Objektivität nach Art des ORF

(C.O.) Im Ö1-Morgenjournal, kurz nach acht, erklärt uns der diensthabende Redakteur in einem Beitrag zum Breit: “Die EU muss Trennung sanktionieren”.  – Daraus ergeben sich ein paar Fragen: Warum “muß” sie das? In welchem europäischen Vertrag steht das? Wäre es nicht eventuell klüger, eine demokratisch legitimierte Trennung nicht zu sanktionieren, sondern so schmerzfrei wie möglich zu gestalten? Und: wird der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF durch derart dumme, einseitige Propaganda erfüllt?

30 comments

  1. mike

    vor allem die Sozn verlangen die Bestrafung des UK. man muss sich nur den unsäglichen Schulz anhören. Dass der ORF nur linke Propagandisten (die wissen gar nicht, was öffentlich-rechtlich bedeutet) beschäftigt, die gleichzeit Anti-EU-Politik machen wollen, ist leider hinreichend bekannt.

  2. Goetz

    Die zahlreichen kakofonischen Kommentare der EU-Spitzenpolitiker, ausgenommmen Angela Merkel, zum Ergebnis des Votums in Grossbritanien offenbaren schonungslos wes Geisteskinder diese “Steuermänner” der Völkergemeinschaft sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich auch der ORF diesem Geschrei nach Rache anschliesst.

  3. Tom

    „Die EU muss Trennung sanktionieren“. – Warum „muss“ sie das?
    Antwort: Um ja andere Länder, die sich ebenfalls mit “Trennungsgedanken” tragen, abzuschrecken.

    In welchem europäischen Vertrag steht das?
    Antwort: In keinem. Seit wann hält sich die EU an Gesetze ?

    Wäre es nicht eventuell klüger, eine demokratisch legitimierte Trennung nicht zu sanktionieren, sondern so schmerzfrei wie möglich zu gestalten?
    Antwort: Nein. Es kämen u. U. mehrere EU- Mitgliedsstaaten auf den dummen Gedanken sich von der EU zu verabschieden, wenn dies nicht mit “Schmerzen” verbunden wäre.

    Und: wird der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF durch derart dumme, einseitige Propaganda erfüllt?
    Antwort: Natürlich. Der “Volksempfänger” hat die Aufgabe dem “Dummvolk” durch dreisteste Propaganda die richtige Meinung in die “Dummschädeln” zu hämmern. Dieser Aufgabe wird der österr. ö.r. Rundfunk mit seiner völlig unabhängigen Berichterstattung, seit Jahrzehnten gerecht.

    Für weitere Fragen / Antworten, stehe ich gerne bereit.

  4. Falke

    “Sanktionieren” wird hier in der inzwischen allgemein angenommenen Sinnverschiebung verwendet, nämlich als “bestätigen”. Ursprünglich (im Lateinischen) bedeutet das Wort ja tatsächlich “bestrafen” (so wie auch das daraus abgeleitete Hauptwort “Sanktion”). Letzters ist aber hier wohl nicht gemeint. Siehe auch Duden, wo sogar als erstes die Defnition “billigen, gutheißen (und dadurch legitimieren)” angegeben wird. Daher muss ich den ORF hier – ausnahmsweise – in Schutz nehmen.

  5. Rado

    Gemessen an dem Umstand, welche Leute da jetzt aufschreien, war der Brexit genau die richtige Entscheidung.

  6. Thomas Holzer

    @Falke
    Da erlaube ich mir aber, Ihnen zu widersprechen 😉
    Natürlich will und wird die EU das UK bestrafen! Eben weil es sich “ungebührlich” verhalten, “falsch” entschieden hat.
    Im Sprachgebrauch unserer Zeit war und steht das Wort “Sanktionen” immer für Bestrafung, egal ob Iran, Russland, oder vor ein paar Jahrzehnten Südafrika.

  7. Gerald Steinbach

    Die verbalen Hoppalas der Timmermanns, Gaucks werden immer deutlicher und lässt darauf schließen das diese hochgradig nervös sind, bei der nächsten Rede der Frau Merkel wird’s dann schon heißen “Ihr müsst das schaffen, ansonsten……….lustig wird’s aber auch interessant

  8. Calderwood

    Das lateinische “sancire” hat beide Bedeutungen: sowohl “anerkennen” als auch “strafen”.

  9. Der Realist

    solche “Gustostückerln” findet man ja beinahe täglich im ORF, hoffentlich sanktionieren diesen demnächst die Zwangsgebührenzahler

  10. gms

    Thomas Holzer,

    “Da erlaube ich mir aber, Ihnen zu widersprechen”

    Damit werden Sie, eingedenkt der galoppierenden sprachlichen Verarmung in unserer Gesellschaft, vermutlich nicht alleine bleiben, was aber nichts am Umstand ändert, wonach Kollegin Falke mit ihrer Betrachtung vollkommen richtig liegt und Sie zugleich den innewohnenden Witz nicht verstanden haben.

    “Im Sprachgebrauch unserer Zeit ..”

    Ja, nein, who cares. Die Erosion der Sprache ist der erste Schritt zur Erosion des Denkens.

    Der ‘Sanktus’ speist sich aus derselben sprachlichen Wurzel, im zurzeit korrekten Englisch ist mit ‘sanction’ respektive ‘to sanction’ immer noch die Stoßrichtung der eigenen Maßnahme als Reaktion auf die Handlung eines anderen offen, und als ich noch in die Schule ging, war analog dazu ohne Beifügung vor ‘Sanktion’ oder sonstige Kontextklärung nicht bestimmbar, ob es sich dabei um Pönalisierung oder im Gegenteil um eine Begünstigung handelte.

    Wenn heute einem ORF-ler aus dem Keybord rinnt: „Die EU muss Trennung sanktionieren“, dann /kann/ man dies im Sinne der grassierenden geistigen Flachwurzelei interpretieren, /muß/ dies aber nicht zwangsweise. Das ist die Ironie dabei, welcher folgend man sogar als klardenkender Humanist der Forderung beipflichten kann mit dem Hinweis, gute Taten sollten auch belohnt werden.

  11. Falke

    @Thomas Holzer
    Sie haben mich nicht verstanden oder nicht genau gelesen. “Sanktion” heißt selbstverständlich nach wie vor Bestrafung. Das Verb “sanktionieren” (und nur das hat der ORF verwendet) wird allerdings heutzutage primär im Sinne von “bestätigen”, “billigen” gebraucht, und erst als letztes (lt. Duden) auch für “bestrafen”.

  12. stiller Mitleser

    In pragmatischer Sanktion wird angeregt die von “Realist” vorgeschlagene Sanktion der Zwangsgebührenzahler,
    andernorts bereits im Gange, zu überlegen…

  13. Christian Peter

    @Rado

    ‘Gemessen an der Hysterie war der Brexit die richtige Entscheidung’

    Das kann man wohl sagen. Die Reaktionen auf die demokratische Abstimmung im UK belegen : Wir leben in Wahrheit in einer Diktatur und die Pro – EU Fanatiker sind Faschisten.

  14. Jan

    der ORF soll lieber endlich aufhören mir alle 2 monate 50€ zu stehlen und des weiteren die politischen meuscheleien sofort einstellen. politik und partei nahe stehende köpfe müssen sofort abgesetzt werden. des weiterem muss der herr redakteur sanktioniert werden,sprich entlassen werden

  15. Rennziege

    Die wahren und verästelten Brexit-Ursachen — wen nimmt’s wunder? — erfährt man weder aus Brüssel, Strasbourg, Paris, Berlin, Wien, noch aus Washington oder Hintertupfing. Peter Hitchens (ein Verwandter des kürzlich verstorbenen Christopher H., der in den USA ein angesehener Kolumnist war?) im Gespräch mit echten, erfahrenen Briten. Nicht mit den politischen und medialen Untoten, die sich in Mitteleuropa als allwissende EU-Versteher aufspielen, den Zeigefinger kurz aus dem verstopften Nasenloch gezogen.

  16. Hanna

    @ Falke: “Sanktionieren” habe ich noch nie im Sinne von “billigen”, “anerkennen” gehört oder gelesen. “Sanktionen” sind “Bestrafungen”, heute wie jeher. Der ORF wird ja nicht von “Sanktionen” gegen irgend ein Land berichten und dann “sanktionieren” als positiv konnotiert verwenden. Glaube ich nicht. Kann mich irren – dann ist’s wie mit “dem Tsunami”, “der” eigentlich “die Tsunami” ist … (“die lange Welle”), aber niemand kapiert’s, wenn man’s beanstandet. Im übrigen wäre die von Ihnen vorgeschlagene Anwendung des “Sanktionierens” seitens des ORF dumm, weil ein Großteil der Bevölkerung wohl “bestrafen” verstehen wird.

  17. Kristian

    Die roten im ORF, die Grünen (Lunacek: Man hätte gar nicht abstimmen sollen..), der Kanzler in Österreich(Kern: Hier wird nicht abgestimmt) : Jetzt sehen hoffentlich alle, wo die wahren Anti-Demokraten daheim sind.
    Habt ihr schon rechte “Gegendemos” erlebt ? – eben, die gibts auch nur von den Linken.
    Und dazu kommen die Pflichtgebühren für dieses elende Propagandawerkel namens ORF, nun auch beim England- Austritt (und zuvopr bei der BP-Wahl).

  18. Thomas Holzer

    Aber was die Journalisten der “Die Presse” in diesen Tagen aufführen, kommt dem ORF schon sehr, sehr nahe………eine Peinlichkeit sonder gleichen, da werden längst vergangene Ressentiments bemüht, was mich wirklich enttäuscht.
    Da sieht man wieder einmal, daß ein Großteil dieser Journalisten auch nur der Fraktion der Liberallalas angehören…….. 🙁

  19. Thomas Holzer

    @Kristian
    So einfach ist das mit der “direkten Demokratie” auch wieder nicht; leider lassen sich sehr viele Untertanen von Demagogen beeinflussen, die Schweizer, auf Grund bald jahrhundertelanger Erfahrung mehr oder weniger gefeit, scheinen die Ausnahme zu sein.
    Man muß in der Geschichte nicht sehr weit zurückgehen, um zu sehen, daß das auch gefährlich, und vor allem blutig! werden kann.
    Leider werden die Demagogen durch die Unfähigkeit der derzeit “agierenden” Politikerdarsteller wie Schultz, Merkel, Juncker et al. unterstützt, was ich als nicht besonders erstrebenswert erachte

  20. mariuslupus

    Die Entscheidung der Angloinsulaner dass, von wahrnehmungsgestörten Lotsen direkt in die Eisberge gelenkte Boot zu verlassen, macht deutlich dass diese Bevölkerung noch über gesunde Überlebensinstikte verfügt.
    Mit dieser Entscheidung ist aber, die möchtegern EU Elite geistig und charakterlich überfordert. Anstatt, diese Entscheidung eines Volkes, ohne wenn und aber zu akzeptieren, fuchteln die plötzlich auf Gnommengrösse zusammegesackten Eurokraten, mit den Fäustchen und schwören Rache.
    Vielleicht stellen sie wieder eine Armada auf, um die ketzerischen Insulaner zu bekehren. Auch Philipp II konnte es nicht ertragen, dass in seiner Nachbarschaft sich ein Volk für eine andere Glaubenslehre entschieden hat. Aber der Fortschritt is bis nach Brüssel gekommen, es wird nicht mit Scheiterhaufen gedroht.

  21. Gerald Steinbach

    Der ORF(Kurz-ZiB 20:00) spricht von Katerstimmung in GB,
    Aber wahrscheinlich hat der ORF ja Recht, nach der ausgiebigen Feier in GB

  22. Rennziege

    27. Juni 2016 – 19:28 — Thomas Holzer
    Aber was die Journalisten der „Die Presse“ in diesen Tagen aufführen, kommt dem ORF schon sehr, sehr nah … eine Peinlichkeit sondergleichen, schreiben Sie — und mir aus der Seele. Bei allen Pavianen Afrikas! Was ist aus diesem gut hundertjährigen Flaggschiff des österreichischen Journalismus bloß geworden?
    Ist auch diese Zeitung zu einem lecken Schinakel geworden, das nur vom Tropf linientreuer Almosen vor dem Sinken bewahrt wird?
    In leichter Verballhornung von Cissy Kraner & Hugo Wiener: “Aber der Nowak lässt das Blatt verkommen.”
    Dieser Chefredakteur ist offensichtlich mehr Bestatter denn Bewahrer. Auffällig auch, dass die freitägliche Kolumne unseres Hausherrn jüngst erstmalig ausblieb.

  23. Calderwood

    Propaganda fürs Volk, die der Regierung gefällt, wird Information genannt. Gefällt sie der Regierung hingegen nicht, dann heißt sie Demagogie.

  24. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Vor allem die sogenannten Wirtschaftsjournalisten; mir viel beim Lesen fast das “Blattl” aus der Hand;
    dieses Verächtlichmachen, diese Besserwisserei, diese Gehässigkeit, diese Zufluchtnahme im “Herzen” der EU, welche in jedem anderen Zusammenhang in Grund und Boden kritisiert wird, ja dieser Größenwahn -ausgerechnet aus/in Österreich- wahrlich tragisch und traurig

  25. Johannes

    Zum Glück hat der ORF eine bescheidene Reichweite. ich würde eine solche Vorgangsweise als gefährlich erachten.
    Das Friedensprojekt Europa wie es so gerne bezeichnet wird soll jetzt ein Land welches ausgetreten ist nicht bekämpfen.
    Die Briten wollten raus aus der EU nicht weil sie keine guten Europäer wären, sondern weil die jetzige EU Führung mit ihrer Geld und Wirtschafts und Migrationspolitik einen Weg bestreitet der meiner Meinung nach am Ende angelangt ist.
    Ich sehe unter dieser Führung keine Entwicklungsmöglichkeit viele Menschen in Europa empfinden ähnlich wie die Briten, es ist als stehe man vor einer Mauer von falschen Entscheidungen die alles verstellt was Zukunft bedeutet.
    Keiner weiß wo Entscheidungen fallen, ist es Merkel, das EU Parlament, Junker Schulz, ein Wirrwarr an Kompetenzen und Machtbefugnissen.
    Wenn da nicht bald Klarheit geschaffen wird stoßen andere Mächte in dieses Vakuum und Europa zerreißt es.
    Die jetzige EU Führung muß bis auf Tusk zurücktreten da führt kein Weg vorbei, dann ein Neubeginn mit Großbritannien denn ohne England gibt es keine Europapolitik, zu wichtig und klug ist dieses Land als das die EU es sich leisten kann es zu schulmeistern.
    Hört auf Sanktionen für England zu fordern es ist ein gefährlicheres Spiel mit dem europäischen Frieden als ihr glaubt, ein Brüskierung ergibt die andere und ehe man sich versieht steht man dort wo man schon vor hundert Jahren war.

  26. Rennziege

    28. Juni 2016 – 10:08 — Christian Ortner
    Verzeihen Sie bitte meine Blindheit, Herr Ortner. Ich habe Ihre Kolumne schlicht übersehen. Schluchz! 🙂

  27. Falke

    @Hanna
    Sie scheinen wohl keine Zeitungen zu lesen und auch kein Radio bzw. TV zu hören und zu sehen. “Sanktionieren” wird praktisch nie mehr im Sinn von bestrafen verwendet, sondern fast ausschließlich als “bestätigen”, “gutheißen” u.ä. Siehe Auszug aus dem Duden:
    http://www.duden.de/rechtschreibung/sanktionieren

  28. Nietzsche

    @Rennziege: Peter Hitchens ist Christopher Hitchens’ Bruder, der Konservativere der beiden.

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