Putin beginnt, die NATO zu knacken…

Russlands Präsident Putin gelingt es, eine Spaltung des westlichen Bündnisses zu erwirken. Interessante Analyse im WSJ.

8 comments

  1. H.Trickler

    Ein reisserischer Titel – mehr nicht!

    Dass Obama für die zugegebene Mitwirkung am Maidan öfters was einstecken muss, war ja zu erwarten. Die wirklichen Leidtragenden sind die Toten und Verletzten der Ukraine auf beiden Seiten.

    Der Westen hat in dieser Hinsicht kein Jota dazu gelernt. Das Schlachten beim Zerfall Jugoslawiens, Tscheschenien, Georgien, jetzt Ukraine: Alles ziemlich direkt vor unserer Haustüre 🙁

  2. Rennziege

    Das “Wall Street Journal” in allen Ehren, aber die NATO hat sich selber schon längst geknackt. Also kann W.W. Putin seine Beißerchen getrost schonen. Die NATO ist zu einem Verein von schwurbelnden Weicheiern verkommen, die weder mental noch militärisch gerüstet ist, zu einer harmoniesüchtigen Eierspeis verrührt.
    Wer in aller Welt soll sich davon beeindrucken lassen? Der verblichene (in meiner natürlich mitübersiedelten Encyclopædia Britannica ergründete) Mao nannte den Westen “Papiertiger”, reichlich verfrüht. Heute passt diese Bezeichnung wie die Faust aufs Aug’.

  3. Enpi

    Der Artikel ist falsch. Im Gegenteil. Der Konflikt schweißt die NATO, die die letzten 20 Jahre mit massiven Existenzrechtfertigungen zu kämpfen hatte, wieder zusammen.
    Es wird folgendermaßen ablaufen:
    1. Aufrüstung der ukrainischen Armee durch die USA. Hilft das nichts, dann erfolgt
    2. die NATO stellt einige US Divisionen und ein paar europäischen Anhängsel hinein und regelt die Angelegenheit.

    Daß Merkels und Hollands Appeasment-Diplomatie versagt war jedem intelligenten Beobachter von Anfang an klar. Solche sozialistischen Warmduscher kann man vielleicht für Zivilprojekte einsetzen, für den Umgang mit aggressiven Diktatoren sind sie jedoch völlig ungeeignet.

  4. Rennziege

    18. Februar 2015 – 18:25 Enpi
    Ich fürchte, Sie irren bezüglich der “Aufrüstung der ukrainischen Armee durch die USA” (1).
    Diese Aufrüstung würde sowohl logistisch als auch technisch einige Monate dauern. Bis dahin hätte sich die ukrainische Armee, die schon jetzt durch Desertionen und Kapitulation ganzer Verbände immens geschwächt wird, vollends am Ende angelangt.
    “Die NATO stellt einige US-Divisionen und ein paar europäische Anhängsel hinein …” (2).
    Der Transport ganzer Divisionen erfordert ebenfalls riesige logistische Anstrengungen über Monate. Die Amerikaner haben (nach Irak, Afghanistan, vielen tausend toten Soldaten, etwa 40.000 Invaliden, vergeudeten zwei Billionen $) die Schnauze voll von Stellvertreterkriegen in Regionen, von denen keine Gefährdung der USA ausgeht. Über “europäische Anhängsel” brauchen wir gar nicht zu reden, weil die schon gedanklich lächerlich sind, militärisch erst recht.
    Gruß aus Kanada!

  5. Enpi

    @Rennziege.

    Ich bin mir durchaus der langen Verschiffzeit einer Division bewußt, allerdings sollte die Ukraine mit einem Soforthilfepaket von modernen Waffen und 40 Mrd. noch eine Weile durchhalten können bis die echte Truppe eintrifft. Darauf bezog sich mein Posting. Die Phase 2 wird daher wenn nötig erst in einem bis zwei Jahren durchgeführt.

    Es kommt natürlich auch auf den unbedingten Kampfwillen der ukrainischen Bevölkerung an, ein Faktor der in den Analysen gerne ausgeklammert wird. Wird man letztendlich sehen. Im ungünstigsten Fall, also wenn der Wehrwille der 40 Mio restlichen Ukrainer erlöschen würde und sie sich dem Aggressor ergeben, bauen wir einen zweiten eisernen Vorhang an den EU Ostgrenzen.

    Was nun US Divisionen angeht, die laut ihrer Ansicht nicht verschickt werden wollen, so mag das oberflächlich sicher so erscheinen und wahrscheinlich kalkuliert Putin so. Auch gibt es mit dem zögerlichen Obama im Moment wohl den schwächsten Präsidenten den die US seit langer Zeit gesehen hat. Ja, das spielt im Moment den Russen in die Hände, allerdings in 2 Jahren ist ja nächste Wahl und je brenzliger die weltpolitische Situation ist, desto wahrscheinlicher kommt ein Rep als Nachfolger und dann spielen kompetente Leute wie McCain die die US Macht auch projezieren wollen, wieder die Musik. Den US Bürgern kann man diesen Standpunkt mit genügend Propaganda schon verklickern, da habe ich keine Sorge.

    Die Alternative, das Instichlassen der NATO-Partner indem man keine Truppen schickt, wäre nämlich eine außenpolitische und ökonomische Katastrophe und würde die Ansprüche der USA als Weltmacht und Hegemon vollkommen zerstören.

    Was die Europäer angeht, naja, auf die wird im Ernstfall gesch…..
    Die meisten sind Haufen von feigen Hühnern und Ziviladministratoren, die die eigenen Armeen seit Jahrzehnten abwirtschaften bzw. am liebsten abschaffen wollen. Wie im letzten Talk Ex-Botschafter Kornblum richtig gesagt hat: In den USA werden die endgültigen Entscheidungen getroffen. Und das ist gut so.

  6. Erich Bauer

    Auf der einen Seite die McInsane auf der anderen Seite Schirinowski… Da steigt dann ganz bestimmt der Messias vom Himmel herab… das will er sich auf keinen Fall entgehen lassen. 🙂

  7. LePenseur

    Cher (chère?) Enpi,

    Es kommt natürlich auch auf den unbedingten Kampfwillen der ukrainischen Bevölkerung an, ein Faktor der in den Analysen gerne ausgeklammert wird. Wird man letztendlich sehen. Im ungünstigsten Fall, also wenn der Wehrwille der 40 Mio restlichen Ukrainer erlöschen würde und sie sich dem Aggressor ergeben …

    Welchen Aggressor sehen Sie eigentlich? Vermutlich die US-Söldner von Academi (a.k.a. Blackwater), die jetzt von den Ostukrainern eingekesselt wurden, oder habe ich Sie da mißverstanden 😉 ? Und welchen »Wehrwillen« — außer den der Oligarchen, die sich dagegen wehren wollen, in Zukunft weniger bzw. keine fetten Westhilfsgeldern abzugreifen …

    … bauen wir einen zweiten eisernen Vorhang an den EU Ostgrenzen.

    Aha. Einen antiputinistischen Schutzwall also, nach dem bewährten Muster der DDR. Innovativ, innovativ, kann ich nur sagen! Außerdem wäre ein Eiserner Vorhang an der EU-Südgrenze weitaus angebrachter, obwohl — den braucht man ja gar nicht: ein paar Schlepper ohne Schwimmweste ins Mittelmeer werfen, und die Sache wäre geritzt.

    … je brenzliger die weltpolitische Situation ist, desto wahrscheinlicher kommt ein Rep als Nachfolger …

    Damit könnten Sie recht haben, wenn nicht das East-Coast-Establishment die willfährigen Dienste von Ms. Rodham-Clinton so zu schätzen wüßte (und die Symbolik, nicht zu vergessen! Nach einem Quotenneger die Quotentusse im »höchsten Amt der Welt« — muß einfach sein!).

    Ein Rep müßte ja möglicherweise auch einer antietatistischen Strömung der Reps (Tea Party, die immer noch aktiven Paulistas, etc.) irgendwie Rechnung tragen — und das wäre überhaupt nicht hilfreich für die staatsverflochtenen Interessen dieser Finanz- & Konzernparasiten!

    … und dann spielen kompetente Leute wie McCain die die US Macht auch projezieren wollen, wieder die Musik.

    McCain kompetent? Wofür? Für das Überleben in Vietcong-Gefängnissen, möglicherweise (aber vielleicht hatte er auch nur einfach Glück). Ansonsten wäre er als Darsteller in Actionwestern besser aufgehoben. Grimmig dreinschauen und martialische Sprüche klopfen reicht in der Realität nicht. Oder wenigstens nicht lange. Aber, bitte — McCain hat ohnehin ein biologisches Ablaufdatum. Hoffen wir, daß er bis dahin neben Brzezinski ein warmes Plätzchen in Jenseits findet …

    Den US Bürgern kann man diesen Standpunkt mit genügend Propaganda schon verklickern, da habe ich keine Sorge.

    Da könnten Sie recht haben. Wenn die Krone den Ösis das Faymännchen verklickern konnte, warum nicht auch mit der Medienorgel der East-Coast einen hafttraumatisierten Kriegsveteranen als Retter der Menschheit durchboxen? Nur: »keine Sorge« halte ich in dem Zusammenhang für etwas leicht dahingesagt — es sei denn, Sie wollen unbedingt den großen Showdown miterleben.

    Die Alternative, das Instichlassen der NATO-Partner indem man keine Truppen schickt, wäre nämlich eine außenpolitische und ökonomische Katastrophe und würde die Ansprüche der USA als Weltmacht und Hegemon vollkommen zerstören.

    Ach, die Ukraine ist jetzt schon ein NATO-Partner, für den die Beistandsverpflichtungen gelten? Interessant …

    Und was die »Ansprüche der USA als Weltmacht und Hegemon« betrifft: die brauchen wir etwa so dringend, wie den Anspruch irgendwelcher feministischer Quotzen auf Aufsichtsratsquoten, den Anspruch der GÖD auf höhere Beamtengehälter, den Anspruch der SPÖ auf den Wiener Bürgermeister, oder den Anspruch der sizilianischen Mafia auf Schutzgelder. Glauben Sie mir: es geht prächtigst ohne!

  8. Graf Berge von Grips

    Ach wie super, die Ukraineversteher, Putinbasher und AMI-Freunde/Feinde…
    Nur so zum Nachdenken:
    Die Ukraine hat (bis auf wenige Monate) vor dem Zerfall der UdSSR/Sowjetunion nie als eigenständiger Staat existiert. War immer ein Teil von Altösterreich, dem Zarenreich, Ungarn, Polen und Russland.
    Westlich von Kiew sind die Nationalisten (welche Nation eigentlich?) in ihrem Gedankengut noch radikaler als die Bewohner der jetzt umkämpften Gebiete.

    Der Osten der Ukraine ist seit Menschengedenken russisch orientiert.. Kaum jemand spricht dort ukrainisch, denkt ukrainisch.. Bei einer Volksabstimmung würden sich dort mit Sicherheit mehr als 85% für Russland aussprechen, so wie es die Krimbewohner bereits getan haben.

    Angeblich ist ja die Ukraine – in den letzten Jahren geführt von unfähigen Politikern und einem blonden Trampel – ein demokratischer Staat. Also was jetzt?

    Und das Einmischen der Amis mit Durchhalteparolen, fleissig unterstützt von den päpstlicher als der Papst seienden Piefkes, es ist einfach zum Kotzen. Gebt den Russen den Osten samt seiner Schrottindustrie und lasst Euch hrate Dollar dafür auszahlen.

    Immerhin hat der Zar Alaska beim Glücksspiel verloren. Hier wäre wenigstens ein Geldregen zu erwarten.

    Da in Europa – ob es einem gefällt oder nicht – nur 2 Politiker mit Eier regieren – Putin und Orban – ist mit der “Eierspreis” (c)-Rennziege, kein Staat zu machen. Also gebt was des Zaren ist. Und basta.

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