Objektivität nach Art des Hauses

Staatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) fordert, manche Kompetenzen von der EU an den Nationalstaat zurück zu transferieren, andere hingegen von den Staaten an die EU zu übertragen. Und wie berichtet der ORF darüber: “Wahlkampf: Lopatka mit Anti-EU-Ressentiments”. Echt unabhängige und objektive Berichterstattung, das. Nachtrag um 14.00: Jetzt scheint dort jemand bemerkt zu haben, was für ein grober Unfug das ist. Die Überschrift wurde geändert in “Lopatka poltert gegen Brüssel”

13 comments

  1. norbert bender

    Wenn es nur ein Volksbegehren für die Abschaffung der Zwangs-RotGrünfunk-Gebühren gäbe!
    24 Euro im Monat für extrem manipulative Berichterstattung sind verlorenes Geld.

  2. Ehrenmitglied der ÖBB

    Gegen die ORF Berichterstattung hilft nur mehr homerisches Gelächter!
    (das ist meist dann angebracht, wenn man der Verzweiflung nahe ist).

  3. oeconomicus

    Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass wir in einer Diktatur leben. Nicht so bösartig wie unter den Nazis oder im ehemaligen Ostblock, aber trotzdem eine Diktatur. Beweise:
    – zahlreiche Rechtsbrüche bei der Eurorettung
    – Spähaffären (NSA usw.)
    – Demokratiedefizite (ORF, Volksabstimmungen, Alternativlosigkeit)

  4. Christian Weiss

    “Anti-EU-Ressentiments” – so manchen Sprachforscher dürften spätestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts interessante Zeiten erwarten, wenn all diese Kampf- und Diskreditierungsbegriffe völlig ausgelutscht sind. Wenn auf die Frage “Haben Sie Ressentiments gegen…?” nur noch kommt: “Ja, natürlich.” “Sind Sie islamophob?” – “Ja klar, ich find Steinigungen und Burkas schlecht.” “Sind Sie Rassist?” – “Ja, ich glaube nicht, dass jeder Zuwanderer per se eine Bereicherung und ein guter Mensch ist.” “Sind Sie marktradikal?” – “Ja, ich finde wirtschaftlichen Wettbewerb gut und zielführend.” “Sind Sie ein Ausbeuter?” – “Ja und wie, ich erwarte für den Preis, den ich bezahle, eine Gegenleistung.” “Sind Sie ein Abzocker?” – “Ja, ich leite einen Grossbetrieb, arbeite 70 Stunden die Woche und finde, dass mein Gehalt für eine Mercedes S-Klasse reichen sollte.” “Sind Sie ein Klimaleugner?” – “Ja, ich habe keine Angst vor dem Klimawandel.” “Sie gehören zur Atomlobby?” – “Ja, ich finde, man sollte Windräder und Solarzellen nicht subventionieren.” “Sie sind ein Mörder?” – “Ja, ich esse leidenschaftlich gerne Rindsfilet.”

  5. Rennziege

    @26. August 2013 – 13:25 Christian Weiss
    Ein fröhliches, wunderschönes und gescheites Posting haben Sie geschrieben, danke!
    Sogar mein ambulanter Bildschirm, freudig flackernd, lässt Ihnen ausrichten: You made my day.

  6. Gandalf

    Der ORF hat, abgesehen davon, dass seine Meldungen immer dumm-tendenziöser werden, wie eben die gegenständliche, überhaupt schon abgedankt: So laufen heute im TV – Hauptabendprogramm auf den Privatsendern “puls 4” immerhin eine Diskussion der Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl und auf “Servus” das sensationelle Experiment einer live – Aufführung von Mozarts “Entführung aus dem Serail” in high-tech- Inszenierung; auf den ORF – Fernsehkanälen könnte man, masochistische Neigungen vorausgesetzt, in FS 1 die 127. Folge einer dummen amerikanischen Krimi-trash-serie und in FS 2 die 138. Folge der überhaupt nicht mehr unterhaltsamen, sondern nur noch peinlichen “Liebesgschichten..” der Frau Spira sehen. Also, ich persönlich bevorzuge für Mozart und Mateschitz.

  7. Rennziege

    26. August 2013 – 13:37 – Gandalf
    “Also, ich persönlich bevorzuge für Mozart und Mateschitz.”
    Wer täte das nicht? Aber den Herren Wrabetz, Faymann und Spindelegger et mult. al. wird’s blunzn sein — wie alles, was den Menschen, von denen sie ungefragt durchgefüttert werden, wichtig ist. Diese abgehobene, geradezu feudale Arroganz wird eines baldigen Tages auch ihren eigenen Parteigenossen sauer aufstoßen.

  8. Thomas Holzer

    also: ich gebe offen zu,
    ich habe “EU-Ressentiments”!
    aber sicherlich keine “Anti-EU-Ressentiments”

  9. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Ich möchte Sie ungern “kritisieren”, erlaube mir aber doch festzuhalten, daß ich denke, daß die “feudale Arroganz” in früheren Zeiten nicht so ausgeprägt war wie in unseren Zeiten.
    Unsere Nomenklatura ist nur noch arrogant, aber war und ist niemals feudal!, dafür fehlt diesen Herr- und Frauschaften das Niveau!

  10. Rennziege

    @26. August 2013 – 16:01 – Thomas Holzer:
    Ach, Herr Holzer! Víelen Dank, dass Sie mich darauf aufmerksam machen. Wie Sie vielleicht wissen, wurde ich hier von den üblichen Verdächtigen (wegen meiner Hinweise auf harmonische k.k. wie k.u.k. Zeiten) des öfteren als Monarchistin beschimpft, was an mir abperlt. — Bei näherer Betrachtung ist es aber ein Kompliment, das man als Body Lotion verwenden sollte.
    Sie haben ungefiltert recht: Unsere heutigen Polit-Lemuren kennen das Wörtchen “feudal” nur aus den Baubeschreibungen ihrer zu Haberer-Preisen erstandenen Penthouse-Wohnungen in der Innenstadt, nicht aber aus dem historischen Zusammenhang, der ungebildeten Proleten den Weg an die Schalthebel einer Republik öffnete, die anschließend keine mehr war. Und vermutlich nie mehr sein wird.

  11. Carl F. Pfaffinger

    @ Rennziege
    Madame, bitte nehmen Sie die “Beschimpfung” als Monarchistin als Auszeichnung. “Vernunft war noch nie auf Seiten der Mehrheit.” (Sir W. Churchill) Ich sehne mich nach einer Zeit, wo ein Beamter sich noch dem Kaiser (und König) persönlich verpflichtet gefühlt hat, weil er “seinen Rock” trug. … Na gut; aber bei mir sind ja auch noch die roten Blutkörperchen schwarz gelb gestreift.
    Handkuß!

  12. Graf Berge von Grips

    26. August 2013 – 13:25 Christian Weiss
    Das antworte ich jetzt schon… aufrechten hHuptes, ohne rot zu werden.. ehrlich! 🙂

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .