Österreichs hausgemachtes Tschetschenien-Problem

Von | 10. Juli 2016

(A.Unterberger) Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus wird immer mehr zum Überlebenskampf für jenes Europa, wie wir es lieben gelernt haben. Niemand kann noch die blutigen Terrorakte der letzten Jahre und all die Opfer zählen. Niemand mehr hat einen Überblick, wie viele Terrorakte glücklicherweise durch die internationale Polizei- und Geheimdienstarbeit verhindert worden sind. Niemand weiß genau, wie viele Tausende europäische Dschihadisten noch frei zwischen der Atlantikküste, Istanbul, Syrien und Irak herumschwirren. Umso schlimmer und jämmerlicher sind da die vielen Selbstbeschädigungen in diesem Abwehrkampf, ob sie nun durch belgische Medien und Polizisten oder durch österreichische Richter und Beamte verschuldet werden.

Im belgischen Sender VTM Nieuws etwa ist man stolz darauf, exklusiv berichtet zu haben, dass der verhaftete Terrorverdächtige Abrini den ebenfalls verhafteten Terroristen Abdeslam schwer und sehr konkret belastet hat. Seit das durch den Sender bekannt geworden ist, schwebt Abrini nun in höchster Gefahr, im Gefängnis als Verräter von anderen Islamisten misshandelt oder ermordet zu werden.

Könnte das nicht einen Außenstehenden, der naturgemäß weder für den einen noch den anderen Sympathien hat, kalt lassen? Das sollte es aber nicht: Denn jetzt wird sich jeder verhaftete Islamist noch viel strenger hüten, der Polizei auch nur die kleinste Information zukommen zu lassen. Sie wissen nun alle, dass in Europa scheinbar vertrauliche Aussagen an die Medien durchsickern können. Damit werden gewiss künftig viel weniger Anschläge verhindert werden können.

Und wenn schon redselige Kriminalbeamte nicht den Mund halten können, dann sollten in diesen Fällen zumindest Journalisten an ihrer Stelle denken. Und notfalls auch erhaltene Informationen verschweigen, sofern diese der Allgemeinheit nicht wirklich weiterhelfen und großen Schaden anrichten können (In Österreich werden ja auch Schülerselbstmorde nicht gemeldet, weil sie gerade zu Schulschlusszeiten Nachfolgetäter motivieren).

An Blödheit solchen Medien ebenbürtig waren seit Jahren die österreichischen Asylbehörden und Gerichte. Sie sind dafür verantwortlich, dass in keinem EU-Land Tschetschenen so leicht und in so großer Anzahl Asyl erhalten haben wie in Österreich. Dabei haben sich diese Tschetschenen in Relation als die allergefährlichsten „Flüchtlinge“ erwiesen, von denen eine erschreckend hohe Anzahl Affinität zu Gewalt, Kriminalität, Terrorismus oder Islamismus hat. Jetzt ist wieder einer von ihnen als hochgradiger Terrorist aufgeflogen (auch wenn die hiesigen Behörden es noch verzweifelt herunterzuspielen versuchen), nämlich als einer der Drahtzieher des jüngsten Anschlags auf dem Flughafen von Istanbul.

Es ist zum Verzweifeln, wie falsch sich viele jener Menschen verhalten haben und weiter verhalten, die von uns gute Beamtengehälter kassieren. Aber auch politisch ist das zum Verzweifeln.

Oder kann mir irgendjemand verraten, warum die österreichische Koalition auch heute noch dieses Thema und die mehr als berechtigte Empörung darüber alleine den Freiheitlichen als Munition lässt? Warum sie sich viel mehr erregt über unziemliche Reaktionen empörter österreichischer Internet-Poster als über diese schweren Fehler der Asylbehörden? Und warum sie nicht selbst energisch durch viel schärfere Gesetze, Verordnungen und Ausübung ihrer exekutiven Kompetenzen mit dieser fürchterlichen Entwicklung in den heimischen Asylbehörden aufräumt?

Es ist völlig egal, ob diese Entwicklung in Behörden und Gerichtshöfen auf linken Utopismus, auf Feigheit vor dem verbalen Terror der Asylindustrie, auf christliche Naivität, auf juristische Blindheit, auf Dummheit, auf Bequemlichkeit oder gar klammheimliche Sympathien zurückzuführen ist. Sie ist einfach unerträglich. (TB)

 

16 Gedanken zu „Österreichs hausgemachtes Tschetschenien-Problem

  1. Gerald Steinbach

    Wieder ein Politiker der Toleranz, Zugehen und Mahnende Worte findet, wieder einmal die Merkel, und so nebenbei , O-Ton :die Neubürger sollten sich aber ebenfalls anpassen, Danke Fr. Merkel für den Hinweis

    Das Wort “zugehen auf die Neubürger” hört man sehr oft, wie kann man sich das vorstellen,.. man fährt mit der U6 , steht dann auf , geht auf die 5, 6 Tschetschenen, Iraker,..zu: Wie geht’s? Tolle Kleidung was ihr trägt,…..
    Wie es funktionieren könnte, sah ich wirklich in der U6, vor zwei Tagen. U Bahn gut gefüllt, keine Sitzplätze frei, ein ca 30 jähriger Österreicher Marke Empathie ohne Ende, mit kleinen Nasenring und Zopferl am Hinterkopf, aber doch eher bieder wirkend. überließ seinen Sitzplatz einen bärtigen arabisch aussehenden Mann, Typ Salafist den Sitzplatz.
    Der Mann war ungefähr 6 bis 8 Jahre älter und hielt ein gut gefülltes Billasackerl in der Hand und nahm das Angebot ohne Dank zu sagen, natürlich an
    Eine win-win Situation entstand, der Österreicher hatte ein super Gefühl und der salafistisch wirkende Araber
    konnte es sich gemütlich machen.
    Bei der nächsten Station stieg der Neubürger aus und der andere steht wenn er nicht gestorben ist, ab jetzt immer in der U Bahn.
    Peinlich mit anzusehen, aber recht erheiternd

  2. stiller Mitleser

    Nach der Zerstörung Grosnys durch die Russen kamen tschetschenische Asylanten vor allem nach Polen und Österreich, wobei Österreich die attraktivere Destination war und die Tschetschenen bei Konservativen – berechtigterweise – Sympathien genossen, da sie schon unter Stalin unter Zwangsumsiedlungen und Verfolgung zu leiden hatten. Von den kleinen Ethnien des Kaukasus (z.B. auch in Dagestan) war immer Widerstand gegen Zentralgewalt ausgegangen.
    Hatten die älteren Asylanten noch gute Ausbildungen (auch die Frauen, viele aus den Bereichen der Petrochemie) aufzuweisen, gabs bei den Jungen, im Krieg Sozialisierten, keine Schulbildung mehr, für manche von ihnen gilt Kriminalität auch als ganz akzeptabler Broterwerb – sie kennen Normalität gar nicht mehr.
    Wie viele Kriegsflüchtlinge sind auch die meisten Tschetschenen nicht mental hier angekommen; das Interesse galt immer den Geschehnissen in der Heimat. Außerdem gab es eine starke Aktivität von Agenten unter den Flüchtlingen, eine postsowjetische Spezialität, die dafür sorgte ein Klima von Mißtrauen und in der Fremde fortdauerndem Krieg zu erzeugen, Kämpfer und Rückkehrer wurden angeworben, Auftragsmorde etc..
    Verständnis für diese schwierige und in besonderen Schwierigkeiten befangene Asylantengruppe gab es – außer bei einigen, vielleicht überidentifizierten, Betreuern, kaum. Von den Kadyrow-Kontakten der FP wollen wir gar nicht erst reden. In Konsequenz haben – wie in Bosnien und bei bosnischen Migranten – vorläufig die Islamisten das Rennen gemacht.

  3. Thomas Holzer

    @Gerald Steinbach
    Mit Verlaub, aber wer, wem wo einen Sitzplatz offeriert, hat weder Sie noch mich zu interessieren; dies sollte wohl eine Interaktion zwischen diesen beiden Menschen bleiben.
    Sollten Kinder für ältere Herrschaften nicht ihren Platz räumen, ist dies eine andere Causa.
    Langsam wird es in diesem Land skurril, wenn derlei Lappalien wiedergekäut werden.

  4. sokrates9

    Thomas Holzer@ Das mit dem Sitzplatz sehe ich nicht so einfach. Kürzlich eine hochschwangere Kopftuchmutter in der Straßenbahn gesehen die ihrem ca 5 – jährigen hochaktiven Sohn den Sitzplatz zur Verfügung stellte! Wollen Sie islamische Machoideologie in Österreich??

  5. sokrates9

    Mich würden die Richtlinien der österreichischen Beamten interessieren, wann wem Asyl gewährt wird? Habe den Eindruck dass die die am Besten lügen und betrügen hochwillkommen sind!

  6. Thomas Holzer

    @Sokrates9
    Es hat weder Sie noch mich zu tangieren, ob eine hochschwangere “Kopftuchmutter” ihrem ca. 5 jährigem hochaktiven Sohn ihren eigenen Sitzplatz anbietet!
    Oder wollen Sie vielleicht dafür auch noch ein Gesetz schaffen.

  7. Gerald Steinbach

    Thomas Holzer@
    Wer wem einen Sitzplatz überlässt ist wirklich ohne Bedeutung und geht auch an mir vorbei.
    Das Sitzplatz überlasen war aber auch nicht die Message der Story, vielmehr der durch die Medien/Politik suggerierten Botschaften der eingeforderten Toleranz, Empathie für die Neubürger, die dann mit übertriebenen Gehorsam von Toleranz erstickten Bürgern in übertriebenen Weise durchgeführt werden
    Es war ein Erlebnis kürzlich in der U6 das ich peinlich fand
    Sokrates@ Auch geht des Öfteren der ca 10 jährige Sohn drei Schritte vor seiner Mutter, so nach den Motto, früh übt sich wer ein guter Moslem werden will
    Eine bedenkliche Entwicklung, die eine Seite kennt keine Toleranz und die andere Seite teils mit übertriebener Toleranz (oder Dummheit)

  8. Thomas Holzer

    @Gerald Steinbach
    So ich mich recht entsinne, ging auch mein Neffe in seinen jungen Jahren des Öfteren sogar mehr als 10 Schritte vor meiner Schwester 😉

    Ich hatte aber nie einen Gedanken daran verschwendet, ob er jetzt früh wofür auch immer übt 😉

  9. Gerald Steinbach

    Thomas Holzer@
    Ich denke, dass ihr Neffe jetzt bei einen gemeinsamen Spaziergang mit seiner Freundin/Frau nebeneinander gehen werden und er den gleichen Respekt einer Frau entgegenbringt wie einen Manne, bei den vorausgehenden 10 jährigen Muslim wird sich aber ein Respekt gegenüber einer Frau nie manifestieren, weil er es auch nie anders gelernt hatte und so (falsch) erzogen wurde.

    Wenn diese Respektlosigkeiten unter ihres gleichen bleiben, soll es mir Recht sein, aber wie wir schon wissen ist dem nicht so.
    In schā’a llāh,…und der will es so

  10. Thomas Holzer

    “Wenn diese Respektlosigkeiten unter ihres gleichen bleiben, soll es mir Recht sein, aber wie wir schon wissen ist dem nicht so.”

    Das liegt aber hauptsächlich an uns!, daß wir es uns “gefallen” lassen, daß derlei Verhaltensweisen nicht nur unter ihres gleichen bleiben, da mache ich den Muslimen keinen Vorwurf

  11. Gerald Steinbach

    Thomas Holzer@..
    “”Das liegt aber hauptsächlich an uns!, daß wir es uns „gefallen“ lassen””

    Das genau ist das Problem

  12. Johannes

    Ich kann ihnen nur zustimmen, vor Köln haben sie über Verbrechen von Migranten nur erfahren wenn es sich nicht mehr verheimlichen ließ, dafür wurde und wird fröhlich drauflos geplappert wenn wichtig kriminalistische Arbeit zum Schutz von Zeugen oder verdeckten Ermittlungen eher geheim stattfinden sollte.
    Tschetschenen werden uns noch viel beschäftigen, es ist russisches Roulette das wir hier spielen, wird sich meiner Meinung nach noch bitter rächen.

  13. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer
    Es ist der Unterschied wie kleine moslemische Jungen schon zum Macho erzogen werden, deutsche Jungen im Kindergarten dann in rosa Röckchen! mit bunten Bändern tanzen müssen. Es kommt doch nicht von ungefähr, dass moslemische Jugendliche deutsche junge Männer tot schlagen oder ins Koma prügeln, das kam schon öfter vor.

    Nach Silvester wurde dann gesagt, dass die deutschen jungen Männer ihre Freundinnen nicht massiv verteidigt haben. Zum einen werden es wesentlich mehr Moslems gewesen sein, die ja ohnehin zur Rudelbildung neigen als deutsche Männer, zum anderen ist auch die Erziehung von Jungen in D zu halben Mädchen eine Folge.

  14. Mona Rieboldt

    stiller Mitleser
    Vielleicht wurden Tschetschenen auch deshalb verfolgt, weil sie kriminell und besonders brutal sind. Auch USA hatte Tschetschenen aufgenommen, die dann die Bomben explodieren ließen beim Lauf in Boston und es gab Tote und Leute, denen anschließend Arme und/oder Beine fehlten. So lange es einem nicht selbst passiert oder Familienangehörigen kann man es ruhig als “nicht angekommen” bezeichnen.

    Und was bitte passiert denn mit den Tschetschenen, die “nicht angekommen” sind? Die werden weiter mit Sozialhilfe, also Steuergeld, “gefüttert”? Oder gehen sie wieder zurück in ihr Land, da es dort keinen Krieg mehr gibt?

  15. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Sie haben schon recht! Nur, ich kann mich leider nur wiederholen: an diesen Zuständen sind wir! schuld, nicht die Muslime oder welche andere Minderheit auch immer.
    Anscheinend scheint die (große) Mehrheit der “autochthonen” Eltern in D und A mit der Neutralisierung der Geschlechterrollen, respektive mit der “Aufspaltung” in 77? und mehr “Geschlechter” keine Probleme zu haben.
    Nun aber den Muslimen vorzuwerfen, daß diese dabei nicht mitmachen, erachte ich als mehr als nur pharisäerhaft

  16. stiller Mitleser

    @ Mona Rieboldt

    Große zentralistische Imperien haben immer Probleme bei der Unterwerfung der Peripherie gehabt, so eben auch schon das zaristische Rußland mit den Völkern des Kaukasus.
    Die Geschehnisse seit 91 lassen sich in der wiki nachlesen, seit dem Bombardement auf Grosny im zweiten Krieg nach 96 setzte die Flucht nach Europa und die USA ein. Es gab aber immer noch tschetschenische Gastarbeiter in Moskau, Terroranschläge und Geiselnahmen und demzufolge eine größere Zustimmung der beim ersten Krieg teilweise ablehnenden russ. Bevölkerung zum Krieg.
    .
    Die Regierung Kadyrow hat Entführungen von Gegnern aus dem Exil veranlaßt; Rückkehrer die z.B. Anhänger Dudajews waren haben Verfolgung zu fürchten. Die Leute wollen nicht zurück, finden aber auch hier nicht in ein normales, geordnetes neues Leben. Das ist natürlich nicht unsere Schuld. Exil und Migration sind nicht so easy und smooth wie uns seit vorigem Sommer weisgemacht wird; bekanntermaßen sind Exilanten besonders nationalistisch.
    AfD und FPÖ hängen dem russischen Narrativ an: die Tschetschenen sind wild, gewalttätig und kriminell,
    – Geschichte ist leider immer viel komplizierter und durch e.i.n. Narrativ allein nicht darstellbar.
    .
    Die Aufnahme der Tschetschenen war rechtlich gerechtfertigt; strittig gemacht werden kann die Rechtmäßigkeit ihres Verbleibs, und bei Regierungswechsel wird das wohl auch unternommen werden.

    .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.