Plädoyer für eine lernprozessorientierte Politik

(JOSEF STARGL) Staatsgläubigkeit, Obrigkeitsdenken und „Untertanengeist“ fördern ein Politikverständnis, in dem Planung, Organisation, Steuerung, Regulierung, Interventionismus und Paternalismus im Mittelpunkt stehen.

Wir erleben eine „vielgeschäftige Politik“, die „Ordnung als Ergebnis einer vernünftigen Planung (und Verwaltung)“ betrachtet, die „gerechte Ergebnisse“ (mit einer unterschiedlichen Behandlung der einzelnen Bürger!) anstrebt, die mit einer permanenten Zwangsumverteilung Sonderinteressen bedient und eine Fehlleitung von Ressourcen sowie eine Kapitalaufzehrung bewirkt.

Es gibt immer weniger politikfreie Bereiche. Die Bürger werden immer mehr bevormundet. Die „Anmassung von Wissen“ ist aber mit einem Verzicht sowie mit einer Verweigerung und mit einer Verhinderung von Lernprozessen verbunden.

Da es stets zahlreiche unbeabsichtigte Folgen absichtgeleiteter politischer Maßnahmen gibt, sind immer mehr (große) soziale und wirtschaftliche Probleme das Ergebnis einer Politik (z.B. einer Fiskalpolitik und einer Geldpolitik), die behauptet, dass sie Probleme löst und die permanent als Problemlöser auftritt.

Immer mehr Antimarktwirtschaftler unter den Politikern wollen (supranational und national) ihre Vorstellungen von „einem neuen (selbstlosen) Menschen für eine neue Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung“ umsetzen.

Ihre Geringschätzung einer Ordnungspolitik/Rahmenpolitik für eine „rechtsstaatliche Ordnung mit Privateigentum, Vertragsfreiheit und Wettbewerb“ wird immer mehr sichtbar.

Wir sollten die Erwartungen an die Politik ändern und die Aufgaben der Politik neu festlegen, um mehr Freiheitschancen und mehr Wettbewerb in einer Unternehmerwirtschaft zu ermöglichen.

Freiheit unter dem Recht ist mit (der Chance) Eigenverantwortung verbunden. Der Wettbewerb (mit Regeln) ist unbequem, aber er fördert Lernprozesse, die Entdeckung, die Überprüfung, die Verbreitung und die Nutzung von (breit gestreutem) Wissen.

Friedrich August von Hayek (1899-1992) erkannte, dass zivilisatorische Entwicklungen und Errungenschaften nicht das Ergebnis eines vernunftorientierten Entwurfes sind. Er sprach von „offenen Ordnungen ohne ordnendes Subjekt“ und er kritisierte den rationalistischen Konstruktivismus, die „verhängnisvolle Anmassung von Wissen“ und die „Idee gerechter Ergebnisse“.

In der zivilisatorischen Entwicklung entsteht vieles, was die Politiker und die Bürger nicht beabsichtigen. Im Umgang mit Unsicherheit und mit Veränderungen gibt es aber in offenen Ordnungen (mit gerechten Regeln) auf Grund der „wettbewerblichen Bemühungen vieler“ (zahlreichen) Lösungen, die sich in der Entwicklung bewährt haben und den „Wohlstand für alle“ fördern.

Warum wollen immer mehr Bürger in diesem Land in einer „Welt“ leben, die sich andere für sie ausdenken und die die Politiker für sie gestalten wollen? Warum erkennen sie nicht, dass uns „die Freiheit davor schützt, dass alle die gleichen Fehler machen?“

Das Privateigentum fördert die Nutzung des verstreuten Wissens. Die Leistungen des Einzelnen „dienen Ergebnissen, von denen er nichts weiß und auch nichts wissen kann“.

One comment

  1. sokrates9

    …Warum wollen immer mehr Bürger in diesem Land in einer „Welt“ leben, die sich andere für sie ausdenken und die die Politiker für sie gestalten wollen?.. Offensichtlich hat Corona massiv die Gehirne der Bevölkerung angegriffen.Weltweit gab es doch keinen Widerstand gegen die verhängten (oft wesentlich brutaleren Sanktionen) der Ausgangssperre, Schwarze und Frauen sind absolut tabuisiert worden und deren Aussagen und Taten dürfen in keiner Weise hinterfragt werden.Die Greenpeaceleiterin Sophie Lampl erklärte gestern im Zentrum dass es unbedingtr notwendig sei den WASSERDAMPF in den Kondensstreifen der Flugzeuge zu bekämpfen, sonst kann das 1,5 Grad Ziel nicht eingehalten werden! Rücktrittsforderungen? – Gibt es nur gegen “sexistische” Tiroler Politiker!

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