Putin muss gestoppt werden

“….The time for diplomacy will come again, but it is not now: Ukraine urgently needs military support, and a counter to Russian propaganda…” (Der Historiker Timothy Garton Ash, hier)

12 comments

  1. Thomas Holzer

    Ich wage mal die Behauptung aufzustellen, daß die ukrainische Regierung im vergangenen Jahr ganz bewußt die Eskalation der Konfrontation mit den sog. Separatisten in kauf genommen hatte.
    Es wäre doch ein Leichtes gewesen, zu Beginn der Proteste im Osten des Landes diese eingedämmt zu halten; aber weder Polizei noch Militär haben den Anfängen gewehrt, sondern vielmehr die Situation eskalieren lassen. (Und die Krim lasse ich mal außen vor).
    Vielleicht haben die ukrainischen Kriegstreiber auf zumindest die gleiche militärische Unterstützung durch die USA gehofft, wie sie die “Separatisten” durch Russland erhielten/erhalten. Die EU-Politikerdarsteller haben sie sicherlich in dieser Hoffnung unterstützt, und gleichzeitig selbst gehofft, daß die USA in die Bresche springen werden.
    Die EU-Politiker dachten halt, mit kurzfristiger Taktik strategisch langfristig zu agieren………leider ein großer Fehler, welcher sich von Tag zu Tag vergrößert, und immer mehr Opfer fordert
    Politisches Agieren alleine um des Agierens, netter Auftritte vor Mikrophonen, dümmlichen Posierens, opulenter Gipfel Willens, führt meistens in eine blutige Sackgasse

  2. LePenseur

    @admin:

    Daß Sie zur Hinterfütterung Ihres Putin-Bashings auf einen beliebten Kolumnisten eines linksliberal-gutmenschlichen Blättchens wie den »Guardian« verweisen, halte ich für irgendwie steil.

    @ Timothy Garton Ash (wird er zwar nicht lesen, aber was soll’s …:

    Warum fragen Sie nicht, ob in diesem Fall nicht besser die USA und ihr Friedensnobelpreisträger (und sein famoser Guru Zbigniew Brzesinski mit den offenbar im Polenblut genetisch codierten Russenhaß) »gestoppt« werden sollten? Oder ist das eine Frage, die ein Autor Ihrer Ausrichtung nicht stellen darf. Dar ich aus einer Rezension aus einem ähnlich dubiosen Blatt zitieren, wie jenes, für das Sie arbeiten, darf ich?

    »Timothy Garton Ash versteht es “hervorragend zu schreiben und zu argumentieren”, lobt Heinrich August Winkler in seiner eingehenden Besprechung dieses Buchs über die Krise im Verhältnis zwischen Europa und Amerika und den daraus erwachsenden Chancen. Der Autor konstatiert, dass der jüngste Irakkrieg eine “tiefe” Spaltung zwischen Amerika und Europa verursacht, gleichzeitig aber auch innerhalb Europas zu Differenzen geführt hat, fasst der Rezensent zusammen. Insbesondere die “extreme Sprunghaftigkeit” in der Haltung Deutschlands gegenüber Amerika findet Garton Ash “beunruhigend”«

    Ich finde es weit beunruhigender, daß jemand die sklavische Leckerei Deutschlands am Stiefel der USA noch als »extreme Sprunghaftigkeit« interpretiert! Welche Heloten-Mentalität schwebt Ihnen als erstrebenswertes Ideal gegenüber der »Weltmacht« eigentlich noch vor?

  3. Rado

    Er wird seinen Krieg schon bekommen. Wenn es nach den beiden korrupten ukrainischen Dumpfbacken ginge, die sich Nato und EU da angelacht haben, beginnt der totale Krieg eher heute als morgen.
    Könnte nur sein, dass vorher noch das ukrainische Kanonenfutter kehrt macht und seine Antreiber zum Teufel jagd. DIe Begeisterung der Ukrainer mit diesem Krieg war nie wirklich hoch, aber jetzt zeichnet sich mit den enormen Verlusten ein langsamer Kollaps ab.

  4. Fragolin

    Putin lässt und lässt sich einfach nicht zur offenen Kriegsführung provozieren, obwohl bereits einige Falken im Kreml aufgeregt flattern. Also muss die nächste Eskalationsstufe her?
    Ein offener Krieg russischer Truppen gegen eine von den USA aufgerüstete Ukraine hätte enormes Potenzial, zum Flächenbrand zu mutieren. Frage: Wem würde ein solcher nutzen?
    Wer muss hier wirklich gestoppt werden?

  5. Rennziege

    T.G. Ash und der “Guardian” (sowie B.H. Obama, nicht erst jetzt) sind nur die Wurmfortsätze einer langjährigen Schwächung Europas, die schon JFK anstrebte; denn wirtschaftspolitisch ist die Summe der Teile keineswegs mehr als das Ganze, wie von EU-Junkies immer noch geflötet, sondern ein Infektionsherd (Vor dem die Junkies krampfhaft die Augen verschließen.) Also fleißig gefördert, diese Schnapsidee! Was leider auch M. Thatcher tat, der ich ansonsten nichts am Zeug flicken will, denn sie hat das UK vor dem Schicksal eines failed state bewahrt.

    Wesentliches Element dieser Schwächung Europas ist der Erweiterungswahn der EU, der schon mit der Duldung der von Griechenland (und Österreich und so) in allen Belangen unerfüllten Aufnahmekriterien begann und sich mit Albanien, Bulgarien etc. fortsetzte. Die Türkei wäre wahrscheinlich auch schon drin, hätte Erdoğan nicht drauf gepfiffen, um die letzten Reste der von M.K. Atatürk durchgesetzten Säkularität ungehindert zu beseitigen; der Niedergang der Gemeinschaftswährung erleichterte ihm und allen Türken diese Abkehr von allen Beitrittsgelüsten.

    Um diesen Niedergang zum völligen Absturz zu bringen, müssen noch ein, zwei fallierende Staaten her. Die Ukraine, schon lange vor der Krimkrise bankrott, ist ein so perfektes Opfer wie die EU selbst. Also unterstütze man sie — Obama hat diesbezüglich, von gestern auf heute, kalte Füße bekommen — mit Waffen, Krediten und Garantien, die kein Ukrainer je be- oder zurückzahlen wird müssen; diesbezüglich darf jeder Neuzugang sich auf die EU verlassen, die durch ihre multikulturelle Mildtätigkeit just jene Bestrebungen fördert, die sie umbringen wollen.
    Ash und “Guardian” arbeiten dafür konzertiert, wie so viele zuvor. Aber auch J.-C. Juncker und A. Merkel tun es.
    Aus (a) Naivität oder (b) Kalkül? “Das, wenn ich’s nur wissert!” (Dank an Joseph Roth, Roda Roda, F. Torberg, die Tant’ Jolesch und an J. Hašek und seinen braven Soldaten Schwejk. Ich vermute, dass alle Genannten Europa besser verstanden haben als wir heutigen ratlosen Spurensucher unserer Identität.)

  6. Enpi

    Kaum schreibt jemand etwas Gründvernünftiges (und grundvernünftig kann nur gegen Putins üble Absichten sein, sind die russischen Steigbügelhalter und Putintrolle hier im Thread schon aktiv. Wandert doch aus, Koffer packen und endlich raus aus dem Westen. Verbrechens-Relativierer, Wadlbrunzer und dikatorenfreundlichen Abschaum brauchen wir hier nicht.

  7. LePenseur

    Cher (chère?) Enpi,

    wie recht Sie doch haben!

    Verbrechens-Relativierer, Wadlbrunzer und dikatorenfreundlichen Abschaum brauchen wir hier nicht.

    Deshalb raus mit dem ganzen von transatlantischen Seilschaften gekauften Journaille-Gesocks, die lieber am von »Atlantik-Brücke« & Co. finanzierten Trog fressen und dafür in den Medien brav die vom CIA vorgedruckte Texte wiederkäuen, als Klartext zu reden über die Attitüde aller (!) US-Regierungen der letzten Jahrzehnte, deren Motto nur war: »Wie kralle ich uns billig Rohstoffe und Einflußsphären — und wenn ich dabei Länder mit Krieg, Mordbanden und Terror überziehe, demokratisch gewählte Regierungen stürze und durch mir genehme Diktatoren ersetze: who cares!«

    Oder sollte ich Sie da mißverstanden haben, und Sie meinen ganz im Gegenteil, man hätte einen Scholl-Latour oder Ulfkotte rechtzeitig des Landes verweisen oder einbuchten sollen (oder doch zumindest der Zensur unterziehen), bevor sie »nicht hilfreiche« Bücher schreiben?

    Oder wie haben Sie das jetzt gemeint …?

  8. A.Felsberger

    Meine Herren! Es hat ja keinen Sinn, dass man sich wegen so etwas in die Haare kommt. Tatsache ist, dass man von Putin keinen Frieden erwarten kann. Das ist ein Nationalist wie er im Buche steht: Nachgeben verboten, in Moskau werden weiterhin die Messer gewetzt. Was bleibt dann noch? a) Ein offener Krieg, b) Ein Nachgeben der Ukrainer oder c) Ein latenter Kleinkrieg. Da ich a) und b) für ausgeschlossen halte – zu a) haben die Europäer und Amerikaner den Mumm nicht (die weinen seit Jahrzehnten um jeden Soldaten) und zu b) haben die Ukrainer die “Größe” nicht -, bleibt nur c). Wenn natürlich jetzt Frau Merkel auf die dumme Idee kommt, den Aufrüstungsgedanken ihrer Partner mitzutragen, dann wird die Lage unkalkulierbar. Überhaupt ist es aus meiner Sicht ein ganz allein: deutsches Versagen. Anstatt an diesem Konflikt zu wachsen, und so etwas wie ein deutsches Selbstbewußtsein zu entwickeln, geht die liebe Frau in die Knie und erfüllt die Wünsche ihrer Verbündeten, so wie sie es seit jeher gewohnt ist. Ein Schuss Russen-Hass dürfte auch noch dazukommen – und fertig ist der Kuchen.-)

  9. Thomas Holzer

    @Enpi
    Ich hoffe doch sehr, Sie haben sich zumindest schon eine! AK-47 angeschafft, und warten nur darauf, endlich in die Ukraine reisen zu können, um endlich dem diktum “only guns can stop guns” zur Wahrheit zu verhelfen………
    Oder sind Sie nur ein schreibender “Kriegstreiber”, welcher im wohligen Wohnzimmer hofft, daß andere “Dumme” seinen Aufrufen folgen mögen…………

  10. sokrates9

    Enpi@ein “kleines Detail” – 300 zivile Todesopfer ! glauben Sie dass der böse Putin so zum Training halt eine malayisches Flugzeug abgeschossen hat, und der Westen weil er Putin so mag jetzt die angekündigten Beweise nicht vorlegt? Und hat nicht doch die ukrainische Regierung erfolgreich eine false flag geliefert und herrlich die EU in die Sanktionenfalle gelockt?Cui bono hat schon der alte Lateiner gesagt!

  11. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Dummheit sei jedem zugestanden, (wissentliche) Naivität und Realitätsverweigerung aber nicht!
    Der “böse Putin” hat Tschetschenien zwei mal fast auf die Grundmauern “nivellieren” lassen, da würden ihm im Fall des Falles 300 zusätzliche Opfer nicht mal äußerst peripher tangieren

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