Öffentlicher Raum, gefährlicher Raum

“….Auch das Offensichtliche muss man manchmal aussprechen, damit es nicht vergessen wird: Angriffe auf Leib, Leben und Eigentum der Bürger finden in den allermeisten Fällen nicht auf privatem Gelände statt; nicht in Supermärkten, Bars, Hotels, Restaurants, Spielhallen, Kinos oder in Vergnügungsparks, nicht einmal in Tiefgaragen – sondern auf der Straße, in U-Bahnen, an Bahnhöfen, kurz: im sogenannten „öffentlichen“ Raum, dort, wo der Staat die Verantwortung trägt, also niemand. Warum sind private Orte so viel sicherer als „öffentliche“ – selbst dann, wenn sich Millionen Menschen dort aufhalten? Weil es einen Unternehmer gibt, der ein Interesse daran hat, dass alle seine Kunden zufrieden sind…” (weiter hier)

7 comments

  1. Fragolin

    Und dann fragt man sich, warum die Überwachung der eigenen Umgebung im öffentlichen Raum gesetzlich verboten ist?! Wenn man ein Gesetz erlässt, das die Veröffentlichung bei strengen Strafen verbietet und die Verwendung als einziges Beweismittel zur Anklage als unzulässig erklärt, kann eine Überwachung per Türkamera, Dashcam oder Mobil-Cam niemandem schaden, aber sehr wohl vor Falschanklagen zur Verteidigung nützen.
    Also, warum will der Staat nicht nur, dass wir uns nicht schützen, sondern sogar, dass wir nicht einmal Beweise erfassen dürfen? Am wehrlosesten sind die Schafe eben, wenn sie nackt sind. Auch gegen den eigenen Hund.

  2. Lisa

    Was soll das: “dort wo derStaat dieverantwortung trägt, also niemand”. DEr STaat ist doch cniht “niemand”. WEr ein solches Staatsverständnis hat, ist kein verantwortungsbewusster Bürger und damit gleiht er dem Zuwanderer aus gewissen Ländern und Kulturen. In Sizilien hat mir eine Frau vorgeschwärmt, wie sehr sie auf Sauberkeit Wert lege, weil sie dauernd mit einem Besen durch die Wohnung wuselte: Staub und Dreck wurden jedoch nciht zusammengekehrt, sondern durch das Loch für den Wasserabfluss im Balkon auf die Strasse gekehrt. Der öffentliche Raum heisst nicht öffentlich, weil man hier unkontrolliert machen kann, was man will, sondern, weil alle dazu Zugang haben und verantwortlich damit umgehen müssen, weil alle andern ja auch Zugang dazu haben dürfen: Sorgfalt, Rücksichtnahme und sich an REgeln halten ist Bedingung. Der öffentliche Raum gehört den Bürgern, nicht “niemandem”.

  3. Falke

    @Fragolin
    Es geht da um die “Verletzung der Privatsphäre” sowie um “Datenschutz”. Es sind ja auch Kameras in Autos streng verboten (in Russland etwa fährt niemand ohne), mittels derer man Verkehrsunfälle dokumentieren könnte.
    Neuerdings wird ja auch per Gesetz verboten, in Privaträumen für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, und zwar unter dem Schlagwort “Rassismus”: Türsteher in Discos dürfen etwa einer Meute von 20 männlichen Arabern nicht den Eintritt verwehren (schon geschehen, ich glaube in Kärnten), auch wenn der Grund ein ganz anderer ist (etwa Ausgewogenheit zwischen urschen und Mädchen, entsprechende Kleidung usw.).

  4. Lisa

    Wenn nicht mal so vernünftige Gründe wie ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter oder auch die Kleidung als Grund angegeben werden dürfen, frage ich mich schon, mit welchen BEgründungen der Staat sich da einmischt!

  5. mariuslupus

    Es gab früher, ganz früher, bereits im dunklen Mittelalter, ein Vertragsverhältnis zwischen den einfachen Leuten, , Bauern, Handwerkern, die gearbeitet haben und keine Waffen trugen, und den bewaffneten, den Baronen, Rittern und ihren Knappen. Dieser Vertrag besagte, die Bauern füttern die Barone und die Barone beschützen die Bauern. Ausserhalb oder innerhalb der Burgmauern. Dafür haben die Bauern einen Zehntel an die Barone abgeliefert. Dieser Vetrag wurde meistens aus Gründen der gegenseitigen Abhängigkeit, eingehalten. Gelegentlich wurde der Vertrag auch ausser Kraft gesetzt. Das geschah dann, wenn die Bauern, Barone, Handwerker, Ritter samt Knappen und noch ein paar Mönche dazu, alle massakriert wurden. Von wen auch immer. Gehörte im Mittelalter, so zu sagen zu, Folklore.
    Etwas zu diesen Vertrag, steht auch in der Magna Charta, 1215.
    Dieser Vertrag wude ohne einen zwingenden Grund von der z.Z. herrschenden Statsgewalt, einseitig gekündigt. Im Klartext die Untertanen, die unbewaffneten Bürger, sind ohne Schutz. Angefangen hat die Staatsgewalt damit dass die Grenzen aufgegeben wurden. Es wude behauptet wurde dass die Grenzen nicht zu verteidigen sind, oder widersinnig dass es sich um offene Grenzen handelt. Jeder konnte über die Grenze einmarschieren, die Repräsentantinen der Staatsgewalt grinsten dazu , zustimmend und ermunternd. Das nächste was die Staatsgewalt, freiwillig und ohne zwingenden Grund aufgegeben, hat ist der öffentliche Raum. Der gelernte Untertan, der den Merkelismus bereits durchschaut hat, wird Äusserungen über strengere Regeln für Rechtsbrecher, so oder so nicht glauben. Die Politikerinen meinen es nicht ernst. Ab und zu darf frau auch einen Witz sagen, aber immer einen politisch korrekten. Im Klartext, der Bürger und noch mehr die Bürgerin, um so jünger, um so schlimmer und wenn sie nicht lange Arme hat, ganz schlimm, werden von der Staatsgewalt als Freiwild freigegeben. Und wer bleibt , wenn die par force Jagd zu Ende ist , um zum Halali zu blasen ?

  6. Fragolin

    @Falke
    Ich habe nichts gegen Datenschutz, aber wenn ich mich mitten auf den Hauptplatz stelle und dabei von “Privatsphäre” fasele, ist das schizophren. Der öffentliche Raum heißt deswegen öffentlicher Raum, weil ich mich dort in der Öffentlichkeit bewege. Wenn ich in der Öffentlichkeit für alle hörbar ein Telefonat führe wird das eben von allen gehört; will ich das nicht, muss ich heim gehen zum Quatschen. Es gibt eben den privaten Raum, in den einzumischen der Staat schon mehr als genug die Frechheit besitzt, und den öffentlichen Raum, in dem alles was ich tue und sage gehört und gesehen wird – und wenn ich nicht will, dass eine Aktion bemerkt oder gar aufgezeichnet wird, dann muss ich sie eben unterlassen. Genau das ist ja der Grund, warum Kameras Straftäter eher abschrecken.
    Nochmal: ich habe kein Recht einen anderen Menschen auf seinem Privatgrund oder in seinen vier Wänden zu bespitzeln (das macht der Staat eh schon zur genüge), aber was jemand auf offener Straße tut, ist eben öffentlich…

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