Putin-Krise: Sobald ein Geschäft platzt, macht sich der Westen in die Hose

“……Man muss schon ziemlich wohlstandsverblödet sein, um noch an den faulen Zauber zu glauben, mit dem der Westen Wladimir Putin einschüchtern will. Der Mann weiß längst, was er sich leisten kann. Er hat Blut geleckt und wird sich den Spaß an der Expansion so schnell nicht verderben lassen, erst nicht von den Wortführern der „marktkonformen Demokratien“. Ihnen rutscht doch das Herz schon in die Hosentasche, sobald ein Geschäft zu platzen droht….” (hier)

9 comments

  1. dieter

    Handel sichert eben den Frieden. Das ist gut so. Man stelle sich vor, wie Putin handeln könnte, wenn Russland keine Handelsbeziehungen mit dem Westen hätte.

    Wenn Thomas Rietzschel Russland boykottieren will, soll er das tun. Die Mehrheit der Deutschen wollen Russland eben nicht boykottieren. Thomas “europäische Werte” Rietzschels Forderung, den Menschen den Handel mit Russland zu untersagen, ist also nicht einmal demokratisch legitimiert (freiheitlich sowieso nicht), also nicht weniger autoritär als Putins gelenkte Demokratie.

    Der Konflikt in der Ukraine entzündete sich unter anderem daran, dass sie vor die Wahl gestellt wurde, entweder mit Russland oder mit der EU handeln zu können.

  2. Riso

    Die Welt hatte globalen Handel und eine einheitliche Währung (Gold/Silber) in 1914. Hat trotzdem nicht geholfen.

  3. dieter

    Der erste Weltkrieg wurde nicht von der Weltbevölkerung vom Zaun gebrochen, sondern von eitlen Potentaten.

    Ich behaupte lediglich, dass es Handel die Kriegsgefahr minimiert, weil er den Krieg zum Verlustgeschäft macht. Dass Politiker trotzdem gerne Verlustgeschäfte auf Kosten anderer eingehen, will ich keinesfalls bestreiten.

    Putin fordert übrigens schon seit Jahren die “De-Offshorisierung” Russlands. Die Krise gab ihm nun die Möglichkeit diese belächelten Forderungen voran zu treiben. Die Imperialisten beider Seiten geben mir also Recht. Ihnen ist der Handel augenscheinlich ein Dorn im Auge.

  4. gms

    dieter,

    > Putin fordert übrigens schon seit Jahren die “De-Offshorisierung” Russlands ..

    Jeder Staatsmann will Gelder der eigenen Währung eher im eigenen Land investiert sehen, als anderwo. Mit Imperalismus hat dies nichts gemein, denn dann lief die Chose eher anders’rum.
    Zugleich fiel dieser Sager im Kontext der Zypern-Krise, nachdem dort besonders viel russisches Geld offshore lag. Anders als von Ihnen beschrieben, sollte nämlich nicht Russland de-offshored werden. Dies stünde insbesondere konträr zur weit aus länger schon angestrebten Modernisierungspartnerschaft und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Verflechtung.

    Putin hat im einenen Land noch sowjetisch tickende Gegner, denen er nur dann das Wasser abgraben kann, wenn Russland prosperiert. Dafür ist der Handel unabdingbar, daher wurde auch und insbesondere die Ukraine seitens Rußland als Brücke in beide Handelsräume gewünscht, was wiederum die EU ablehnte. Merkel konnte sich im Herbst des Vorjahres nicht durchsetzen, die Entweder-Oder-Politik der EU zu beenden. Alles andere folgte lehrbuchartig daraus.

    Zu Thomas Rietzschels Einlassungen auf Achgut: “Der Mann weiß längst, was er sich leisten kann. Er hat Blut geleckt und wird sich den Spaß an der Expansion so schnell nicht verderben lassen ..”

    Manchmal frage ich mich bei solchen Sprüchen, ob die Schreiber einen Ständer kriegen angesichts ihrer Begnadung, die Gedanken derer lesen zu können, die sie ob dieser Gedanken dem Leser zum Fraß vorwerfen wollen. Zugleich ist es erkennbar einfacher, den Stimmen im eigenen Kopf Ausdruck zu verleihen, als ins Kalkül zu ziehen, was tatsächlich gesagt und geschrieben wurde.

    Das einzig Postive dabei: Den Leuten hängt dieses einseitige, verdrehte und absurd psychologisierende Geschreibsel verdammt zum Hals heraus.

    Zum Abrunden:
    ardmediathek.de/das-erste/anne-will/geiseln-terror-kriegsgefahr-ist-die-ost-ukraine-ausser?documentId=21087454

  5. Rado

    Habe nie verstanden, warum man in der Ukraine nur in der Hauptstadt putschen darf, wenn man am Maidan Platz steht. Wenn man dort putschen darf, warum nicht auch in der Ostukraine und auf der Krim?

  6. Mona Rieboldt

    LePenseur
    “(was riskiert ein Broder denn eigentlich?- der ist in Deutschland aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionszugehörigkeit ohnehin unantastbar)

    Was riskieren denn Sie, was riskiert überhaupt ein Journalist? Broder wurde schon massiv angefeindet. Es ist keineswegs so, dass er unantastbar ist. Aber verkneifen konnten Sie sich ja nicht, das gleich damit zu verbinden, dass er Jude ist. Dann teilen Sie auch gleich mit, welche Religion Sie denn haben. Am besten teilen Sie doch gleich bei jedem mit, über den Sie schreiben, welche Religionszugehörigkeit derjenige hat.

  7. dieter

    @Mona Rieboldt: Daraus, dass Broder Jude ist, macht Broder selbst wahrlich kein Geheimnis. Mit Religion hat das aber nichts zu tun, denn er ist nicht religiös.

    @LePenseur: Broder hat selbst mehrmals geäußert, dass er es für albern hält, sich selbst die politische Unkorrektheit als Gütesiegel zu verleihen und dass da viel unbegründete Wehleidigkeit und Verfolgungswahn dahinter steckt. Zuvor hatte er aber selber eine Anleitung zum politisch unkorrekten Denken in Buchform geschrieben.

    Das ist sein Stil als Berufspolemiker und Berufspolarisierer. Sobald sich eine größere Anhängerschaft um ihn bildet, macht er gerne einen 180°-Schwenk um auch diese auf die Schippe zu nehmen.

    Unantastbar ist er nicht. Broder muss viel einstecken. Nicht, dass man ihn bemitleiden muss, denn er teilt auch gerne aus, inklusive untergriffig. Nur in der Islam- und Zuwanderungsfrage können sich Hamed Abdel-Samad, Akif Pirincçi und Henryk Broder qua Minderheitenstatus in Deutschland mehr erlauben als andere.

  8. Mona Rieboldt

    Dieter,
    ich meine nicht, dass sich die von Ihnen genannten drei Herren mehr erlauben können als andere. Die “anderen” getrauen sich nur nicht, das ist der Punkt.

    Es geht auch nicht darum, dass sich Broder selbst als Jude bezeichnet, sondern darum, dass bei ihm gleich die Zugehörigkeit genannt wurde, wenn man gegen ihn etwas schreibt. Wenn ich gegen jemanden bin, schreibe ich auch nicht explizit dazu, er ist Christ oder Moslem.

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