Pippi Merkel sitzt im Kanzleramt und wünscht sich was

(ANDREAS UNTERBERGER) Wie recht sie mit diesem Satz doch hat: „Die Wiederholung will niemand.“ Jetzt scheint Angela Merkel aus den weitaus schwersten Debakeln, welche die CDU in ihrer gesamten Geschichte hinnehmen hat müssen, endlich die Konsequenzen zu ziehen. Jedoch: Sie zieht gar keine Konsequenzen. Sie tut nur so. Denn bloß dadurch, dass sie das jetzt nicht mehr „will“, wird eine Wiederholung – wird eine Fortsetzung der Völkerwanderung aus Afrika und Asien nach Europa keineswegs verhindert.

Es ist auch völlig verlogen von ihr, jetzt zu sagen: Wenn man doch die Zeit zurückdrehen könnte, wir haben das ja alles nicht gewusst! Aber in Wahrheit ist die Massenmigration nicht im Sommer 2015 plötzlich ausgebrochen, sondern schon davor von Jahr zu Jahr eskaliert.

Diese so bieder und nett wirkende Frau kann einem daher nicht leid tun. Denn sie ist selbst höchstpersönlich hauptschuldig an der Eskalation dieser Völkerwanderung. Sie hätte auch schon seit Jahren wissen müssen, was droht, wenn man unkontrolliert die Grenzen öffnet. Diese Schuld wird dadurch nicht geringer, dass Merkel sie mit anderen realitätsfremden Menschen bei Rotgrün, Kirchen und Medien in Deutschland, Österreich und Schweden teilt – gegen den Willen der Mehrheit der Bürger.

Merkel hat aber nicht nur in Sachen Völkerwanderung völlig versagt. Sie hat das auch in anderen zentralen Politikbereichen gemacht:

Sie hat nur aus populistischen Gründen die Wehrpflicht in Deutschland beendet, was das Land binnen weniger Jahre militärisch weitgehend kastriert hat.
Sie hat in einer emotionalen Wende die Sicherheit der gesamten europäischen Energieversorgung durch die plötzliche Abwendung von der – zuvor noch heftig verteidigten! – Atomkraft alternativlos ruiniert.
Sie hat die gesamte europäische Währung ruiniert, indem sie die ständige „Rettung“ des verschwenderischen Griechenlands durchgesetzt hat, und indem sie die irrsinnige Politik des ständigen Gelddruckens durch die Europäische Zentralbank toleriert hat. Diese gesamte „Rettungs“-Politik der EZB und Merkels bedeutet ja nicht nur eine progressive Enteignung der Sparer, sondern auch die sichere Garantie, dass wir in absehbarer Zeit von einer noch viel größeren, alles in den Schatten stellenden Wirtschaftskrise heimgesucht werden.
Das allerschlimmste an den Merkel-Jahren aber ist: Die Regierungschefin des größten und mächtigsten Landes Europas ist auch jetzt noch trotz ihres Geplappers, dass sie eine Wiederholung der Völkerwanderung jetzt nicht mehr wolle, total hilflos. Sie glaubt ganz offensichtlich auch jetzt noch wie Pippi Langstrumpf ans Wünschen.

Jedoch: Nur durchs bloße Wünschen ohne eine konkrete, harte und konsequente neue Politik nach den schweren Fehlern der letzten Jahre wird nichts mehr besser, wird die größte Bedrohung der europäischen Identität nicht mehr abgewendet. Und schon gar nicht durch ein wehleidiges Wünschen, das erst nach demütigenden Wahlniederlagen eingesetzt hat, während die Frau davor monatelang trotzige Realitätsverweigerung betrieben hat.

Sie zeigt auch heute noch keinerlei Bereitschaft, das Einzige zu tun, das Europa noch retten könnte: nämlich jedem illegalen Migranten zumindest ab sofort klarzumachen, dass er keinerlei Chance hat, nach Europa einzuwandern. Das ginge nur, wenn – nicht nur rhetorisch, sondern sehr real – jeder von ihnen, sobald er irgendwo auftaucht, mit hundertprozentiger Gewissheit, auch gegen seinen Willen und auf Dauer, in gemeinsame Lager an der EU-Außengrenze gebracht wird. Wenn diese Strategie auch mit militärischen Mitteln realisiert und gesichert werden wird.

Nur so kann eine Wiederholung und Fortsetzung der Völkerwanderung verhindert werden. Nur so ist der von allen Politikern jetzt im Mund geführte „Schutz der EU-Außengrenzen“ realisierbar, der ja nicht durch bloßes Reden und auch nicht mit Stacheldraht rund um sämtliche 3000 griechische Inseln und italienische Küsten hergestellt werden kann.

Erst wenn das geschieht, haben alle anderen Maßnahmen einen Sinn, die jetzt in den diversen „Plänen“ kursieren:

Massive Hilfe für jene Länder, die in echter Nachbarschaft zu Krisenregionen Flüchtlinge aufnehmen.
Kollektiver europäischer Druck auf alle Herkunftsländer, alle Migranten zurückzunehmen.
Militärische Interventionen, um den islamistischen Totalitarismus einzudämmen.
Entwicklungshilfe, die nur durch völlige Handelsöffnung mittels eines bisher von den grünen NGOs immer verhinderten Welthandelsabkommens effektiv werden kann (unter Einschluss aller Agrarprodukte und ohne protektionistische Klauseln, die angeblich den sozialen Standards dienen, die aber in Wirklichkeit die Entwicklung der armen Länder weiterhin behindern).
Intensive Maßnahmen zur Integration jener, die in Europa schon Asyl erhalten haben. Das allein ist ja eine Jahrhundertsaufgabe.
Aber nichts davon findet statt. Es gibt nur leere Politikerworte, die niemand mehr ertragen kann.

Worte, Worte, Worte. Von Berlin bis New York. Und eine jämmerliche Pippi Wünscherin in der Mitte.  (hier)

 

29 comments

  1. Antonia Feretti

    Es stimmt schon, Politik besteht aus Reden und belanglosen Allgemeinplätzen, kurz gesagt aus Geschwätz! Der Meister der Politik stimmt sein Geschwätz darauf ab, was das Publikum nach seiner Meinung gerade gerne hört und was, sehr wichtig, in den Leitmedien gerade goutiert wird. Das ist aber nicht neu, das ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, schon seit gefühlten 30 Jahren der Fall. Was sich aber geändert hat sind die Anforderungen. Es ist einfach, in Zeiten, in denen es quasi “von selbst” gut läuft, die Wirtschaft floriert, international halbwegs friedlich zugeht, keine Terroranschläge passieren usw mit schönen Reden Politik zu machen und Wahlen zu gewinnen. Und jetzt? Man hat den Eindruck, die europäischen Politiker können wirklich nichts anderes als ankündigen, klingt oftmals gut, aber keine einzige dieser Ankündigungen wird je Realität? Warum nicht? Weil sie eben nur schwätzen und ihnen alles sonst egal ist? Weil sie zu dumm, zu voreingenommen und zu faul sind sich mit alternativen Gedanken oder fremden Ideologien auseinanderzusetzen? Oder weil sie Angst haben vor dem “Mainstream” der “political correctness”, erfunden von einer realitätsfernen, formal gebildeten aber in Wahrheit dummen Minderheit, die interessanterweise die Medien dominiert und sich anmaßt, über alles und jedes zu urteilen?
    Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, aber ich bin von Tag zu Tag mehr enttäuscht und frustriert von der europäischen Politik, die österreichische ist um nichts besser, aber vielleicht nicht ganz so wichtig!

  2. Mona Rieboldt

    Merkel gehört einfach weg.
    Österreich könnte allein für sich entscheiden, die Grenzen so dicht zu machen, wie es Ungarn etc. macht. Wenn es auch kleine Länder wie Slowakei können, kann das ja wohl nicht schwer sein, die Grenzen zu schließen. Es ist aber auch von dortigen Politikern nicht gewollt bzw. wird nicht umgesetzt. Österreich schiebt auch keine Asylanten ab, für die Asyl gar nicht gilt. Ich denke Österreich ist selbständig, warum machen sie dann immer das Gleiche wie Deutschland? Anschließend wird dann auf die Deutschen geschimpft. Werdet doch mal erwachsen und selbständig, anstatt an Merkels Rockzipfel zu klammern wie es Faymann tat und Kern macht. Und diese Parteien, liebe Ösis, habt ihr ganz allein gewählt.

    Ihr seid die Letzten, die den Deutschen vorwerfen könnt, dass sie falsche Parteien wählen. Und wenn ich das hier schon lese “den Deutschen ist nicht mehr zu helfen”. Aber offenbar Euch auch nicht, sonst hättet ihr ja nicht ebenso viele orientalische Moslems wie D, auf die Einwohnerzahl bezogen. Schuld sind nicht immer die anderen, Ihr seid auch selbst an der Misere schuld.

  3. Fragolin

    @Mona Rieboldt
    Ja, Merkel muss weg, je schneller desto besser.
    Und ich befürchte, das könnte auch bald passieren. Warum befürchte? Weil es nach dem Berliner Modell riecht, dem Linksruck bis an den Rand: Rot-rot-grün. Der dicke Stinkefingersiggi übernimmt das Ruder, die Linksextremen Maas und Schwesig bekommen Verstärkung vom linken Rand und die SA darf noch offener jede Gewalt gegen Andersdenkende ausleben als bereits jetzt.
    Um die böööösen Faschisten der AfD “zu verhindern” wird es zum offenen Ausbruch des Linksfaschismus kommen.
    Unmöglich? Ooch, das dachten viele auch, als man sie 33 vor dem Rotzbremsenschreier gewarnt hat…

  4. Fragolin

    @Mona Rieboldt
    Nicht ärgern. Die Österreicher sind wie Pinscher, die versuchen wie Bulldoggen zu bellen und dabei das Bild vermitteln wollen, gar kein Hund zu sein. Denken’s an das deutsche Pendant zu Österreich: die Bayern sumpern und poltern auch den ganzen Tag und der Seehofer zofft sich mit der Alten in Berlin täglich und trampelt und droht wie ein Kleinkind mit Liebesentzug – aber hängt ihr trotzdem ergeben an der Kittelschürze.
    Außer Sudern nix gewesen…

  5. aneagle

    Wer die Charakterbildung und Sozialisierung der deutschen Bundesregierung im Allgemeinen und ihrer Frontfrau im Besonderen noch immer nicht erkennt und nicht versteht, was von solchen Naturellen zu erwarten ist, dem sei die Lektüre von Heinrich Manns “Der Untertan” anempfohlen. Und Österreich, will es eine Zukunft haben, wäre gut beraten sich an Visegrad zu orientieren.

  6. Fragolin

    @aneagle
    Ja, das mit Visegrad ist auch meine Meinung, aber leider kam diese Idee zuerst von den bösen bösen Rechten, und deshalb ist die sowas von Nazi dass man die unbedingt verhindern und ein solches (wie von Merkels ungewähltem Pudel bereits mit Vehemenz getan) brüsk von sich weisen muss.
    Wo kämen wir auch hin, wenn Österreichs Barkasse sich einmal nicht auf Gedeih und Verderb an die deutsche Titanic ketten würde…

  7. sokrates9

    In Ergänzung zu Unterberger`s Performanceaufstellung zu Merkel noch: Versuch den Mittelstandes auszuhöhlen, totale Geheimdienstkontrolle, CIA darf jederzeit in Deutschland alle abhören, Klassenjustiz – Flüchtlinge sind Tabu, absolute Hörigkeit zur USA, die EU tanzt nach ihrer Pfeife, Erdogan, Mitwirkung an Destabilisierung von Ukraine, Hilfestellung Destabilisierung mittlerer Osten, Verteidigung der EU – Werte am Hindukusch, Außerkraftsetzung der deutschen Verfassung, Umvolkung und Islamisierung Deutschlands..u..
    Merkl wird als Hitler des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen!

  8. mariuslupus

    Man sollte Merkel nicht auf den Leim gehen. Der vorgetäuschte Einsicht ist nur ein wahltaktisches Vernebelungsmanöver. Merkel ist bewusst, dass sie fest im Sattel sitzt, Merkel hat es nicht nötig von ihren bisherigen Vorgehen abzuweichen. Die Strategie der Zerstörung der bürgerliche Werte in Deutschland und in Europa, die Merkel nach dem SED Vorbild konsequent verfolgt, ist bis jetzt, voll aufgegangen. Merkel hat auch keine Bedenken wegen der zukünftigen Wahlen. Noch immer folgen ihr, brav und ergeben, 80% der deutschen Bevölkerung. Bis zu nächsten Bundestagswahl wird die Zahl der eingebürgerten Neubürger weieter steigen. Alles Merkel Wähler.
    Bis zu nächsten Bundestagswahl wird Merkel die CDU so weit nach links führen, dass sie mit den Linken, Roten und Grünen zu einer Einheitspartei verschmilzt, mit der neualten Bossin an der Spitze.
    Gestern bei Illner, eine Runde von ergebenen Merkelverklärer und Bewunderer. Die Propagandamaschinerie läuft auf Hochtouren. Nicht dass jemand in der Bevölkerung auf die Idee kommt, er könnte aus den Medien eine andere, als die Merkelsche Meinung hören. Dazu sind die Medien bereits zu sehr unterwürfig gleichgeschaltet, und vom Virus der Lobhudelei an die Obrigkeit befallen.

  9. aneagle

    @ Fragolin- 8.42
    Wer die Idee mit Visegrad zuerst hatte ist unerheblich. Das ist auch keine Idee, sondern ein Gebot der Stunde. Wer es zuerst befolgt, erhöht seine Überlebenschancen. Von situationselastischen Politruks, darf man sich erwarten, dass Chancen erkannt und genutzt werden. Doskozil und Kurz haben den Beweis angetreten.Der unsinnigen Nazivorwurf geistig Unbemittelter ist Zeitverschwendung. So was steckt ein hochbezahlter Zentralstaatsbürokrat locker weg. Allen sogenannten Nazis gemeinsam ist, dass sie atmen. Muß der nicht mal abwählbare, weil ungewählte, Kern jetzt deswegen das Atmen einstellen?

  10. Christian Peter

    Volle Zustimmung. Nur dass ein Welthandelsabkommen Vorteile für Entwicklungsländer brächte, ist ein Märchen. Erfahrungen zeigen das Gegenteil : Entwicklungsländer werden durch Freihandelsabkommen mit Billigprodukten aus dem Ausland überschwemmt und die heimische Produktion kommt dadurch zum Erliegen.

  11. Mona Rieboldt

    Fragolin
    Danke! Mich hat dieses dauernde Deutschen-Bashing mit “Untertanen-Gen” und den “Deutschen ist nicht mehr zu helfen” geärgert. Selbst wählen die Ösis aber mehrheitlich die große Koalition wie in Deutschland. Es gibt auch dort keinen Aufstand gegen die Politiker, die die vielen Orientalen aufgenommen haben und sie zudem mit viel Geld hätscheln. Dann leben die sozusagen mehr als gut im Gegensatz zu dem, wo diese orientalischen Asylis herkommen. Wahrscheinlich gibts dann noch Kindergeld dazu. Und wenn dort einer wie in Graz Leute dort fährt, ist er einfach psychisch krank.

    In Österreich passiert nichts anderes als in Deutschland. Und sie wählen auch nicht anders als in Deutschland in der Mehrheit. Auch die Kirchen sind in beiden Ländern gleich, sie wollen verdienen in der Asylindustrie.

    Meines Erachtens wäre es gut, wenn Österreich die Visegrad-Staaten unterstützte, anstatt ebenfalls wie in Deutschland auf Orban etc. zu schimpfen. Gut finde ich, dass öster. Zeitungen sehr viel deutlicher Dinge ansprechen, als es hier in D geschieht.

    Und Fragolin, Bayerns MP Seehofer ist bekannt für “große Sprüche”, danach aber folgt nichts mehr. Somit ist es fraglich, ob die CSU die Mehrheit in Bayern behält.

  12. Fragolin

    @Mona Rieboldt
    Gerne. Ich sehe das mit dem Untertanen-Gen zwar auch, aber es gilt eben auch für uns – Österreicher sollten da weniger von “den Deutschen” und mehr von “uns” reden, denn wir sind, was das angeht, wahre Brudervölker.
    Seehofer sitzt mit jeder pobacke auf einem anderen Sessel und es ist egal, was er macht – es ist immer falsch. Wenn er Merkel endgültig die Scheidungspapiere überreicht, grast die CDU ihm in Bayern Wähler ab. Dass er in anderen Ländern dann auch welche bekommt, nutzt ihm in Bayern wenig. Hängt er sich aber weiter an Muttis Rockzipfel und kläfft sie nur ab und zu störrisch an um dann wieder winselnd den Schwanz einzuziehen, fährt ihm die Frauke in die Parade und dünnt seine Wählerscharen aus. Er kann machen was er will, er wird immer verlieren. Die Glaubwürdigkeit ist er nach den trotzigen Pirhouetten und folgendem Wiederankuscheln bereits großflächig losgeworden. Die CSU hat fertig.

  13. Mona Rieboldt

    Fragolin
    Seehofer sitzen vor allem die Landräte im Nacken. Die wissen ja, wie es vor Ort aussieht. Normalerweise war die CSU immer näher am Bürger, als andere Parteien, daher hatte sie bisher auch die Mehrheit der Wähler. Aber wenn er vor der Wahl wieder mit Merkel kuschelt, dann könnte die Mehrheit für die CSU Geschichte sein.

    Ich bin mal gespannt, wie in Österreich die Präsidenten-Wahl ausgeht. Wenn dieser Alt-Grüne gewinnt, wird er wie Kern bei Merkel seinen Antrittsbesuch machen und wie Kern sagen, Merkel hätte alles richtig gemacht. Dann sind die Österreicher wohl eher Untertanen von Merkel 😉

  14. Falke

    @Fragolin
    Angeblich sägt der wesentlich radikalere Söder schon fleißig an Seehofers Stuhl, unterstützt vom Generalsekretär Scheuer. Ob er dann tatsächlich etwas ändern kann und will, ist allerdings eine andere Frage.

  15. sokrates9

    Mona Rieboldt@
    Österreicher sind auch nicht immer die Hellsten, aber trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede! Das Querulantentum und der Widerstand ist noch immer besser ausgeprägt! Ein Österreicher der hier arbeitsloser Kunstmaler war, hat ja in der BRD große Karriere gemacht, hyperventilierende Deutsche vielen auf die Frage: Wollt ihr den totalen Krieg? in reine Begeisterungsstürme, Schlagzeilen wie die der Kronenzeitung – von 50% der Österreicher gelesen- sind in der BRD undenkbar, die FPÖ hat ein anderes Standing wie die AfD, die größte Opposition gegenüber der EU ist in Österreich, also ganz so doof wie geschildert sind wir NOCH nicht!

  16. Rennziege

    23. September 2016 – 15:31 — Mona Rieboldt
    “Ich bin mal gespannt, wie in Österreich die Präsidenten-Wahl ausgeht”, schreiben Sie.
    Bin ich auch; wir erwarten die dritten Wahlkarten aus der geliebten Heimat, Air Mail Priority, zur endgültigen (?) Stichwahl am 4. Dezember. Was allein das Porto für dreimalige Versendung an Hunderttausende Auslands-Ösis kostet, wäre anderweitig besser investiert.
    Wahrscheinlich wissen Sie, dass der österreichische Bundespräsident (abgesehen von seinem Oberbefehl über das Bundesheer bei extremen Bedrohungen) ebenso wenig zu bestimmen hat wie ein deutscher Bundesgauckler. Beide sind Frühstücksdirektoren, Grüßauguste bei Staatsempfängen, salbungsvolle Neujahrs-Plattitüden-Drehorgler, nicht mehr.
    Ob Hofer oder Van der Bellen ins Amt bugsiert wird, hat maximal Signalwirkung: im ersten Fall eine wirksamere als im zweiten, weil damit eine Entzauberung der SED-ähnlichen Ösi-Einheitspartei Rot-Grün-Schwarz eingeleitet würde. Grund genug für uns, den Andreas (uuups!) Norbert Hofer zu wählen.

  17. gms

    Rennziege,

    > Ob Hofer oder Van der Bellen ins Amt bugsiert wird, hat maximal Signalwirkung

    Das beurteilen berechtigt sogar Österreichs Linke anders, beginnend mit seiner Rolle bei der Regierungsbildung bis hin zu jener als Staatsnotar, in der er Gesetzen die Unterfertigung verweigern kann, so sie seiner Ansicht nach nicht verfassungskonform zustande kamen. Notabene im Kontext allfälliger EU-Integrationsschritte wird das in der BRD und Österreich ein Thema werden, wobei einmal mehr die deutschen Bürger hierbei die schlechteren Karten haben.

  18. Wanderer

    @ Mona R.
    Sokrates 9 hat die wesentlichen Unterschiede zwischen Ö und D aufgezählt. 50 % für einen rechten Präsidentschaftskandidaten, eine etablierte rechte Opposition bei 20 – 30 %, deren Vertreter nicht wie Aussätzige behandelt werden. Das sind doch Unterschiede! Wir sind dem großen Bruder (noch) einen Schritt voraus. Mir fällt das auch immer wieder im Gespräch mit deutschen Kollegen auf. Die sind ganz erstaunt, dass man sich hier durchaus kritisch zum Migrationsthema äußern kann, ohne von allen Seiten schief angesehen zu werden. Das Deutschen-Bashing ist mit Fragolins Seehofer Vergleich gut erklärt. Der Ösi stammt nun einmal großteils vom Baiern ab (+ ein paar Alemannen und Visegradvölkern), der nie ein großer Preußenfreund, aber halt immer von der dortigen Entwicklung abhängig war.

  19. Mona Rieboldt

    Sokrates9
    Erstens habe ich nie gesagt, Österreicher wären dumm und zweitens habe ich selbst geschrieben, dass ich es gut finde, dass die öster. Zeitungen vieles direkter und klarer ansprechen.

    Ihr Argument mit Hitler ist reichlich bescheuert. Erstens liegt es 70 Jahre zurück und zweitens haben Österreicher nicht weniger gejubelt, als Hitler wieder in Österreich einzog. Dazu kommt, dass Österreicher überproportional in der Tötungsmaschinerie der Nazis beschäftigt waren.
    Und Ihr “Wollt ihr den totalen Krieg” und “Ja” war in einem geschlossenen Raum mit reinen Parteimitgliedern. Also lassen sie derartige Vergleiche mit der Nazizeit.

  20. Mona Rieboldt

    Wanderer
    Wie alt ist die FPÖ und seit wann wurde die Partei stärker? Sie ist sicher um einiges älter als die AfD, die mal grade 3 Jahre alt, so wie sie jetzt ist. Und für die kurze Zeit hat sie schon Wahlen beeinflusst und ist in 10 von 16 Landtagen eingezogen. Es haben auch noch nicht alle Länder gewählt, z.B Saarland wählt erst im Frühjahr.

    Ganz so, wie sie tun, die Deutschen würden alle Merkel nachlaufen, ist es auch nicht. Dass sich alle anderen Parteien außer der AfD in der “Flüchtlings”-Sache hinter Merkel stellen samt Kirchen, die eine unrühmliche Rolle spielen, ist ungewöhnlich. Aber da waren auch österr. Politiker mit “Willkommensgeschrei” an den Bahnhöfen, um diese orientalischen Invasoren zu begrüßen, samt Teilen der Bevölkerung.

    Aber bitte beweihräuchern Sie sich mal weiter, wie toll sie Ihrer Regierung Widerstand leisten.

  21. Wanderer

    @Mona
    Seit 1949. Ich habe nicht behauptet, dass alle der Kanzlerin nachlaufen. Ich sehe lediglich die Gesamtsituation/politische Konstellation bei uns noch nicht ganz so verfahren, wie bei Ihnen. Das bezieht sich weniger auf die Migrationskrise, in der wir das exakt gleiche Problem haben, sondern auf viele andere Bereiche (z. B. Gender, Justiz ), wo Deutschland immer einen drauf setzen muss.

  22. gms

    Mona Rieboldt,

    > Ganz so, wie sie tun, die Deutschen würden alle Merkel nachlaufen, ist es auch nicht.

    Dem ist fraglos zuzustimmen, meiner Einschätzung nach tickt die überwiegende Mehrheit erfrischend vernünftig, die Vermutung aber liegt nahe, sie hätte eine recht hohe Reizschwelle, bevor sie sprichwörtlich in die Gänge kommt und dem Ausdruck verleiht. Die Nacktheit des Kaisers bedarf zur allgemeinen Gewahrwerdung eines stimmgewaltigen Rufers, ein Umstand, der beispielhaft in skandinavischen Ländern plausiblen Untersuchungen zufolge in Europa am stärksten ausgeprägt ist und mehr oder minder um den Begriff ‘Groupthink’ rankt beziehungsweise die Schwelle zur individuellen Selbstverleugnung anzeigt.

    Einheimische sagen, der Balkan beginne am Rennweg, einer Straße gegen Osten, beginnend an der Grenze der Wiener Innenstadt. Andere sehen den Anfang des Balkans am Walserberg. Anerkennt man einen geringen, wenngleich wirkmächtigen mentalen Unterschied, so läßt sich dieser populärpsychologisch am Hang zur Perfektion festmachen, der bei Österreichern durch deren Neigung zum Schlendrian nicht dermaßen ausgeprägt ist, wie bei den bundesdeutschen Nachbarn.
    Die Crux am Drang, die Dinge richtig zu machen, der Deutschland seinen wunderbaren Ruf als grandiose Industrie- und Kulturnation verdankt, liegt in wenigen und schicksalhaften historischen Momenten, wo diese Neigung zur Perfektion in eine unpassende Richtung zeigt. Das Falsche mit Perfektion betrieben mündet im Drama.

    Zugleich ist Deutschland geopolitisch weit bedeutsamer als dessen kleiner, südöstlicher Nachbar. Wenn auch mit identer historischer Schuld aus den beiden Weltkriegen beladen, war die Notwendigkeit zum sorgsam verankerten Nationalmasochismus in Österreich geringer als in Deutschland; hier kam ein an Beliebigkeit erinnerndes Grundgesetz, dort eine halbwegs brauchbare Verfassung, hier die umgehende Einbindung in Nato und Montan-Union, dort eine militärische Neutralität und ein weit späterer Beitritt zur nachfolgenden EG. Hier die konsequenten Passagiere im eigenen Boot, dort noch der Hauch einer bürgerlichen Mitbestimmung in tatsächlich entscheidenden Fragen.

    Österreich wurde nach 1945 entschieden mehr Freiräume gewährt, der sich mittel- und langfristig sowohl politisch wie auch medial niederschlug in jener Gleichschaltung, der wir rezente Zustände verdanken und die eben in Deutschland stärker ausfiel. Ein minimaler mentaler Unterschied (Druck von unten), kombiniert mit strengerer politmedialer Umzingelung (Druck von oben) in der BRD, machen unterm Strich jene Differenz, die andere Poster hier wiederholt thematisierten.

    Das zynisch vielfach hier schon genannte ‘Führergen’ haben auch die Schweden nicht, bloß waren sie das tauglichste Ziel-1-Gebiet für jüngere nationale Freiluftexperimente in Sachen kultureller Subversion, die aufgrund ihres Erfolges hernach gerade in jenem Land wiederholt werden, das für Europa von alles entscheidender Bedeutung ist. Österreich ist hierbei nur ein Anhängsel, hier kann man die Zügel schon mal schleifen lassen, auch und insbesondere in der Annahme, wonach es politisch sowieso dasselbe die Deutschland macht, wenn’s darauf ankommt.

    Daß Östereich dennoch kein irrelevanter Kampfplatz ist, zeigen exemplarisch und tagesaktuell [1] und [2]. Ein Präsidentschaftskanditat als Sinnbild des Bösen am Cover der “Times” und ein ehemaliges Staatsoberhaupt, über das man lesen darf: ‘Besonders deutlich wird die Abgrenzung zu Hofer beim Thema Europa, wenn das früher Staatsoberhaupt schreibt, es sei wichtig, dass der Bundespräsident dem europäischen Projekt mit entsprechendem Verständnis und „mit positiver Energie“ gegenüberstehe.’

    Dieses /Projekt/ läuft schon sehr lange, in der BRD wird es bloß aus oben genannten Gründen noch extremer durchgezogen.

    [1] diepresse.com/home/kultur/medien/5090410/TimeMagazin-mit-Hofer-und-Strache-am-Cover
    [2] diepresse.com/home/politik/innenpolitik/5090193/Fischers-Plaedoyer-fur-Van-der-Bellen

  23. Fragolin

    @gms
    Unser früheres Staatsoberhaupt drechselt dünne Stelzen, auf denen es dann mit positiver Energie durch das europäische Projekt stelzt – putzig. Hat ja jeder vergessen, wie Fischer die positive Energie der EU nutzte um den dreckigen Pöbel, der es wagte, in der Wahlkabine ihm und seinen Genossen ungenehme politische Konstellationen zu ermöglichen, zu disziplinieren und Sanktionen gegen das eigene Land bei den Nachbarn zu erwirken. Ausgerechnet ein Vernaderer und Landesverräter darf sich zur moralischen Instanz aufschwingen. Dass er öffentlich für VdB eintritt ist so klar, dass mich die mediale Aufmerksamkeit verwundern würde, wäre der Propagandaauftrag der Medien nicht ebenso klar.
    Übrigens wurde in Salzburg gerade ein Unternehmer angezeigt und muss mit Haftstrafe rechnen, weil er eine Fahne aufhängte mit Bundesadler mit Bananen in den Krallen – Bananenrepublik Österreich. Zu witzig für die Gesinnungstaliban – Herabwürdigung von Flagge und Staatssymbol. Soviel zum Thema erlaubter Satire und so. Ich kann mich nicht entsinnen, dass Van der Bellens Grüne Junggrüne im Knast gelandet sind, die mit “Nimm dein Flaggerl für dein Gaggerl” warben oder vor laufender Kamera darauf urinierten. Worin ich zwar eindeutig eine Herabwürdigung sehe, aber nirgends Satire. Egal. Inzwischen hat er die Heimat im Herzen entdeckt. Dass er nach Meinung seiner eigenen Parteijugend damit etwas sehr braunes im Hirn hat fällt dann auch keinem mehr auf…

  24. mariuslupus

    @gms
    “erfrischend vernünftig”, die Frage ist, was Vernunft bedeutet. Man kann Vernunft, auch mit Bequemlichkeit oder Opportunismus, ersetzen.

  25. Mona Rieboldt

    gms
    Danke für Ihren Kommentar. Sie haben es auf den Punkt gebracht und genau die Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland aufgezeigt. Beispiel: EU-Vorgaben werden in Deutschland doppelt streng befolgt, während Italien die Vorgaben aus der EU als Anregung versteht.

    Ich sehe auch, dass in Österreich mehr Klartext gesprochen wird. Während deutsche Zeitungen herum schwurbeln, sprechen sie in Ö. Dinge sehr viel klarer an.

  26. Mona Rieboldt

    gms
    Was die “Reizschwelle” angeht, auch da liegen sie richtig. Die Deutschen wehren sich erst dann, wenn sie schon mit dem Rücken zur Wand stehen. Aber dann ist auch zu erwarten, dass sie “wild” um sich schlagen, dabei nicht mehr differenzieren.

  27. sokrates9

    Mona RieboldqIn Österreich gibt es den Witz wenn ein Österreicher um 2 Uhr früh vor einer roten Ampel ohne Verkehr steht, schaut er ob er einen Polizisten sieht, Rotlichtkamera, falls negativ dann fährt er… der Deutsche steht stundenlang bis die kaputte Ampel repariert wird…

  28. Mona Rieboldt

    Sokrates9
    Beispiel wie es in D läuft. Mein Mann war nach 23 Uhr mit dem Fahrrad unterwegs, kein Auto weit und breit. Er ist bei der Ampel, die Grün! zeigte, mit dem Fahrrad über die Straße gefahren, wohl gemerkt, die Ampel zeigte Grün. Zufällig kam Polizei vorbei und er musste 100!DM zahlen, weil er nicht vom Fahrrad abgestiegen und es über die Straße geschoben hat.
    Das nächste Mal wird man vermeiden, wieder so viel Geld zahlen zu müssen.

    Es sind ja schon ein paar Jahre her, da gab es ja noch die DM. Das wäre heute aber nicht anders. Es sei denn, das Gleiche würde ein orientalischer Asylant machen, der würde erst gar nicht von der Polizei belangt.

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