Privates Geld, warum nicht?

Von | 19. April 2013

Dass Mobiltelefone, Autos oder Flugverbindungen von privaten, miteinander in heftigem Wettbewerb stehenden Anbietern wesentlich besser und billiger bereitgestellt werden können als von staatlichen Monopolbetrieben, bezweifelt heute – vielleicht mit Ausnahme von Wiener SPÖ-Funktionären – kein halbwegs vernünftiger Mensch mehr.
Der populäre, teils im chinesischen Tianjin und teilweise in Wien lebende Zukunftsforscher und Bestsellerautor John Naisbitt („Megatrends“) prophezeit uns deshalb, dass früher oder später auch eine ganz spezielle Ware nicht mehr von einem staatlichen Monopol angeboten werden wird, sondern von konkurrierenden Privaten: die Ware Geld.

Die Vorstellung, die Geldproduktion zu privatisieren wie einst das Mobilfunknetz, die Voest oder die AUA, erscheint freilich auch vielen hartgesottenen Liberalen irgendwie suspekt, weswegen das staatliche Monopol auf Geldproduktion den meisten als unabänderlich erscheint.

Und trotzdem beginnt, seit der Euro und seine Reputation unter der Gelddruckpolitik seiner vermeintlichen Retter leiden, eine vorerst leise, aber interessante Debatte über die Frage, ob das staatliche Geldmonopol tatsächlich so eine tolle Idee ist. „Währungsprivatisierungen gegen Notenbankexzesse“ erörterte erst jüngst in durchaus zustimmendem Tonfall die superseriöse „Neue Zürcher Zeitung“. In Deutschland fordert der FDP-Politiker Frank Schäffler: „Das staatliche Geldmonopol muss fallen.“ Und der österreichische Ökonomienobelpreisträger Friedrich August von Hayek verlangte 1976 in seinem Buch „Denationalization of Money“ die Privatisierung des Geldes – und zwar mit einem ebenso simplen wie überzeugenden Argument: Würden verschiedene Anbieter (also etwa Banken) Geld anbieten, würde die Qualität dieses Geldes, also vor allem seine langfristige Werthaltigkeit, besser werden. Genauso, wie Qualität und Preis des Telefonierens in dem Moment dramatisch besser wurden, nachdem das staatliche Monopol durch privaten Wettbewerb ersetzt worden war.

Derzeit geschieht ja eher das Gegenteil: Indem sie massenhaft Geld drucken, gefährden die Notenbanken der USA, Japans und Europas die Werthaltigkeit ihrer Währungen – also die Qualität des Geldes – massiv. Das staatlich geschaffene Geld wird eher schlechter als besser. Das Argument, durch mehrere parallel nebeneinander existierende Währungen verschiedener privater Emittenten würden hohe Transaktionskosten, Unübersichtlichkeit und Chaos entstehen, stimmt nur begrenzt.

Inzwischen dämmen nämlich immer mehr Staaten in der EU die Verwendung von Bargeld sukzessive ein; in Schweden dürfte Bares über kurz oder lang überhaupt ganz verschwinden. Damit jedoch wird die Verwendung allfälliger unterschiedlicher Währungen enorm erleichtert, weil deren Verwendung für den elektronischen Zahlungsverkehr weitgehend problemlos ist.

Wenn mittlerweile jeder zweite Deutsche befürchtet, seine Euro würden in Zukunft massiv entwertet werden, dann ist das jedenfalls kein sehr überzeugendes Argument dafür, dass das staatliche Geldmonopol eine Ware namens Geld in erstklassiger Qualität und zur vollen Zufriedenheit der Kunden produziert. Privater Wettbewerb hat in solchen Situationen noch selten geschadet. (Presse)

 

79 Gedanken zu „Privates Geld, warum nicht?

  1. Prometheus

    Prinzipiell richtiger Ansatz, jedoch meiner Ansicht nach schwer zu realisieren.

    Besser (ich hoffe nicht ganz so unrealistisch): Wieder unterschiedliche Währungen einführen “one state-one money”, Zentralbanken zurechtstutzen und Goldstandard (der auch seinerzeit nie wirklich 100% war). Das würde die meisten Probleme rasch beseitigen.

  2. oeconomicus

    De facto gibt es bereits einen “Geld”-Wettbewerb, nämlich die Währungen. Dieser wird allerdings durch die Staaten manipuliert. Vielleicht gibt es bald wieder Certificates of Deposit (für Gold), die wir dann als “Geld” verwenden können?

  3. rubens

    Zumindest würde das der Nomenklatura Beine machen.

  4. Reinhard

    Das Thema ist nicht neu und bietet eine Menge rechtliche Freiräume, guckstu hier: http://engelgeld.de

    Bis hin zu dem Punkt, dass der Erhalt eines beliebigen Tauschmittels, das nicht als staatliche Währung anerkannt ist, keine Einkunft darstellt und somit steuerliche Schlupflöcher bietet.

    Weshalb der Staat sicher kein Interesse hat, sein eigentlich gar nicht vorhandenes Monopol (Tauschmittel kann eigentlich jeder herausgeben und in Umlauf bringen) aufzuweichen bzw. zuzugeben, dass unsere bunten Läppchen mit dem neckischen Copyright-Aufdruck eigentlich gar keine Banknoten und somit im Vergleich zu jeder solchen von einer Bank herausgegebenen absolut wertlos sind und es die “Währungshoheit” faktisch schon lange nicht mehr gibt…

  5. Christian Peter

    Es existiert kein staatliches Geldmonopol, weil etwa 90 % des Geldes private
    Geschäftsbanken schöpfen. Nur etwa 10 % des im Umlauf befindlichen Geldes
    ist Zentralbankgeld. Man sollte daher eher von “Banknotenmonopol” des
    Staates sprechen.

    Nur wenn man privaten Geschäftsbanken das Privileg der Geldschöpfung
    entzieht (Monetative), ließe sich von einem Geldmonopol des Staates
    sprechen.

  6. GeorgK

    Wie kann man sooooo tief sinken und einen Naisbitt zitieren?
    Genau genommen leben diese lächerlichen Zukunftsheinis nur nach folgendem Rezept: Es gibt immer jemanden, dem ihr aus den Fingern gesogener Schwachsinn gerade ins Konzept passt, um sie zum Gewährsmann zu machen und damit im Zirkelschluss als “Fachleute” zu adeln.
    Letztlich núr Schmarotzer – wie jedes Bedarfsorakel.

  7. Samtpfote

    Es gibt ca 3000 Banken in Europa, die dafür in Frage kämen.
    Die Wechselkurstabellen (jeder gegen jeden) werden sodann ca 40 Seiten pro Tag in der Tagespresse füllen… oder Internetseiten… und jede Billakassiererin muss es verstehen (können)…. von den sodann angeboten 400 APs ganz zu schweigen …
    Georg K hat schon Recht!

  8. Reinhard

    @Christian Peter
    Auch das im Umlauf befindliche Geld ist keine Banknote. Schauen Sie sich den Schein genau an: er ist nur durch “Copyright” geschützt, es befindet sich aber kein Hinweis darauf, dass es sich um eine “Note”, also Urkunde mit beglaubigtem Sicherheitscharakter handelt.

    Der Scheine des Schilling und der Deutschen Mark waren unsere letzten wirklichen Banknoten, seither bekommen wir nur bessere Briefmarken ohne Klebefläche.
    Der Unterschied: Die Banknote beinhaltete die Verpflichtung der Bank, diese bei Vorlage gegen eine tagesgültige Leistung einzutauschen – zB gegen Edelmetall, mit dem vor Einführung des Spielgeldes (=Abschaffung des Goldstandards) jede Banknote hat hinterlegt werden müssen.
    Somit war jeder Banknote ein Gegenwert in Gold inhärent.
    Den bunten Euro-Lappen ist gar nichts inhärent außer der von Merkel und Co. selbstgefühlten Bedeutung als europäischem Integrationswahrzeichen. Ansonsten kann ab Morgen erklärt werden, dass die lustigen bunten Fetzen keinen Wert mehr besitzen und im Gegensatz zur Banknote habe ich nicht einmal einen Anspruch auf ein Promille von Irgendwas. Der Euro ist keine Währung sondern nur ein Zahlungsmittel wie Kieselsteine, Muscheln oder von mir aus Achselhaare.

    Was die Geschäftsbanken machen ist das Schaffen von Buchgeld. Das sollte man als reine virtuelle Erscheinung betrachten; physisch entspricht dieses Geld genau genommen gar nichts. Daher auch das Bestreben der Staaten, sogar die wertlosen Buntlappen mit dem putzigen Copyright-Hinweis abzuschaffen und durch reine virtuelle Geldbewegungen zu ersetzen.
    Das virtuelle Abräumen des Kontos ist nämlich viel einfacher als das physische Aussackeln jedes Einzelnen.

  9. FDominicus

    @Christian Peter

    Und das könnte man wie erreichen? Na eine Idee?
    In dem man Geld als Wert hätte und dazu eine 100 % Mindestreserve. Was dann nur heißen würde eine Bank kann nur das ausleihen was Ihr gehört und/oder ihr von den Kontoinhabern zur Verfügung gestellt wird.

    Kein Währungsmonopol? Nun denn dann fangen Sie mal an Ihre eigenes Geld zu drucken. Mal sehen wie weit Sie kommen. Warum Sie meinen einen für völlig blöd verkaufen zu müssen, leuchtet mir nicht ein. Es fällt doch im Endeffekt auf Sie zurück….

  10. gms

    Christian Peter :
    Es existiert kein staatliches Geldmonopol, weil etwa 90 % des Geldes private Geschäftsbanken schöpfen.

    Das ist zwar richtig, kratzt aber dennoch nur oberflächlich an der Darstellung eines staatlichen Monopols, kann doch die Schöpfung von Giralgeld durch Privatbanken einzig und allein allein durch initiales Zentralbankgeld erfolgen. Ohne das monopolisierte Gift aus erster Hand existierten auch keine polypenartigen Ableger davon.

    Hinzu kommt das unstrittige Privileg der Zentralbanken, für ihre Luftnummern niemals zur Verantwortung gezogen werden zu können, während Geschäftsbanken, zumindest dem Papier nach, die Konsequenzen verfehlter Geldexpansion tragen müssen.

    Lender of last resort zu sein, nachdem man vom Staat den alleinigen Zauberstab zur unlimitierten monetären “Feuerkraft”(*) erhielt, wird absolut berechtigt Monopol genannt.

    *) um die infantile Begrifflichkeit strunzdummer Schmierfinken zu verwenden

  11. gms

    Samtpfote :
    Es gibt ca 3000 Banken in Europa, die dafür in Frage kämen.

    Es könnten auch mehr sein, theoretisch sogar beliebig viele. Daß der “Konsument” ob des breiten Angebotes potentiell überfordert wäre, und dies ein Festhalten am derzeitigen Willkürkartell rechtfertigte, stelle ich entschieden in Abrede.

    Das Geschäftsmodell, Waren aller Art weltweit per Internet zu vertreiben, ist prinzipiell vergleichbar ebensovielen Unternehmen möglich. Dennoch gibt es inzwischen ein natürliches Beinahe-Monopol, weil einige wenige Firmen (mit derzeit Amazon an der Spitze) dies besser taten als andere.

    Vergessen (oder gezielt ignoriert) wird weiters der Umstand, wonach der Wegfall des Monopol die aktuellen unerschöpflichen zentralisierten Luftgeldquellen nicht abschafft. Wer auch morgen noch aus Gewohnheit im Web-Shop der Kammerfunktionäre einkaufen will, weil diese metaphorisch anno dazumal das Privileg des alleinigen Warenvertriebs im Internet hatten, soll das tun dürfen. Das Recht auf Dummheit negieren Liberale ja nicht.

  12. Christian Peter

    @gms

    Bei den Sichtguthaben der Geschäftsbanken kann von “Monopol” nicht ge –
    sprochen, denn schließlich konkurrieren Geschäftsbanken um die Einlagen
    ihrer Kunden.

    Selbst bei Zentralbankgeld (Noten und Sichtguthaben bei der Zentralbank)
    kann von “Monopol” keine Rede sein, denn die privaten Akteure haben die
    Auswahl zwischen verschiedenen Arten von Zentralbankgeld (Euro, Dollar,
    Pfund, etc.).

    Was würden Sie davon halten, wenn man von einem “Monopol” in der
    Autoindustrie sprechen würde, nur weil diese Rohstoffe verwendet,
    die von einem Monopolisten stammen ? Würde dieses monopolistische
    Element in der Herstellung eines Vorproduktes den Wettbewerb bei
    Autos beeinträchtigen oder gar beseitigen ?

    Es existiert kein Monopol auf Geld, sie sollten den Begriff “staatliches
    Geldmonopol” daher besser aus ihrem Wortschatz streichen (suchen
    Sie den Begriff “Geldmonopol” in Lexika, Sie werden keinen Eintrag
    finden).

  13. aaaaaaa

    Als Kryptologe bin ich mir ziemlich sicher, dass Bitcoin sich durchsetzen wird, egal ob die Politik das will oder nicht.

  14. Rennziege

    @aaaaaaa
    Passt haarscharf. Bitcoin genießt auch nur bei Kryptologen den Heiligenschein einer alternativen Währung.

  15. Wettbewerber

    @Christian Peter
    Und in Sachen “legal tender”? Fast 50 % der gesamten Wirtschaftsleistung der Bürger unseres Landes werden vom Staat eingesackt. Können Sie Ihre Steuerschulden auch in Silberbarren oder Bitcoins bezahlen? Wenn jemandem gerichtlich Schadenersatz zugesprochen wurde, kann der Kläger Bezahlung in Zigarretten verlangen? Können Kindergeldbezieher Auszahlung in Gold fordern?

    Zudem würde mich beispielhaft der Rohstoff in der Autoindustrie interessieren, der “von einem Monopolisten geliefert” wurde. Kennen Sie einen?

  16. Rennziege

    @Wettbewerber
    Zudem würde mich beispielhaft der Rohstoff in der Autoindustrie interessieren, der “von einem Monopolisten geliefert” wurde. Kennen Sie einen? fragen Sie.
    Ich bin zwar nicht angesprochen, kenne aber einen Monopolisten: die von rotgrünen und EU-Phantasten georgelte Heilslehre vom Elektromobil, die die Autoindustrie dazu zwingt, wertvolle Ressourcen für physikalisch, praktisch, logistisch, ökonomisch und ökologisch hirnrissige — und folglich unverkäufliche — Alibi-Vehikel abzuzweigen …
    … während Verbrennungsmotoren unaufhaltsam sparsamer und effizienter werden.

  17. aaaaaaa

    @Rennziege
    Ist halt die gesunde Skepsis. Aber je länger es läuft und je mehr Leute sich damit beschäftigen, desto populärer wird es. Und so steigt der Preis.

    Man darf sich natürlich nicht von Blasen und Hypes irreführen lassen. Genauso wie beim Gold. Langfristig denken.

  18. Wettbewerber

    @aaaaaaa
    “Aber je länger es läuft und je mehr Leute sich damit beschäftigen, desto populärer wird es.”

    Ja, genauso wie einst der Nationalsozialismus…

    Ein Irrglaube wird nicht besser, wenn ihn immer mehr Leute glauben. Ganz im Gegenteil. Dann wird es richtig schlimm. Ich meine, “langfristig gedacht”… 😉

  19. gms

    Christian Peter :
    Bei den Sichtguthaben der Geschäftsbanken kann von “Monopol” nicht gesprochen, denn schließlich konkurrieren Geschäftsbanken um die Einlagen
    ihrer Kunden.

    War von einem Geld-Verwahre-Monopol die Rede?! Repliken wie Ihre obige, gemünzt auf eine willkürlich in den Raum gestellte aber nie getätigte Falschaussage, saugen LKW-Ladungen groben Schotters durch handelsübliche Kinderstrohhalme.

    Auch Ihre sonstigen Einlassungen gehen zu weit ins Out, um sie selbst beim bestem Willen etwa noch als Streifschüsse zu werten. Fragen Sie vorzugsweise mal das Finanzamt, was es von Erlösen im Kontext mit Fremdwährungen hält.
    Ergänzend machen Sie sich mal schlau, mit welchen gesetzlichen Auflagen die Herausgeber von sog. Lokalwährungen belegt sind. Sie werden staunen!

    Hätten Sie wenigstens repliziert, auf dem Mond – der einzige Ort, wo Sie sich offenbar auskennen – bestünde kein Mondgeld-Monopol, dann hätten Sie wenigestens Geist bewiesen, so aber war Ihre Wortmeldung allenfalls ein Anlaß für mich, hier Zeit zu verschwenden. Das wird nicht wieder vorkommen.

  20. Doctor Hesselius

    Sehr empfehlenswert ist diesbezüglich “Geldreform, Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld” von Thorsten Polleit und Michael von Prollius. (hier frei verfügbar: http://www.thorsten-polleit.com/TPMvPNov10-II.pdf)

    Eine Privatisierung unseres “Geld”-Systems ist in der Tat möglich und geboten. Ich jedenfalls habe die Nase voll von staatlichen Zentralbanken, die mir feierlich erklären jenes bunt bedruckte Papier gelte sobald gedruckt Kraft seiner Heiligkeit des Staates als Geld und habe einen Wert. Ein privatisiertes Geldsystem hätte freilich den Nachteil, dass wir uns, wenn es hart auf hart kommt, nicht mehr so einfach reich drucken können.

  21. world-citizen

    Einen kleinen Schritt weiter gedacht:

    Wenn das Geldmonopol fällt, dann wird irgendwann auch das Gewaltmonopol fallen. Was würde dann passieren?

  22. Reinhard

    world-citizen :
    Wenn das Geldmonopol fällt, dann wird irgendwann auch das Gewaltmonopol fallen.

    Nach welcher Logik muss das Ihrer Meinung nach so sein?

  23. Lodur

    “Es existiert kein staatliches Geldmonopol, weil etwa 90 % des Geldes private Geschäftsbanken schöpfen. Nur etwa 10 % des im Umlauf befindlichen Geldes ist Zentralbankgeld.”

    Oh Wunder, es gibt auch noch ökonomisch gebildete Liberale hier, wie z. B. Christian Peter, die in den hier verbreiteten hysterischen Monopolängsten und Privatisierungsschreien einen letzten Rest an Bildung und Vernunft bewahrt haben.

    Anders hingegen “Wirtschaftsweise” wie Reinhard:
    “Was die Geschäftsbanken machen ist das Schaffen von Buchgeld. Das sollte man als reine virtuelle Erscheinung betrachten; physisch entspricht dieses Geld genau genommen gar nichts.”

    Offensichtlich hat er nicht das Konzept der Giralgeldschöpfung verstanden. Diese ist Fähigkeit der Geschäftsbanken auf der Basis freier Liquiditätsreserven (Überschussreserven) durch Kreditvergabe ein Buchgeld zu schaffen. Dadurch entsteht ein sogenanntes derivates (abgeleitetes) Geld in Form von Sichteinlagen bei Banken, über das jederzeit z. B. per Scheck oder Überweisung verfügt werden kann. Durch die freien Liquiditätsreserven hat es auch eine physische Entsprechung, so lange diese natürlich vorhanden sind.

  24. Lodur

    Wobei die Geschäftsbanken in ihrer Gesamtheit antürlich ein Mehrfaches an Krediten vergeben und damit an Geld schaffen können, denn mit der Kreditgewährung einer Bank entstehen bei anderen Banken wiederum Einlagen, also zusätzliches Geld.

  25. Christian Peter

    @gms

    Anders formuliert, damit es auch Sie es verstehen :

    1. Geld ist mehr als Zentralbankgeld.
    2. Zentralbank ist nicht gleich Staat.
    3. Geld ist in Währungsräumen wie EWU per se entstaatlicht.
    3. Es existieren konkurrierende Formen von Zentralbankgeld.

  26. Reinhard

    @Lodur
    Sie sagen es selbst: Buchgeld ist derivates, also “abgeleitetes” Geld, das man in einer Art Schneeballsystem nur bis zur Höhe des physischen Geldes auch “Abheben” kann. Der Rest ist weder mit physischen Edelmetallreserven noch anderen “greifbaren” materiellen Gütern hinterlegt, mit denen man irgend etwas “bezahlen” könnte. Es sind Blasen, gefüllt mit warmer Luft hohler Versprechungen. Wenn Sie mal vom Olymp ihrer Selbstgefälligkeit herabsteigen, in dem Sie als marxistischer Weltenretter natürlich weit über allen anderen thronen, dann merken sie, dass Sie mir erst keine Ahnung unterstellen (wie auch, bin ja kein Marxist, obwohl ich im Gegensatz zu vielen seiner Anhänger sogar einiges von ihm lesen und die praktische Umsetzung seiner Ideen erleben durfte) und schreiben dann genau das gleich wie ich, nämlich dass das Buchgeld eine wertlose, in einem schier endlosen Schneeballsystem sich weiter vermehrende virtuelle Währung ist. Die Implosion steht bevor, vielleicht sehen wir danach, was wirklich übrig bleibt und wie schnell es geht, dass auf den elektronischen Buchgeldkonten einer den großen “Löschen”-Button drückt.

    Wie es mit diesem virtuellen Geld abgeht, konnte jeder 2009 erleben, als weltweit über 40 Billionen Dollar “verschwanden”; abgeschriebene Kredite, Wertverluste von Aktien und verlorene Wetten – die physische Geldmenge wurde davon nicht berührt; wie auch, man hätte ja allein mit dieser Summe Hunderter bis weit über den Mond stapeln können.
    Wo ist dann das Geld hinverschwunden? Genau dahin, wo es herkommt und im Prinzip schon immer war, nämlich ins Nichts. Buchgeld ist ein vorgegaukelter Wert, und was passiert, wenn zu viele Leute auf die Idee kommen, die Buchgeldbestände lieber in physischem Geld auszahlen zu lassen, brauche ich Ihnen als selbsterklärtem Wirtschaftsweisen ja wohl nicht erklären.
    Unser sogenanntes Geldsystem ist eine riesige Lüge, ein Mummenschanz, der riesige Werte vorgaukelt, die nicht vorhanden sind.

    Zur Erinnerung: Eine Banknote ist eine rechtlich beglaubigte Urkunde, die den Besitzer ohne weiteren Nachweis der Herkunft dazu berechtigt, bei der Bank deponierte echte Währung, also Gold und Silber, zu beheben. Wir haben keine solchen Banknoten mehr sondern nur bedruckte Zettel aus einer Druckerei namens EZB, die politisch gelenkt neben diesem Job als Copyshop auch Buchgeld aus dem Nichts erschaffen kann – die einzige “Garantie” für den Gegenwert ist, äh, ein Versprechen der Verpfändung der Leistung der Steuerzahler in der Zukunft.
    Der einzige Wert des Euro besteht in seiner Akzeptanz durch staatliche Behörden. Privat kann man bezahlen, womit man will und auch die Schaffung privater Währungen ist möglich, scheitert aber am Beharrungsvermögen der breiten Masse, die bis heute fest daran glaubt, dass etwas automatisch Geld ist, das der Staat zu solchem erklärt – und dann immer wieder enttäuscht sind, wenn der bunte Dreck morgen nix mehr wert ist. Es tut mir Leid, Sie enttäuschen zu müssen, denn Sie glauben ja, Geld regiere diese böse kapitalistische Welt, dem ist aber nicht so. Glaube regiert die Welt. Geld hat nur Macht, wenn man daran glaubt.

    Gerade Kommunisten glauben immer, mit Geld ließe sich alles regeln und verteilen dies deshalb massiv recht willkürlich zu ihrer Klientel um. Aber nicht nur die, keine Sorge. Und trotzdem treten sie auf der Stelle, denn die wirklichen Werte des Menschen liegen woanders. Wenn die Geldtöpfe leer sind und das Umverteilen ein Ende findet, wird es wieder klar werden, dass Wissen und Können, Bildung und Geschick, Leistungsbereitschaft und Mut mehr wert sind als alle bunten Lappen, die schnell mit Nullenreihen überdruckt werden. Und im Garten verbuddelte Münzen aus Edelmetall, vorsorglich eingelagerte Genuss- und Grundnahrungsmittel. Die Klientel der Umverteiler, die sich in der Hängematte der wohlerworbenen Rechte und keck geforderten Alimente fett degeneriert haben, wird auf der Strecke bleiben, denn Buchgeld kann verschwinden und bunte Lappen können wertlos werden.
    Tun sie gerade. Mit atemberaubender Geschwindigkeit, durch schöngerechnete Inflationsraten versteckt, durch manipulierte Kursentwicklungen vernebelt.
    Wenn der Euro kracht, und das wird relativ bald geschehen, ich gebe ihm keine fünf Jahre mehr, dann werden Sie sehen wie die Buchgeldkonten jenseits der momentan ausgetesteten Grenzen verschwinden geleert werden. Per Knopfdruck Sonntags früh.
    Reset.

  27. Lodur

    @Reinhard
    “wie auch, bin ja kein Marxist, obwohl ich im Gegensatz zu vielen seiner Anhänger sogar einiges von ihm lesen und die praktische Umsetzung seiner Ideen erleben durfte”

    Interessant. Sie waren also bei der Pariser Kommune von 1871 dabei? So alt sind Sie schon?

    “Es tut mir Leid, Sie enttäuschen zu müssen, denn Sie glauben ja, Geld regiere diese böse kapitalistische Welt, dem ist aber nicht so.”

    Die Tendenz der fallenden Profitrate und Überproduktionskrisen regieren die kapitalistische Welt.

    “Zur Erinnerung: Eine Banknote ist eine rechtlich beglaubigte Urkunde, die den Besitzer ohne weiteren Nachweis der Herkunft dazu berechtigt, bei der Bank deponierte echte Währung, also Gold und Silber, zu beheben. Wir haben keine solchen Banknoten mehr sondern nur bedruckte Zettel aus einer Druckerei namens EZB, die politisch gelenkt neben diesem Job als Copyshop auch Buchgeld aus dem Nichts erschaffen kann – die einzige “Garantie” für den Gegenwert ist, äh, ein Versprechen der Verpfändung der Leistung der Steuerzahler in der Zukunft.”

    1.) Die EZB druckt kein Geld. Das machen noch die nationalen Zentralbanken.
    2.) Geld ist nicht gleich Banknote und/oder Münze. Es gibt zwei Formen von Geld: Bargeld bzw. Zentralbankgeld und Geschäftsbankgeld bzw. Buchgeld
    Beide sind Zahlungsmittel. Sie reduzieren in ihrer Unkenntnis das Geld nur auf das physisch erfassbare Bargeld. Dabei ist Buchgeld durch die freien Liquiditätsreserven ebenfalls “physisch” erfassbar. Jedoch kann ein massives Überschreiten dieser durch eine ausufernde Kredit- und Geldschöpfung ungesunde Boom-Bust-Zyklen auslösen und am Ende das gesamte Währungssystem zerstören. Das bedeutet jedoch nicht, dass Buchgeld prinzipiell nicht “physisch” erfassbar ist. In ihrer grenzenlosen Unkenntnis reduzieren Sie das Geld auf die Währungsreserven bzw. Gold. Vielleicht sollten sie Marx lesen:

    “Der Weg aus der Münze ist aber zugleich der Gang zum Schmelztiegel. Im Umlauf verschleißen nämlich die Goldmünzen, … Goldtitel und Goldsubstanz, Nominalgehalt und Realgehalt beginnen ihren Scheidungsprozess. …

    Das Gold als Zirkulationsmittel weicht ab vom Gold als Maßstab der Preise und hört damit auch auf, wirkliches Äquivalent (Gegenwert) der Waren zu sein, deren Preise es realisiert.

    Die Geschichte dieser Wirren bildet die Münzgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit bis ins 18. Jahrhundert.” (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 139.)

    “Wenn der Geldumlauf selbst den Realgehalt vom Normalgehalt der Münze scheidet, ihr Metalldasein von ihrem funktionellen Dasein, so enthält er die Möglichkeit latent, das Metallgeld in seiner Münzfunktion durch Marken aus anderem Material oder Symbole zu ersetzen.” (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 140.)

    “Nur bedarf das Zeichen des Geldes seiner eigenen objektiv gesellschaftlichen Gültigkeit, und diese erhält das Papiersymbol durch den Zwangskurs. Nur innerhalb der von den Grenzen eines Gemein-wesens umschriebenen oder inneren Zirkulationssphäre gilt dieser Staatszwang, aber auch nur hier geht das Geld völlig auf in seine Funktion als Zirkulationsmittel oder Münze und kann daher im Papiergeld eine von seiner Metallsubstanz äußerlich getrennte oder bloß funktionelle Existenzweise erhalten.” (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 143.)

    “Gerade Kommunisten glauben immer, mit Geld ließe sich alles regeln und verteilen dies deshalb massiv recht willkürlich zu ihrer Klientel um.”

    Sie verwechseln Vulgär-Keynesianer mit Kommunisten. Kommunisten wollen die Kollektivierung der Produktionsmittel. Kommunisten wollen die demokratische Führung der Unternehmen durch die Arbeiter und Konsumenten, keine Umverteilung von Zahlungsmitteln.

    Der Rest ihrer Suada ist (wie immer) entbehrlich.

  28. Lodur

    “Glaube regiert die Welt. Geld hat nur Macht, wenn man daran glaubt.”

    “Als Papier hat das Gelddasein der Waren ein nur gesellschaftliches Dasein. Es ist der Glaube, der selig macht. Der Glaube in den Geldwert als immanenten Geist der Waren, der Glaube in die Produktionsweise und ihre prädestinierte Ord­nung, der Glaube in die einzelnen Agenten der Produktion als bloße Personifika­tionen des sich selbst verwertenden Kapitals.” (K. Marx, Kapital III, MEW 25, 606.)

    “Das Monetarsystem (= Metallwährung) ist wesentlich katholisch, das Kreditsystem (= Papierwährung, Banknoten) wesentlich protestantisch.” (K. Marx, Kapital III, MEW 25, 606.)

    Reinhard outet sich (unfreiwillig) als Marxist, zumindest als partieller. Im Gegensatz zu ihm hat Marx jedoch erkannt, dass nicht das Papiergeld bzw. eine Entkoppelung dieses Zahlungsmittels von einem Gold- bzw. Edelmetallstandard die Ursache aller sozioökonomischen Probleme ist, sondern die kapitalistische Produktionsweise an sich. Das vorhin genannte Phänomen ist gleichzeitig eine Folge und ein Krisenbeschleuniger des Kapitalismus.

  29. gms

    Christian Peter :
    Anders formuliert, damit es auch Sie es verstehen :
    1. Geld ist mehr als Zentralbankgeld.
    2. Zentralbank ist nicht gleich Staat.
    3. Geld ist in Währungsräumen wie EWU per se entstaatlicht.
    4. Es existieren konkurrierende Formen von Zentralbankgeld.

    Welch eine Ansammlung von Bockmist!

    1. Wenn Geschäftsbanken Giralgeld (!) erzeugen, müssen sie das früher oder später wieder einsammeln, zur Not bei ihren Eigentümern und Gläubigern.
    Einzig und allein Zentralbanken können jenes Geld kreieren, um das sie selbst Eigentum (sic!) erwerben. 10 Millionen für ein rostiges Fahrrad? – Für die Monopolisten ist das ein Kinderspiel. Giralgeld verschwindet, wenn es nicht gedeckt werden kann, Notenbankgeld nicht.

    2./3. Die EZB befindet sich seit einigen Jahren /vollständig/ im Besitz der staatlichen Notenbanken. Mehr Staat ist allenfalls in Absurdistan denkbar.

    4. Was auch immer an Alternativwährungen keucht und fleucht, wird entweder vom Staat verboten, oder mit einer fixen Umrechnungsauflage in die staatliche Zwangswährung belegt. Gegen 100 Euro dürfen Sie gerne 100 Christian-Peter-Noten ausgeben. Spielcasinos und Unterwäschehändler machen dasselbe, ohne daß jemand von Verstand dies als konkurrierende Währungen bezeichnen würde.
    Ob und wie abschließend die Monopolisten für Dollar, Euro, Yen oder Krone untereinander konkurrieren und was Otto-Normal-Sterblicher sich darum kaufen kann, werden Sie sicherlich mit neuerlich vier hingerotzten Zeilen ohne jede Überzeugungskraft vermitteln wollen.

  30. Lodur

    Von dem Chaos, das eine vollkommene Privatisierung der Bargeldschaffung bringen würde, gar nicht zu reden. Innerhalb einer Volkswirtschaft würden unzählige Privatwährungen zirkulieren, was Zahlungsverkehr und Konvertibilitätsberechnungen massiv verkomplizieren würde.

  31. Lodur

    “1. Wenn Geschäftsbanken Giralgeld (!) erzeugen, müssen sie das früher oder später wieder einsammeln, zur Not bei ihren Eigentümern und Gläubigern.
    Einzig und allein Zentralbanken können jenes Geld kreieren, um das sie selbst Eigentum (sic!) erwerben. 10 Millionen für ein rostiges Fahrrad? – Für die Monopolisten ist das ein Kinderspiel. Giralgeld verschwindet, wenn es nicht gedeckt werden kann, Notenbankgeld nicht.”

    Und glaubt gms tatsächlich, dass sich die Prinzipien des Geldsystems in einem System der privatisierten Bargeldschaffung ändern würden? Dass Giralgeld “verschwindet”, wenn es nicht gedeckt werden kann, Bargeld jedoch nicht, gilt auch prinzipiell für ein privatisiertes Geldsystem.

    “2./3. Die EZB befindet sich seit einigen Jahren /vollständig/ im Besitz der staatlichen Notenbanken. Mehr Staat ist allenfalls in Absurdistan denkbar.”

    Die 1998 gegründete EZB ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet mit den nationalen Zentralbanken (NZB) der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken (ESZB). Die EZB ist eine supranationale Institution mit eigener Rechtspersönlichkeit und nicht im (Teil-) Eigentum der nationalen Zentralbanken.

    So viel Blödsinn und Halbwissen wie hier habe ich noch nirgends gelesen. Der einzige Liberale hier mit ökonomischer Kompetenz ist Christian Peter.

  32. FDominicus

    @Lodur
    “Der einzige Liberale hier mit ökonomischer Kompetenz ist Christian Peter.”

    Sie erkennen Kompetenz nicht einmal wenn sie gebissen würden. Ihre Ahnungslosigkeit gepaart mit dem Unwillen zu Denken, ist schon bald legendär zu nennen. Sie mögen ein netter Mensch sein, was Geld und Wirtschaften angeht sind Sie leider nur ein Verblendeter.

  33. Reinhard

    @Lodur
    Ach so, man kann auch partieller Marxist sein?
    Sie sind wirklich putzig.
    Nicht nur, dass Sie sich die Mühe machen, die Zitate aus Ihrer Bibel zu recherchieren (obwohl ich annehme, Sie kennen die eh alle auswendig), nein, sie ordnen streng nach Marxens geradezu autistischem Reglemetierungsfimmel alles in Klassen, Kasten und Denkschemata ein.
    Ich werde, schon weil ich selbst einiges davon konsumieren durfte, mir die entsprechenden Textstellen aber nicht gemerkt habe, auch nicht behaupten, Marx hätte mit falschen Fakten gearbeitet. Er hat nur die falschen Schlüsse daraus gezogen. Was man am permanenten meist blutigen Scheitern der Umsetzungen seiner Ideen erkennen kann, die immer und grundsätzlich in Unterdrückungssystemen der übelsten Art gemündet sind.

    Man muss kein Marxist sein, um das Geld auf das zu reduzieren, was es ist, nämlich ein Tauschmittel, eine Krücke, die notwendig ist um den komplizierten direkten Tauschhandel gegen ein vereinfachtes System des Stellvertreterwertes zu ersetzen. Eine Währung, an der man sich halten kann, ist eine, deren Menge erschöpflich, deren Vermehrung extrem schwer, deren Reinheit überprüfbar und deren Haltbarkeit sehr groß ist. Genau deshalb haben Gold, Diamanten und auch Silber über Jahrhunderte als Geld gedient.

    Heute haben wir virtuelles Geld, das per Knopfdruck vermehrt werden kann wie es gerade beliebt, es entspricht keinem messbaren realen Wert, wird an andere Währungen angekoppelr oder von ihnen abgekoppelt, gehandelt, getauscht… man muss kein Marxist sein, um zu sehen, dass dieses Fiat-Geld seinen Wert nur aus dem Glauben der Menschen an seinen Wert bezieht. Verlieren die Menschen den Glauben an den Wert, den Glauben an die vom Staat versprochene Stärke und Sicherheit der Währung, verliert sie ihren Wert als Tauschmittel. Da kann der Staat festlegen, bestimmen, dekretieren so viel er will. Stellt er sich nicht auf die Veränderungen ein und reagiert es nicht auf den Vertrauensverlust, werden schnell wieder im Volk akzeptierte Parallelwährungen entstehen – Tabak, Spirituosen, Tulpenzwiebeln… egal.

    Im Osten, wo die Aluminiummark (immerhin eine Banknote der staatlichen Zentralbank) im Volk nur begrenzten Wert besaß (weil man auch nur ein begrenztes Warensortiment damit kaufen konnte) waren “Westmark” (daher umtauschpflichtig, man durfte in “Intershops” nur mit Verrechnungsschecks bezahlen, die man vorher bei der Bank tauschte, wo man erklären musste, woher das Westgeld kam…), westliche Genussmittel, handwerkliche Dienstleistungen und Beziehungen zu Bezugsquellen elektronischer Geräte, Autoersatzteilen oder Baustoffen weit wertvoller als ein ganzes Bündel Geldscheine.

    Was wirklich Tauschwert hat, wird durch den Glauben an die Sicherheit des Tauschmittels, den Glauben daran, für das erhaltene Tauschmittel auch wieder Waren oder Dienstleistungen in einem reellen Gegenwert zu erhalten, festgelegt. Der Mensch, das Individuum, das am Ende alles bestimmt (auch eine Denkweise, die den Marxisten fremd ist, bestimmt bei Ihnen doch alles “die Gesellschaft” – es ist ja so simpel, konstruierten Entitäten die Verantwortung aufzudrücken, die man selbst nicht tragen möchte) möchte nämlich nur eines: die Befriedigung seiner Bedürfnisse. Das Streben nach Mehr ist uns inhärent, deshalb sind unsere Vorfahren vom Baum geklettert anstatt eine Grundsatzdiskussion darüber zu führen, wie man die letzte Frucht in der Savanne unter 47 Affen gerecht aufteilen könnte.

    Wie hilflos unsere EUrokraten auf diese einfachen Tatsachen reagieren kann man sich nur damit erklären, dass alle selbsternannten “Wirtschaftsweisen”, ebenso wie Sie, sich eher in die Zitate ihrer Gurus flüchten und verschraubte Stehsetze daraus drechseln, um die abgehobene Kompliziertheit ihres ach so wirtschaftskompetenten Denkens zu dokumentieren wie ein Arzt, der aus jedem einfachen Schnupfen einen lateinisch verschraubten Spezialaufsatz zum Thema Infektion konstruiert, anstatt der Realität einfach mal zuzugestehen, auch unkompliziert sein zu dürfen.

  34. Christian Peter

    @gms

    Mit Leuten zu diskutieren, die offenbar niemals eine akademische Ausbildung
    genossen, ist mühsam. Informieren Sie sich über die Terminologie “Monopol”
    und “Geld”, vielleicht hilft das auf die Sprünge.

    1. “Geld” auf Zentralbankgeld zu reduzieren ist Stumpfsinn.
    2. Auch nationale Notenbanken sind nicht per se mit dem Staat
    gleichzusetzen, einige Notenbanken sind Privatunternehmen.
    4. Wenn konkurrierende Formen von Zentralbankgeld existieren,
    kann nicht ernsthaft von “Monopol” gesprochen werden.

    Der Begriff “staatliches Geldmonopol” ist widersinnig. Sie werden diesen
    Terminus in keiner Fachliteratur finden.

  35. gms

    Christian Peter :
    Mit Leuten zu diskutieren, die offenbar niemals eine akademische Ausbildung genossen, ist mühsam.

    Diese Meinung mag man teilen oder nicht. Im Anlaßfall aber hätte ich wohl besser Kindergartenpädagogik studiert statt Wirtschaft.
    Zum themenbezogenen Inhalt und der Ernsthaftigkeit Ihrer neuerlichen vier durchnummerierten Statements plus Zierleiste ist inzwischen alles gesagt.

  36. KClemens

    Die rechtlichen Möglichkeiten für Geld von Privaten dürften gegeben sein.

    So fehlt auf den Euro-Scheinen der früher auf den DM-Scheinen angebrachte Hinweis “Wer Banknoten nachmacht, oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte Banknoten in Umlauf bringt…..”

  37. Lodur

    “1. “Geld” auf Zentralbankgeld zu reduzieren ist Stumpfsinn.
    2. Auch nationale Notenbanken sind nicht per se mit dem Staat
    gleichzusetzen, einige Notenbanken sind Privatunternehmen.
    4. Wenn konkurrierende Formen von Zentralbankgeld existieren,
    kann nicht ernsthaft von “Monopol” gesprochen werden.”

    Ad 1.) Korrekt. Es gibt Buchgeld und Bargeld. Beides ist “phsysisch” erfassbar. Auch das Buchgeld, solange es mit dem Waren- und Dienstleistungsumlaufvolumen harmoniert und die Liquiditätsreserven ein bestimmtes Maß nicht unterschreiten.

    Ad 2.) Wieder korrekt. Z. B. das Federal Reserve System der USA. Es besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banks, dem Federal Open Market Committee (FOMC), einer Vielzahl von Mitgliedsbanken (Mitgliedspflicht ab einer bestimmten Größe) und anderen Institutionen. Da die Mitgliedsbanken durch ihre Einlagen dem Wert nach die Eigentümer der Federal Reserve sind, das Direktorium aber vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt wird, ist das Federal Reserve System eine Mischform aus privater und staatlicher Struktur.

    “4. Wenn konkurrierende Formen von Zentralbankgeld existieren,
    kann nicht ernsthaft von “Monopol” gesprochen werden.”

    Wieder richtig. Überhaupt gibt es kein staatliches “Geldmonopol”, außer in Kuba oder Nordkorea. Selbst innnerhalb einer Volkswirtschaft nicht, und zwar wegen der Geldschöpfungsaktivitäten der privaten Geschäftsbanken.

    “Der Begriff “staatliches Geldmonopol” ist widersinnig. Sie werden diesen Terminus in keiner Fachliteratur finden.”

    Der ganze libertäre Anarchokapitalismus eines Reinhard oder gms ist widersinnig.

    Lustig, lustig. Wie ein ökonomisch gebildeter Liberaler den ganzen hier produzierten anarchokpaitalistischen Schwachsinn demontiert. Die Unterstützung eines Marxisten ist ihm dabei sicher.

  38. Lodur

    Wenn die Herstellung von Bargeld innerhalb einer Volkswirtschaft liberalisiert wäre, hätte man ein unübersichtliches Chaos mehrerer miteinander konkurrierender Zahlungsmittelsysteme (=Währungen) innerhalb ein und derselben Volkswirtschaft mit negativen Auswirkungen auf Produktion und Distribution. Massive Produktivitätsrückgänge wären die Folge, da Unternehmer aufgrund der durch die Vielzahl an Währungen resultierenden Wechselkursrisiken immer schwerer rentabel operieren könnten.

  39. Lodur

    @Reinhard
    “man muss kein Marxist sein, um zu sehen, dass dieses Fiat-Geld seinen Wert nur aus dem Glauben der Menschen an seinen Wert bezieht. Verlieren die Menschen den Glauben an den Wert, den Glauben an die vom Staat versprochene Stärke und Sicherheit der Währung, verliert sie ihren Wert als Tauschmittel. Da kann der Staat festlegen, bestimmen, dekretieren so viel er will.”

    Lieber Reinhard! Das ist die Natur des Zahlungsmittels an sich.

    “Ich werde, schon weil ich selbst einiges davon konsumieren durfte, mir die entsprechenden Textstellen aber nicht gemerkt habe, auch nicht behaupten, Marx hätte mit falschen Fakten gearbeitet. Er hat nur die falschen Schlüsse daraus gezogen. Was man am permanenten meist blutigen Scheitern der Umsetzungen seiner Ideen erkennen kann, die immer und grundsätzlich in Unterdrückungssystemen der übelsten Art gemündet sind.”

    Marx war primär Ökonom, Soziologe und Phiolosoph. Die Terrorsysteme eines Stalin, Kim il sung, Pol Pot, Ho chi minh, Mao etc. haben, wenn überhaupt, nur marginal, in den meisten Fällen rein gar nichts mit Sozialismus im Sinne von Marx und Engels zu tun. Auch wenn sich diese Tyrannen permanent auf sie beriefen, um ihr System zu legitimieren.

  40. Lodur

    Marx und Engels sind bis jetzt auch die einzigen, die eine konsistente ökonomische Krisentheorie des Kapitalismus geliefert haben.

  41. Rennziege

    @Lodur

    “Marx war primär Ökonom, Soziologe und Philosoph.”

    No nebbich! Was nicht noch alles? Hat er nicht auch die Zuckerwatte und Dauerlutscher erfunden?
    Marx war eine gescheiterte Existenz, selbst bei zugeneigtester Betrachtung seines Daseins. Er konnte sich und seine Familie ohne Friedrich Engels’ großzügige Zuwendungen zu keiner Zeit ernähren. Die Apanage musste laufend erhöht werden, da der Ökonom, Soziologe und Philosoph seine Treue zur Familie und seine soziale Ader durch das eifrige Schwängern von Dienstmädchen (die ebenfalls von Engels bezahlt wurden) unter Beweis stellte.

    Und sein Deutsch ist so eckig, verschroben und unverständlich, dass auch die bemühten und kommentierten DDR-Ausgaben seiner Werke die Lesbarkeit nicht heben konnten.

  42. Christian Peter

    KClemens :
    Die rechtlichen Möglichkeiten für Geld von Privaten dürften gegeben sein.
    So fehlt auf den Euro-Scheinen der früher auf den DM-Scheinen angebrachte Hinweis “Wer Banknoten nachmacht, oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte Banknoten in Umlauf bringt…..”

    Um Geld zu schöpfen bedarf es keiner Geldfälschung, sondern lediglich
    einer Banklizenz. Jedem Privaten steht es frei, sich darum zu bemühen.

  43. gms

    Christian Peter :
    Um Geld zu schöpfen bedarf es keiner Geldfälschung, sondern lediglich
    einer Banklizenz. Jedem Privaten steht es frei, sich darum zu bemühen.

    Nach Ihrer Willkürdefinition ist Geld doch sowieso alles Beliebige, weshalb daher die Kleinkarriertheit, auf eine Banklizenz zu verweisen?

    “Gesetzliches Zahlungsmittel:
    Zahlungsmittel, das Gläubiger Kraft Gesetzes zur Erfüllung einer Geldschuld verlangen können und entgegennehmen müssen. Den Charakter eines gesetzlichen Zahlungsmittels haben nur Papier- und Metallgeld – nicht aber Buchgeld. In Österreich sind seit 1. März 2002 Euro-Banknoten und -Münzen die alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel.” Quelle: Oesterreichische Nationalbank

    Giral- oder Buchgeld ist seinem Wesen nach und gesetzeskonform so gut wie das Spielgeld beim Monopoly, und das ist ja auch irgendwie Geld, nicht wahr?

  44. FDominicus

    @Christian Peter
    “Der Begriff “staatliches Geldmonopol” ist widersinnig. Sie werden diesen
    Terminus in keiner Fachliteratur finden.”

    Grundzüge Geldtheorie um die Seite 287 f. Es steht Ihnen sogar frei Human Action oder etwas von Rothbard zu lesen.

    Weiteres Beispiel? Wirtschaftspolitik S. 41ff

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