“Pazifismus ist Lifestyle, für den andere bezahlen”

Von | 17. Juni 2014

Henryk Broder in der “Welt”: Der Pazifismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch dahinter steht weniger die Liebe zum Frieden als vielmehr der Wunsch, sich die Hände nicht schmutzig machen zu müssen. (hier)

9 Gedanken zu „“Pazifismus ist Lifestyle, für den andere bezahlen”

  1. DNJ

    Das eigene Land verteidigen, ok, aber am Hindukusch, in Syrien oder auch nur Bosnien? Was soll daran schlimm sein, sich aus dieser Kacke rauszuhalten? Wenn die USA glauben den Weltpolizisten spielen zu müssen, auch ok für mich, aber ein Polizist muss nicht mit Beifallsorgien und Geldspenden rechnen, wenn er ohnehin sorgfältig auf seine eigenen Geschäfte schaut. Über 4000 Tote und unzählige verkrüppelte und fürs Leben gezeichnete Soldaten hat allein der Irak gekostet. War es das wert? Wer mich in so einen Krieg zwingen wollte, müsste damit rechnen, selbst ein Ding einzufangen.

  2. caruso

    Broder ist kein Kriegsfreund. Kein halbwegs normaler Mensch ist es, allenfalls die Waffenfabrikanten. Broder zeigt “nur” die Heuchelei, die bodenlose Dummheit, die Einäugigkeit usw. der deutschen Friedensbewegung auf. Und damit hat er m.A. nach absolut recht. Krieg war/ist beiweitem nicht immer notwendig, manchmal aber, so gräßlich er auch ist, doch – leider.
    lg
    caruso

  3. DNJ

    “Heuchelei, die bodenlose Dummheit, die Einäugigkeit” kann man aber auch für die Kriegstreiber fraktion von 2002 und 2003 anführen, die von Massenvernichtungswaffen und Terroristenunterstützern (die in Wahrheit vom “Freund” Saudi-Arabien gefördert wurden) phantasierten. Hier die zugegeben manchmal weltfremden Spinner der Friedensbewegung als die wahren Schuldigen für alles Übel der Welt zu präsentieren ist aber auch irgendwie frivol.

  4. Erich Bauer

    Grundsätzlich meine ich: Ein Land (=Staat) welches seine Sicherheit nach Außen grob vernachlässigt, wird auf längere Sicht von der Weltkarte verschwinden. Bevor es zum Einmarsch kommt, wird es zu Tributzahlungen verpflichtet. Eigenständigkeit, Souveränität, Entscheidungsfreiheit gibt es für ein solches Land nicht.

    Deutschland (auch Österreich) ist der Aufbau einer wirksamen, eigenständigen, militärischen Verteidigung untersagt! Den Schutz der territorialen Integrität hat der “Bruder” auf dieser Insel zwischen Atlantik und Pazifik übernommen. Und davon lässt er sich auch nicht abbringen.Militärisch ist er dazu auch grundsätzlich in der Lage. Brother Sun ist jedem Land der Welt 10-fach überlegen – militärtechnisch. Was will/soll man da noch tun?

    Leider scheint dieses “Brüderchen” eine Entwicklung genommen zu haben, die gelinde gesagt verstörend anmutet. Es will, dass seine “Schützlinge” punktgenau und freudig seinen Willen und seine forschen Weltmachtspläne offensiv zu verwirklichen hilft… Und ich fürchte für den “großen Bruder”… das wird NIX! Irgendwie verständlich, dass die hauptberuflich “Friedensbewegten” unter solchen Umständen und Voraussetzungen nun auch in der Mitte der Gesellschaft auf “Verständnis” stoßen… Entgegen den Forderungen der “Schutzmacht” .

    Daniel Ellsberg (Vietnamkriegs-„Verräter“ und davor im Innersten Kreis der Entscheidungsträger) hat viel später über diese Vietnam-Affäre und seinen Prozess – lange vor 9/11 – festgestellt:

    „Das hat das Verhältnis Medien zur Regierung total verändert. Die Öffentlichkeit nimmt nicht richtig wahr. Die Leute hören zu, lernen daraus, sie verstehen und dann ignorieren sie es. Verbünde dich nie mit dem Bösen. Orwell hat vorausgesehen, welche Mächte uns in Zukunft bedrohen. Im kalten Krieg konnten wir die Demokratie noch aufrechterhalten. Aber vielleicht schaffen wir es diesesmal nicht mehr…“

  5. Reinhard

    @Erich Bauer

    “Bevor es zum Einmarsch kommt, wird es zu Tributzahlungen verpflichtet.”
    Meinen Sie die EU-Zwangsbeiträge?

    “Eigenständigkeit, Souveränität, Entscheidungsfreiheit gibt es für ein solches Land nicht.”
    Das erleben wir ja täglich…

    Wenn es eine von einigen Seiten geforderte gesamteuropäische Armee geibt und diese Garnisonen in Österreich unterhält, sind dort dann auch nur 5% österreichische Soldaten vertreten? Ab welchem Punkt kann man von einem “Einmarsch” oder einer “Besatzung” sprechen?

    Nur mal so gefragt…

  6. Erich Bauer

    Der Einmarsch derzeit ist 100 Prozent, Okay. Ich komme direkt vom “Heurigeh”,,,,

  7. Rennziege

    17. Juni 2014 – 22:15 Erich Bauer
    “Direkt vom Heurigen” kommen Sie. Schön! Aber mit Verlaub: So klingen Sie auch. USA-Bashing ist ja unglaublich en vogue in ganz Europa. Aber es ist einfältig und primitiv. Besonders wenn Sie behaupten, irgendwer hätte europäischen Staaten “untersagt”, ihre Landesverteidigung lebendig und schlagkräftig zu erhalten.
    Das Gegenteil ist wahr. Nur unter dem Schutzschirm der USA hat Europa den Kalten Krieg überstanden — und konnte sich erlauben, seine Truppen kaputtzusparen. Die USA haben stets davor gewarnt, aber immer noch viel Manpower und Geld in europäische Garnisonen und weltweit operierende Flottenverbände investiert.
    Diese Zeit geht nun flink zu Ende. Die pöhsen Amis haben, nicht nur wegen ihrer Verschuldung, die Schnauze voll, für Europas Verteidigung zu sorgen und sich dafür auch noch (wie von Ihnen und x anderen) beschimpfen zu lassen.

  8. Erich Bauer

    Ich frage mich, wie es zustande kommt, dass der Beitrag um 22:15 unter meinen Namen erscheint… Von mir stammt das nicht!

  9. Niedereder Wolfgang

    Pazifismus auf dem Niveau einer Berta von Suttner – um nur einen Namen aus aktuellem zeitlichem Anlass zu nennen- ist eine bewundernswerte Lebenseinstellung . Nachdem es uns aber auch im 21. Jahrhundert nicht gelingen wird den Menschen zu ändern, müssen wir uns damit abfinden, dass weiterhin zur Bereicherung der Reichen Kriege geführt werden- es gibt und gab nie Religionskriege, nur Wirtschaftskriege auch im Namen der Religion. Der Pazifismus hierzulande und in Europa ist, abgesehen von einigen wenigen ehrlichen Vertretern, zu einer Plattform verkommen auf der man wieder einmal seine moralische Überlegenheit demonstrieren kann, natürlich ohne jegliche konkrete Gefährdung der persönlichen Sicherheit, die Krieg sind ja – noch- weit hinter der Türkei. Man kann sich aber mit der political correctness und dem Pazifismus etc. mit dem erhobenen Zeigefinger ausstatten und man ist immer auf der Seite der wirklich Guten

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