Osteuropa, das letzte Bollwerk gegen den Islam

Von | 1. Oktober 2016

(Giulio Meotti /Gatestone) Vielleicht was es Zufall, dass Kardinal Christoph Schönborn, der auch als nächster Papst gehandelte Erzbischof von Wien den 12. September wählte, den Jahrestag der Belagerung von Wien, als die türkisch-osmanischen Truppen beinahe Europa eroberten, um einen der dramatischsten Appelle zur Rettung der christlichen Wurzeln Europas zu halten.

“Viele Muslime wollen und sagen, dass ‘Europa am Ende’ ist”, sagte Kardinal Schönborn, bevor er Europa beschuldigte “seine christliche Identität zu vergessen”. Dann prangerte er die Möglichkeit “einer islamischen Eroberung Europas” an.

Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Bundesanstalt Statistik Österreich, sagte, bis 2030 würden 40% der Bevölkerung Wiens dank der internen Demografie und des Migrantenflusses (60.000 Angekommene allein innerhalb eines Jahres) im Ausland geboren sein.

Seit dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 verbrachte ein Großteil der christlichen Bevölkerung Osteuropas unter islamischer Besatzung, insbesondere unter den Osmanen. Jetzt scheint es so, als sei die Uhr auf das Jahr 1683 zurückgedreht worden, als die osmanischen Armeen vor den Toren Wiens lagen.

Es ist kein Zufall, dass der heftige Widerstand der Osteuropäer ein Haupthindernis für eine geeinte Reaktion auf die Migrantenkrise der Europäischen Union gewesen ist. Es waren diese osteuropäischen Staaten, die Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel zwangen den massiven Migrantenzufluss zu stoppen. Heute, wo es keine Grenzen gibt, kommen weiter massenhaft Migranten. Allein im August erreichten 23.000 von ihnen Italien.

Brüssel peitscht einen Propagandakrieg durch, um die Westeuropäer, die für unkontrollierte muslimische Migration eintreten, als kosmopolitisch und tolerant darzustellen, während die Osteuropäer ein Haufen fremdenfeindlicher Eiferer, wenn nicht gar gleich Neonazis sind.

Europas gebildete Elite sollte durchaus einmal ihren Brüdern im Osten zuhören. Diese Länder sind ironischerweise der Kern des “neuen Europa”, die sich als Letzte dem europäischen Projekt anschlossen und genau die Länder, die autoritären Regimen entkamen, was Europa hätte wiederbeleben sollen. Brüssels Politik drängt heute diesen östlichen Block zurück in den Einflussbereich Russlands.

Der Widerwille der Osteuropäer die Türen für massive muslimische Migration zu öffnen, kann mit der Wirtschaftskrise, sinkenden Geburtenraten, ihren relativ homogenen Gesellschaften, der Verfolgung der Christen unter dem Kommunismus, Erinnerung an einen Konflikt mit dem Islam, der bis ins Mittelalter zurückreicht und dem Versuch Brüssels eine Kulturagenda aufzuzwingen erklärt werden. Das Europaparlament hat faktisch ständig Beschlüsse gefasst, mit denen die konservativen osteuropäischen Mitgliedstaaten wie Polen, Ungarn und Kroatien gedrängt wurden gleichgeschlechtliche Ehen und Abtreibung auf Verlangen zu legalisieren.

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, nennt ihn “Viktator” Orbán. Aber Ungarns Premierminister Viktor Orbán baut an der Grenze Ungarns zu Serbien trotzig weiter seinen Wall. Als der Kommunismus fiel, war Ungarn das erste Land, das den Eisernen Vorhang öffnete und die Menschen heraus ließ. Heute ist es das erste Land, das einen Zaun baut, um Leute draußen zu halten. Orbán plant zudem einen weiteren Zaun entlang dieser Grenze.

Orbán ist die östliche Nemesis der europäischen Elite. Niemand außer ihm spricht in Europa davon “die Christenheit” zu verteidigen. Die Gruppe Visesgrád-4 – die Allianz aus der Tschechischen Republik, Polen, Bulgarien und der Slowakei – will zwischen christlichen und muslimischen Immigranten unterscheiden. Orbán hat die Unterstützung der ungarischen Bischöfe, die gegen die Politik der Offenen Arme von Papst Franziskus gegenüber den Flüchtlingen opponieren.

In einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb Orbán:

“Diejenigen, die hierher kommen, wurden in einer anderen Religion erzogen und sind Vertreter einer grundlegend anderen Kultur. Die meisten sind keine Christen sondern Muslime. Das ist eine wichtige Frage, denn Europa und das Europäertum haben christliche Wurzeln.”

Orbáns Aufsässigkeit geht bis in seine Studentenzeit 1989 zurück, als er an der Beerdigung von Imre Nagy teilnahm, der den antisowjetischen Aufstand von 1956 anführte – Orbán hatte den Mut den Abzug der kommunistischen Invasoren zu fordern.

Später führte Orbán Ungarn in die NATO.

Der Sohn eines Kommunisten und einer calvinistischen Mutter hat eine gläubige katholische Ehefrau und fünf Kinder. Denjenigen, die fragen, ob er ein Reaktionär ist, antwortet Orbán: “Ich esse mit Messer und Gabel, aber wir sind nicht die netten Typen aus dem Mainstream.” Für ihn ist die Europäische Kommission eine Art neues Politbüro. “Wir haben uns 1848 von Wien keine Vorschriften machen lassen und 1956 und 1990 nicht von Moskau”, sagte Orbán. “Heute werden wir uns keine Vorschriften von irgendjemandem aus Brüssel oder von sonstwo machen lassen.”

Orbáns Reden sind voller Verweise auf die Geschichte, so als er die Ungarn aufforderte mit demselben Mut zu handeln, den ihre Vorfahren “im Krieg gegen die osmanischen Armeen” zeigten.

Die ungarische Verfassung ist in Europa einzigartig; sie schützt “das Leben von Moment der Empfängnis an” und sagt, dass eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann.

Orbáns Haltung ist von anderen ehemals kommunistischen EU-Mitgliedern übernommen worden. Polens Präsident Andrzej Duda beschwerte sich über “Diktate” aus Brüssel, man solle Migranten akzeptieren, die aus dem Nahen Osten und Afrika auf den Kontinent strömen. Derweil berief sich Jaroslaw Kaczynski, Parteichef der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit, “auf den alten, historischen Standpunkt, nach dem Polen ein Bollwerk des Christentums im Osten ist und Europa vor sich selbst retten muss”.

“Seit seiner Annahme des Christentums im Jahr 968 hat Polen oft die Rolle des Antemurale Christianitatis, einer Bastion des Christentums gespielt”, heißt es im Crisis Magazine.

“Vom Aufhalten des Vorstoßes der Mongolen in der Schlacht bei Liegnitz 1241 bis zur Rettung Europas vor muslimischer Kolonisierung, als König Johann III. Sobieski 1683 die Türken vor Wien besiegte, ist das bekräftigt worden. Der Kommunismus versagte dabei den polnischen Katholizismus auszulöschen, als Johannes Paul II. 1978 zum Papst gewählt wurde und den Aufstieg der Bewegung Solidarność anregte, die eine entscheidende Rolle bei der Beendigung des Kommunismus spielte. In jüngerer Zeit haben polnische Immigranten die bis dato leeren Kirchenbänke in Westeuropa gefüllt. Während der aktuellen Vatikan-Synode zum Thema Familie haben polnische Bischöfe zu den lautstärksten Verteidigern der Tradition gehört.”
Ungarn Premierminister Viktor Orbán ist die östliche Nemesis der europäischen Elite. Außer ihm spricht niemand sonst in Europa davon das “Christentum” zu verteidigen. Rehts: Polens König Johann III. Sobieski 1683 im Kampf gegen die osmanischen Türken vor Wien.
Der Premierminister eines anderen osteuropäischen Landes, Robert Fico aus der Slowakei, sagte, sein Land werde nur christliche Flüchtlinge akzeptieren; der Islam habe “keinen Platz” in seinem Land und “Multikulturalismus ist Fiktion”.

Der tschechische Präsident Milos Zeman griff den Multikulturalismus ebenfalls an. Sogar Socratis Hasikos, der Innenminister von Zypern, sagte, sein Land würde Flüchtlinge aufnehmen, will aber, dass es Christen sind. Für viele Zyprioten ist die Linie, die die Insel teilt, eine Grenze zwischen dem griechischen Christentum und dem türkischen Islam, so wie die Berliner Mauer eine Grenze zwischen Demokratie und Kommunismus war.

Das renommierte amerikanisch-katholische Magazin First Things vermerkte: “In Ungarn, Kroatien und anderen Staaten Osteuropas vollzieht sich eine Revolution für die Familie und für das Leben sowie eine Wiederentdeckung christlicher Wurzeln.”

Ob es uns gefällt oder nicht, die letzte Chance Europas Wurzeln zu retten könnten durchaus von den ehemals kommunistischem Mitgliedern der EU kommen – denen, die 1699 die Osmanen besiegten und die sich von deren Erben kulturell bedroht fühlen.

Zyprioten kennen die Folgen eines kulturellen Zusammenpralls besser als die im Bequemen sitzenden Bürokraten Brüssels. Fragen Sie sie nach ihren Kirchen auf der türkischen Seite der Insel; wie viele davon stehen noch?

14 Gedanken zu „Osteuropa, das letzte Bollwerk gegen den Islam

  1. stiller Mitleser

    Gute Zusammenfassung. In Südosteuropa ist die Erinnerung an die Folgen der osmanischen Eroberungen noch präsent, nicht nur in Bosnien, wo es auch noch im 2.WK grausame Auseinandersetzungen zwischen muslimischen und orthodoxen Gruppen gab.

  2. sokrates9

    Osteuropa incl Rußland ist die letzte Hoffnung für ein Nicht-moslemisches Europa!

  3. mariuslupus

    Ceterum censeo. Einziger Ausweg für Österreich aus der bevorstehenden Katastrophe verursacht durch den Anschluss an die EU.
    Mitgliedschaft bei der Visegrad Koalition, Stärkung der demokratischen Kräfte in Europa.

  4. Dr.Fischer

    Man hört nichts mehr von der großen, völlig neu errichteten Stadt in Bosnien, die von den Saudis finanziert wird. Die vor einiger Zeit nur auf alternativen online Medien gesehenen Bilder und Pläne zeigten eine vollkommen durchgeplante große Ansiedlungsmöglihkeit mit kpl baulicher vorbereiteter Infrastruktur.

  5. Dr.Fischer

    vergessen zu erwähnen – angebl für muslimische Bedürfnisse gebaut samt Moscheen.

  6. Falke

    Bemerkenswert die plötzliche Wandlung Schönborns vom wilden “Willkommensklatscher”, der noch vor weniger als einem Jahr den Aufruf der östlichen Bischöfe für den Schutz des Christentums vor massiver moslemischer Einwanderung einen “Skandal” genannt hat, zum “Retter” des Christentums in Europa. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.

  7. Gerald

    Organ wird von unserer Presse unterstellt, er würde sich nach dem Referendum mit Merkel auf einen gemäßigteren Kurs einigen. Der Wunsch war wohl Vater dieses Gedanken.
    Der wird genau nichts unternehmen was seine Glaubwürdigkeit untergräbt.

  8. stiller Mitleser

    @ Dr. Fischer
    https://kurier.at/politik/ausland/bosnien-herzegowina-ein-wahhabiten-stuetzpunkt-in-europa/172.829.182
    Das grüne Bergland rund um Sarajewo ist eine Alternative zu Zell am See und klimatisch attraktiv. Die Investitionen sind in dem verarmten Land natürlich willkommen.
    Man muß aber immer wieder betonen: hätte die EU die kleinste und schwächste Volksgruppe, die bosnischen Muslime, stärker unterstützt (und nicht Gräuel wie die Morde in Srebrenica, die lang verheimlicht und dementiert wurden, bis die Massengräber lokalisiert und ausgehoben werden konnten!) hätten die Wahabiten nicht so stark Fuß fassen können. Auch viele Hilfsaktionen, z. B. für Hinterbliebene der Opfer von Srebrenica sind bedenklich, z.B. man schenkt den Kleinbauern eine trächtige Kuh mit der Auflage, das Kalb dann an den serbischen Nachbarn (der noch da ist, die meisten Serben der Region sind mittels Haustauschaktionen die das serb. Rote Kreuz organisiert hat in die Republika Srpska umgezogen) abzugeben und sich mit ihm zu versöhnen. Da in Haag aber nur die großen Akteure belangt wurden, gibt es viele niemals belangte Schuldige und das Mißtrauen ist hoch.

  9. Falke

    @Gerald
    Angeblich soll Merkel Orban dafür “Hilfe” bei den Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Ungarn angeboten haben, sowie auch zusätzliche Bestechungsgelder.

  10. Gerald

    Welche Verträge hat dir EU nicht schon selbst verletzt? Die größten Verbrecher sitzen ganz oben, sowohl in Kommission, wie auch im Parlament, natürlich die EZB darf nicht vergessen werden, da sitzt der Obergauner.

  11. Gerald

    Moslem wird der nächste Bundespräsident in Deutschland. Dann geht es ganz schnell, die erste blöde Ansage und es brechen alle Dämme.

  12. astuga

    Im Vergleich zur Lage in Westeuropa mag das ja stimmen.
    Aber auch nur relativ.
    Die Polen haben etwa eine große Anzahl an Tschetschenen aufgenommen.
    Motiviert wohl durch das gemeinsame Feindbild Russland.

    Und in den Hauptstädten Bukarest und Warschau (und Athen) steht jeweils der Bau einer überdimensionierten Moschee kurz bevor – mitfinanziert durch die Nichtmuslime.
    Es gibt auch dort überall genug “Kollaborateure” und korrumpierte Politdarsteller, die bereits in den Startlöchern stehen und die umgehend loslegen, wenn man nicht wachsam ist.

  13. Dr.Fischer

    stiller Mitleser 12.21
    Danke für Ihre interessante Antwort und Ihren Link.

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