Privilegien auf Lebenszeit: EU-Beamte können nicht zum Sparen gezwungen werden

“Die EU-Mitgliedsländer wollen die Gehälter der EU-Beamten kürzen. Doch die Beamten sagen, die unerwarteten Kürzungen seien Unrecht. Sie hätten für den Job in Brüssel immerhin ihre Heimat verlassen.” – Schluchz! (DWN)

17 comments

  1. Klaus Kastner

    Eine der berühmten EU-Freiheiten ist die Freiheit des Personenverkehrs innerhalb der EU. EU-Politiker ermuntern derzeit Arbeitslose im Süden, sich doch Arbeit in anderen EU-Ländern zu suchen.

    Das Beispiel der USA wird oft als Vorbild zitiert, wie die Eurozone als Währungsunion funtionieren sollte. Geographische Mobilität auf dem Arbeitsmarkt wird dabei oft hervorgehoben.

    Könnte mir bitte jemand auch nur einen Grund nennen, warum ein EU-Beamter Privilegien haben sollte, die ein Beamter des US Federal Government’s nicht hat? ‘EU-Beamter’ ist ein Job, dessen Standort in der Mehrheit der Fälle Brüssel ist. Wer diesen Job nicht will, weil er seine Heimat nicht verlassen möchte, sollte ihn m. E. nicht annehmen. Es gibt zweifellos genügend Interesse von anderen, die einen solchen Job auch zu ‘normalen’ Bedingungen gerne annehmen würde.

  2. Mona Rieboldt

    Dazu verdient schon ein einziger EU-Beamte mit diversen Zuschlägen mehr als die Bundeskanzlerin. Kein Wunder, dass die EU mehr Geld haben wollte für ihren Haushalt. Was müssen das erst für Summen sein, die sie mal als Pensionen für die Beamten zahlen müssen.

  3. Weninger

    Bitte das haben die aus Österreich, bei uns heißt es seitens der Beamtengewerkschaft doch auch immer eisern trotzig: “In bestehende Verträge darf nicht eingegriffen werden”. Ist angeblich altes römisches Recht 🙂

  4. world-citizen

    Was ist eigentlich bei 2.600,–€ Einstiegsgehalt so ein großes Privileg. Noch dazu für eine Person, die aus mindestens 500 Mitbewerbern ausgewählt wurde?

  5. Rennziege

    @world-citizen
    Das Einstiegsgehalt von 2.600 Eulen ist erstens netto, zweitens runtergelogen, weil es x Zulagen und eine Aufrückung im Zeitraffer totschweigt. Aber notwendig und sozial gerecht: Die Bordsteinschwalben und Stundenhotels in Brüssel, Straßburg und Luxemburg sind unglaublich teuer.
    Damit müssen Sie, Ihr Geldbörsel und wir anderen überzeugten EU-Fans halt leben, gööö? 🙂
    Ein Blick durchs Herzerl in Ihrer Haustür ist gottlob billiger.

  6. Rennziege

    @world-citizen
    Gott soll abhüten, WC! Ein EU-Job wurde mir kürzlich angetragen, ganz ohne Bewerbung. Aber ich hab’ darauf gepfiffen: Erstens hab’ ich eine lustige, intakte Familie, und Kinder und Mann nur noch an Wochenenden zu sehen wäre ein Verrat an ihnen und an mir selbst. Zweitens verdiene ich auch Geld, ohne mir Brüssel oder die Belgier antun zu müssen (wer die kennt, weiß, wovon ich rede), kann dabei aber das genießen, was heute so schön “Work/Life Balance” heißt.
    In Kanada geht’s so weiter. Aber falls Sie weitere Empfehlungen für mich haben sollten … Danke, nein! Ein Blick durchs rot umrahmte Herzerl reicht mir schon.

  7. Rennziege

    @world-citizen
    Mein Gott, is so a Urlaub schäää! Also hab’ ich Zeit, Ihnen zu antworten:
    Ich schließe nicht von mir (besser: meiner Familie) auf andere, weder bedingt noch unbedingt.
    Dass Menschen verschiedene Bedürfnisse haben — abzulesen an der alten Aufschrift “Bedürfnisanstalt” an einem öffentlichen Klo — wissen Sie ja besser als jeder andere Notdurft-Manager auf der Welt.
    Es ist aber nicht vermessen, hoffe ich, die eigenen privaten und familiären Bedürfnisse für immens wichtiger zu halten als die öffentlich verordneten Anstalten. Und auch so zu leben … auf die Gefahr hin, Ihre Umsätze zu schmälern. 🙂

  8. Turing

    Ich habe nach dem Ende meines Studiums innerhalb von fünf Jahren zweimal berufsbedingt umziehen müssen. Was für ein Unrecht! Und dabei komme ich nicht einmal in die Nähe des Gehaltes eines EU-Beamten. Das faule Pack sollte man rauschmeißen.

    Das Verrückte ist, dass wir alle, wenn wir uns auf Verträge einlassen, immer die Möglichkeit einer Kündigung lassen bzw. schreibt der Gesetzgeber diese vor, um Menschen vor ihrer eigenen Dummheit zu bewahren. Das gilt für Arbeitsverträge, Mietverträge, Telefonverträge, Versicherungsverträge und sogar für die Ehe. Der gesunde Menschenverstand gebietet es. Dass aber seit Jahrzehnten die Verbeamtung fröhliche Urständ feiert, zeigt, dass der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen ist. Früher konnte man noch sagen, dass der Preis für die Verbeamtung hoch war, dass man sich verpflichtet, jederzeit und überall hin versetzen zu lassen. Streiken darf man auch nicht. Aber diese Regeln werden angekratzt und daher sind die Privilegien der Beamten überhaupt nicht mehr gerechtfertigt. Schon gar nicht für Sesselfurzer.

    Polizeibeamten, aber Soldaten, die ihren Kopf für diesen Rechtsstaat hinhalten, gönne ich die mit der Beamtenschaft verbunden Privilegien. Aber doch nicht den Leuten im Katasteramt, auch nicht den Leuten im Einwohnermeldeamt und schon gar nicht den Leuten im Umweltministerium (Was machen die?).

  9. Turing

    Mona Rieboldt :
    Dazu verdient schon ein einziger EU-Beamte mit diversen Zuschlägen mehr als die Bundeskanzlerin. Kein Wunder, dass die EU mehr Geld haben wollte für ihren Haushalt. Was müssen das erst für Summen sein, die sie mal als Pensionen für die Beamten zahlen müssen.

    Vielleicht sollte man dieses und anderes Pack mit den eigenen Waffen schlagen: Inflation von 10000 %. Während die Privatwirtschaft sich auf Preiserhöhungen einstellen kann, weil die Privatwirtschaft immer Dinge herstellt oder Dienstleistungen anbietet, die anderen wollen, können sich diese Preise durchsetzen. Für die Erhöhung eines Beamtensoldes aber braucht man Parlamentsmehrheiten.

    Und die EEG-Schmarotzer wird man auch auf diese Weise los. Schwarz-Gelb konnte die Senkung der Solarvergütung nicht kürzen, weil die Rot.Grünen dies verhinderten, aber genausowenig fehlt die politische Mehrheit für eine Erhöhung der Prämie.

  10. Mourawetz

    @Klaus Kastner
    Tja, Wasser predigen, Wein trinken. Mit gleichem Grund gehört die Pendlerpauschale ersatzlos eliminiert. Wer ein Eigenheim am lauschigen Hain bevorzugt, muss nicht auch noch subventioniert werden.

  11. Turing

    @Mourawetz

    Die Pendlerpauschale ist keine Subvention. Die Kosten für die Pendelei sind Werbungskosten. Angenommen, jemand arbeitet im Jahr 250 Tage, dann ergibt das für 10 km Arbeitsweg: 250 * 10 * 0,3 € = 750 €. Das heißt nicht, dass der Arbeitnehmer 750 € bekommt, sondern dass die Besteuerungsgrundlage um diesen Betrag gekürzt wird. Wenn der Steuersatz bei 30 % liegt, dann hat der Arbeitnehmer in jenem Falle gerade mal 250 € mehr Netto. Aber dafür hatte er ja auch enorme Kosten gehabt.

    Und es ist auch ein pragmatischer Ansatz, denn wenn jeder Arbeitnehmer die tatsächlichen Kosten für die Pendelei mit Tankquittungen und mit komplizierten Rechnungen, um den Verschleiß des Autos zu beziffern, belegte, dann brächen die Finanzämter unter dieser Arbeit zusammen.

    Wer behauptet, die Leute, die in der Nähe der Arbeit wohnen, würden benachteiligt, erzählt Unsinn. Natürlich ist die Wahl des Wohnortes eine private Lebensentscheidung, aber die Wahl des Arbeitsplatzes doch auch. In beiden Fällen wirken aber wirtschaftliche Rahmen auf die Wahl ein. Ein Freiberufler, der durch die halbe Republik tourt, um Kunden zu besuchen, wird seine Fahrtkosten selbstverständlich von der Steuer absetzen. Dem kann man doch auch nicht sagen, dass es sein Problem wäre, wo er wohne und welche Kunden er sich aussuche.

    Im Übrigen profitiere ich fast gar nicht von der Pendlerpauschale, weil ich weniger als drei Kilometer von der Arbeitsstelle entfernt wohne. Ich fahre selbstverständlich mit dem Fahrrad; ein Auto habe ich nicht. Unterm Strich habe ich mehr als ein Pendler, der mit dem Auto kommt. Und die höhere Miete ist es mir auch wert.

  12. Christian Peter

    @Turing

    Das stimmt so nicht. Aus juristischer Sicht existiert keine Legaldefinition
    des Begriffs “Subvention” und aus ökonomischer Sicht gelten alle Steuer-
    privilegien als Subventionen (“indirekte Subventionen”).

    Zudem kann die Wahl des Wohnortes als Privatentscheidung betrachtet
    werden. Nach dieser Auffassung sind Fahrtkosten zur Arbeit rein privat
    veranlasst und ein steuerlicher Abzug dieser Kosten daher nicht gerecht-
    fertigt. Aus diesem Grund gibt in einigen Ländern (GB, Irland, u.a.) eine
    steuerliche Absetzbarkeit von Fahrtkosten nicht.

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