Putin-Ideologe will Österreich auflösen

“Der Mann soll großen ideologischen Einfluss auf Putin haben. In einem Interview verkündet Alexander Dugin eine “Ära der Großreiche” – dafür soll Österreich untergehen…..” (hier)

17 comments

  1. Fragolin

    Ui, da hat einer von Putins Rasputins die gleiche Idee wie unsere europäische Politikerelite?!
    Die arbeiten doch seit Jahrzehnten an der Schaffung eines Großreiches und der Abschaffung der Nationalstaaten.
    Also, was ist das Besondere daran?

  2. sokrates9

    Wo ist eigentlich der Unterschied zur USA, die das ebenfalls vorhat und mit dem Konstrukt EU schon sehr erfolgreich in dieser Richtung arbeitet! Noch ein paar Handelsübereinkommen, Gesetzesentwürfe müssen vorher mit USA abgestimmt werden und der totalen Überwachung ist man schon auf diesem Weg!

  3. Christian Weiss

    Ist immer wieder interessant zu sehen, wie “grosse Philosophen” von “grossen Reichen” träumen, obwohl Kleinstaaten erwiesenermassen weit erfolgreicher sind und die Lebensgrundlagen ihrer Einwohner besser sicherstellen können. Gut, ok, da lag jetzt natürlich bei mir der Fehler. Bei den “grossen Reichen” geht es ja auch nicht um das Wohlergehen der Einwohner, sondern um Macht und Grösse als Selbstzweck.

  4. Christian Weiss

    @sokrates9

    Ich habe mich im Vorpost als Skeptiker gegenüber Grossmächten geoutet. Dennoch: Mein Vertrauen in die USA ist um Potenzen grösser als in jede andere existierende oder vergangene Grossmacht. Die freiheitliche DNS der ältesten Republik der Welt (nach dem Zwergstaat San Marino) ist stark genug, dass sie auch nicht durch teilweise der politisch-demokratischen Kontrolle entglittene Geheimdienste ernsthaft Schaden nehmen kann. Der Unterschied zum Failed State Russland, der in seiner 1200-jährigen Geschichte kaum je richtig funktioniert hat und durch seine Grösse an ständiger Selbstüberforderung litt, ist riesig.

  5. Selbstdenker

    @Christian Weiss
    Hinter der Idee von Großreichen steckt immer Größenwahn und Hochmut. Und Größenwahn führt in den Cäsarenwahn bzw. Hochmut kommt vor dem Fall.

    Dass Putin nach dem erfolgten Niedergang der UdSSR und dem gerade stattfindenden Niedergang der EUdSSR noch immer von einem großrussischen Reich träumt, spricht nicht gerade für seine Vernunft.

  6. Selbstdenker

    @Christian Weiss:
    “Mein Vertrauen in die USA ist um Potenzen grösser als in jede andere existierende oder vergangene Grossmacht.”

    Genau meine Rede. Die USA waren, sind und bleiben das einzige Großreich, in welchem die Größe nicht zu Lasten der Freiheit geht.

    Dabei kommt den USA sehr zugute, dass ihre Verfassung aus einer Epoche stammt, die zunehmend vom Liberalismus geprägt wurde.

  7. cmh

    Amiland?

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kinder_gehoeren_ins_haus

    Die Realverfassung ist in Amiland auch nicht von den Gründervätern.

    Der Punkt scheint mir, dass es, wenn die Eliten ihr Heil nur im Hinkuscheln zu einem Großen Bruder sehen, möglicherweise am besten ist, wenn sie das auch tun. Nur aussuchen werden sie sich ihren Großen Bruder nicht können.

    Freiheit, was immer das auch sein mag,.kann es nur geben, wenn man eben nicht der kleine Bruder von irgendwem sein will. Wobei Wollen nicht nur Gerne haben bedeutet, sondern auch einen tatsächichen Einsatz und tatsächliches Bemühen bedeuten muss. Die vergangenen 40 Jahre haben aber immer nur Gerne Haben Wollen zustande gebracht. Bei vollem Lohnausgleich.

  8. Syria Forever

    Herr Christian Weiss und sokrates9, Shalom.

    Ich denke die USA wird in dieser Form nicht bestehen bleiben. Auflösungserscheinungen sind überall zu sehen. Verschiedene Staaten treten offen gegen D.C. auf.

    Die USA sind nichts weiter als ein Verbund von Staaten aus Wirtschaftlichen Interessen. Nicht anders als die EU. Auch wie in der EU hat die USA keine einheitliche Landessprache. Das Bildungssystem ist von Staat zu Staat verschieden wie in der EU. Die Rechtsprechung und vieles mehr. Die USA als ein Gesamtkonstrukt zu sehen ist schlicht falsch. Der Eindruck der nach Aussen vermittelt wird ist, verständlich, ein anderer.

    Guten Tag.

    PS.
    Meiner persönlichen Meinung kann nur ein Weltkrieg den Zerfall, oder tlw. Zerfall, der USA verhindern. Deshalb arbeitet man in den USA ständig an neuen Feindbildern. Damit wir die Gemeinschaft erhalten. Man fokussiert sich auf den Feind “Ausserhalb” um den Inneren Feinden keine Plattform bieten zu müssen.
    Vogel Strauss Politik. Auch das ist nicht anders als in der EU, nicht wahr?

  9. Selbstdenker

    @cmh
    Es geht um strukturelle Fragen, wie ein Land in so einer Größenordnung und mit so vielen Millionen Menschen zusammengehalten werden kann.

    Üblicherweise geht die Größe zu Lasten der Freiheit. Den USA muss man zugestehen, dass sie ein Betriebssystem haben, das den Betrieb und Erhalt eines Landes in dieser Größenordnung ohne Einbußen der individuellen Freiheit ermöglicht.

    Helicopter Parents, Political Correctness etc. sind keine direkte Auswirkung der US-Verfassung (top-down), sondern resultieren aus destruktiven sozialen Prozessen (bottom-up) mit entsprechender medialer Verstärkung.

    In Europa ist es umgekehrt: für die meisten “sozialen Errungenschaften” aus dem Amiland besteht kein Rückhalt in der Bevölkerung. Sie werden deshalb von der EU – häufig mit dem Hinweis auf “Benchmarks” – den Menschen von oben herab verordnet.

  10. cmh

    Laufen die meisten Prozesse dezentral ab, ist die Größe kein Problem. Wieviele Causen gehen im Amiland über die Gemeindegrenzen hinaus? Alles das sehen wir nicht. Wir haben von Amerika den Eindruck eines riesengroßen homogenen Territoriums. Das ist schlicht nicht der Fall. Man kann sich nichteinmal sicher sein, dass in allen Bundesstaaten die Wählerstimmen in gleicher Weise gezählt werden.

    Die Bundesangelegenheiten hingegen können recht einfach zentral administriert werden, wie paradigmatisch die Armee.

    Der Unterschied zwischen top-down und bottom-up ist hingegen eine Angelegenheit der betrachteten Zeitdauer. Irgendwann kommen sowohl die oben als auch die untern begonnenen Prozesse am anderen Ende der Betrachtung an. Und fatalerweise hören siese Prozesse dann nicht auf, sondern laufen in die andere Richtung zurück. Manche schwächer, viele aber auch massiv verstärkt.

    Destruktive soziale Prozesse erzeugen eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur, die dann nicht mehr in gleicher Weise fähig ist, die unmittelbaren sozialen Prozesse zu stabilisieren, erst dann brechen die sozialen Prozesse zusammen. Eine andere Stelle muss dann einspringen, solange sie kann. Wenn z.B. Kindern nicht genügend Freiraum gelassen wrid, sondern sie zu atistischen Pazifisten erzogen werden, dann dauert es vielleicht zwei oder drei Generationen und die vormals zentrale Aufgabe Verteidigung kann nicht mehr besorgt werden. Ich will jetzt nicht weiter in Soziologengewäsch abgleiten, aber ich hoffe es ist klar, was ich meine.

  11. Selbstdenker

    Um die USA auf kommunaler Ebene zu verstehen, ist die Trennung zwischen öffentlich und privat sehr essentiell. Der öffentliche Raum ist in den USA mit Sicherheit viel unfreier als in Europa. Dem gegenüber stehen aber große Freiheiten im privaten Raum.

    In Europa ist der öffentliche Raum umfassender definiert als in den USA. Zumindest bis mitte der 2000er Jahre war der öffentliche Raum in Europa wesentlich freier als in den USA. Ich behaupte, dass der öffentliche Raum speziell von unseren lieben linken Mitbürgern immer mehr vermient und so unbrauchbar wird (Gender Mainstreaming, Political Correctness, Gerechtigkeitswahn, Ökowahn, Islamisierung, etc.).

    Im Gegensatz zu den USA steht hier aber kein so solider privater Raum entgegen, so dass sich Europa – wenn nicht bald etwas passiert – binnen weniger Jahre in einen Kontinent umfassender Unfreiheit verwandeln wird.

  12. Selbstdenker

    @cmh:
    Ja, ich weiss was Sie meinen. Meine Ausführungen weiter oben haben sich primär auf den strukturellen Unterschied USA – EU bezogen.

    Die aktuell in den USA – aber mittlerweile auch in Europa – immer mehr spürbaren destruktiven sozialen Prozesse schlagen sich mit Sicherheit auf die Persönlichkeitsstruktur der Bürger nieder.

    Die Aufmerksamkeitsprostitution (sich niederwerfen, “Opfer!” schreien, den Mitmenschen Vorwürfe entgegenschleudern und die Hand aufhalten) ist ja auch nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich über mehrere Jahrzehnte hinweg mit medialer und juristischer Unterstützung so entwickelt.

  13. sokrates9

    Christian Weiss@Stimme mit Ihnen überein dass kleine Staaten viel effizienter und demokratischer als große Gebilde sein können. Ist soziologisch hunderte male bewiesen worden, dass die Transparenz aber auch sozialer Kontrolle in kleinen Einheiten wesentlich besser funktioniert. Wenn icjh mir die Zahl der Gefangenen und Todesurteile sehe schneidet aber Russland – ohne dafür große Sympathien zu haben, besser ab! Überwachung, Kontrolle ist sicherlich auch USA führend! Quantamo ist auch eine US – Erfindung, und bei der Folter stehen die USA den Russen auch nicht nach!

  14. Selbstdenker

    @sokrates9
    Es geht bei kleinen sozialen Einheiten meiner Meinung nach nicht primär um soziale Kontrolle und Transparenz, sondern vielmehr um Urteilsvermögen (weil man die Umstände genauer kennt), persönlicher Betroffenheit (weil es sich um Dinge der näheren Umgebung handelt) und Emphatie (weil man ggf. die Person kennt).

    Auf so einer Ebene lassen sich meiner Meinung nach passendere Entscheidungen treffen, als wenn man nur kurz bei den Abendnachrichten davon hört.

  15. Enpi

    ist das jetzt ein thread über die Eigenheiten der US Administration oder einer über Dugins faschistische Ideologien?

  16. H.Trickler

    Seit sich Österreich damals zum Beitritt der EU entschieden hat (anstatt mit der Eidgenossenschaft wie zu Habsburg’s Zeiten zu fusionieren ;-), ist das Land mit dem Euro auf ewig verbunden…

    D.h. bis zur Scheidung, und dann kann ja die Vision “Nicht nur Österreich, sondern auch Ungarn. Und Rumänien – und Serbien – und die Slowakei” Wirklichkeit werden, und die Schweiz sich dann auch dort assoziieren?

    Schöne neue Welt – oder?

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