Ohne UK wird die EU viel provinzieller

Von | 30. Juni 2016

“…Die EU minus das Vereinigte Königreich kann ab sofort nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, Europa zu repräsentieren, quasi das Monopol der demokratischen Ordnung zu verwalten. Die kontinentaleuropäische Teilunion wird wirtschaftlich, aussenpolitisch und auch sicherheitspolitisch leichtgewichtiger; sie wird, ohne das weltläufige, dem Handel und Wandel verpflichtete Vereinigte Königreich provinzieller…..” (hier)

16 Gedanken zu „Ohne UK wird die EU viel provinzieller

  1. Rado

    Je schneller Europa dieses Gebilde los wird, umso besser! Kanzler Kern ließ kürzlich hören, dass er “Österreich keinem Referendum aussetzen” wolle. Tickt er noch richtig? Will er vielleicht seine SPÖ-Partei auch keiner Wahl aussetzen? Das könnt ihm so passen!

  2. Calderwood

    Wenn Kern öffentlich sagt, daß er ein Referendum ablehnt, dann outet er sich damit als zynischer Anti-Demokrat.

  3. Thomas Holzer

    So man eine masochistische Ader hatte, und die Auslassungen der Frau Reding gestern Abend bei Frau Meischberger über sich ergehen ließ -über den Herrn von Lucke und den Herrn Strache verliere ich kein Wort- wird klar ersichtlich, daß weiter in die falsche Richtung, dafür aber noch schneller, gefuhrwerkt wird

  4. sokrates9

    Ist es nicht tzraurig, wenn man eine Le Pen, einen Strache als Hoffnungsträger sieht??
    Warum dieser Autor gegen Russland hetzen muss, ist mir nicht klar! Europa besteht nicht nur aus BRD und dem finanzschwachem Frankreich!

  5. waldsee

    ich bezweifle ,daß das uk das heilmittel gegen provinzialität ist.
    wo ist man ,wenn man die provinz hinter sich läßt?

  6. Christian Peter

    ‘Ob sich die Briten mit ihren Entscheid einen Gefallen getan haben, ist fraglich’

    Das sieht man in Großbritannien anders. Führende Ökonomen erwarten eine Stärkung der britische Wirtschaft durch den Brexit, eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens um 5 %, Verbesserung des enormen Leistungsbilanzdefizites, Verringerung der Arbeitslosigkeit um 0,2 %, etc. etc. Außerdem wird die Bedeutung des Finanzplatzes London durch die Unabhängigkeit mittelfristig eher zu- als abnehmen. Die Importe dürften sich für Briten langfristig ebenfalls verbilligen, da sich das Britische Pfund nach einer anfänglichen Schwächung verstärkt als Fluchtwährung etablieren wird.

    Ein Problem wird der Brexit eher für Länder, die viele Waren nach U.K. importieren, wie etwa die deutsche Exportindustrie, u.a. die Automobilindustrie.

  7. gms

    Thomas Holzer,

    > So man eine masochistische Ader hatte ..

    Nun, ich hatte besagte Ader, die wohl auch einem Biologen innewohnt, der sich ohne Schutzanzug an eine überlaufende Kläranlage heranwagt. Unterm Strich ist die Strategie der omnipräsent quasselnden Zombies plausibel, wird damit doch gegenwärtig der vernunftbegabte und an der Debatte halbwegs interessierte Untertan vor die Wahl gestellt zum sich willigen Fügen in den Totalitarismus oder der Bereitschaft, die immer schriller werdende Kakophonie noch länger zu ertragen.

    An anderer Stelle bemerkte jemand treffllich, der Unterschied zwischen Europa und der EU sei jener, wonach das eine ein Kontinent und das andere inkontinent ist. So oder so werden wir in den kommenden Wochen und Monaten mit geistigem Sondermüll überschüttet, begnadet sind jene, die sich dabei ein intaktes Nervenkostüm bewahren können.

  8. Falke

    @Thomas Holzer
    @gms
    Ich habe mir ebenfalls diese Diskussion angetan, war allerdings von den Auslassungen der Frau Reding wenig überrascht: Sie ist Luxemburgerin, war EU-Kommissarin, also voll in das System integriert und auch davon überzeugt, dazu offenbar eine große Bewunderin von Juncker, vielleicht auch stolz darauf, dass er ebenfalls Luxemburger ist, daher völlig unkritisch.

  9. gms

    Falke,

    wenn’s doch bloß Reding gewesen wäre. Trittin und der anwesende Äxtremismus-Forscher mit Mut zur Lucke blieben ihr, unter der Leitung einer nicht minder beschlagseiteten Moderation, im bestialischen Infight ums noch größere gedankliche Loch nichts schuldig.
    Die einzigen, die bei einem solchen Treiben heftiger unter die Räder kommen als die Zuschauer, sind Humoristen, deren hinkünftig noch so kunstvoll gezimmerte Skurrilität, verglichen mit dem von der Politik und ihren Geschmacksverstärkern bisher Dargebotenen, den Charme eines abgetauten Kühlschranks aufweist.

  10. mariuslupus

    Der Artikel ist ein Versuch einen egalitären Einheitsbrei à la, sowohl als auch, zusammnezuschreiben und dem Publikum als realistische Darstellung der aktuellen EU Situation, zu verkaufen.
    Die Frage an die Anhänger des Verbleibs von UK in der EU, warum UK in der EU bleiben sollte, bleibt offen.
    Ein erschreckendes Beiapiel war die ehemalige EU Komissarin im ARD TV. Der Beitrag hätte auch im Sovjetskoe Televidenie als Rechtfertigung der Breschnew Doktrin ausgestrahlt werden können. Apparatschiks aller Länder, vereinigt euch. Unabhängig von Partei, Land, Regierungssystem, Apparatschiks sind alle gleich.

  11. Johannes

    Wann immer jemand von provinziell spricht sind meiner Meinung nach Komplexe im Spiel (warum das Urbane gegenüber dem Ländlichen ausspielen?). Ja die EU verändert sich und ja England hat Bedeutung, aber warum den Rest Europas so schlecht reden? Überall gibt es Menschen die tüchtig, begabt, erfinderisch, unternehmerisch, fleißig usw. sind. Warum diese komische Herabstufung?
    England ist nicht im Meer versunken, das Land und seine Menschen sind noch immer da, der einzige Unterschied, niemand kann sie mehr mit “hören sie doch auf mit dem Klamauk “abspeisen.
    Wer in Zukunft mit den Briten Lösungen diskutieren will muß es auf Augenhöhe tun, da tut sich ein gewisser Kommissar schwer.

  12. Fragolin

    Sie wird nicht provinzieller, sondern brutaler. Diktatorischer. Immer hin war die erste Amtshandlung des selbsteingesetzten und selbstgefühlten Obersten Gutsherren über die kontinentaleuropäischen Lande nach der Eklärung der Briten sein sofortiger veitstanz, sie müssten jetzt so schnell wie möglich raus und für die anderen spielen wir zukünftig nach neuen Regeln, denen zufolge an natinalen Parlamenten gleich vorbeibestimmt wird. Nicht nur keine Referenden, wie Pudel Kern geflissentlich hechelt, sondern am Besten auch keine Ratifizierungen mehr. Weder Volk noch Palamente sollen etwas zu melden haben in der künftigen EU.
    Genau so haben sich alle die “Reformen” zu mehr “Volksnähe” vorgestellt, von denen der abgewrackte Buchhändler schwadroniert hat. Das hat sein permanent besoffener Seniorpartner auf dem Brüsseler Kaiserthron allen sichtbar gemacht.
    Ich beneide die Briten; sie haben den Absprung vom Zug Richtung Diktatur noch geschafft. Vielleicht schafft auch Visegrad noch das Abkoppeln von Brüssel. Doch für uns sieht es finster aus.

  13. Fragolin

    Ach ja, etwas können mir die glühenden EU-Befürworter irgendwie nicht mehr erklären, nämlich:
    1. Wenn die EU so ein segensreiches, von den klügsten Köpfen geleitetes Wunderwerk ist, in dem alles zum Besten aller Inassen läuft, warum hat die selbsteingesetzte Institutsleitung dann so einen Mörder-Schiss vor Umfragen?
    2. Wenn die mangelnde Akzeptanz laut Leuten wie Schulz nur daran liegt, dass man den Insassen die Wohltaten nicht richtig verkauft hat, warum wehrt man sich dann so vehement gegen jede Form von Offenheit, Transparenz und Bürgernähe?
    3. Wenn die Insassen angeblich zu leicht Opfer von “Rattenfängern” werden, wieso behandelt die EU ihre Insassen dann so, dass sie sich wie Ratten fühlen?
    4. Wenn die EU, wie von ihren journalistischen Jubelpersern behauptet, so begeistert von den Völkern akzeptiert würde, wieso spielt sie diese Karte nicht aus und startet ein EU-weites Referendum, um zu beweisen, wie glücklich ihre Insassen über die Institutsleitung sind? Allein die Angst, trotz aller Jubelpropaganda und allem Promi-Druck bei einer so großen Mehrheit durchzufallen, dass es selbst die besten Wahlbeeinflusser nicht mehr schaffen, an dem Ergebnis zu schrauben, beweits doch eines: Die EU ist nicht nur volksfern, antidemokratisch, diktatorisch und wird von einer Mehrzahl ihrer Inassen abgelehnt – sie weiß das auch!

  14. Tom

    “Ohne UK wird die EU viel provinzieller” – diese Aussage wert ich persönlich als “gefährliche Drohung” i.S.d. § 107 StGB

    😉

  15. Lisa

    @Johannes: “provinziell ” ist natürlich abwertend gemeint – und wird vor allem von Menschen so benutzt, die sich unter zentralistischen Syxtemen woho fühlen. Paris das eine, die Provinz alles andere. Danke, dass sie der Provinz Achtung zollen: man könnt ja auch “regional” sagen – das wäre wenger despektierich. Die Schotten stehen schon in den Startlöchern…

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