Österreich verjausnet fröhlich seine Zukunft

“…..Das Erfolgsmodell Österreich – als vielgepriesene Insel der Seligen – ist weitgehend barocke Fassade, hinter der die Balken erschreckend morsch sind. Es handelt sich weniger um Täuschung als um Lebenslügen, die man sich immer krampfhafter selbst einzureden sucht. Das Programm des kürzlich abgetretenen Kanzlers Werner Faymann bestand einzig im Beschwören österreichischer Glückseligkeit, was angesichts wachsender Sorgen und Ängste, «obwohl es uns so gut geht», den Eindruck peinlicher Einfältigkeit verstärkte. In Österreich lebt es sich noch immer ganz gut – durch Kapitalkonsum in jeder Hinsicht. Das – insbesondere kulturelle – Kapital des Landes ist beeindruckend, aber nicht unendlich. Wie Deutschland weist Österreich Reste eines hohen Ethos von Leistungsbereitschaft und Vertrauenswürdigkeit auf, nur etwas gemildert durch Gemütlichkeit und Schlampigkeit. Letzteres macht einen wutgetriebenen Wandel in Österreich wahrscheinlicher als in Deutschland, denn die Vertrauensseligkeit ist eben ein wenig geringer, und die Verhältnisse sind etwas schlampiger….” (hier)

12 comments

  1. Reini

    … 50% der Österreicher haben keine Sorgen und Ängste um Österreich, sie belassen alles so wie es war, sie haben nur Angst vor der Veränderung und nicht um die Zukunft unserer Kinder, sie leben wie die Politiker – nicht vorausdenkend, bis das große erwachen kommt. Dann sagen 95% der Österreicher “ich habs immer schon gewusst das es so weit kommt”. Österreich hat man abhängig von der EU gemacht, wir sind einem System ausgeliefert das gegen die Wand fährt, der Zerfall ist nur eine Frage der Zeit, aber wir müssen lt. VdB in der Europäischen Union bleiben, Gefangen im System!
    Österreich hat noch einige Jahre Ausbildungszeit vor sich,…

  2. Christian Günther

    Die Fragen die jetzt zu stellen wären, sind nicht nach links oder rechts auszurichten. Es bestehen tatsächlich keine politischen Lager, sondern es stehen sich die Produkte von 40 Jahren Sozialstaat gegenüber. Die Habenden gegen die Habenichtse, jene die sich’s richten konnten und können gegen jene, die das nicht können und letzlich die Mächtigen gegen die Ohnmächtigen in einer so genannten repräsentativen Demokratie. Es ist ein neuer Klassenkampf entstanden, allerdings keiner an der historischen Kampflinie Arbeiter-Kapitalist, sondern mitten durch Familien und Generationen: Aufsteiger und Nutznießer im Sozialstaat gegen Verlierer und Sozialstaatstützer (Steuerzahler), wobei die Verlierer bereits tief in den Mittelstand hineinreichen und die verbleibenden Steuerzahler bald zahlungsunfähig sein werden. Das ist der Stoff aus dem die freiheitlichen Wähler gemacht sind und dieser Stoff wird von den “Eliten” dieses Landes im Akkord produziert. Der Kommunismus ist zu Grunde gegangen, weil ihm das Geld ausgegangen ist-so einfach is das nämlich. Es gibt daher eigentlich nur mehr eine Frage: Wie lange kann sich Österreich, Europa die herrschende Politik noch leisten?

  3. Thomas Holzer

    Ein ausgezeichneter Artikel, welcher aller Wahrscheinlichkeit nach von keinem “unserer” Politikerdarsteller gelesen werden wird, und gleichzeitig eine korrekte und daher vernichtende Kritik an der Politik der vergangenen Jahrzehnte!

  4. Thomas Holzer

    Hat eigentlich irgendjemand eine Ahnung, wie viele Menschen in Österreich in den geschützten Werkstätten ungefähr tätig sind?
    Damit meine ich, ORF, ÖBB, Kammern, Parteien, Landtage, Gemeinden, Bund etc. etc.
    Danke im voraus

  5. Reini

    @ Thomas Holzer,… drücken wirs mal so aus,… wer den “Chef” nicht wählt fliegt! … ich geb dir den Posten damit du mich wählst, damit ein “win – win” entsteht!

  6. Falke

    “Wesentliche Forderung der FPÖ ist eine Ausweitung direktdemokratischer Verfahren, was man schwerlich als antidemokratisch abtun kann”. Natürlich kann man, und wie! Da hat der Autor unseren Links-Grünen aber nicht gut zugehört. Für die sind nämlich Volksabstimmungen “populistisch” und daher abzulehnen.

  7. Thomas Holzer

    Es gibt im Bereich des Staates Modelle, die durchaus funktionieren. O-Ton Herr Mitterlehner in “Klartext”
    d.h. warum sollen wir etwas ändern?!
    Auf ein Beispiel, welches Herr Kern anführte, meinte der Herr Mitterlehner gleich, das ist ein Detail……….
    Quintessenz: Es wird viel geredet, aber gehandelt wird -wieder einmal- nicht werden.

  8. mariuslupus

    Es gibt ein Buch mit dem Namen “Prolokratie”, der Name des Autors ist mir leider entfallen. In diesen Buch, soweit ich mich erinnern kann, hat der Autor die These von der Möglichkeit der absoluten Invarianz eines politischen Systems aufgestellt. Diese Situation tritt, nach Autor, dann ein wenn mehr als 50% der Wähler direkt vom Staatsapparat abhängig sind. Die Wähler sind in dieser Situation direkt dem Staatsapparat verpflichtet und werden die Repräsentanten des Staatsapparats nicht abwählen, sondern bei jeder Wahl unterstützen. Ad infinitum.
    Interessant, wie man sich so irren kann

  9. Lisa

    @Christian Günther: Genau so erlebe ich es auch. Da (CH) werden sogar Ehestreitigkeiten mit dem Wahlzettel ausgetragen 😉 Die Bezeichnungen rechts-links in der Politik sind längst sinnleer; es ist das ganze System, das von Grund auf verändert werden müsste. Aber solange jeder im Lande eine Stimmer hat, unabhängig davon, ob er für dieses Land auch etwas tut – undseis nur Steuern bezahlen – so lange will keiner eine Veränderung. Denn diejenigen, die die Schmarotzer des Sozialstaats alimentieren, behaupten natürlich, sie täten damit auch was für ihr Land…

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