Politische Selbstaufgabe als Erfolg

(JÜRGEN POCK) Das sozialdemokratische Schau(er)spiel präsentiert den nächsten Akt der politischen Selbstaufgabe rund um Faymann den Fabulanten. Diese ehemaligen Vertreter der Willkommenskultur wollen plötzlich nichts mehr von Einladungspolitik wissen und reagieren auf die Frage nach den Gründen ihrer Kehrtwende mit Blasiertheit. Die dilettantische Darstellung dieser Ignoranz wird nur durch die übliche parteipolitische Präpotenz übertroffen.
Auch ein altbekannter Politikdarsteller betritt die Bühne und versucht sich als Schwindel-Souffleur. Josef Cap, Stellvertretender Klubobmann der SPÖ, verkörpert nun als verstaubtes Polit-Inventar die innovative Klublinie und negiert dabei den von seiner Partei bisher betriebenen Willkommenswahnsinn. Das politische Possenspiel basiert ohnehin längst auf Demenz und Selbstgerechtigkeit. Nach dem zweifellos gescheiterten Faymann-Häupl-Projekt muss man sich also neu orientieren. Die Sozialdemokratie bricht ihr humanitäres Gelübde, das man einst mit Mutter Teresa Merkel schloss und agiert so, als hätte es dies nie gegeben. Unregistrierte Massenzuwanderung? „Das kann niemand wollen und das wird auch so nicht sein“, verlautbart der Genosse Cap vehement und leugnet damit seine linkssozialistischen Maximen.
Laut Cap gehe es angesichts des EU-Versagens nicht um ein politisches Spektrum, in das man ein Rechts-links-Schema einbetten soll, sondern ausschließlich um das Wohlergehen der Österreicherinnen und Österreicher, um die Vermittlung eines Sicherheitsgefühles, das sie verdienen und mit Recht einfordern. Sogar die neue Begrifflichkeit der „Überforderungsgrenze“ findet Eingang in die SPÖ-Rhetorik. Anrührende Worte von dem Stellvertreter jener Partei, welche den Asylstrom gefördert, gelenkt und lautstark bejubelt hat.
Im Namen der Ethik haben die Linksparteien großmütig die moralische Oberhoheit in Anspruch genommen, um die selbst verschuldeten Asylprobleme unter den Teppich der karitativen Aufopferung zu kehren. Als politische Verantwortungsträger haben sie allerdings die fatalen Konsequenzen verdrängt und vergessen, welche mit ihren unverantwortlichen Handlungen einhergehen. Was bleibt, ist das Aneinanderreihen von Worthülsen und widersinnigen Rechtfertigungsversuchen, ein Vorgehen, das nicht nur Antworten schuldig bleibt, sondern auch offenbart, wie ungeniert die heimische Bevölkerung ignoriert und geringgeschätzt wird. Wenn der Bodensatz die Wirklichkeitswahrnehmung trübt, bemüht man die Strategie der Beschwichtigung und Beschönigung. Oder neuerdings: Man wirft einfach seine Ideologie über Bord und verkauft die politische Selbstaufgabe als Erfolg.
Die Futtertrogmentalität der Politik nimmt den Verlust von Reputation und Glaubwürdigkeit gerne in Kauf. Die einst noch beschworenen Prinzipien die trotz massiver Fehlentwicklungen als Grundsatzlösungen gepriesen wurden, verlieren sich naturgemäß im tagespolitischen Schmutzgeschäft. Besonders dann, wenn der Posten des Bundespräsidenten ausgeschrieben wird. Die Parteipolitik sucht nach Wegen, um ihre Machtbasis abzusichern und die Wählerbestechungsdemokratie dient hierfür als idealer Umschlagplatz, um verbale Sedativa und Lockmittel unters Volk zu mischen.
Die als Altruismus getarnten Wahlversprechen sind Methode der politischen Puppenspieler, um das von Natur aus verschlafene Volk zu hofieren. Die unbelehrbaren, mitschuldigen Volksmarionetten hampeln lustig und im Gleichschritt über die Bühne. Um die folgenschweren Auswirkungen dieser impotenten Politik dürfen sich ohnehin künftige Generationen kümmern.

4 comments

  1. Alfred Reisenberger

    Sehr gut! Ich fürchte nur, dass das Volk nicht merken wird, dass diese 180 Grad Drehung nur ein Bluff ist. Bei der berühmten Sonntagsfrage “Wen würden Sie wählen, wenn…..” wuerde man unsere “Retter” wieder wählen.
    Ich dache, dass Cap schon in einem Heim weilt, wo er seine fette Pension ausgibt. :-))

  2. Reini

    … es ist immer bewundernswert, das solche Politiker noch Wähler haben, welche ihr eigenes Volk verraten! …

  3. Falke

    Ich vermute, dieser Schwenk ist vorwiegend der Angst vor dem massiven Wählerschwund und der immer stärker werdenden FPÖ zu verdanken. Es hat ja sich sogar schon Peter Pilz von den Grünen teilweise – sagen wir um 90° – gewendet.

  4. Hanna

    Solange Kritiker der aktuellen haarsträubenden Situation als “rechts” (im übelsten Sinne) beschimpft werden und besonders die jungen Einheimischen glauben, “rechts” bedeute automatisch “Nazi”, wird sich nix ändern. Leider. Mich kotzt das Hindreschen auf Leute, die sich im Sinne ihres eigenen Daseins in ihrer Heimat wehren, oder auch nur mit einer völlig gerechtfertigten Ansicht “aufmucken”, schon so an – immer ist es ein “Mob” oder “Pöbel” (mehr in Deutschland), der Falsches tut, während die kriminellen Einwanderer immer einfach “Flüchtlinge” sind. Der Mob der Medienvertreter, die solche Dinge immer noch schreiben und gewissen Artikeln den Touch der “Einheimischen-Missbilligung” geben, sollte zwangsverpflichtet werden, sich um die “Flüchtlinge” zu kümmern.

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