Paris v. Berlin – zwei ökonomische Glaubenswelten

Von | 29. September 2016

“Deutschland und Frankreich stehen heute für verschiedene Wirtschaftsmodelle in Europa. Das ist besonders während der Euro-Krise deutlich geworden. Das deutsche Modell steht heute in den Augen der europäischen Öffentlichkeit für Fiskalkonservatismus, Legalismus und Geldwertstabilität. Das heißt, die Deutschen pochen auf Sparanstrengungen in der Euro-Zone, auf die Einhaltung von geschlossenen Verträgen und darauf, dass die Währungsstabilität das wichtigste Ziel der Geldpolitik sein soll.Der in andere Sprachen schwer zu übersetzende Begriff „Ordnungspolitik“ spielt dabei eine zentrale Rolle. Demnach soll der Staat einen verlässlichen rechtlichen Rahmen vorgeben, in dem sich der Wettbewerb entfaltet. Der Staat soll aber nicht selbst Spieler sein und der Wirtschaft Pläne und Ziele vorgeben. Deutschland mag diesen Ansprüchen in der Praxis selbst oft nicht gerecht werden, aber in der Theorie bekennt sich die deutsche Politik dazu, und das wird von einem starken Teil der deutschen Öffentlichkeit mitgetragen.

Das französische Modell: Staat, Planung, Vorrang der Politik

Frankreich steht hingegen für den Vorrang der Politik gegenüber Recht und Wirtschaft. Der Staat soll planen und Ziele vorgeben. Inflation und Schulden werden akzeptiert, wenn beides dem Erreichen staatlicher Ziele dient. Verträge zwischen Staaten werden weitgehend als Verschriftlichung eines politischen Konsenses zu einem bestimmten Zeitpunkt angesehen. Dieser kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder korrigiert werden, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen geändert haben….. ” weiter hier

6 Gedanken zu „Paris v. Berlin – zwei ökonomische Glaubenswelten

  1. Thomas Holzer

    “Paris v. Berlin – zwei ökonomische Glaubenswelten”

    Da stellt sich mir die Frage: Wie lange noch?

    Spätestens im Herbst 2017 wird sich in D die “Politik” Richtung Pariser Modell drehen

  2. mariuslupus

    Gegenfrage ? Wo pochen die Deutschen, konkret Merkel`s Regierung, auf Einhaltung geschlossener Verträge ?
    Wo lebt der Autor ? Zwischen Wolkenkuckuksheim und Wunschdenkenland !

  3. Falke

    Deutschland hat ja bereits bei der Griechenlandnkrise bewiesen, dass es dort mit der “Ordnungspolitik” und der Einhaltung des rechtlichen Rahmens auch nicht weit her ist.

  4. Rennziege

    29. September 2016 – 20:26 — Thomas Holzer
    “So viel zu Syriza, wo bleibt eigentlich Karl Markt?!”
    In Athen, wo sonst? Alexis Tsipras schart kommunistische Berater um sich, die den endgültigen Schuldenschnitt für Griechenland in der EU populär zu machen. Was ein Haarschnitt ist, weiß der brennte Karl grad noch, was ihn in Tsipras’ Beratertruppe als elitär auszeichnet.

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