Peanuts

Von | 20. August 2013

Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) hat eine Rahmenvereinbarung mit der Bawag über hochriskante Spekulationsgeschäfte unterschrieben – ohne den Text vorher zu lesen, berichtet die „Presse“. – Ist ja auch irgendwie nachvollziehbar, wo es bloß um die Kleinigkeit von 500 Millionen Euro ging. Soll sich der arme Mann denn um jede Petitesse selber kümmern?

6 Gedanken zu „Peanuts

  1. rubens

    Es wäre schön würden die Leute zwischen den Zeilen lesen können, va Staatsanwälte sollten das können, wenn sie nicht gerade am linken Auge blind sind.

  2. Thomas Holzer

    Das Peinliche an all diesen Politikern ist ja, daß sie sich nicht auskennen, trotz des Wissen um das eigene Unwissen derlei Geschäfte abschließen; wenn’s gut geht, wollen sie die „Lorbeeren“ kassieren, wenn’s daneben gibt, sind alle Anderen schuld.

    Und wenn es der Herr Dobusch so lustig findet, daß er persönlich von der Bawag auf 2 Millionen geklagt wurde, und lachend in das Mikrophon sagt, daß es ihm mehr oder weniger egal ist, weil er kann diese Summe sowieso nicht zahlen, dann kann ich nur hoffen, daß er den Prozess verliert und mal bis auf’s Existenzminimum gepfändet wird; vielleicht stellt sich dann der nötige Ernst ein!

  3. rubens

    Die Dimension, Herr Holzer, erscheint mir als eine Größere, daher das dämliche Grinsen.

  4. 4Lessing

    Warum lesen einige Politiker ein Dokument nicht genau durch, bevor sie es rechtsgültig unterschreiben? Sie rechnen mit der Gutmütigkeit und Vergesslichkeit der Bevölkerung. Sie wissen, dass auch manche Teile der Bevölkerung nicht viel von einer Übernahme von Verantwortung im eigenen Leben halten. Warum sollen dann sie als Politiker in der Realverfassung Verantwortung übernehmen? Viel bequemer ist es doch – man braucht dann auch nicht so viel nachzudenken- einen Sündenbock zu suchen, wenn etwas schiefgeht. Diese Politiker werden ja trotzdem von einem Teil der Bevölkerung immer wieder gewählt. Sie wissen das und sie handeln dementsprechend lasch.

    Das Desinteresse und die Gleichgültigkeit eines Teils der Bevölkerung verbunden ihrerseits mit Ansprüchen an die anderen Steuerzahler sind ein sehr schweres Problem – nicht nur – in Österreich. Kürzer und schärfer formuliert haben es Ex-Landesrat Hirschmann „Der Wähler ist ein T. “ oder der Eigentümer dieser Webseite mit der „Prolokratie“. Das macht traurig. Ginge es nicht anders?

  5. gms

    Wozu hätte Dobusch den Vertrag lesen sollen, handelte es sich doch um ein Geschäft unter Genossen. Laut heutiger „Presse“:

    Zitat: Dobusch dachte sich zunächst, es werde schon nicht so schwer sein, aus der Sache herauszukommen. Daher rief er Nationalbank-Chef Ewald Nowotny an. Nowotny war bis Ende 2007 Generaldirektor der Bawag. Während seiner Amtszeit wurde das Geschäft mit Linz abgeschlossen. Damals gehörte die Bank dem Gewerkschaftsbund. Seit Herbst 2008 ist Nowotny Chef der Nationalbank, die gemeinsam mit der Finanzmarktaufsicht die Banken prüft. Nowotny und Dobusch kennen einander gut. Denn Nowotny war viele Jahre Mitglied des Bezirksparteivorstands der SPÖ Linz. „Die Bawag ist unsere Hausbank, und Nowotny war Generaldirektor, eine ganz vertrauenswürdige Person. Er war ein 100-prozentiger Unterstützer und Freund, würde ich sagen“, sagte Dobusch vor Gericht. Nowotny versprach, sich die Sache anzusehen. Doch dann erklärte er dem Linzer Bürgermeister: „Lieber Franz, ich kann dir nicht helfen.“

  6. Wieser

    Wie sagte man in Kärnten zum Steuerberater: „Dirni tu dir nix an, es läuft eh alles super“ und die Millionen für die Miniexpertise war schon gelaufen. So läuft´s in diesen Sphären ab. Und der Staatsbürger nimmt es einfach so hin und hofft am Koruptionskuchen irgendwann mitnaschen zu können.

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