Plachutta-Shitstorm: Wieviel Diebstahl ist legal?

Empörungssturm im Internet gegen den Gastronomen Mario Plachutta, der einen Mitarbeiter entlassen hat, weil der eine kleine Meinge Zucker geklaut hatte. Die nächsten Internet-Shitstorms: weil ein H&M-Mitarbeiter ein billiges T-Shirt geklaut hat und entlassen wurde? Weil ein Bankangestellter einen Zwanziger aus der Kasse genommen hat? Ist Diebstahl legal, bloß weil er geringfügig ist?

26 comments

  1. Heinrich Elsigan

    Ich hätte als Herr Plachutta den Angestellten gekündigt und ihm den Zucker vom letzten Gehalt abgezogen.
    Einmal verschlafen ist auch eine Dienstverfehlung, aber wenn der Betreffende sich nie etwas vorher zu schulden kommen ließ, dann wird selbst bei den eher harten Arbeitnehmern sonst einmal abgemahnt und erst bei der zweiten Verfehlung fristlos entlassen oder gleich gekündigt. Eine erstmalige Verfehlung ohne vorherige Abmahnung, wo der Schaden für den Betrieb sehr gering ist, hat kaum Chancen auf fristlose Entlassung

  2. Heinrich Elsigan

    Ein Ehrenmann kündigt bei einer kleinen Verfehlung normalerweise und Entlassung hebt man sich wirklich für die auf, die betriebsschädlich sind, damit es andere Betriebe auch erkennen.

  3. Tiefengrabner

    Das ist mehr als geringfügig. Führen sie Kaffe zuckern, oder nur nach Rückfrage? oder kriegens eh keinen! Wasser trinken wird sicher auch vom gehalt abgezogen. Heute ist ein Portrait von seinem Vater Ewalt Plachutta in der Kleinen Zeitung, da er ja aus ärmsten Verhältnissen aus der stmk. ist. Der Sohn fällt weit vom Stamm! Konsequent war der Vater, ein Sir, dass er nach der scheidung von seiner tochter, Strache Hausverbot gab!

  4. Sybille Stoa

    Nein, ich habe Verständnis für Herrn Plachuta und kann ihm helfen.
    Unternehmer stehen unter furchtbaren Stress, der Staat raubt sie dauernd aus, die Linken hetzen gegen sie, zu launischen Kunden müssen sie immer freundlich sein. Cholerikern, wie Herrn Plachuta rate ich im SM & Kultur Klub mitzumachen. Das ist heute so eine Art Golfclub für Führungskräfte, Turnusärzte, Unternehmer, der ihm hilft entspannter zu sein und dort kann man/Frau auch business Kontakte knüpfen.

  5. Heinrich Elsigan

    Guter Vorschlag @Sybille Stoa
    Dort kann man alles ausleben, dass man als ManagerIn, GeschäftsführerIn oder ÄrztIn keinesfalls ausleben darf.
    Den ganzen Hass auf den Staat, die Demütigungen von der Spitalsverwaltung, agressive Patentienten, die Provokationen des linken Mobs, die launischen Kunden, den Dauerdruck.

  6. Mario Gut

    @ interessant, nur bitte ohne vervollkommnendem Tschäändern……

  7. Thomas Holzer

    Es sollte doch jedem Dienstgeber freigestellt sein, ob er den Dienstnehmer kündigt oder entläßt.
    Das geht Außenstehend rein gar nichts an!

    Aber mittlerweile scheint es ja Usus geworden zu sein, sich über Dinge zu erbosen,.welche einen persönlich nicht mal äußerst peripher tangieren. Anscheinend gibt es noch immer zu viel Freizeit 😉

  8. Thomas Holzer

    “Ja, rechtlich war das okay, aber von der menschlichen Seite her war es komisch.”

    Und was soll das jetzt? Der einen wird es “von der menschlichen Seite her” komisch finden, wie dieser Kellner, ein anderer Kellner vielleicht nicht, oder sogar gut!

    Ich denke nicht, daß dieser Kellner gezwungen(sic!) wurde, beim Plachutta zu arbeiten; also wozu die ganze Aufregung.
    Jetzt wird auf Druck der AK sicherlich bald die Politik eingreifen, und gesetzlich normieren, was “von der menschlichen Seite her” komisch und was nicht komisch sein darf; ich empfehle eine Liste von zumindest 299 Punkten, welche dann von einem vom Unternehmer in Vollzeit anzustellenden “menschlich nicht komisch” Beauftragten tagtäglich abgearbeitet wird.

  9. Nettozahler

    Die Wiener Gastronomie wäre ohne die Leistungen der Familie Plachutta ein schönes Stück ärmer. Dafür gehört der ganzen Familie großer Dank – von Allen. Es ist nur verblüffend wie alle Medien, inklusive der sogenannten Qualitätszeitungen diesem Nichtereignis großen Raum bieten. Genauso verblüffen mich ist die bürgerlichen Empörten, die einer so billigen Propagandamasche der AK auf den Leim gegangen sind. In keiner Branche wird soviel gestohlen und veruntreut wie in der Gastronomie. Hier ist strengste Disziplin eine Überlebensfage für das ganze Unternehmen.

  10. TomM0880

    Ich denke, mit einem Diebstahl geht immer ein Vertrauensbruch einher. Will oder muss ich Mitarbeiter in meinem Betrieb dulden, denen ich nicht vertrauen kann? Die Antwort ist einfach: Nein!

  11. Graf Berge von Grips

    Na ja, der wird halt neben dem Zuckerpriserl halt auch a bisserl a Gfrast g’wesen sein… vermute ich einmal…

  12. gms

    Thomas Holzer,

    “Es sollte doch jedem Dienstgeber freigestellt sein, ob er den Dienstnehmer kündigt oder entläßt. Das geht Außenstehend rein gar nichts an!”

    Jein. Eine Entlassung ist eine einseitige Vertragsauflösung durch einen triftigen und nicht im Arbeitsvertrag geregelten Grund. Der Arbeitnehmer verliert dabei mehr als bei einer Kündigung. Anders als eine Kündigung ist eine Entlassung gut zu begründen und daher auch juristisch anfechtbar. So weit, so banal.
    Ohne mit dieser speziellen Angelegenheit vertraut zu sein vermute ich aber, es steckt, wie bei vergleichbaren Fällen, mehr dahinter, als medienwirksam kommuniziert wird. Das unabgesprochene sich Bedienen beim Zuckerstreuer wird vom Eigner wohl nur dann als Diebstahl gewertet, wenn Begleitumstände hinzukommen, ohne dessen Vorliegen man das Ganze gewiß toleriert oder gar als normal akzeptiert hätte.
    Als Dienstgeber angesichts solcher flankierender Umstände auf einen Entlassungsgrund zu warten, mag nicht die feine britische Art sein, ungewöhnlich ist es aber keineswegs. De jure ist der Wert des Gestohlenen irrelevant. Gleiches gilt für andere Straftaten, durch die der Arbeitgeber das Vertrauen in den Mitarbeiter verlieren kann. So braucht etwa (Stichwort H&M) das billige T-Shirt garnicht im juristischen Sinne gestohlen zu werden, eine dauerhafte Sachentziehung ohne Absicht der Aneignung allein stellt schon einen legitimen Entlassungsgrund dar, zumal eine solche nicht mit den Aufgaben einen Mitarbeiters im Textilhandel vereinbar ist.

  13. Mourawetz

    @TomM0880:
    Gratuliere, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Es geht um Vertrauensbruch. Ich arbeite zwar nicht in der Gastronomie, aber ich kann mir vorstellen, dass wie in anderen Branchen auch, das Verhältnis des Chefs zu seinem Angestellten gestört wurde. Es wird verdammt viel gestohlen, besonders in der Gastronomie, siehe Link. EineKleinigkeit wurde gestohlen. Wie kann ich als Chef nun weiterhin vertrauen? Muss ich nicht davon ausgehen, dass mich derjenige  bei jeder sich bietenden Gelegenheit von vorn bis hinten betrügt? Wenn Misstrauen die Beziehung trübt, sollte man sie beenden. Das führt zu nichts. gilt auch im privaten Bereich.

    http://pos-sector.de/de/blog/wie-stehlen-kellner

  14. Thomas Holzer

    @gms
    Ich darf mich korrigieren: unter Einhaltung der Gesetze;
    Mein Augenmerk lag vor allem darauf, daß sich plötzlich Personen zu dieser Causa äußern, welche nicht mal peripher damit “befasst” sind.
    Diese Entlassung betrifft nur den Dienstnehmer und Dienstgeber, im Zweifel, wie hier geschehen, ein Gericht. Aber sicherlich nicht alle “shitstorm” poster!

  15. Thomas Holzer

    @nometa
    Verzeihung, aber was hat dieser link mit der “causa” Plachutta zu tun?!
    Vielleicht besitzen Sie die Güte, mir den Zusammenhang zu erklären, welcher sich mir nicht zwingend erschließt

  16. Nattl

    Da reden wieder alle klug daher, was sie tun würden, aber keine von euch zahlt selbst Löhne. Aber ihr würdet es alles natürlich irgendwie anders machen.
    Der Shitstorm wird Plachutta nicht schaden, denn Leute, die sich auf Twitter, Facebook und sonstwo im Netz echauffieren sind in der Regel zu arme Schlucker als dass sie sich leisten könnten, dort essen zu gehen, und die die dort essen gehen, wissen nicht, was ein Shitstorm ist.
    Letztendlich ist ein Unternehmer, der wegen solcher Lapalien die Leute fristlos raushaut, ein beschissener Idiot.

  17. Thomas Holzer

    @Nattl
    Verzeihung, “schön sprechen, bitte”
    Warum Herr Plachutta einen Mitarbeiter entläßt, kündig oder fristlos entläßt, ist sein “Problem”, bei unterschiedlichen Ansichten gibt es (noch) unabhängige Gerichte.
    Ob er ein Idiot ist, kann und möchte ich nicht beurteilen, weil ich ihn nicht persönlich kenne!

  18. gms

    Nattl,

    “Der Shitstorm wird Plachutta nicht schaden, denn Leute, die sich auf Twitter, Facebook und sonstwo im Netz echauffieren sind in der Regel zu arme Schlucker als dass sie sich leisten könnten, dort essen zu gehen, und die die dort essen gehen, wissen nicht, was ein Shitstorm ist.”

    Teuerste verkennen, wonach besagter Sturm von herkömmlichen Medien bereits aufgegriffen und folgedessen auch gegenwärtigen oder potentiellen Plachutta-Kunden bekannt wurde. Würde das empöristische Gekeife nicht wiederholt überschwappen, träfe Ihre Einschätzung ggfs. zu.

    “Letztendlich ist ein Unternehmer, der wegen solcher Lapalien die Leute fristlos raushaut, ein beschissener Idiot.”

    Das mag sein, ändert aber wenig an der Fragestelltung, was im Anlaßfall tatsächlich kausal war. Fast hat man den Eindruck, die Erörterung einer ausufernden Erregungsorgie folgte denselben Mechanismen, wie das Objekt der Betrachtung.

  19. Thomas Pilsl

    Ein hoch auf Mario!
    Solche Aktionen gehören hart bestraft! Die Mitarbeiter bekommt von dem Unternehmen die Bezahlung für seine körperliche oder geistige Leistung trotzdem Glauben einige Mitarbeiter das sie sich sonder Leistungen herausnehmen können! Wenn wir einen Tag zu spät Zahlen haben wir die AK am Hals! Laut der AK kann der Mitarbeiter ob falscher Krankenstand (sehr leicht in Österreich) oder Diebstahl sich wirklich alles erlauben! Darum nochmal ein hoch auf Mario das er sich dem Thema stellt und sich gegen die AK aufbäumt! Danke! Ich werde in Zukunft noch öfter seine Gastronomie in Anspruch nehmen!

  20. dieter

    Aus libertärer Sicht geht es um einen Vertrag zwischen zwei gleichberechtigten und gleichwertigen Menschen zum gegenseitigen Vorteil. Laut Gerichtsurteil war Plachutta vertragsbrüchig.

    Die voreingenommene, einseitige und prinzipielle Parteinahme oder Höherbewertung für jenen Vertragspartner, der “Löhne zahlt”, oder arbeitet ist illiberale Klassenkampfrhetorik.

    Plachutta argumentiert kurioserweise kommunistisch:

    Aber es kann nicht sein, dass man so verschwenderisch mit Lebensmitteln umgeht, wo doch so viele Menschen auf der Welt nicht einmal genügend Geld haben, um sich Grundnahrungsmittel leisten zu können.

    Nach dieser Logik müsste er eigentlich sofort zusperren.

  21. franz

    bei aller liebe aber da von diebstahl zu reden ist jenseits von gut und böse.
    die arme wirtschaft – also allemal, mal halt – ich denke nicht dass die mitarbeiter immer um punkt bei der tür draussen sind und plachutta oder wie die unternehmener auch immer heissen mögen jede minute über der sollzeit sofort als lohn auszahlen.
    nein: besprechungen und vieles mehr wird vor der dienstzeit oder nachher angesetzt – da wird unentgeltliches zur verfügung stellen als selbstverständlich angesehen – der arbeitnehmer kann die firma aber desswegen nicht ihrer existenzgrundlage entziehen (z.B. zusperren lassen).
    gegenseitiger respeckt ist gefragt und keiner der beiden seiten darf den anderen als selbstverständlich ansehen – und eines muss man schon erkennen, dass ein arbeitnehmer in der regel doch schon in einer weitaus schlechteren position als der unternehmer ist.
    zu so unqualifizierten aussagen, wer zwingt ihn dort zu arbeiten – also bitte wenn der arbeitsmarkt so rosig wäre täten sich so mache betriebe eh sehr schwer noch personal zu bekommen und die arbeitnehmer die nichts taugen sind eh schon lange in keinem betrieb mehr fix. wenn sie glück haben bekommen sie alle paar tage über eine leasingfirma einen dumpingjob (soll nicht heissen dass leasingarbeiter schlecht sind – nur schlechte finden nur noch dort mit viel glück hie und da ein paar tage arbeit – da soll sich die wirtschaft an der nase mehmen, dass sie inwischen mit menschen wie mit sklaven/maschinen umgeht (einen tag arbeit, drei tage nichts usw. und jedes mal sofort wieder abgemeldet – mit dem hinweis, dann bist eh wieder beim ams – also beim lt. wirtschaft so bösen staat).
    LEBEN UND LEBEN LASSEN – und im konkreten Fall hat Plachutta merh als über das Ziel hinausgeschossen!

  22. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>> Die Wiener Gastronomie wäre ohne die Leistungen der Familie Plachutta ein schönes Stück ärmer. Dafür gehört der ganzen Familie großer Dank <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja, ohne Ewald Plachutta wäre Wien ein schönes Stück ärmer. Oder es wird ein schönes Stück ärmer, wenn Sohn Mario drauf und dran ist, den Ruf des Unternehmens zu ruinieren. Einen guten Namen kann man nur einmal verlieren.

  23. Thomas

    Stopp Franz!

    Wir suchen seit Jahren immer wieder Fleissige Mitarbeiter, finden zun wir nur wenige die Arbeiten wollen die meisten holen sich einen Stempel! Und wir Zahlen jede Minute ob Besprechung oder nicht! UND JA DIEBSTAHL BEGINT DARIN ETWAS ZU NEHMEN OHNE ZU FRAGEN! Bei 50 Mitarbeitern wenn jeder nur 5 Gramm Zucker pro Tag nimmt dan rechne dir aus was für eine Summe im Jahr raus kommt das nächste mal ist es eine Tomate für zuhause oder ein 20dag Mehl, ich stell dir das mal in Rechung IHR SEIT DIE ERSTEN DIE AUFSCHREIEN würden wenn mal eine 1/2 nicht bezahlt werden würde! Das ist FAKT in Österreich!
    Und nicht die Armen Unternehmer Sagen wir brauchen Mitarbeiter das wissen wir aber 40% der Arbeitenden Leute in Österreich wissen nicht mehr das auch Sie das Unternhemen brauchen und die Arbeit Bestmöglich zu erledigen damit Ihre Arbeits stelle auch Gesichert bleibt! Ja leben und leben lassen geht jedoch nicht mehr lange wenn man den Unternehmer als MELKKUH betrachtet! Es muss wieder Zusammenarbeit geben Zwischen mitarbeitern und Unternhemen das wird durch das AMS & AK Verhindert die Stehen im Telefonbuch sogar ganz oben da sieht man mal die wichtigkeit!

  24. world-citizen

    Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass niemand das bezughabende Gerichtsurteil gelesen hat. Dort und nirgendwo sonst kann der wahre Sachverhalt gelesen werden. Und nachdem keine der Parteien gegen das Urteil ein Rechtsmittel ergriffen hat, ist das Urteil rechtskräftig geworden. Damit ist der darin beschriebene Sachverhalt zwingend für wahr zu halten. Nachträgliche Interpretationsspielräume sind nicht mehr zulässig.

    Dem Vernehmen nach ist das Gericht der Auffassung, dass für den Sachverhalt des Diebstahles eine Bereicherungsabsicht vorliegen müsse. Da es sich bei Diebstahl außerdem um einen Straftatbestand handelt, glaube ich nicht, dass man eine Handlung als solchen bezeichnen darf, wenn nicht zumindest eine Strafanzeige erstattet wurde.

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