Oster-Ansprache

Von | 26. März 2016

“…..Ich verachte die Gläubigen nicht, ich finde sie weder lächerlich noch bemitleidenswert, aber die Tatsache, dass sie die beruhigenden, kindhaften Vorstellungen den grausamen Gewissheiten der Erwachsenenwelt vorziehen, bringt mich zur Verzweiflung. Der besänftigende Glaube erhält also gegenüber der beunruhigenden Vernunft den Vorzug, auch wenn der Preis dafür ein ewiger mentaler Infantilismus ist….” (Michel Onfray)

4 Gedanken zu „Oster-Ansprache

  1. Fragolin

    Menschen, die glauben, der allmächtige Schöpfer hätte ihnen die Fähigkeit des Denkens und Entscheidens, Gefühle und Gewissen gegeben, um diese Fähigkeiten zu unterdrücken und stattdessen stumpfsinnig den primitiven Parolen und hirnlosen Anweisungen angeblicher “Propheten” oder “Erlöser” zu folgen, um in diesem allmächtigen Schöpfer niedere Instinkte wie Rachsucht, Machtstreben oder Eitelkeit zu befriedigen, beleidigen Gott! Menschen, die sich weigern, jegliche ihnen von Gott verliehenen Fähigkeiten zu nutzen, beleidigen Gott! Menschen, die im Namen Gottes anderen Menschen, als Teile der Schöpfung Gottes, das Nutzen der ihnen von Gott verliehenen Fähigkeiten mit Gewalt und Terror verbieten wollen, beleidigen Gott! Menschen, die im Namen Gottes Menschen töten, beleidigen Gott! Menschen, die Gott unterstellen, ein rachsüchtiger und intriganter Mistkerl zu sein, der die Menschen in Hetzschriften gegeneinander aufhetzt um sich an deren Kriegen zu ergötzen, beleidigen Gott! Menschen, die behaupten, man müsse um Gott zu gefallen seinen Kindern die Schrift eines “Propheten” einprügeln, seine Frauen in Stoffkäfigen einschließen und Mord und Terror bejubeln, beleidigen Gott!

    Ich wünsche allen Foristen ein frohes Osterfest, immer die Botschaft im Herzen, dass Gott uns weder eine böse noch eine gute Welt geschenkt hat, sondern nur eine Welt. Der Rest liegt in den Entscheidungen, die wir treffen und den Handlungen, die wir daraus ableiten.

    Und den “open-borders!”-Krakeelern und Wellkammistinnen, die am Bahnhof auch schon mal einem Kriegsverbrecher oder Terroristen Teddys, Umarmungen und Küsse geschenkt haben, die sich über “Schießbefehle” und “Zäune” aufregen, schenke ich ein kleines Gedicht von Wilhelm Busch:

    Der Friedensheld

    Ganz unverhofft, an einem Hügel,
    Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
    “Halt”, rief der Fuchs, “du Bösewicht!
    Kennst du des Königs Order nicht?

    Ist nicht der Friede längst verkündigt,
    Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
    der immer noch gerüstet geht? –
    Im Namen seiner Majestät,

    Geh her und übergib dein Fell!”
    Der Igel sprach: “Nur nicht so schnell!
    Laß dir erst deine Zähne brechen,
    Dann wollen wir uns weiter sprechen.”

    Und alsogleich macht er sich rund,
    Schließt seinen dichten Stachelbund
    Und trotzt getrost der ganzen Welt,
    Bewaffnet, doch als Friedensheld.

    Ja, auch ich würde mir eine Welt ohne Waffen und Grenzen wünschen. Aber der Realist in mir weiß, dass der, der sagt, man brauche zu einem Krieg nur nicht hingehen, den Kampf nur nicht mitmachen, und schon wäre Frieden, nur den Frieden des Friedhofes ernten wird. Unsere Staaten sollten, statt sich in alle Kriege dieser Welt einzumischen, sich erstmal um die Vermeidung eines Krieges im Inneren kümmern anstatt diesen aufzustacheln. Und dazu gehört, Grenzen abzustecken, nicht nur räumliche. “Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht!”
    In diesem Sinne ein schönes Wochenende und nochmals frohe Ostern!

    P.S. Und daran denken: Wer zu Ostern mit den Eiern spielt, hat zu Weihnachten die Bescherung… 😉

  2. Wanderer

    @fragolin
    Dass Sie ausgerechnet zum Osterfest ein Busch-Gedicht bringen müssen! Der Mann verdankt seine Bekanntheit rassistischen Hetzschriften wie “Fipps, der Affe” oder “Die Rache des Elefanten”, in denen er nicht einmal vor der Verwendung des widerlichen N-Wortes zurückschreckte. Solange Busch verharmlost wird, müssen konsequent Zeichen gegen Rechts gesetzt werden. Idealerweise mit einer von Künstlern und ÖH-Germanistinnen getragenen Protestkundgebung am Heldenplatz mit Jelinek-Lesung und abschließender Bücherverbrennung (von Kant über Lessing bis Busch, Rosegger und den islamophob-rassistischen Ginzkey).

  3. Erich

    @wanderer
    Sie haben in Ihrer Verbrennungsliste Karl May vergessen! Die Guten waren bei ihm immer Deutsche, die oft ein edles Christentum verbreiten wollten. Bei den Indianern benützte er extreme schwarz-weiß Malerei (Apatchen gut, Komantschen böse), in Afrika wurden die Neger nicht gerade als ebenbürtig gezeigt und die Chinesen in Amerika wurden regelrecht lächerlich gemacht.
    Trotzdem habe wahrscheinlich nicht nur ich seine Abenteuergeschichten verschlungen, mich gefreut, geärgert, gehofft auf den Sieg des Guten. So nebenbei lernte ich aus den alten Karl-May-Ausgaben meines Vaters das Lesen der Frakturschrift. Mein Weltbild habe ich viel später ausgeformt unbeschadet seiner Ideen.
    Nur “Ardistan und Dschinnistan” konnte ich als Jugendlicher nicht verstehen; aber diese 2 Bände waren wohl kaum für “Kinder” gedacht.

  4. Johannes

    Wann immer man Christen oder Gläubige als eine Masse gleichgeschalteter infantil denkender betrachtet irrt man naturgemäß. Der Glaube ist für mich etwas das ständigen Zweifel ausgesetzt ist,. als Kind glaubte ich so wie es seit Generationen überliefert wurde. Jetzt bin ich im ständigen Zweifel wie es sein könnte. Wo komm ich her, wer bin ich, wo gehe ich hin so hat kardinal König die Fragen des Lebens formuliert. Ich verachte auch nicht die Atheisten, vielleicht eine kleine philosophische Denkanregung: wir wissen das, das was wir unter Universum verstehen ein unendlich Raum mit Milliarden Sternen sein kann. Was wenn diese Planeten mit all ihren Systemen nichts anderes sind als Atome in einem noch größeren Körper und was passiert dann außerhalb dieses Körpers? Was ich damit sagen will egal ob gläubig oder ungläubig im großen Ganzen von Zeit, Raum und allem was es sonst noch gibt ist es vollkommen unwichtig und da sind dann wieder meine Zweifel denn ich spürte schon so oft in verschiedenen wichtigen Phasen meines Lebens eine bestimmte Kraft von der ich mich aufgehoben fühlte. Ein Mann der so glaube ich sehr nahe diese Kraft spürte und mich mit seinen Vermächtnis immer wieder berührt ist Dietrich Bonhoeffer, solche Menschen lassen mich glauben das es mehr gibt.

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