Österreich, das Land der Last-Minute-Dissidenten

Von | 4. Mai 2017

(WERNER REICHEL)  Mit seinem Kopftuch-Apell hat Alexander van der Bellen sich selbst, , seine Unterstützter und Wähler bis auf die Knochen blamiert und sein Amt schwer beschädigt. Es war eines der wichtigsten Argumente im Wahlkampf, dass er –  im Gegensatz zu seinem Herausforderer Norbert Hofer – Österreich international nicht nur nicht blamieren, sondern würdig vertreten würde. Das ist auch der Grund, warum die heimischen Zeitungen, die Van der Bellen unterstützt hatten, nun äußerst zurückhaltend über die verbale und politische Entgleisung ihres Idols berichten. Dieser Ausspruch ist so unterirdisch, dass sich selbst die glühendsten Van der Bellen-Befürworter nicht getrauen, ihn zu verteidigen, obwohl sie im Relativieren und Uminterpretieren äußerst geübt sind.

Ganz anders hat die internationale Presse reagiert. Zeitungen von Berlin bis Washington berichten über den geistigen Tiefflug des österreichischen Staatsoberhauptes.  Zustimmung zu den originellen Ideen Van der Bellens kommen wohl nur aus dem Islamischen Staat, Saudi-Arabien und Afghanistan.  Eine gefährliche Mischung aus politischer Naivität, marxistischer Vergangenheit, zeitgeistiger Weltsicht und etwas Verwirrtheit dürften für diesen Sager verantwortlich gewesen sein.

Dazu passt auch die Geschichte, die Märchenonkel Sascha bei der selben Veranstaltung den anwesenden Kindern und Jugendlichen erzählt hat. Laut Van der Bellen hätten viele Dänen während der Nazi-Besatzungszeit aus Solidarität mit den Juden einen Davidsstern getragen. Dass der österreichische Bundespräsident allen Ernstes die jetzige Situation der Muslime in Europa mit jener der Juden unter Hitler vergleicht, ist haarsträubend dumm und vor allem eine unglaubliche Verharmlosung des Holocausts. Noch dazu ist die Geschichte frei erfunden.

Van der Bellen scheint gar nicht zu begreifen, worum es bei der Kopftuchdebatte geht. Das haben seine peinlichen Versuche, den Schaden zu begrenzen, deutlich gezeigt. So sagte er: „Sollen wir keine größeren Probleme haben als die Frage Kopftuch.“ Ja Herr Bundespräsident, es gibt tatsächlich kaum wichtigere Probleme, als die Frage, wie Europa mit dem (politischen) Islam umgeht. Sie ist für die Zukunft des aufgeklärten Europas existenziell.

Der nicht unbegabte Intellektuellen-Darsteller Van der Bellen, den die Linke in einer gemeinsamen Kraftanstrengung, mit viel Hass und Propaganda in das Amt des Staatsoberhauptes gehievt hat, repräsentiert seine Sympathisanten sehr gut. Er steht, so wie das ganze linksgrüne Lager, fernab jeder Realität und flüchtet sich in neosozialistische Utopien mit all den altbekannten linken Feindbildern, Klischees und Vorurteilen. Nur noch mit ideologischen Scheuklappen gelingt es, den für alle anderen längst sicht- und spürbaren Niedergang zu ignorieren.

Die Gutmenschenblase wird immer löchriger und bietet kaum noch Schutz vor der Realität. Das sollte auch Van der Bellen langsam mitbekommen, seine Beliebtheitswerte sind in den Keller gerasselt. Mit seinem Kopftuch-Sager hat er die österreichische Linke ein Stückchen näher an den Abgrund geführt.

Der Niedergang der roten und grünen Sozialisten und ihre völlige Unfähigkeit auf rezente Probleme und Krisen adäquate Antworten zu finden, spüren trotz der politischen und medialen Nebelbomben immer mehr Bürger, selbst jene, die ihr bisheriges Leben aus tiefer Überzeugung linke Parteien gewählt haben. Das versetzt ebendiese in Panik. Die Grünen werden gerade von Spannungen und Konflikten zerrissen, die SPÖ ist tief gespalten, wie der Parteitag der Wiener Sozis deutlich gezeigt hat. Man ist angesichts des Trümmerhaufens, den man in den vergangenen Jahren angehäuft hat, rat- und orientierungslos. Bundeskanzler Kern als Pizza-Bote und die oberösterreichischen Roten mit dem Slogan „Birgit ist gegen Scheißjobs” versuchen so etwas wie Volksnähe zu simulieren. Versuche, die angesichts der realen Verhältnisse kläglich scheitern, scheitern müssen.  Selbst der nicht gerade als SPÖ-Kritiker bekannte Zeitungsmacher Wolfgang Fellner, schreibt bereits vom „Todes-Parteitag“ der SPÖ.

Nachdem der real existierende Sozialismus in Osteuropa implodierte, erfanden sich die westlichen Sozialisten mit Genderismus und Multikulti neu und scheitern an den immanenten Widersprüchen ihrer Ideologie gerade noch spektakulärer als ihre osteuropäischen Vorgänger. Der Schaden, den die Neosozialisten beim Versuch ihre abstrusen gesellschaftspolitischen Utopien zu verwirklichen angerichtet haben, ist mittlerweile irreversibel. Europa ist gespalten, ruiniert, soziale und religiöse Konflikte und Kriege nur noch eine Frage der Zeit. Der islamistische Terror ist nur die Ouvertüre. Angesichts dieser wenig erfreulichen Aussichten kippt die Stimmung in der autochthonen Bevölkerung.

Selbst „Die Zeit“, das Zentralorgan linker Staatsgläubiger, veröffentlicht nun vorsichtig kritische Artikel über politische Korrektheit oder linke Politik. Im Staatsfunk machen sich gebührenfinanzierte Spaßmacher zum ersten Mal in ihren Leben über Grüne lustig. Die bisherigen politischen und moralischen Lichtgestalten sehen sich plötzlich mit Kritik konfrontiert, auch wenn sie derzeit noch recht oberflächlich und harmlos ist. Man baut vor.  Wenn sich die politischen Machtverhältnisse weiter verschieben, kann man nach dem Change zu seiner Verteidigung ins Treffen führen: Bitte, ich hab´ – wenn auch reichlich spät – ja eh … Und sie werden sich verschieben.

Angesichts der völlig aus dem Ruder gelaufenen linken Willkommenskultur konvertieren nun Menschen, die ihr ganzes Leben lang linke Parolen nachgeplappert haben, über Nacht in das aus ihrer Sicht konservative Lager. Menschen, die noch vor wenigen Monaten vor dem Holocaust gewarnt haben, sollte Norbert Hofer Präsident werden, fallen nun mit ausländerfeindlichen Parolen auf. Selbst Bundeskanzler Kern, der als ÖBB-Chef tausende ungehindert ins Land gelassene Armutsmigranten durch Österreich gekarrt und sich dafür hat feiern lassen, will nun Camps für Flüchtlingsanwärter außerhalb Europas errichten lassen. Wie schnell sich doch die Zeiten und Meinungen ändern.

Konvertiten versuchen oft ihre unrühmliche Vergangenheit durch besonderen Eifer zu kompensieren. Dabei agieren diese Last Minute-Dissidenten weiterhin verlogen, sind nicht zu einer ehrlichen Selbstkritik fähig. Man entledigt sich seiner einstigen Überzeugung und stiehlt sich aus der Verantwortung.  Die eigene Rolle an diesem gesellschaftspolitischen Desaster spielt man gerne herunter.  All die vielen Linken, die gerade unsanft aus ihren Träumen gerissen werden, können und wollen sich nicht eingestehen, dass sie selbst am Niedergang auf vielfältige Weise mitgewirkt haben:  sei es durch ihr Wahlverhalten, durch Stammtischparolen, Medienkonsum, ihr Verhalten im Freundeskreis, ihren Hass auf die Überbringer der schlechten Botschaften, durch Facebook-Likes, Twitter-Botschaften oder auch nur durch Schweigen. Zudem ist ihnen nicht klar, dass es nicht reicht, nur an ein paar Stellschrauben zu drehen – etwa die Grenzen zu schließen – um die begangen Fehler zu korrigieren. Es ist vielmehr ein tiefgreifender politischer Wandel, der alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft, notwendig.  Ein langwieriger und schmerzhafter Prozess.

Jetzt vertritt man eben Meinungen, für die man noch bis vor wenigen Wochen andere Menschen als Hetzer, Nazis, Rassisten, Geisteskranke etc. beschimpft hat. Man passt sich eben dem Zeitgeist an, versucht die Kurve zu kriegen und argumentiert so, wie seinerzeit die Nazi-Großeltern: Man habe von nichts gewusst, nichts mitbekommen, habe das nicht ja nicht vorhersehen können und außerdem hätten Politiker und Medien die Geschehnisse und Entwicklungen völlig verzerrt dargestellt. Schuld waren damals wie heute immer die anderen. Eigenverantwortung ist für die autoritätsgläubigen linke Österreicher und Deutsche ein Fremdwort.

Obwohl natürlich stimmt, dass linke Mainstreamjournalisten, also so gut wie alle Journalisten, ganz im Sinne der dominanten linken Ideologie „berichtet“ haben. Für sie ist es nicht ganz so leicht das Fähnchen in den Wind zu hängen. Man hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, zu hemmungslos linken Meinungsjournalismus betrieben, zu offensichtlich die Welcome-„Refugee“-Euphorie propagandistisch befeuert. Das ist auch der Grund, warum Journalisten nun immer verzweifelter versuchen, die linken Zerfallsprozesse umzudeuten, die blutigen Folgen der Multikulti-Ideologie zu verharmlosen und die Verantwortung dafür anderen zuzuschieben. Es wird ihnen nichts nutzen. Der Kaiser ist nackt, auch wenn die Mainstream-Journalisten in ihren immer bedeutungsloser werdenden Medien noch immer von seinen bunten Kleidern schwärmen. Die Kluft zwischen Wirklichkeit und Propaganda, öffentlicher und veröffentlichter Meinung, zwischen den Alltagserfahrungen der Menschen und der von den Medien vermittelten Realität ist mittlerweile so groß, dass die Bürger den Journalisten nicht mehr trauen (können). Linke Politiker versuchen unter dem Applaus von linken Journalisten mittels Zensur von Internet, social media und der Kriminalisierung von abweichenden Meinungen die Lage in den Griff zu bekommen. Zu spät. Damit verschlimmern sie ihre Lage nur noch, vergrößern die Kluft zwischen Regierten und Regierenden, schüren den Hass.

Linke Journalisten haben genauso wenig Zukunft wie linke Politiker. Menschen, die noch im Herbst 2015 voller Inbrunst „Welcome Refugees“ gegrölt und Teddybären an Ö Fake-Flüchtlinge verteilt haben, wollen von all dem und ihren einstigen politischen Vorbildern nichts mehr wissen.

Kaum noch einer will dabei gewesen sein, so wie seinerzeit am Wiener Heldenplatz. Freilich, den Karren aus dem Dreck ziehen sollen jene, die man bis vor kurzem noch als Nazis, Nestbeschmutzer und Idioten bezeichnet hat.  Auf diese Last-Minute-Dissidenten sollte man nicht zählen. Was Österreich, was Europa dringend braucht, sind mutige und engagierte Menschen, keine Mitläufer.

43 Gedanken zu „Österreich, das Land der Last-Minute-Dissidenten

  1. Selbstdenker

    Sehr beunruhigend ist meiner Meinung, dass VdB gleich drei von den Muslimbrüdern gestreute Konzepte übernommen und sein Amt als Bundespräsident dazu missbraucht hat, um diese zu kommunizieren:
    1) Der Begriff der “Islamophobie”,
    2) die bizarre Umdeutung von Muslimen als “neue Juden” und
    3) die Darstellung vom Kopftuch (ein weltweit klar erkennbares Symbol vom politischen Islam) als Symbol der “Eigenständigkeit” von Frauen.

    Anmerkung zu Punkt 3: ich bin für ein generelles Vermummungsverbot in der Öffentlichkeit (“Antifa”-Tracht, Burka, Niquab, etc.) aber gegen ein Kopftuchverbot. Es sollte aber jeder unverfälscht wissen, wofür das Kopftuch steht.

    Zu den “Konvertiten”: die sind keineswegs in der Realität angekommen, sondern sie suchen sich – nachdem sie erfolgreich einen erheblichen Schaden anrichten konnten – eine neue “Spielwiese”.

    Die “Überläufer” sollte man sich gut merken, denn wenn sie das Feld ihrer politischen Aktivitäten verlagern, heisst das noch lange nicht, dass sie ihre zugrundeliegenden Überzeugungen (konkret: die Ablehnung der westlichen Zivilisation, insbesondere: Ablehnung der Freiheit) aufgegeben haben.

    “The issue is never the issue. The issue is always revolution”

    Wichtig: man sollte sich die gewählten Methoden – insbesondere die der politischen Mobilisierung – genau ansehen: die Methoden sind wie eine Unterschrift auf einem Bekennerschreiben.

  2. Der Realist

    allein mit der Wahl des Kaunertalers haben rund 50 Prozent der Österreicher das Amt schwer beschädigt

  3. Rado

    Vermute, dass vdB kurz vor seinem Kopftuchsager auf irgendeine Weise Kontakt mit Islamisten hatte, die ihn in ihrem Sinne brieften. Höchstwahrscheinlich hiesige Akp Ableger anlässlich des Erdogan Wahlkampfes.

  4. Thomas Holzer

    Nicht sehr stringent, daß oben Geschriebene…….

    Wenn gilt, wie insinuiert: “Der Schaden, ……. angerichtet haben, ist mittlerweile irreversibel”
    Dann kann man auch nicht mehr “den Karren aus dem Dreck ziehen”, da ja irreversibel.

    Und was sind “Flüchtlingsanwärter”?
    Menschen, welche eine Anwartschaft auf Flucht haben, oder auf Asyl, oder beides, oder einfach nur ein neues Wortkonstrukt, welches halt einen ein bisserl degoutanten Hautgout hinterlassen soll?!

    @Humanist 06:54h
    Und wer ist wer?

  5. Namor

    Mehr als eine Durchhalteparole ist oben geschriebenes nicht. Ich erinnere an 9/11, damals forderte die FAZ, man müsse ehrlich das Gewaltproblem des Islam breit diskutieren.

    Nach Charlie Hebdo Anfang 2015 herrschte großes Entsetzen, Angst und Ratlosigkeit bis tief ins linke Spektrum. Der Islam und seine Gewalt war Thema, ganz ohne Scheuklappen, so wurde zumindest gefordert. Wenige Monate und ein Hochglaztitelbild eines ertrunkenen Jungen später, waren diese irretierten Linken (viele davon meine Arbeitskollegen) die eifrigsten Willkommensklatscher und mächtig stolz auf Deutschland (da arbeite ich), zum ersten mal in ihrem Leben stolz auf ihr Land.

    Von der Hoffnung in den arabischen Frühling bleibt nichts, schlimmer noch es zeigte sich, dass Demokratie dort keine offenere, sondern eine totalitärere Gesellschaft hervorbringt (Tunesien muss sich erst noch beweisen). Die großen Vorzeigedemokratien Türkei und Indonesien islamisieren sich Jahr für Jahr mehr und seit vielleicht schon Jahrzehnten. Das sich auch die Muslime in Europa immer mehr dem Islam zuwenden ist offensichtlich, ob es nur die zweite, dritte, etc Generation beteiff wage ich zu bezweifeln. Ich denke auch die ersten Generationen der Zuwanderer islamisieren sich heute. Über die Ursachen hört man wenig. Schlecht gebildete, mittellose Menschen aus agrarischen Kulturen werden in eine hochkomplexe Gesellschaft mit “protestantischer” Arbeitsethik verpflanzt. Sollte tatsächlich wer zu Geld kommen unterstützt er damit seine Eltern. Im Gegensatz dazu werden die Autochonen von den Eltern unterstützt um z.b. Ausbildung oder Eigenheim zu erwerben. Die Zuwanderer bleiben abgehängt, bilden eine Parallelgesellschaft (Klasse, Community, oder sonstwas) und grenzen sich über Unterschiede ab, wie Gruppen das nun eben machen. Die Religion drängt sich förmlich auf.

    Zurück zur Eingansthese der Durchhalteparole. Egal was bisher geschah oder gefordert wurde, da wäre etwa noch die FPÖ-Regierungsbeteiligung, der Anteil der Zuwanderer, vor allem der Muslime steigt stetig. Auch wenn Trump eine Mauer und Ausweisung ankündigt, so what? Auch unter Obama gab es Grenzen und Ausweisungen (gingen in die Millionen). Selbst wenn Trump dies nun verstärkt, gehe ich davon aus, dass auch in Amerika der Anteil der Latinos und Muslime konstant weiter steigt.

    Egal, ob Talibankämpfer, Osamas Leibwächter, jugendliche Intensivtäter oder Hassprediger, in Europa sind alle Willkommen, und je mehr Unheil sie anrichten desto dringender benötigen uns diese verlornen Schafe. Mann sollte Nietzsches Antichristen lesen (oder Hörspiel über youtube-converter) und anstelle der Christen, Kirche und Pfarrer, Linke, Partei und Politiker stellen. Glaubt mir, es funktioniert erschreckend gut!

  6. sokrates9

    Selbstdenker@.. Ich bin gegen ein Kopftuchverbot..
    Bitte erklären Sie einer oberösterreichischen Schuldirektorin die richtigerweise für ein Kopftuchverbot ist, wie man verhindert dass 6 – jährige muslimische Mädchen ein Kopftuch tragen müssen, und bei entsprechender Klassenmehrzahl auch christliche Mädchen ein Kopftuch wollen um nicht diskriminiert zu werden!
    Werden nicht so Parallelkulturen gezüchtet??

  7. stiller Mitleser

    Naja, viele erfinden sich post festum als Dissidenten, um sich neue Chancen aufzutun. (manchmal in politischen Autobiographien mit eigentlich unglaublich frechen spins, die ihnen Aufnahme in neue Karrierenetzwerke ermöglichen…)
    Aber sind Mitläufer denn nicht ohnehin immer das Personal der Demokratie und muß man nicht froh sein, wenn sich der öffentliche Meinungskarren ächzend langsam, langsam wendet ?

  8. sokrates9

    ..Linke Journalisten haben genauso wenig Zukunft wie linke Politiker..
    Das Problem ist wenn einmal ein Wald lichterloh brennt, dauert es verdammt lange bis man den Brand gelöscht hat und der Wald wieder intakt ist!

  9. cmh

    …. aber dann blüht neues Leben aus den Ruinen.

    Bleibt zumindest zu hoffen.

  10. Thomas Holzer

    @sokrates9 09:08h
    Dann wird es aber langsam Zeit, daß Sie Ihren christlichen Mädchen -es soll ja auch atheistische geben- Selbstbewußtsein “einimpfen” 😉

    @stiller Mitleser
    Bemerkenswert finde ich aber auch, daß diese Mitläufer, welche de facto, wie Sie richtig schreiben, die Mehrheit in einer Demokratie stellen, sogar in der Wahlzelle -eigentlich sind sie ja dort “mutterseelenalleine”- dem Mitläufertum “herzhaft frönen” 😉

  11. stiller Mitleser

    @ Thomas Holzer
    der Wechselwähler (also jemand der rational und nach Programm von Fall zu Fall wählt) ist ja ein Modell
    neueren Datums (so ab den späten 70ern etwa, bis dahin überwog doch die Loyalität zu einem Lager)

  12. Mario

    “Mit seinem Kopftuch-Apell hat Alexander van der Bellen sich selbst, , seine Unterstützter und Wähler bis auf die Knochen blamiert und sein Amt schwer beschädigt.”

    Bitte nicht für andere sprechen. Ich fühle mich von seiner Aussage keineswegs “blamiert”. Viel eher bestätigt mich das zwanghafte Missverstehen und die völlig überzogene Reaktion weiter Teile der Medienlandschaft und der Bevölkerung in meiner Entscheidung. Was Van der Bellen gesagt hat, ist ein Analogon zu Voltaires berühmtem Ausspruch “Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.”: “Einen Stofffetzen zu tragen, weil es in einem tausend Jahre alten schwachsinnigen Buch steht, mag vollkommen idiotisch sein, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es tragen darfst.”. Wie man zu dumm sein kann, um das zu erkennen und daraus gar den Untergang der westlichen Welt herzuleiten (und nicht etwa deren Verteidigung), ist für mich vollkommen unerklärlich. Ein paar Höhlenmenschen schmeißen Bomben, also zum Teufel mit den Werten der Aufklärung – tolle Logik.

  13. Christian Peter

    Zu Van der Bellens Ehrenrettung sollte bemerkt werden, dass ähnliche Äußerungen laufend auch von andern Vertretern der Altparteien geäußert werden, etwa von Angela Merkel und vielen anderen.

  14. Christian Peter

    Wer erinnert sich noch an die Aussage der deutschen Bundeskanzlerin, Kritiker ihrer Einwanderungspolitik sollten ‘besser mal wieder einen Gottesdienst besuchen.’ Interessanterweise erregten derartige Äußerungen weit weniger Aufmerksamkeit als die Aussage eines (ohnehin nicht ernstzunehmenden) Bundespräsidenten von den Grünen.

  15. Reini

    Wie würde wohl ein Land aussehen in dem nur Grüne leben?
    vielleicht wie Libyen ohne Ölvorkommen, … wie Rumänien ohne Atomstrom,… oder Bangladesch,…
    das Lustige, sie würden sich mit ihrer Misswirtschaft und ihren irrationalen Ansichten ausrotten,…
    Ohne Wohlstand würde es keine Grünen geben, denn sie leben davon!

  16. Christian Peter

    @Reini

    Grüne machen mir keine Sorgen, die sind an keiner Bundesregierung und in Österreich nur an einer Landesregierung vertreten. Die wahren Verbrecher stammen aus ganz anderen Parteien.

  17. Thomas Holzer

    @CP
    Und ich dachte, die “Grünen” sind auch in Kärnten und Tirol in der Landesregierung vertreten, so kann man sich täuschen 😉

  18. Rado

    Die Merkelschen Aussagen über Kirche, Bild, Buch und Blockflöte und hatten durchaus einiges Echo. Die von Gauck auch. VdB hat aber neue Maßstäbe gesetzt. Halte ihn wie schon gesagt für vom Türkenwahlkampf gebrieft. Die Heranziehung des Zitats von Voltaire ist mit Verlaub Schwachsinn.

  19. sokrates9

    Reini@ Venezuela hat eine hervorragende Natur, die Wirtschaftspolitik ist mit der der Grünen identisch!
    Außerdem hat es die größten Erdölvorkommen der Welt die man aus Klimaschutzgründen nicht fördert! :_)

  20. Christian Peter

    @TH

    Auch uninteressant, Bundesländer haben in Österreich keine nennenswerten Gesetzgebungsbefugnisse.

  21. Geheimrat

    VdB hat wieder einmal als einziger den Überblick behalten !!!!!
    Er ist eben doch der Allerbeste…….

    Der Österreichische Bundespräsident Van der Bellen hat sich gegen die Brenner-Schließung und die Schließung der Mittelmeerroute ausgesprochen. Für Vorwürfe gegen NGOs, sie würden mit Schleppern gemeinsame Sache machen, gebe es keine Beweise, sagte der österreichische Bundespräsident.

    http://www.epochtimes.de/politik/europa/van-der-bellen-gegen-sperre-der-mittelmeer-route-keine-beweise-fuer-schlepper-ngo-deal-a2110308.html?meistgelesen=1

  22. Thomas Holzer

    @CP 12:43h
    So kann man falsche Aussagen natürlich auch “korrigieren”, zeugt aber nicht gerade von besonderer Intelligenz

  23. Christian Peter

    @TH

    In Sachen Intelligenz sind Sie natürlich Vorreiter, das kann man ihren Beiträgen tagtäglich entnehmen.

  24. Hanna

    @ Mario: Tja, mir kommt auch so vor, als ob Ihnen viel zu vieles “unerklärlich” ist. Sie sind ja an sturer Engstirnigkeit nicht zu übertreffen. Da schaudert’s einen ja, wenn man sowas wie “Viel eher bestätigt mich das zwanghafte Missverstehen und die völlig überzogene Reaktion weiter Teile der Medienlandschaft und der Bevölkerung in meiner Entscheidung” liest. Völlig überzogen? Wo leben Sie, in Kanada? Was wissen Sie über den Islam, über das Kopftuch (und warum es getragen wird) und über die Tatsache, dass das Kopftuch für Weltübernahme-Fantasien gewissen Leute steht? Das ist Ihnen aber vermutlich viel zu abstrus und an den Haaren herbeigezogen. Na dann, rauf mit dem Kopftuch … vergessen Sie aber nicht, dass in einer Kopftuch-geprägten Gesellschaft nach Scharia-Vorschriften auch Männer, die nicht “gläubig” genug und damit nicht mittelalterlich rückständig genug sind in ihrem “Glauben” versklavt, bestraft und ev. umgebracht werden. Ziehen Sie doch bitte nach Saudi-Arabien. Oder vielleicht wohnen Sie eh schon dort. Oder aber Sie sind ein sehr überzeugter Moslems. Anders kann ich mir Ihre völlig ignorante und menschenverachtende Absonderung nicht erklären.

  25. Rennziege

    4. Mai 2017 – 12:55 — Christian Peter
    Endlich sehen Sie’s ein, CP. Das gibt Hoffnung.

    Nebenbei: Mir ist ja klar, dass Sie die FPÖ für jedes Unheil der gesamten Menschheit verantwortlich machen; von mir aus gern, aber müssen Sie das fünfmal täglich wiederholen, zu so gut wie jedem Thema?
    Zur Abwechslung könnten Sie wieder Ihre “Raucher-sind-Mörder!”-Drehorgel anwerfen. Kennt man zwar ebenfalls ad nauseam, aber vielleicht haben Sie ja einen Privatdetektiv gemietet, der H.C. Strache beschattet und dabei ertappt, wie er heimlich eine qualmt.
    So könnten Sie ihre beiden Leitmotive zu einer Symphonie schmieden, die Ihnen (zumindest in Herrn Ortners Konzertsaal) ohrenbetäubenden Applaus beschert — mit etwas Glück sogar Ovulationen einiger anwesender Damen.

  26. Reini

    @Christian Peter 12:21,… schön das sie auch die Grünen als Verbrecher ansehen,.. 😉

  27. Christian Peter

    @Reini

    Im Parteienstaat Österreich sind alle im Parlament vertretenen Parteien Verbrecher, ganz egal, um welches Parteibuch es sich handelt. Aber wenigstens sind die Grünen ehrlich, die machen keinen Hehl daraus, einen extremen Linkskurs zu verfolgen, während heuchlerischen Parteien wie die ÖVP und FPÖ nur den Anschein erwecken, konservative Parteien zu sein.

  28. mariuslupus

    Warum wird wieder über diesen dämmlichen Stück bedruckten Stoff diskutiert ? Ist doch nur ein Sandstreuer. Es geht um die Inhalte, die dieser Stoff repräsentiert, und um die Werte die Leute, die diesen Lappen verteidigen, bereits aufgegeben haben. Und diese Leute sind es, nicht die, die den Fetzen tragen, sind die Feinde der freien Gesellschaft.

  29. Thomas Holzer

    @CP 12:55h
    Zumindest gestehe ich Fehler ein, auch öffentlich

    @Rennziege 14:08h
    Auch die Kirche ist sein erklärtes Feindbild, die haben Sie vergessen, zu erwähnen 😉

    @stiller Mitleser 15:14h
    Noch hat uns allen Prinz Philip ja eine “Galgenfrist” gegeben, bis August 🙂

    @mariuslupus 15:57h
    Danke, jetzt weiß ich wenigstens, wo ich mich einordnen darf 😉

  30. Oliver H.

    @Mario

    Innerhalb eines falschen Systems zu argumentieren, dem man sich expressis verbis zugehörig fühlt, ist trivial und billig.

    “.. [ein Fetzen Stoff] ist ein Analogon zu Voltaires berühmtem Ausspruch ..”

    Das ist eine valide Feststellung, weswegen wahrhaft Liberale besagten Fetzen in der Tat tolerieren, sprich entsprechend Gepolte selbigen inklusive dessen Symbolcharakter zähneknirschend hinnehmen. Nicht jedoch tolerierbar ist die Inkonsequenz grüner Schmalspur-Voltaire-Adepten, welche bloß selektiv Analogien erkennen, sprich per Staatszwang unterbinden wollen, wonach Inhaber von Freiheiten auch deren potentielle Nachteile ernten.

    Paraphrase: “Ich mag verdammen, daß du mit bestimmten Symbolträgern keine Gschäfte machst, sie nicht alimentierst oder sonstigen Umgang unterläßt, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, daß du dies darfst.”

    Der Unterschied zwischen Linken und Liberalen begründet sich, ungeachtet aller Axiomatik, in Willkür versus Prinzipientreue, im Anlaßfall festgemacht an den mitterdings ins Kraut schießenden “Anti-Diskriminierungsdelikten”. Nicht daß Ihre, Mario, Darstellung falsch wäre, im Gegenteil, doch sie ermangelt einer zwingend nötigen, expliziten Einbettung in den Ungeist der herrschenden Zeit, forciert von einer ganz spezifischen politischen Kaste, prototypsisch vertreten durch den aktuellen Inhaber der Schlüssel zur Hofburg in Wien.

    So gesehen müßten Grün-Aspiranten inzwischen auch Sympathie aufbringen für langsam aber sicher aufkommende Fundamental-Opposition ihnen gegenüber, gilt es doch laut ’68er-Sponti-Spruch’ jenes zu beseitigen, was kaputt macht. Willkür und deren Fürsprecher stehen dabei ganz oben auf der Liste.

  31. Thomas Holzer

    @Oliver H.
    “Nicht daß Ihre, Mario, Darstellung falsch wäre, im Gegenteil, doch sie ermangelt einer zwingend nötigen, expliziten Einbettung in den Ungeist der herrschenden Zeit……….”

    Kann ja durchaus sein, daß ich diesen o.a. Satz mißverstehe.
    Aber: Ich denke, die Darstellung durch @mariuslupus ist insoferne nicht falsch, als daß sie, diese Darstellung, eben explizit in den Ungeist der herrschenden Zeit eingebettet ist.
    Erst durch den Gesetzgeber wird all denen eine Bühne gegeben, welche durch ein Kleidungsstück, eine Tätowierung, ein Piercing oder was auch, immer Aufmerksamkeit erheischen, ja ein “statement” abgeben wollen.
    Der Gesetzgeber höhlt die Privatautonomie mit (fast) jedem neuen Gesetz weiter aus, alteriert sich aber andererseits darüber, daß dann derlei Diskussionen aufkommen, welche der Gesetzgeber -anstatt die erlassenen Gesetze ersatzlos abzuschaffen- zum Anlaß nimmt, weitere Gesetze zu verabschieden, welche die Situation nur immer weiter aufschaukeln, ad infinitum.

  32. Thomas Holzer

    darf mich korrigieren; natürlich nicht @mariuslupus (Verzeihung!) sondern @Mario
    mea culpa

  33. Wanderer

    Der Staatsfunk berichtet aktuell, dass der VdB das gar nicht so gemeint hat, sondern “speziell Übergriffe auf Kopftuch tragende Frauen” im Kopf hatte. Nach einer gewissen Zeit würden ihn auch jene verstehen, die sich heute echauffieren. Ich glaube nicht, dass sich wegen dieses Kopftuch-Statements seine Wähler über ihn ärgern. Die Person vdB war zweitrangig, denn es ging ja im Dezember in erster Linie um die Verhinderung des “gefährlichsten Mannes Europas”.

  34. Rennziege

    4. Mai 2017 – 20:04 — Wanderer
    Der einzige “spezielle Übergriff auf Kopftuch tragende Frauen”, der bislang bekannt wurde, ist Van der Bellens dumpfbackige Anbiederung an Muslime und deren mehrfache Gemahlinnen.

  35. Johannes

    Der sehr verehrte HBP ist ein kleines Plappermäulchen der sein Herzchen auf der Zunge trägt hat es den Anschein.
    Eine denkbar schlechte Eigenschaft für einen BP, allein die Presse in Übersee eine blamable Vorstellung unseres ersten Mannes.
    Es wird wohl einigen Herren und Damen von SPÖ und ÖVP sowie vielen Vertretern der Wirtschaft schön langsam dämmern was da jetzt abgeht.
    Menschen die sich in ihrer Parteiräson dem Aufruf von SPÖ und ÖVP verpflichtet fühlten und mit Bauchweh VdB wählten werden sich auf gut Vanderbellnerisch verarscht fühlen und auch ein klein wenig oder vielleicht sogar doch mehr verärgert sein.
    Könnte sogar sein das sie deswegen weil sie sich benutzt und getäuscht fühlen und nun das Ergebnis sehen aus Protest bei der nächsten Nationalratswahl nicht so gehorsam sondern vielleicht sogar rebellisch votieren werden, als Denkzettel sozusagen.

  36. Christian Peter

    Das sind die gefährlichen Politiker, Wolgang Schäuble : ”Abschottung ließe Deutschland in Inzucht verfallen.”

  37. Oliver H.

    @Thomas Holzer
    “Kann ja durchaus sein, daß ich diesen o.a. Satz mißverstehe.”

    Ja

    “Aber: Ich denke, die Darstellung durch [den Vorposter] ist insoferne nicht falsch, als daß sie, diese Darstellung, eben explizit in den Ungeist der herrschenden Zeit eingebettet ist.”

    Freilich ist besagtes Getippte ein völlig stringentes Kind des vom alles bestimmenden und zugleich hochgradig schielenden Ungeist Befallenen. Die nötige Explifizierung fand aber erst durch mich statt und wurde durch Sie mit Ihren eigenen Worten wiederholt. Kein Drama, erhöhen Umwege doch die Ortskenntnis.

  38. Der Realist

    wenn versucht wird zur Ehrenrettung des Kaunertalers auszurücken, so muss schon berücksichtigt werden, dass die Ehre nur gerettet werden kann, wenn eine da ist.

    @Thomas Holzer

    mit bornierten Leuten, deren intellektuelle Kapazitäten gerade ausreichen um die lebensnotwendigen Körperfunktion aufrecht zu erhalten, ist sinnlos, aber Sie werden das ohnehin auch wissen.

  39. Mario

    @Hannah:
    Ich würde gerne mit ihnen diskutieren, aber da ihre Erwiderung exakt gar nichts mit meinem ursprünglichen Kommentar zutun hat, ist es mir leider unmöglich.

    @Oliver H.:
    Ich halte fest, dass sie mit Van der Bellens Aussage prinzipiell einverstanden sind, oder sie zumindest als validen Standpunkt betrachten (ungeachtet dessen, dass sie von ihm denkbar ungeschickt formuliert und vorgetragen wurde). Demzufolge müssten sie auch meine Auffassung teilen, dass es intellektuell unwürdig ist, sich ihretwegen künstlich aufzuregen, was immerhin den kompletten Inhalt meines Kommentars vollständig abdeckt.

    Nun zu dem von ihnen aufgeworfenen, völlig neuen Thema. Ich verstehe wohl die Richtung, in die ihr Argument zu gehen scheint, jedoch – mangels weiterer Informationen – nicht dessen volle Tragweite. Daher würde mich ihre Meinung zu folgenden (vermeintlichen?) Voltaire Analogien interessieren:

    1) „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

    2) „Ich mag verdammen, dass du ein Kopftuch (als Beispiel eines religiösen Symbols) trägst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es tragen darfst.“

    3.x) „Ich mag verdammen, dass du mit Muslimen (als Beispiel einer Religionsgemeinschaft) nicht x willst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du mit ihnen nicht x musst.“ (in diese Kerbe schlug wohl ihr Vergleich?)

    4.x) „Ich mag verdammen, dass du mit weißrussischen Sozialdemokraten (als – zugegebenermaßen absurdes – Beispiel einer Gesinnungsgemeinschaft) nicht x willst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du mit ihnen nicht x musst.“

    5.x) „Ich mag verdammen, dass du mit Frauen (als Beispiel eines Geschlechtes) nicht x willst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du mit ihnen nicht x musst.“

    6.x) „Ich mag verdammen, dass du mit Rothaarigen (als Beispiel einer durch willkürliche Äußerlichkeiten definierten Teilmenge der Menschheit) nicht x willst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du mit ihnen nicht x musst.“

    wobei x = „reden“, „gesellschaftlich Verkehren“, „Geschäfte machen“, „sie in deinem Gasthaus bewirten“, „sie in deinem Unternehmen beschäftigen“, „ihnen Asyl gewähren“, … modulo korrekter sprachlicher Einbettung in den jeweiligen Satz

    Ist es Willkür, zwischen diesen Varianten zu unterscheiden? Sind sie allesamt äquivalent? Welchen dieser Aussagen würde Herr Van der Bellen ihrer Meinung nach nicht zustimmen, sie jedoch schon?

  40. Oliver H.

    @Mario

    “Ich halte fest, dass sie mit Van der Bellens Aussage prinzipiell einverstanden sind ..”

    Das kleingeschriebene ‘sie’ hat seine Richtigkeit, denn mich können Sie nicht gemeint haben, ohne sich selbst der Ignoranz dessen zu bezichtigen, was man an Sie gerichtet in einfachen Worten formulierte.
    Sollte das ‘sie’ aber Ausfluß einer Unsitte sein, die Refenzierung des Adressaten konsequent klein zu schreiben, und vieles deutet darauf hin, dann texten Sie hinkünftig für die sprichwörtlichen Fische. Weniger wegen mangelnder Umgangsformen, sondern mangels leichter Dechiffrierbarkeit des Geschriebenen. So genial sind Ihre Texte nicht, alsdaß man sich ergänzend noch mit sinnentstellender Syntax abmühen wollte. Einverstanden?

    ” .. oder sie zumindest als validen Standpunkt betrachten (ungeachtet dessen, dass sie von ihm denkbar ungeschickt formuliert und vorgetragen wurde).”

    Orientieren Sie sich beim “Festhalten” bitte weniger an Wunschbildern, denn an Fakten. Wer seine Sinne halbwegs beisammen hat und das Interview vollständig in Bild und Ton verfolgte, konnte bei den entscheidenden Teilen weder Ungeschicktheit noch Ironie erkennen, sondern einzig sorgsam gesetzten semantischen Mist als Folge rotzgrüner Authentizität, allenfalls langsamer vorgetragen, als dies etwa eine Claudia Roth getan hätte oder vergleichbare Frontfiguren der Pippi-Langstrumpf-Ideologie.

    “Demzufolge müssten sie auch meine Auffassung teilen, ..”

    Aus Falschem folgt Beliebiges.

    “Nun zu dem von ihnen aufgeworfenen, völlig neuen Thema.”

    Sie machten sich mit Ihrer Einlassung selbst zum Thema, ist doch das von Ihnen verteidigte grüne Staatsoberhaupt ein Antipode zu Voltaire, noch dazu in der entscheidenden Essenz der Redefreiheit. Aufgelegter gehts garnicht.

    “Ich verstehe wohl die Richtung, in die ihr Argument zu gehen scheint, jedoch – mangels weiterer Informationen – nicht dessen volle Tragweite. Daher würde mich ihre Meinung zu folgenden (vermeintlichen?) Voltaire Analogien interessieren:”

    Einverstanden. Vorweg aber, zwecks Abkürzung der Übung, etwas Grundlegendes: Voltaires Statement schöpft seine Kraft aus dem Gegensatz zwischen der Größe der Ablehnung einerseits und dem, was er dennoch zur Verteidigung des Abgelehnten andererseits in die Waagschale wirf, nämlich sein Leben. Das deutet auf eine ziemliche Absolutheit hin, im speziellen Fall sein Eintreten für Artikulationsfreiheit, deren Nutzung den Inbegriff des opferlosen Verbrechens darstellt.

    Wer sich nun sogenannter ‘Hate-Speech’ vergegenwärtigt und die passende Schnappatmung derer, für die Sie hier erfolglos den Degen führen, hat den Clou der bisherigen Debatte verstanden.

    “[Religionszugehörige .. Frauen .. Rothaarige] wobei x = „reden“, „gesellschaftlich Verkehren“, „Geschäfte machen“, „sie in deinem Gasthaus bewirten“, „sie in deinem Unternehmen beschäftigen“, „ihnen Asyl gewähren“, … modulo korrekter sprachlicher Einbettung in den jeweiligen Satz”

    OK

    “Ist es Willkür, zwischen diesen Varianten zu unterscheiden?”

    Ja, das ist es, zumal die Unterscheidung in manchen Fällen zur Hinnahme einer Unterlassung führt, in anderen Fällen zum gegenteiligen Imperativ, eine bestimmte Handlung auszuführen. Damit aber werden bestimmte Formen der Unterlassung inkriminiert. Nun sind wir direttissima beim Lieblingskind der Linken, dem Oxymoron der Zwangssolidariät und mittelbar bei Identity-Politics.

    “Sind sie allesamt äquivalent?”

    Logisch ja, nachdem in /allen/ Fällen eine /Nicht-Handlung/ am Prüfstand steht. Wer diese ablehnt, hat weder den Begriff der Freiheit verstanden noch Voltaires Spruch. Wenn besagter Philosoph schon mit seinem Leben eintritt, daß eine Tat vollbracht wird, nämlich die vernehmbare Artikulation des Unerwünschten, wie absurd wäre dann erst die analoge Intoleranz gegenüber einer Unterlassung, egal worin sie besteht?

    “Welchen dieser Aussagen würde Herr Van der Bellen ihrer Meinung nach nicht zustimmen, sie jedoch schon?”

    Sie haben fraglos die Fähigkeit zum eigenständigen Denken und Formulieren, als bringen Sie Ihre eigenen Meinungen, anstatt ohne Not versuchsweise das Geplapper einer gezielt inthronisierten Sockenpuppe zu verteidigen.

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