Planwirtschaft ruiniert den Wohnungsmarkt

(MAXIMILIAN FREI) Es zählt mittlerweile zum Standardrepertoire der SPÖ und anderer Linkspopulisten über die vermeintlich hohen Mieten herzuziehen. Die Schuldigen sind dabei auch schnell ausgemacht, es sind dies – wie hätte man es anders erwarten können – in erster Linie ausbeuterische Wohnungseigentümer und – selbstredend – kapitalistische Immobilienspekulanten. Lösungen haben die Sozialisten auch gleich parat, nämlich Mietendeckelung und staatlich geförderten Wohnbau. Das Problem ist dann natürlich doch etwas komplexer, als es die Scheinwelt unserer Genossen zulassen möchte.
Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank hat die Politik des Gelddruckens seiner Vorgänger linientreu fortgesetzt, allerdings seit geraumer Zeit in sehr großem Stile. Es wird quasi inflationiert bis die Notenpresse nicht nur raucht, sondern knapp vorm Brennen ist. Dies begibt sich technisch wie folgt: Die EZB setzt über Offenmarktgeschäfte willkürlich den Leitzinssatz fest, also den Preis, zu dem Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld aufnehmen oder anlegen können. Der Leitzins wirkt sich direkt auf den Interbankenhandel aus, wodurch die gesamte Volkswirtschaft von der Leitzinspolitik der EZB betroffen ist. Wenn nun eine einzelne Institution die alleinige Macht innehat, Finanzwirtschaft und somit Realwirtschaft zu beeinflussen, ist dies sozialistisch oder kapitalistisch?
Aber wieder zurück zum frisch gedruckten Geld. Die Menschen sind ja – zum Leidwesen sozialistischer Politiker – noch nicht gänzlich verblödet und riechen den Braten. Daher versuchen sie sich vor der Entwertung ihrer mühsamen Ersparnisse durch die Inflation zu schützen und investieren traditionell in Immobilien. Was passiert, wenn die Nachfrage nach einer Sache steigt? Ihr Preis erhöht sich. Und wenn die Nachfrage künstlich durch frisch gedrucktes Geld angekurbelt wird? Eine Immobilienblase entsteht.
Wenn die Quadratmeterpreise beim Kauf in die Höhe schnellen, sind Eigentümer natürlich dazu gezwungen, auch den Preis für die Nutzung der Wohnungen, also die Mieten, entsprechend anzupassen. Ansonsten macht es keinen Sinn mehr, weder Wohnungseigentum zu erwerben, noch Wohnhäuser zu bauen. Dann würden Immobilien nur noch für den Eigenbedarf errichtet werden, aber nicht mehr für jene, die lieber zur Miete wohnen möchten. Da Österreich seit je gerne mietet, gäbe es hier ein verringertes Angebot.
Jetzt beabsichtigt die SPÖ diese Gegebenheit mittels staatlich verordneter Höchstmieten zu bekämpfen. Die Immobilienpreise steigen weiter, aber die Mieten werden politisch eingefroren. Etliche Immobilienprojekte werden unrentabel. Unternehmen bestehen nun einmal, um Gewinne zu erwirtschaften. Durch die Deckelung des Preises wird das Angebot an Wohnungen zusätzlich verknappt.
Als nächste Maßnahme muss von der Regierung sozialer Wohnbau betrieben werden um die Nachfrage nach Wohnungen zu decken. Dies ist notwendig, da die Regierung ja den Marktmechanismus, der von alleine zu einem Gleichgewicht geführt hätte, durch den verordneten Mietendeckel außer Kraft gesetzt hat. Der soziale Wohnbau wird vom Staat vermeintlich günstiger im Sinne der Mieter durchgeführt, da der Staat ohne Profitabsicht im Gegensatz zu einem privatwirtschaftlichen Immobilienunternehmen agiert. Es darf dabei aber nicht übersehen werden, dass in der Privatwirtschaft zu Gewinnzielen auch gleichrangige Kostenminimierungsziele kommen. Dem Staat fehlt neben der Profitabsicht leider auch die Kostenminimierungstendenz. Staatliche Großbauprojekte wie Praterstern, Flughafen Wien und AKH bestätigen die Kostenexplosionen und permanente Abweichungen der Ist- von den Planwerten im öffentlichen Bereich. Unterm Strich betrachtet wird daher vom Staat nicht günstiger produziert als von der Privatwirtschaft. Allerdings mit dem bedeutenden Unterschied, dass bei öffentlichen Projekten alle Steuerzahler den Verlust tragen müssen, während die Kosten der Bauaufträge in privater Hand den jeweiligen Nutznießern weitergereicht werden.
Man sieht hier wieder deutlich, dass der Eingriff in das Geldsystem weitere Eingriffe an anderen Stellen nach sich zieht. Ohne Inflationspolitik durch die EZB würde der Wohnungsmarkt von selber zu einem Gleichgewicht finden. Bei Wohnungsknappheit steigen die Mieten, wodurch in Folge die Bautätigkeit angeregt wird. Bei gestiegenem Angebot sinken die Mieten wieder. Bei den aktuellen Mietenpreisen handelt es um eines der vielen Beispiele für sozialistisches Versagen, das dem Kapitalismus durch linke Politiker in die Schuhe geschoben wird.

4 comments

  1. Lara

    Kleines Beispiel aus der Praxis: eine gerade frei gewordene 34 m2 Wohnung im Vollanwendungsbereich des MRG, derzeit Kategorie A, d.h. Bad, Heizung, Küche sind vorhanden, allerdings 25 Jahre alt und abgewohnt. Die Renovierung inclusive neue Sanitäreinrichtung, neue Verfliesung, Abschleifen des Parkettbodens und Ausmalen würde rund 10 000 € kosten. Die Miete ist jedoch mit dem Richtwert von 5,39 € gedeckelt. Wieso sollte der Wohnungseigentümer die Renovierung durchführen? Die Wohnung wird auch so weggehen.

  2. Thomas Holzer

    Ob Österreich so gerne mietet, wie hier behauptet, wage ich zu bezweifeln.
    Ich denke eher, daß die Miete als notwendiges Übel erachtet wird, da “unsere” Politikerdarsteller mit vereinten Kräften alles “unternehmen”, um dem Untertan die Schaffung von Vermögen, welches halt auch (zumindest zum Teil) für die Schaffung von eigenem Wohnraum notwendig ist, zu verunmöglichen.

  3. Heinrich Gruen

    zu den Wohnungen:
    a) eine Garage kostet heute so viel, wie vor 15 Jahren eine Wohnung
    b) bei einem Durschnittsverdienst von 1200,- EURO kann man sich als Einzelverdiener kaum eine Wohnung leisten – oder sonst gar nix.

    zum Eigentum:
    früher war es möglich sich eine Eigentumswohnung so zu kaufen, dass man von der Bank einen Kredit bekam, den man wie eine etwas höhere Miete zurückzahlte. Ist heute nicht mehr möglich, die Banken spielen nicht mehr mit – ausser es wird eine ÜBERBORDENDE Bonität geboten (aber dann braucht man keinen Kredit).

    zum Gelddrucken:
    meine Pension ist in den letzten 10 Jahren um fast genau EURO 70,- (insgesamt) erhöht worden.

    zur Teuerung:
    mit einem nassen Fetzen hätten wir den Wirt hinausgejagt, hätte er für eine Suppe an die 50 Schilling verlangt, heute zahlen wir nonchalant 3,50 und geben noch einen Euro als Trinkgeld drauf. (Vom Treibstoffpreis gar nicht zu reden, wir sind beim Ölpreis dort wo wir vor 20 Jahren waren, zahlen aber immer noch rund 1 Euro pro Liter).

    Resumee: WIR SIND SCHÖN DEPPERT – weil wir uns das gefallen lassen

  4. Lisa

    @Heinrich Gruen: Was soll jetzt diese Selbstbezichtigung? Einsicht ist zwar der erste Schrtitt zu einer Veränderung /Besserung, aber was hätten Sie denn für Vorschläge? Verfassensänderung? Totale Grundgesetzrevison? Wie soll Eigentum gefördert werden, wenn dauernd die Angst im Nacken sitzt,es könnte einem irgendwann wieder weggenommen werden – durch zu hohe finanzielle Belastungen (Zinserhöhungen/Steuern/Abgaben) und/oder sogar Enteignung? So deppert ist man dann doch nicht… und der “Staat” (wer genau, bittschön?!) sieht dann schon zu, dass ich ein Dach überm Kopf habe. Trick or treat – sonst besetzen wir einfach die Häuser der Geldsäcke: die Häuser denen, die drin wohnen!!!

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