Ökonom: Integration geht nur mit Lohndumping

“….Wer Flüchtlinge integrieren will, muss Lohndumping betreiben, die gesetzlich oder per Kollektivvertrag festgelegten Mindestlöhne sollten für Flüchtlinge nicht gelten. Das klingt heikel. Doch man muss man sich vor Augen führen, was die Alternative ist. Bleiben die Flüchtlinge ohne Arbeit, führt das zu wachsenden Vorurteilen gegen diese Gruppe, zu mehr sozialen Spannungen. Zugleich entsteht eine Parallelgesellschaft unter den Einwanderern. Wozu das führen kann, hat man in Europa, in Paris und Brüssel, in den vergangenen Monaten erlebt. …” (hier)

7 comments

  1. Lisa

    Die Sache mit den Mindestlöhnen, wie alles gut Gemeinte eben schlecht Ausgeführte, ist wirtschaftlicher und eigentlich auch sozialer Unsinn: die Menschen sind nicht alle über einen Kamm zu scheren: die Leute, die solche Massnahmen treffen, sollten sich mal unters “gemeine Volk” mischen, beobachten, zuhören, mitleben. Ein paar “Fälle” zu kennen ist nicht genug. wenn das übrige Leben sich in ganz andern Zirkeln abspielt. Gäbe es keine Mindestlöhne, müsste man sich bemühenund etwas leisten. Und es gäbe keine, oder zumdest viel weniger Schwarzarbeit. Jedes Unternehmen muss doch selbst wissen, wieviel ihnen die Arbeitsraft eines Mitarbeiters wert ist. Und der wird, wenn er andernorts für seine Leistung mehr bekommt, eben dorthin abwandern. Man braucht keinen Unterschied zwischen Einheimsichen und Flüchtlingen zu machen, denn die mangelnden Sprachkenntnisse erlauben bereits Abzüge. Also ist der Enheimische bereits privilegiert – nebst Beziehungen, sozialer Venetzung u.v.m. Die Gefahr, dass sich ein Betrieb unangemessen auf Kosten billiger Arbeitskraft bereichert, haben wir ja heute schon mit der Auslagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer – und keinen scherts. Für gutes Geld bekommt man auch gute Arbeitskräfte – und in- oder ausländische Faulpelze und Leistungsmuffel haben dann eben das Nachsehen – es sei denn, die Sozialämter hätten zu viel Geld zu verteilen und unterstützten aktiv das “Recht auf Faulheit”…

  2. Falke

    Gesetzlicher Mindestlohn ist überhaupt ein Unsinn, eine kontraproduktive Einmischung des Staates in die Wirtschaft. Dazu gibt es die Gewerkschaft, die ja Kollektivvertragslöhne mit den Unternehmern aushandelt, und zwar unterschiedlich je nach Industrie- oder Handelssparte. Man kann ja nicht alle Wirtschaftsszweige über einen Kamm scheren. Ohne derartige Einschränkungen hätten tatsächlich auch Asylanten (zumindest ein Teil davon) Chancen auf Jobs.

  3. Christian Peter

    Lohndumping bringt in Ländern wie Deutschland und Österreich, in denen Sozialleistungen nicht selten höher sind als Einkommen aus Arbeit, gar nichts. Man braucht Kriegsflüchtlinge auch gar nicht zu integrieren, diese genießen doch nur Asyl auf Zeit und sollen in ihre Heimatländer zurückkehren, sobald es die Verhältnisse erlauben.

  4. Fragolin

    @Christian Peter
    In diesen Punkten gebe ich Ihnen vollkommen Recht.
    Entlarvend doch allein diese beiden Sätze aus dem Artikel:
    “Bleiben die Flüchtlinge ohne Arbeit, führt das zu wachsenden Vorurteilen gegen diese Gruppe, zu mehr sozialen Spannungen. Zugleich entsteht eine Parallelgesellschaft unter den Einwanderern.”
    Also was jetzt? Flüchtlinge oder Einwanderer?
    Nur Blabla…

  5. wbeier

    Vollkommen falscher Ansatz! Seit wann geht es um die Arbeitsleistung der „Neubürger“ und um deren Preis? Die werden doch unter anderem als neue Konsumenten für all den Krempel und all die herrlichen Dienstleistungen, die in gesättigten Industrienationen nicht mehr so leicht zu verhöckern sind, importiert. Dafür braucht es aber volle Taschen und nicht verblödetes Integrationsgeschwätz.
    Also ist klassische Umverteilung aus hiesigen Börseln und Besitzständen via Schutzsuchende angesagt und das funktioniert bestens über Transferleistungen. Naja, so eine Blähung eines “Ökonomen” halt wie so viele.

  6. astuga

    Na gut, dann eben Lohndumping.
    Das funktioniert aber auch bloß mit einem gleichzeitigen Abbau der Sozialleistungen (Mindestsicherung, Kindergeld etc.).
    Denn sonst besteht noch weniger Anreiz, bei geringerem Lohn die soziale Hängematte zu verlassen (Aspekt der Schwarzarbeit nicht zu vergessen!).

    Hinzu kommt, bereits jetzt werden mitunter Beschäftigungsverhältnisse durch staatliche Maßnahmen mitfinanziert.
    Alles sehr teuer für den Steuerzahler.
    Und auch bei all diesen Maßnahmen gibt es keine Garantie, dass schlecht Qualifizierte (und ältere Migranten) überhaupt einen Job bekommen.
    Auch solche Jobs wachsen nicht auf Bäumen – und ein Ende der Zuwanderung ist ja weder gewollt noch in Aussicht.
    Alle Maßnahmen sind also schon alleine aufgrund fortgesetzter Zuwanderung immer nur begrenzt wirksam.

  7. dickbrettbohrer

    wbeier

    Genau das ist der Dreh- und Angelpunkt. Und weil die meisten dies nicht so sehen, geht die Diskussion meist in die falsche Richtung. Man darf gespannt sein, wann der Konsumwahn mangels Nachschub von Ware in sich zusammenbricht. Geld ist ja beliebig und ohne Mühe vermehrbar und in Form von Bezugsgutscheinen unters Volk zu streuen (Helikoptergeld), aber die Tauschobjekte wollen erarbeitet sein, und hierbei herrscht Mangel. Die Schere zwischen Realangebot und Gutscheinflut öffnet sich immer weiter. Noch gibt es Spielraum. Wie lange noch?

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