Politik als Geschützte Werkstätte

Von | 4. März 2013

(ANDREAS UNTERBERGER)  Köstlicher als die SPÖ Salzburg kann man sich wohl nicht lächerlich machen. Die Partei hat jetzt ihren Kandidaten für den künftigen Finanzlandesrat präsentiert (falls ihn doch wieder die SPÖ nominieren darf): Es ist die Geschäftsführerin der Geschützten Werkstätten Salzburgs. Das sind bekanntlich jene Institutionen, wo Menschen wegen irgendwelcher schwerer Behinderungen unterkommen, die deswegen auf dem Arbeitsmarkt nicht unterkommen. Bei aller Sympathie für diese armen Menschen hätte Restintelligenz – sofern noch vorhanden – die SPÖ doch von einer solchen Entscheidung abhalten müssen, welche die Parallelen zu Partei und Politik allzu augenfällig in den Vordergrund rückt. Aber vielleicht könnte jetzt umgekehrt der frühere Finanzlandesrat in einer Geschützten Werkstätte unterkommen. Ein Mann, der zwei Monate braucht um herauszufinden, wie denn eigentlich ungefähr der Kassastand ist, für den er hauptberuflich zuständig wäre, ist ja auf dem normalen Arbeitsmarkt keinesfalls mehr vermittelbar. (Tagebuch)

 

5 Gedanken zu „Politik als Geschützte Werkstätte

  1. Roms

    Wollen Sie etwas fürs Leben lernen? Dann kommen Sie zur Universität Salzburg! Der salzburger SPÖ Ex-Finanzlandesrat David Brenner hat dort offenbar einen Lehrauftrag (!) ergattert und kann dort sein Fachwissen zum besten geben!
    Und zwar bei einem Seminar an der juridischen Fakultät
    Thema: “Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit (Wie funktioniert der Staat?)”

    https://online.uni-salzburg.at/plus_online/lv.detail?clvnr=241225

  2. Thomas Holzer

    @Roms
    Als Mag. phil. ist er ja bestene geeignet, Verfassungsrecht zu lehren 😉

    Andererseits: Er kann wenigstens aus eigener Erfahrung über die Verfassungswirklichkeit, sprich das wissentliche Brechen derselben, berichten.

    So ist das im realen Österreich: in der Politik versagt, und flugs hast einen Job in einer Institution, welche natürlich gaaaaaaaaaaaanz unabhängig von der Politik ist 🙂

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    @Roms
    Da müssen die Informationen durcheinander gekommen sein? Brenner wurde eingeladen, gemeinsam mit Prof . Lienbacher ein Seminar abzuhalten. Prof. Lienbacher lehrt allerdings an der WU Wien.
    Kann es sein, dass sie die Nachrichten nicht richtig gedeutet haben?
    Was allerdings an der Pikanterie dieser Veranstaltung wenig ändert.

  4. Christian Peter

    @Ehrenmitglied der ÖBB

    Was nichts an der Tatsache ändert, dass Berufsbonze Brenner sicherlich
    auch in den nächsten 40 Jahren dem Steuerzahler auf der Tasche liegen
    wird.

  5. Roms

    Der Professor Lienbacher hat offenbar noch Karierepläne. Ein Opportunist würde sich bei einer der Regierungsparteien einschleimen, die den Justizminister stellen wird und darauf hoffen, dass ihn selbige zB. zum VfGH- Präsidenten macht.
    @Ehrenmitglied der ÖBB: Vorlesungsverzeichnis genau lesen!

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