Paradox: Raiffeisen profitiert von Russland-Krise

Die Moskauer Tochter der Raiffeisen Bank International (RBI) profitiert offensichtlich von der Krim-Krise. Wegen der drohenden Verschärfung von Sanktionen gegen Russland ziehen russische Firmenkunden ihr Geld aus dem Ausland ab. Die RBI verzeichnet in dem Bereich in Russland derzeit “starke Zuflüsse”, erklärte eine Sprecherin am Mittwoch. Die russischen Unternehmen würden ihre zuvor anderswo geparkten Gelder nun bei der Bank anlegen, so die Sprecherin laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

7 comments

  1. Erich Bauer

    Ich könnte mir jetzt gut vorstellen, dass sich unser Außenminister Kurz – über kurz oder lang – schon eher über kurz, denke ich, der Meinung von Alice Schwarzer über Putin anschließt… Sonst könnte da jemand Dachziegel und Giebelkreuze nach ihm werfen. 🙂

    Allerdings müsste er dann auch noch die letzten Überbleibsel an oberlehrerhafter Arroganz, wie sie auch bei Alice Schwarzer gegenüber Russland anzutreffen ist, vermeiden… Putin ist kein “verhaltenskreativer” Schüler, den man mit moderner “Pädagogik” kommen sollte. Leider kann man ihn auch nicht “erzieherisch” – und sei es auch nur temporär – ins “Winkerl” stellen… das frustriert ihn nicht mal. Auf diese Weise kann man nur mit dem EU-Volx umgehen…

  2. gms

    “Wegen der drohenden Verschärfung von Sanktionen gegen Russland ziehen russische Firmenkunden ihr Geld aus dem Ausland ab.”

    Nachdem die Zusammenarbeit zwischen Brüssel, Frankfurt und Moskau schon in der Zypernkrise brauchbar funktionierte und für Kapitalrückflüsse nach Rußland sorgte [0], zielt die EU mit dieser Erfahrung im Marschgepäck aktuell wohl darauf ab, den pöhsen Bären im Osten mit Geld regelrecht zu ertränken.

    Man muß offenbar unter notarischer Aufsicht neun von zehn Tic-Tac-Toes gegen einen Kunstoffbrausekopf verlieren zum Befähigungsnachweis, auf EU-Ebene geostrategisch mitbestimmen zu dürfen. Nicht etwa, daß es nicht genügend andere Investoren gäbe, die ob dieser Kapitalablüsse günstige Gelegenheiten zu Neueinstiegen erhalten, so bedarf es daneben auch noch einiger willfähriger Helfer, die konsequent und ohne Angst vor jeglichem Verlust an Reputation so tun müssen, als wären sie schon mit Kaugummikauen überfordert.

    22.11.2013: “Die EU-Kommission hat sich äußerst zurückhaltend zum Vorschlag der Ukraine geäußert, statt des gescheiterten Assoziierungsabkommens gemeinsam mit Russland über Handelsbeziehungen zu beraten.” [1]

    17.03.2014: “Die russische Regierung hat heute ihrerseits eine “Gruppe der Freunde der Ukraine” vorgeschlagen, die Hilfe für die Ukraine organisieren könnte. Die EU hat auf diesen Vorschlag noch nicht reagiert.” [2]

    20.03.2014: “Merkel droht mit weiteren Sanktionen” [3]

    Zum Abrunden die bisherige Spitze des inszenierten Wahnwitzes vom 06.03.: “Lithuanian President Dalia Grybauskaitė, currently attending a meeting of the European Council in Brussels, warned that having occupied Crimea, Russia is trying to redraw the neighbouring states’ borderlines, and that Moldova, the Baltic States and Poland could be next in the line after Ukraine.” [4]

    Grybauskaitė, ehemaliges KPdSU-Mitglied und studierte Volkswirtin der Uni in Leningrad, war übrigens von 2004-2009 in der EU Kommissarin für Finanzen.

    [0] handelsblatt.com/politik/international/bnd-chef-schindler-russisches-schwarzgeld-in-zypern-gibt-uns-zu-denken/7981136.html
    [1] welt.de/politik/ausland/article122164231/Ukraine-will-ueber-Russland-mit-der-EU-verhandeln.html
    [2] dw.de/eu-will-russland-strafen-und-verhandeln/a-17501454
    [3] handelsblatt.com/video/video-news/politik/regierungserklaerung-zur-krim-krise-merkel-droht-mit-weiteren-sanktionen/9642928.html
    [4] lithuaniatribune.com/64795/grybauskaite-russia-redrawing-borders-moldova-and-baltics-could-be-next-after-ukraine-201464795/

  3. gms

    Na bitte, sollte doch niemand gedacht haben, es sei keine Steigerung mehr möglich:

    “Furcht vor Moskau treibt Schweden zur NATO Das bündnisfreie Schweden erwägt Beitritt zur NATO als Konsequenz aus Krim-Erfahrungen.”

    kurier.at/politik/ausland/furcht-vor-moskau-treibt-schweden-zur-nato/56.555.800

  4. Thomas Holzer

    @gms
    na ja, der “Kurier” schreibt auch viel, wenn der Tag lang genug ist 😉

    Aber:
    “…………. zielt die EU mit dieser Erfahrung im Marschgepäck aktuell wohl darauf ab, den pöhsen Bären im Osten mit Geld regelrecht zu ertränken”

    Verzeihung, aber Sie sehen nicht die Genialität hinter diesem Plan der EU-Kommissare; diese wollen schlicht und einfach Russland in der Inflation ertränken 😉

  5. Rennziege

    Warum sollte die RBI nicht von der Russlandkrise profitieren? Schließlich hat sie sich dort weit aus dem Fenster gelehnt. Und über den Herbert Stepic lass’ ich nichts kommen: Der Börsegang der RBI (bei first-refusal-Angebot an Raiffeisen Stammkunden) hat uns dank spontanem Zugreifen und überlegt zeitgerechtem Verkauf der flotten Aktien unsere halbe Hütte in Wien bezahlt, bar auf die Kralle. (Wir behalten sie, auch demnächst in Kanada wohnhaft.)
    So etwas war allerdings nur im Lichtschein der europaweit bewunderten Regierung Schüssel möglich, die Österreich ein viel zu kurzes Sabbatical vom Sozialismus bescherte und den ATX in ungeahnte Höhen katapultierte. Heut’ is’ wieder stockfinster dahaam, und der ATX wird tagtäglich durch die weisen Ratschlüsse des Kabinetts Faymann tiefer in die Tonne getreten.

    (Für allfällige FPÖ-Hasser füge ich an: Das tapfere Haiderlein mag ein Hallodri gewesen sein oder was immer Ihnen beliebt — aber ohne ihn hätte es keine Unterbrechung des großkoalitionären Niedergangs gegeben, der jetzt unaufhaltsam weitergeht.)

  6. gms

    Thomas Holzer,

    “na ja, der “Kurier” schreibt auch viel, wenn der Tag lang genug ist”

    Klar, keine Frage! Entscheidend ist weniger die Richtigkeit des Inhaltes, der garnicht so falsch ist, als vielmehr dessen Ventilierung. Wie furchtbar militärisch bedrohlich muß doch die Lage für Europa sein, wenn sogar den kühlen Schweden die sprichwörtliche Muffe geht?! (siehe etwa auch ZDF von vorgestern [1])

    Tatsache bleibt, wonach Reinfeldt im Hintergrund schon länger an einer Nato-Mitgliedschaft bastelt, bei seinen Landsleuten dafür aber noch keine Mehrheit hat. Direkter in seinen Äußerungen ist da schon sein Vize: [2]
    “In a direct response to Russia’s military actions in the Crimean Peninsula, Jan Björklund, the Liberal Peoples’ Party leader and Sweden’s deputy prime minister, is pushing for a “comprehensive strategic military re-think on capability.” Björklund also wants Sweden to “set the wheels in motion” to join NATO.
    “What the crisis in the Ukraine shows is that we need to return to our original defense doctrine of having the capability to defend our borders,” Björklund said at a March 12 news conference. “The crisis highlights our vulnerability in the Baltic Sea. We need to strengthen our presence and capability here. NATO membership is the best long-term option.”

    Für einen Nato-Beitritt bedarf es rund 2% des GDPs für Rüstungsausgaben. Die bringt Schweden aktuell nicht auf. Daher sind Schluckhilfen fürs Volk dringend nötig: “Finance Minister Anders Borg has promised the government will revisit defense spending. “It is no longer acceptable that Sweden spends less money, as a ratio to GDP, than any other Nordic country,” Borg said in a statement. Borg’s turnaround to a pro-spending position was echoed by Prime Minister Fredrik Reinfeldt.
    “We have a powerful and unpredictable neighbor which is not behaving according to international structures developed after the Cold War. This unpredictability creates uncertainty in our neighborhood, and this must be a starting point for revising defense spending needs,” Reinfeldt told the Riksdag on March 11.”

    [1] zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2113946/Finnland-und-Schweden-suchen-NATO-Naehe#/beitrag/video/2113946/Finnland-und-Schweden-suchen-NATO-Naehe
    [2] defensenews.com/article/20140316/DEFREG01/303160008/Russian-Threat-Re-Energizes-Sweden-s-Push-Join-NATO-Boost-Spending

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