Politiker fordert Politiker-Führerschein

Von | 28. März 2013

…Für jeden Beruf, den du heute anstrebst und den du angehst, hast du Vorkenntnisse mitzubringen. In der Politik, ich habe es am eigenen Leib verspürt, wirst du ins kalte Wasser gestoßen – der eine schafft es, der andere nicht. Ich glaube, dass man über alle Parteigrenzen hinweg nachdenken sollte, ob nicht eine politische Grundausbildung, quasi ein politischer Führerschein, vernünftig wäre, wenn wir das zum Kriterium erheben, wenn wir sagen, das ist ein Ausbildungskatalog, den sollte ein Gemeinderat, ein Stadtsenatsmitglied, ein Landtagsabgeordneter, einfach absolviert haben, auch in Form von Prüfungen vielleicht...” (Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl in einem ORF-Interview)

20 Gedanken zu „Politiker fordert Politiker-Führerschein

  1. Thomas Holzer

    Dümmer geht es anscheinend immer!
    Ein Bill Gates, ein Steve Jobs, ein Michael Dell et al. haben keine von Kammern und/oder Gesetzen geforderte Vorkenntnisse mitgebracht.
    Aber wir sind ja in Österreich, da muß es natürlich für alles eine Prüfung geben; in Bälde wahrscheinlich auch noch eine eigene Politikerkammer im Verfassungsrang

  2. Der Grenzwolf

    … vor den Politikern jedoch unbedingt noch den “Wähler-Führerschein”.
    Denn bei der tsunami-artigen Zunahme der Analphabeten sind diese schon in einer eklatanten Überzahl.

    Wenn man bedenkt, dass zwei Drittel der Bevölkerung des verstehenden Lesens nicht mächtig ist, so ist das nicht nur eine bedauerliche Tatsache, sondern auch eine enorme Gefahr für einen Staat.

    Diesbezüglich erübrigt sich eine weitere Ausführung zu diesem Thema, denn ist selbiges gerade von dieser Stelle aus sehr öffentlich.

    Wenn wir uns selber zurück erinnern, so war bis Ende der 1960er-Jahre schon jedem Volksschüler und – In die Hierarchie im Bereich Schule und Bildung namentlich bekannt. Was so viel heißt, vom Bezirksschulinspektor, über den Landesschulinspektor, bis hinauf zum Unterrichtsminister bereits den “Taferlklasslern” namentlich bekannt. Nicht nur das, sondern auch der gebührliche Respekt stand an oberster Stelle in Benehmen und Verhalten.

    Heute weiß der weitaus überwiegende Teil der Schüler und -Innen nicht einmal den Namen des Klassenlehrers. Scheinbar auch gar nicht nötig, denn wird dieser in der Kommunikation gar mit “Oida”, oder “Oide” angesprochen. Um ein “gutes Auskommen” bemüht lassen die sich diese Umgangsform gar noch gefallen, und so manche(r) Lehrer(in) mag sogar stolz sein ob dieser Tatsache. Vielleicht gar noch im “guten Glauben”, dass dieser “humoristische” Umgang förderlich sein solle für die Mitarbeit und Leistungsbereitschaft der Kid´s.

    Wenn wir, die wir vielleicht gerade in den “Jahren des Umbruchs” selber zur Schule gingen, uns ebenso erinnern, so ist gerade uns der Zeitpunkt des “Umbruch´s” bekannt. Exakt, genau, und original mit dem Beginn des Schuljahres 1971/72 war dies der Fall. Und genau ab diesem Zeitpunkt ist im Bildungswesen nicht nur nichts brauchbares entstanden, sondern auch das Bewährte aus der Vergangenheit zunichte gemacht worden.
    Genau seit dieser Zeit ist das Bildungswesen auch eine Ruine, die dem totalen Verfall preisgegeben ist. Nicht einmal als “Baustelle” kann man dieses Ressort bezeichnen, denn ist eine Baustelle wenigstens etwas, wo sich etwas bewegt.

    Man braucht gar nicht boshafte Absichten hegen, wenn man sagt, dass es den Anschein hat, diese Ruine ist mutwillig, und ganz bewusst herbeigeführt worden. Nämlich genau aus diesem Grund, dass sich die “Naturdepperten” zunehmend vermehren, und zur “demokratischen Übermacht” werden.
    In der Tat – das Prekariat ist in der Übermacht. Und zwar so deutlich, dass es sogar für nur eine einzige politische Partei ein sehr leichtes “Spiel” wäre, eine “Zweidrittel-Mehrheit im Parlament zu erlangen. Einfach nur ins “passende Horn” blasen, und schon bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Und wenn Christian Ortner den Spruch “Freibier für alle” prägte, so hat er damit bereits den Ton jenes Horn haargenau getroffen.

    Und wenn dann die selbige politische Partei gar auch noch damit kommt – “Ein Handy, noch ein Handy, am Sonntag Wiener-Schnitzel mit Erdapfel-Salat, und eine Regierung, die alles modernisiert, aber nichts verändert”, dann ist diese “Zweidrittel-Bombe” hochgegangen, die Demokratie endgültig ausgelöscht, und die demokratische Republik Österreich in alle ihre Einzelteile zerbröckelt.

    Und wie man unser Unterrichts-Ministerin kennt, blickt sie dann mit ihrem berühmten, unverbindlichem, dafür aber besonders unwissendem Lächeln durch ihre Glaserl, setzt noch ein “Geht-mich-nichts-an-Lächeln” in gekünstelter Verbindlichkeit dazu, und fühlt sich gar als Heldin, welche die Republik gerettet hat. Faymann busselt sie ab, weil ist endlich die Zweidrittel-Mehrheit des Volkes auf seinem niederen Level, und der Michl von Wien ruft ein lautes “Freundschaft – seid´s eh olle leiwand” in die Massen.

    Und die ÖVP verbleibt weiter im Dämmer-Schlaf, blickt nicht einmal für einen Moment hoch, weil “… geht uns auch nix an … – … nicht unser Ressort.”

    Im Moment stehen die Zeichen ganz deutlich in diese Richtung. Was das bedeutet, kann man mit einem Mindestmaß an Hausverstand zwar deutlich sehen, doch ist dieser ja bekanntlich nur ein Gag aus der BILLA-Werbung.

    In all´ diesem ruinösen Chaos sind dann auch die Grünen an ihrem Ziel angelangt. Denn hat deren Zutun in Sachen “Anlocken von ungebildeten Parasiten” ganz enorm Vorschub gleistet für die Machtergreifung der Naturdepperten, dafür aber alle lieb habt euch …

    Alles in allem ist eine höchst explosive Bombe, auf der wir sitzen. Auf welcher WIR ALLE sitzen.

    Wenn diese “Bombe” hoch geht, bleibt tatsächlich kein Stein auf dem anderen. Und die Zweitausenddreißiger-Jahre stehen vor der Tür. Sie pochen schon an unseren Toren. Was dann abgeht, wird die Dreißiger-Jahre des vorigen Jahrhunderts als eine Tupperware-Party bei Meier´s erscheinen lassen.

    Gott schütze Österreich.

  3. Christian Peter

    Wir brauchen keinen Politiker-Führerschein, sondern endlich eine Beseitigung
    des österreichischen Berufspolitiker-Bonzentums. Volksvertreter sollten in der
    Privatwirtschaft etwas geleistet haben und nach einer gewissen Zeit die politi –
    sche Bühne auch wieder verlassen.

  4. Thomas Holzer

    Wir brauchen keine Politiker, sondern Staatsmänner!

  5. Samtpfote

    Wir brauchen keinen Politikerführerschein – was wir brauchen ist ein Wählerführerschein!!

  6. oeconomicus

    Wir haben die Politiker, die wir verdienen, denn wir haben sie auch gewählt bzw. den Parteien die Auswahl überlassen. Daher müssen wir uns etwas überlegen, wie wir die guten Leute, die wir zweifellos auch haben, finden und sie in politische Funktionen bringen können. Ganz ehrlich, wer war der/die Ihrer Meinung nach beste Politiker/die Politikerin in den letzten 30 Jahren in Österreich?

  7. Samtpfote

    @oeconomicus
    Nach reiflicher Analyse der Istsituation muss ich Ihnen leider mitteilen: : Es gab keine Politiker… nur Aparatschiks…

  8. Mourawetz

    Sinnvoller wäre ein Wähler-Führerschein, damit das Wahlvolk nicht jedem dahergelaufenen Volkstribun auf den Leim geht. Das Register to Vote in den USA ist eine Art Intelligenztest.

    Die Hürde, sich rechtzeitig vor einer Wahl wenigstens anzumelden, sollte jeder selbständig denkende Mensch imstande sein, zu nehmen, dem man dann ja noch viel größere Leistungen abverlangt wie etwa die wohl überlegte Abgabe seiner Wählerstimme.

    Aber weit gefehlt, dass dies eingeführt wird. Stattdessen schlägt man vor, auf den Stimmzettel die Konterfeis der zur Disposition stehenden, falschen Eliten aufzudrucken, damit auch der tumbste Analphabetiker weiß, wo er sein Kreuzerl machen muss.

  9. Lodur

    Der Geschirr-Siegi leidet jetzt endgültig an Nervenfieber. Nicht der Wille des Wählers, nein, ein Ausbildungskatalog, ein politischer Führerschein samt Prüfung(en) sollen zum Kriterium erhoben werden.

  10. Erich Bauer

    Das Absingen der getschenderten Bundeshymne, unter den prüfenden Augen von Rauch-Kallat, Gräfin von Alfons Lobby (den ich ob seines spöttischen, süffisanten Umgangs mit dem Hohen Gericht sehr schätze) ist natürlich ein MUSS. Wenn’s der Delinquent schafft, bekommt er eine Grippemaske, höchstpersönlich überreicht…

  11. Ehrenmitglied der ÖBB

    @Thomas Holzer
    Pressemeldung und ORF Salzburg: Frau Burgstaller fordert, dass künftig jeder/jede Abgeordnete einen Weiterbildungskurs im Lesen des Budgets absolviert! O-Ton:” ich werde das zum Ggegenstand von Koalitionsverhandlungen machen”.
    Diese Frau sollte erstens die Verfassung lesen (freies Mandat) und zweitens sofort bei sich und ihren Genossen anfangen!”
    9 Jahre Chefin einer L-Regierung undjetzt weiis sie von nichts, beschuldigt die anderen und fordert Qualifikationen , die sie und ihren Genossen 9 Jahre nicht beigebracht haben!
    (zb: L-Rat Blachfellner beginnt Verhandlungen mit einer Luxemburger Bank über € 150 Mio für Wohnbau und die Frau L-Hauptfrau weiß von nichts?)

  12. Thomas Holzer

    @Ehrenmitglied der ÖBB
    Ja, die Demokratie: da muß zumindest! jeden Tag eine neue Sau durch’s Dorf gejagt werden; weil ansonsten “ist man/frau ja in den Medien nicht präsent”
    Wie schon geschrieben; Dummheit läßt sich von “unseren” Politikern problemlos “toppen” – mir fehlt nur das passende Wort dazu; heißt das dann: “Dümmigstkeit”?! 😉

  13. Erich Bauer

    @Ehrenmitglied der ÖBB “…O-Ton:” ich werde das zum Ggegenstand von Koalitionsverhandlungen machen”…”

    Jetzt wird sie ganz bestimmt zur Landehauptherrin gewählt! Ich erinnere nur an Bank Burgenland… 🙂

  14. FDominicus

    Dafür braucht es folgende Fächer:
    – Floskeldrescherei
    – Lügen
    – Betrug
    – Diebstahl
    – andere schwere Eigentumsdelikte

    Ein paar Punkte an dem man das gut abarbeiten kann:
    – Zentralbanken
    – Fiat-Geld
    – Banken
    – Ökologie
    – Alternativlosigkeit

  15. wollecarlos

    Ich kenne die hier immer wieder genannten (wohl österreichischen) Politiker und -innen nicht, weiß nicht, welcher Partei, welcher “Glaubens”-Richtung sie angehören und finde manchen bisher erschienenen Beitrag lustig, sarkastisch, ironisch, auch erhellend.

    Aber wenn man sich -GANZ EMOTIONSLOS!- den Eingangssatz betrachtet:

    “Für jeden Beruf, den du heute anstrebst und den du angehst, hast du Vorkenntnisse mitzubringen.”

    ist der doch richtig, oder etwa nicht?

    Wenn man bei einem Richter im Amtsgericht voraussetzt, daß er Jura studiert hat, das erste und das zweite Staatsexamen erfolgreich absolvierte, und auch sonst alle Befähigungen persönlicher und sachlicher Art besitzt, ein Richteramt zu bekleiden, dann, erst dann (!), kann (!!) er berufen werden.

    Ausgewählt.

    Oder auch nicht!

    Warum sollte das bei Personen, die über das Schicksal von Millionen Menschen entscheiden, die Milliarden (Steuer-) Gelder ausgeben, anders ein?

    Was schadet es, wenn ein gewählter Politiker auch Sachverstand besäße?

    Und… Frage an alle Lästerer hier im Blog:

    Kann es sein, daß Sie über die Unzulänglichkeiten der Politiker auch deshalb lästern (können), weil diese Politiker eben keine “Ausbildung” genossen haben?

    Daher Fehler machen.
    Falsche Entscheidungen treffen.
    Sich von Alpha-Tierchen unterbuttern lassen….

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