Prekär beim Bund

Eine beeindruckende Recherche des jungen Internet-Magazins “paroli”: “Arbeit, von der man Leben kann“, steht auf den Plakaten der SPÖ, die ÖVP will mit einem Job-Paket mehr Arbeitsplätze schaffen und pocht auf eine Flexibilisierung der Arbeit. Währenddessen aber beschäftigen Regierung, Parlament und Verfassungsgerichtshof selbst zusammen über 1.000 freie Dienstnehmer, Praktikanten und Leiharbeiter. Manche davon verdienen weniger als die gesetzliche Mindestsicherung, andere werden in rechtlich fragwürdigen Verhältnissen beschäftigt.Leseempfehlung!

10 comments

  1. Thomas Holzer

    Nimmt mich nicht Wunder. Gibt sicherlich auch bei den Kammern solche Fälle.
    Ich frag mich nur, warum arbeitet jemand für diese Hungerlöhne?

  2. Rennziege

    Beim Bund möchte ich nicht beschäftigt sein — weder prekär noch fürstlich entlohnt. Meinen Speichel brauche ich für die Verdauung und sonst nix. Irgendwelchen Apparatschiks die Schweißfüße zu lecken, dafür ist er zu schade.
    Thomas Holzers Frage “Warum arbeitet jemand für diese Hungerlöhne?” ist leicht beantwortet: Weil diese Absolventen nicht markttauglicher Studiengänge keine andere Chance und keine anderen Arbeitgeber finden, als irgendwann in den geschützten Werkstätten der Sozial-, Bürokratie-, Kultur-, Integrations- und Gendermafia unterzukriechen. (Liste unvollständig.) Affines Parteibuch freilich erforderlich.

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    @Rennziege,
    gnädige Frau, ich schätze ihre Beiträge sehr, geistvoll und voll Wortwitz !
    Aber in dieser Sache nehmen sie eine Verallgemeinerung vor, die nicht den Tatsachen entspricht.
    Bitte differenzieren sie in dieser Angelegenheit !

  4. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Nicht nur!!!
    Habe auf der Website der Uni-Klagenfurt ein Inserat für ein Praktikum gefunden:
    5***** Hotel in Deutschland sucht Trainee für Hotelmanagement mit abgeschlossenem Studium, für 6 Monate, “Entlohnung” EUR 400,– netto; dafür aber Kost&Logis frei 😉
    Sorry, aber das ist ein Witz für mich

  5. Weninger

    Als ob es in der Privatwirtschaft kein Speichellecken, Ar…kriechen und Radfahren mit mieser Entlohnung gäbe. Jeder kann halt nicht Topmanager oder Marketing-Wunderwuzzi (mit oft auch äußerst schwindligen Studienwegen) sein …

  6. rider650

    Und zwingt irgendjemand die über 1000 Dienstnehmer, Praktikanten und Leiharbeiter, dort zu den entsprechenden Bedingungen zu arbeiten? Nein? Gut, wo ist also das Problem. Mindestlöhne, Arbeitszeitgesetze etc. sind unrechtmäßige Eingriffe in die Vertragsfreiheit. Wer Arbeitgeber, gleich welche, zwingt, Leute zu bestimmten Bedingungen zu beschäftigen, ist ein Verbrecher, der sich am Eigentum Dritter vergeht.
    Ich würde allerdings ebenfalls nicht für den Staat arbeiten, aber nicht wegen eventuell zu geringer Entlohnung – selbst für das fürstlichste Honorar nicht! All die Löhen, Gehälter und sonstigen Ausgaben des Staates stammen aus den gigantischen Raubzügen namens Besteuerung. Wer Geld aus der Beute nimmt, und eventuell noch den staatlichen Verbrechern bei ihren Taten hilft, macht sich selbst schuldig. Damit möchte ich nichts zu tun haben.

  7. Thomas Holzer

    @rider650
    Prinzipiell haben Sie recht, daß niemand gezwungen wird, für diese Hungerlöhne zu arbeiten.
    Aber: generell gesagt/geschrieben, nicht auf diese konkreten Fälle bezogen; das AMS ist bekannt dafür, daß es Personen in Arbeitsverhältnisse “vermittelt”, welche sehr wohl prekär sind, nur um die Statistiken zu schönen, unter der Androhung, bei Nichtannahme der Beschäftigung, die Unterstützung zu streichen….und dies trifft nicht nur auf Personen zu, welche z.B. nur einen Pflichtschulabschluß oder weniger haben……….

  8. rider650

    Da das Geld, welches der AMS auszahlt, genauso wie Steuern aus unter Gewaltandrohung erhobenen Zwangsbeiträgen stammt, hat niemand ein “Recht” auf dieses Geld. Ob es moralisch ist, das Geld anzunehmen, muss jeder selber entscheiden. Wer aber Geld aus dieser zweifelhaften Quelle nimmt, muss halt auch mit den diktierten zweifelhaften Bedingungen des AMS leben. Es ist jedoch jedem unbenommne, sich eine eigene Einkommensquelle auf freiwilliger vertraglicher Basis und ohne die Involvierung von Zwang zu suchen, und somit dem Problem “AMS” aus dem Weg zu gehen.

  9. Thomas Holzer

    @rider650
    Daß Sie der ganz radikale Liberale sind, ist mir schon bewußt 🙂
    und ich dachte immer, ich sei schon “extrem” 😉
    anyway, ich gestehe Ihnen zu, daß grosso modo niemand für dieses Gehalt arbeiten muß

    Ich würde es definitiv NICHT tun 🙂

  10. Anton Aushecker

    Einspruch, euer Ehren! Wer selbst hunger hat bzw. eine hungrige Familie zu Hause, der wird sich wohl oder übel in einer Lage sehen, an Geld kommen zu müssen, egal wie. Die Würde des Menschen ist unantastbar und insofern haben Sozialabgaben (egal welche Überschrift sie haben) und Alimentierung schon einen Sinn und stellen eine entscheidende Weiterentwicklung unserer Gesellschaft seit früheren Zeiten dar. Über die gerechtfertigte Höhe und die Mittelverwendung sei die Diskussion eröffnet….

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