Putin, Lord Weidenfeld und der andere Anschluß

“Putins Strategien wecken schmerzliche Erinnerungen: In der Mitte der Dreißigerjahre versuchte Österreichs Regierung, die Unabhängigkeit ihres Staates zu bewahren. Doch es war zu spät. Lord Weidenfeld erlebte den Nervenkrieg Hitlers in Wien. ” (hier)

9 comments

  1. Thomas Holzer

    @Reinhard
    aber auf beiden! Seiten.
    Man sehe sich nur auf RT die Sendung “Russland frägt Putin” oder so ähnlich an……
    Was da für ein Schwachsinn sowohl von Putin als auch den Fragenden verzapft wird, ist abenteuerlich. Sinngemäß z.B. sagte Putin; Nazis, Rechte und Faschisten gibt es deswegen zuhauf nur im Westen der Ukraine, weil dieser Teil vor vielen, vielen Jahren von Polen, Ungarn und Österreich unterdrückt wurde, im Osten der Ukraine konnten die Bürger aber unter dem Zar ihre Nationalität frei ausleben……..

  2. Reinhard

    @Thomas Holzer
    Ja, das ist unbestreitbar. Auch im Krieg der Worte stirbt die Wahrheit zuerst und es werden krudeste Theorien dem tumben Volke auf die Trommelfelle getönt, damit dieses freudig seine Söhne und Brüder in die Schlacht schickt.
    Eigentlich müssten die Völker beider Seiten sagen: Teile der Ukraine wollen autonom werden und nix mit der hochgeputschten Junta in Kiew zu tun haben. Na und? Wen schert es? Außer die milliardenschweren Oligarchen, die das Land ausgeblutet haben und nun den Kadaver den Wölfen zum Fraße vorwerfen.
    Nato und RF buhlen da um eines der heruntergewirtschaftetetsten Länder der Welt.
    Russland mag uns als versumpftes Drecksloch erscheinen, aber was viele hier nicht verstehen, ist, dass für den Durchschnittsukrainer Russland wie ein paradiesisches Wirtschaftswunderland erscheint.
    Eine wirklich befreiende “Maidan”-Bewegung hätte Jule T. und Konsorten am nächsten Baum aufgeknüpft, das durch Diebstahl und Betrug am eigenen Volk erlangte Vermögen konfisziert, damit den Staat schuldenfrei gezahlt und dann freie Wahlen ausgerufen.
    Soll ich ganz ehrlich sein?
    Mir tun die Ukrainer leid. Sie wurden ausgepresst, missbraucht und vergewaltigt. Und das Spiel ist noch nicht zu Ende. Jetzt sollen sie den Oligarchen auch noch den Hintern retten und ihre Kinder in einem Krieg verheizen, den sie nur verleiren können, weil sie im Ergebnis immer ihre Eigenständigkeit verlieren werden.
    Man könnte den ganzen Tag kotzen…

  3. gms

    Thomas Holzer,

    “[Kriegspropaganda] aber auf beiden! Seiten. Man sehe sich nur auf RT die Sendung “Russland frägt Putin” oder so ähnlich an……”

    Gewiß — die Wahrheit ist das erste Opfer jedes Krieges. Diesbezügliche Täter finden sich daher auf allen beteiligten Seiten.

    Als ~Westler~ aber steht auf meinem ganz persönlichen Prüfstand primär die westliche Propaganda, zumal zweifelsfrei diese sich an westlichen Maßstäben messen lassen muß. Mögen dabei geschönte historische Analysen in Hintergrundberichten noch als Nice-Try durchgehen, ist im Anlaßfall die Kaskade aus dreisten Lügen, Doppelstandards und hysterischen Rufen über die morgige russische Eroberung Polens, Schwedens und des Baltikums durch durchwegs gleich kommunizierender Medien nur noch als infam zu werten. Omnipräsente Hitler-Vergleiche spielen hierbei nur noch eine groteske Begleitmusik.

    Der westliche Medienkonsument ist hierbei Adressat einer klar erkennbaren Botschaft, die, und das ist ein nicht zu unterschätzender Lichtblick, zwischenzeitlich von der überwiegenden Mehrheit der Deutschen und Österreicher vehement zurückgewiesen wird. Den Leuten stinkt es inzwischen gewaltig, sie erkennen die Absicht, die Hintergründe und die Mechanismen, mit denen sie auf Kurs gebracht werden sollen — auf einen Kurs, den sie ebenso ablehnen wie die Mittel hierfür.

  4. Wettbewerber

    @gms
    Ja, es egt sich mehr Widerstand als in vergangenen Krisen, wo es für die Strippenzieher wesentlich leichter war, die einen gegen die anderen aufzuhetzen und FÜR die “Führung” (niemals MIT ihr, denn die “Führer” bleiben natürlich gut verschanzt und sicher zurück) in den Krieg zu ziehen.

    Es bleibt abzuwarten, ob es sich noch einmal ausgeht, einen “kalten” (oder womöglich sogar einen “heißen”) Krieg vom Zaum zu brechen, wovon die Eliten in der Vergangenheit immer genüßlich profitiert haben, während die “Unteren” zu leiden hatten. Im Moment scheint es zu laufen…

  5. Plan B

    gms

    Diese “Der-Russe-kommt”-Alarmierung werte ich eindeutig wahlkampftaktisch, um mit einer wiederbelebten Kalter-Kriegs-Rhetorik von den wahren Problemen in EU-Absurdistan abzulenken. Nach der Europawahl kehren auch die deutschen Eurofighter auf ihre Fliegerhorste zurück. Symbolischer Ausflug, mehr nicht. Aber natürlich alles sehr unappetitlich, und ich würde die vehemente Ablehnung dieser westlichen Propagandafarce in den Kommentarspalten nicht repräsentativ werten.

    Schröders “Bush-nicht-mit-uns!” hat ihm damals (2002) den Ar*** gerettet. (Mit der Oderflut setzte er nur noch einen drauf).

  6. Thomas Holzer

    @gms
    d’accord
    Mich nimmt jedoch die Dummheit, Engstirnigkeit, Dreistigkeit, wissentliche und willentliche Geschichts- und Realitätenfälschung durch so viele Menschen (und ich meine nicht die Politiker und deren “Apologeten”) Wunder.
    Daß die Politiker der jeweiligen Seite ihre eigene “Agenda” verfolgen, ist klar, daß sich jedoch so viele noch immer(sic!) vor deren Karren spannen lassen, ist erschreckend.

  7. gms

    Plan B,

    “und ich würde die vehemente Ablehnung dieser westlichen Propagandafarce in den Kommentarspalten nicht repräsentativ werten.”

    Hmmm, es mag sein, wonach meine Zuversicht überzogen ist. Nachdem aber Heise.de und zuletzt sogar der NDR das Aufbegehren der Medienkonsumenten thematisierten, wird zumindest nicht nichts d’ran sein.

    Gabriele Krone-Schmalz – Das darf nicht sein – NDR / ZAPP 16.04.2014
    youtube.com/watch?v=22VfEe1RkH8

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