Peter Pilz und die “Kauft-nicht-bei-Juden”-Bewegung

“Wäre eine neue linke Liste, mit einem prononcierten Kämpfer gegen Korruption und den politischen Islam an ihrer Spitze, demnach eine attraktive Option für österreichische Linke? Nur wenn es sie nicht stört, dass Pilz sich mit der Forderung nach Sanktionen gegen Israel in die antisemitische BDS-Bewegung einreiht, die das nationalsozialistische „Kauft nicht bei Juden“-Motiv im antizionistischen Gewand wiederaufleben lässt…” (weiter hier)

18 comments

  1. Rado

    Zu Peter Pilz stelle ich mir noch sehr viele andere Fragen. ZB über seine Rolle als Migrantentaxler 2015 hätte ich gerne mehr gewußt.
    Übrigends gibt es da diese mittlerweile sehr bekannte Szene aus Ungarn 2015 “Reporterin stellt Flüchtling Bein”. Achten genau darauf, was dieser Mann in der Hand hält, als er von dem Ungarischen Polizisten davonrennt. Wie kommt der eigentlich zu dem Stoffsack der österreichischen Grünen?
    http://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/ungarische-kamerafrau-stellt-fluechtlingsvater-bein—journalist-berichtet-6445542.html

  2. Herbert Manninger

    Was so ein richtiger Sozialist ist, bei dem kommt der Antisenitismus in irgendeiner Form, direkt oder indirekt, durch.

  3. stiller Mitleser

    Peter Pilz’ Pläne sind doch vor allem taktisch interessant: eine Generation (denn es gibt einen Generationskonflikt auch bei den Grünen) mit einem Wien-Bild, das den Jüngeren gar nichts bedeutet (ohne sichtbare Armut auf der Straße, ohne Verslummung) grüner Wähler für sich zu gewinnen und
    in Sachen politischer Islam Druck gegen die SPÖ aufzubauen. Daß dabei ein paar Leute länger Funktionen
    behalten, ist kaum finanziellem Interesse geschuldet, sie wären alle schon pensionsberechtigt; es geht um Macht und um eine Generation, die über viele Jahre Erfahrung sich zur Wehr zu setzen verfügt.

  4. mariuslupus

    Für Maoisten wie Pilz, ist der lange Marsch durch die Institutionen noch nicht zu Ende. Maoisten wollten die Macht und sie haben dieses Ziel erreicht. Pilz ist nur ein maoistischer Zwerg, die maoistischen Sitzriesen haben Brüssel und Berlin fest im Griff.

  5. stiller Mitleser

    @mariuslupus
    Pilz ist kein Maoist (autoritätshörige Maoisten in der österreichischen Studentenbewegung kamen – warum, darüber müßte man eigentlich auch einmal genauer nachdenken – eher aus der Provinz, aus der westlichen, aus konservativen Familien, Lehrer etc…) sondern kommt aus einer SP-Familie, war lange in einer SP-Jugendorganisation und dann einige Zeit Trotzkist, als schon bald auf die Öko_Bewegung gesetzt und eher dort als in der SP (wo indes die netten Jobs schneller zu ergattern waren) entriert wurde.

  6. Weninger

    @Stiller Mitleser
    Danke für diese realistische Sicht auf die Dinge, man muss nicht alles und jedes ins Popanzhafte aufblasen. Manchmal frag ich mich schon, ob werte Mitposter sich bewusst sind, dass sie damit ihrer Glaubwürdigkeit schaden, oder ob sie nur auf wohlfeilen Applaus hoffen. Weil dann sind sie sich mit den pöblenden Autonomen eh wieder einig, im Prinzip.

  7. Thomas F.

    Wäre zu schön um wahr zu sein, wenn er antritt und knapp unter die 4%-Hürde kommt. Dann hat er 4% vom Rot-Grünen-Wählerpotential absorbiert.

  8. aneagle

    Pilz ist zu vergönnen, dass er die Grünen spaltet und beide Gruppierungen jeweils die 5% Hürde unterschreiten. Ob das tatsächlich sein Ziel ist, darf bezweifelt werden. Zu bekannt ist mittlerweile die Strategie mit einer zweiten, politisch weitgehend ähnlichen Gruppe unter Schwerpunktverschiebung, Stimmen aus anderen politischen Milieus abzufischen und persönliche Macht zu kulminieren. Siehe auch die NEOSozialisten, bei denen viele grüne Linksliberallalas (was auch immer hinter dem Wieselwort linksliberal steckt) ÖVP nahe eingehegt wurden.
    Vielen Wählern wäre ein gemeinsames Verschwinden der grünen Multikultideologie in Österreich ein politischer Hoffnungsschimmer. Dafür nimmt man auch einen Totalversager in hohen Würdenkreisen in Kauf.

  9. waldsee

    ich möchte mich nicht am linken Weltbild des Herrn Pilz beteiligen.Auch ein Herr Trotzki mit seinen Mordsgehilfen ,einer seiner wesentlichen Vorbilder , haben bisher nur sehr marginal gestört ,weder die jüd.Gemeinde noch andere Gesellen.
    Ich kaufe was ich mir leisten kann und wo es verfügbar ist,nicht was der Herr Pilz und andere sich wünschen.Ich mag es auch nicht
    propagandist.still und heimlich an der Nase herumgeführt zu werden.

  10. mariuslupus

    @Stiller Mitleser, Weninger
    Erklären Sie mir bitte den Unterschied. Der Lange Marsch seit 1968 ist eine Tatsache. Eine erfolgreiche Tatsache.

  11. Mona Rieboldt

    mariuslupus
    Viele 68er waren Maoisten, z.B. auch der zu den Grünen gehörende Ministerpräsident von Baden-Württemberg Kretschmann. Heute ist er ganz vernünftig. Und der Grüne Trittin gehörte dazu, ebenfalls die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Eine Reihe von ehemaligen Maoisten sind auch in die Gewerkschaften gegangen. Die Maoisten redeten immer von der Revolution, die dann aber doch nicht eintrat, dann wurde der “Marsch durch die Institutionen” vorgegeben. Ebenfalls eine Reihe der Maoisten waren schon zu KBW Zeiten Lehrer.

  12. astuga

    Seltsam, ähnliche Aufrufe gab es vom Kurdenfreund Pilz zur Türkei niemals.

    Dort reichen die eklatantesten Menschenrechtsverstöße inn der Türkei und Verbrechen durch den türk. Staat im Ausland gerade mal für einen pilzschen Aufruf zu einem Waffenembargo.

  13. stiller Mitleser

    @Weninger und mariuslupus
    “Der lange Marsch”, die Bezeichnung einer Phase der Machteroberung durch Mao, wird auch als Bild für die Eroberung aller relevanten Positionen in Bildung und Verwaltung durch die Studentenbewegung verwendet.
    In der Studentenbewegung selbst waren Maoisten und Trotzkisten aber Feinde. Trotzkisten waren etwas kulturaffiner, francophil (La Ligue als größte nach- 68er Gruppe) und lesefreudiger, während die Maoisten mit etwas Marx und den Schriften des großen Vorsitzenden ihr Auslangen fanden. Atmosphärisch (und darum geht’s ja auch vor allem, wenn man sich als Jugendlicher einer Gruppe anschließt) ein großer Unterschied!
    Alle WGs waren entweder rein maoistisch oder rein SP, oder rein etc… mit prekären Identitäten konnte man keine zu große Nähe zu Feinden riskieren. So wie Welpen sich spielerisch beißen, konnte dabei das Politikerverhalten für spätere Karrieren erlernt werden.

  14. stiller Mitleser

    @ Mona Rieboldt
    (bei Kretschmann stellen sich mir die Nackenhaare auf – vielleicht ein antimaoistisches Restressentiment bei mir?) Maoisten gab’s auch in I und F, aber für Ö waren natürlich die in D das Vorbild, die Schriften wurden importiert. Für die Trotzkisten war F das Vorbild, dort war auch die größte Gruppe und der wichtigste Theoretiker
    (die Maoisten hatten keinen) Ernest Mandel, ein Ökonomiehistoriker, lehrte in Brüssel.

  15. mariuslupus

    @Stiller Mitleser
    Das Vorgehen der Linken ist konvergent, egal, Marxisten, Stalinisten, Leninisten, Maoisten, Trotzkisten, das Ziel ist die Macht, die absolute Macht. Und das Ziel haben sie bereits erreicht. Das ist die Katastrophe Europas im 21. Jahrhundert.

  16. mariuslupus

    @Mona Rieboldt
    Kretschmann, vernünftig, aber wirklich ? Eher ein Maulwurf oder Schläfer, seine Zeit ist noch nicht gekommen. Die Zentrale entscheidet.

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