aus welchem Grund auch immer den Vorzug gibt, kann man – meiner Meinung nach – die erwähnten Errungenschaften (vor allem auch ob der Unsicherheit der weiteren Dauer ihres Bestehens) kaum mit all dem Chaos, all dem Mord und Totschlag, der dadurch ausgelöst wurde, und all der Zerstörung (die, wie Sie richtig sagen, uns zivilisationsverweichlichten Europäern kaum vorstellbar ist) aufwiegen. Und auch “der Zweck heiligt die Mittel” funktioniert aus meiner Sicht nicht mehr, dafür sind (wieder aus meiner bescheidenen Sicht) die Ergebnisse einfach eine Verhöhnung all der Opfer, ganz zu schweigen von den Kosten, die auch das amerikanische Volk für diesen Kriegsschauplatz berappen musste und weiter berappen muss.

    Dazu kommt, dass es hierzulande nun nicht einmal mehr eine Mehrheit unter den Liberalen gibt, die dem Moloch “US-Staat” sonderlich positiv zugetan ist. Mit ihrer Meinung stehen Sie und Herr Ortner ein bisschen alleine da, Sie entschuldigen schon…

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