“Putin ist ein Postfaschist”

“Wladimir Putin als ideologischer Nachfolger der linken Sowjetführer? Unsinn. Wer die Reden des russischen Präsidenten liest, muss erkennen: Seine ideellen Bezugspunkte liegen im Faschismus….” (Bemerkenswerte These von Jan Fleischhauer)

12 comments

  1. Mona Rieboldt

    Putin stellt also die “europäische Friedensordnung auf den Kopf”. Wie macht er das denn? Die Kriegsrhetorik findet in der westlichen Presse statt. Putin verfolgt keine Homosexuellen, er ist gegen die Werbung für diese Lebensart. Im Iran werden homosexuelle Jugendliche schon am nächsten Baukran aufgehängt, darüber schweigt die Presse, schließlich will man ja Putin dämonisieren.
    Einmal ist Putin in der Tradition der Zaren, jetzt ist er Faschist. So langsam ist das Geschreibsel in der Presse gegen Russland und Putin ermüdend. Aber offenbar wird immer noch was draufgesetzt. Wer bezahlt eigentlich all diese Schreiber für ihre Hetze gegen Russland und Putin. Gibt es dafür einen Sonderbonus?

  2. Mourawetz

    Als Jan Fleischhauer noch brav nur die Linke lächerlich machte, wurde ihm von Rechts applaudiert. Nun zieht er todernst gegen Putin, woraufhin ihm das Wohlwollen entzogen wird. Denn ist einer nicht für uns, ist er gegen uns. Auch das: lupenreiner Faschismus.

  3. Reinhard

    @Mourawetz
    Projizieren Sie Ihre Denkweise nicht auf andere (auch wenn das gerade beim Thema Putin sehr hip ist und von der ganzen Journaille gefeiert wird). Im Gegensatz zu den Fundamentalisten der ganzen -Ismen können Libertäre sehr gut damit leben, dass jemand eine andere Meinung hat. Verhetzt und auf persönlicher Ebene angespuckt werden bisher nur jene, die es wagen, nicht die inzwischen täglichen Propagandaparolen nachzuplappern.
    Das Sytem “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns” ist genau das der Kriegspropagandisten. Bereits einfache Zweifel und Hinweise auf die eigene Fehlbarkeit führen zu persönlichen Ausritten bis hin zu Beschimpfungen. Sachliche Argumente werden mit persönlichen Untergriffen, pseudopsychologischer Glaskugelleserei und Fantasie beantwortet. Wem’s Spaß macht, bitte. Ich kann damit leben, im Gegensatz zu den Hetzern, die immer wütender werden, je mehr sie bemerken, dass sich das Volk nicht mehr so einfach aufwiegeln lässt.

  4. Thomas Braun

    Wieso ist Putin böse und die gewalttätigen Demonstranten von Kiew waren es nicht? Die haben immerhin eine demokratisch gewählte Regierung mit Gewalt aus dem Amt gejagt. Habe in westlichen Medien aber nie was von einem faschistischen Umsturz in Kiew gelesen.

    Die Arroganz der westlichen Journalisten ist unerträglich – zu glauben, nur ihre eigenen, linken Wertvorstellungen seien zulässig, und alles andere wäre faschistisch. Vielleicht empfindet Putin die gesetzliche Benachteiligung von Männern im Westen als faschistisch? Oder die Verherrlichung der Schwulen? Oder die Political Correctness, die unsere Meinungsfreiheit sukzessive einschränkt?

  5. Reinhard

    @Thomas Braun
    Die Faschismuskeule ist ein abgenudeltes Instrument der Stimmungsmache und oftmals wiederholtes Vorspiel eines Krieges. Jedesmal, bevor NATO-Bomber ausrücken, muss der Gegner intensiv an Hitler gemessen werden – vollkommen objektiv natürlich 😉 – und so kamen bisher Leute wie Saddam, Gaddafi und Assad immer wieder in den Genuss des Hitler-Vergleiches, bevor die Falken ausflogen.
    Bei Assad hat es nicht funktioniert, das ist der einzige Hoffnungsschimmer, dass der Westen nicht vollkommen durchdreht und sich selbst so in Ekstase putscht, dass er glaubt, militärisch intervenieren zu müssen.
    Übrigens waren es Kreuzer der russischen Schwarzmeerflotte, die als Antwort auf den durch Obamas Dummschwätzerei fast vom Zaun gebrochenen Syrien-Krieg (der die Islamisten dort sehr gefreut hätte) mal eben ins Mittelmeer schipperten, um “die Lage zu beobachten” und den amerikanischen Kreuzern ins Fahrwasser zu pinkeln. Zufall, dass besonders die politische Zerstörung der Flottenbasis auf der Krim ein kleiner Nebeneffekt des Kiewer Putsches gewesen wäre, den Putin mit schneller und harter Reaktion zu verhindern wusste? Es ist müßig, darüber zu schwadronieren, ob es andere Lösungen gegeben hätte (nach westlichem Rechtsverständnid, wie es letzthin zu Tage trat eher nicht) oder ob Putin lügt oder nicht (aber so sicher wie das Amen im Gebet; Politik und Wahrheit vertragen sich nicht).
    Fakt ist, dass Putin dem Wsten in die Suppe gespuckt hat, und das schon mehrmals und auf recht selbstherrliche Weise (und Selbstherrlichkeit bei Anderen verträgt der Brüsseler Hochadel ebensowenig wie die US-Führung). Da ist die Faschismuskeule schnell wieder ausgepackt und die Journalisten ahben endlich, endlich wieder einen Feind; einen altbewährten noch dazu.
    Frei nach Meister Röhrich: “Werner, Ekkhart, die Russen sind da!”

  6. ricbor

    Das wirklich Interessante ist, dass Schwarzbraune wie Kommunisten den Imperator gleichermaßen anhimmeln. Deswegen ist er auch kein Faschist, obwohl er dessen Instrumente nutzt. Was ihn zwangsläufig in den Untergang führen wird. Vielleicht kriegt er ja eine Show in Las Vegas.

  7. Reinhard

    Das wirklich Interessante ist, dass man sich früher den Namen “Imperator” verdienen musste; heute reicht es, ihn herbeizuschreiben.
    Übrigens letztens im TV eine interessante Talkrunde mit einer russischen (sehr putinkritischen) Journalistin, die in den Alt-Sowjet-Schwärmern die größten inneren Feinde Putins sieht, denn jede Handlung, die nicht zu einem grandiosen Erfolg umgemünzt werden kann, lässt die kommunistischen “Seht ihr, früher war alles besser!”-Ratten aus ihren Löchern kriechen. Aber mit solchen innenpolitischen Kleinigkeiten müssen sich die kleinen Hobbypsychologen und Schubladisierer nicht abgeben; heutige Russland- und Putin-“Experten” haben dieses Land noch nie gesehen, nichts mit dem russischen Volk am Hut, keinerlei Geschichtskenntnisse jenseits von “Wikipedia” und geopolitische Scheuklappen implantiert. Also die gleiche Wellenlänge wie alle anderen selbsternannten “Experten” auch, wie wehrdienstbeurteilende Zivildiener, Bildungsexperten ohne pädagogische Praxis (und Kinder) und was da sonst noch so herumkreucht.

  8. ricbor

    @Reinhard

    Der Tigerbändiger und Beherrscher der Wildnis im Kampf gegen den Kommunismus? Nette Variante, die an Glaubwürdigkeit aber nicht dadurch gewinnt, dass sie von einem Topchecker wie Ihnen unterstützt wird. Tatsache ist doch wohl eher, dass die Mehrheit der Russen aus Hinterwäldlern besteht, die man mit dem Bombast eines glorreichen Russlands von der täglichen Erbärmlichkeit ihres täglichen Lebens ablenken kann.

  9. Thomas Holzer

    @rcibor
    Ich lege für eine größere Anzahl von Österreichern nicht die Hand ins Feuer, daß diese nicht auch einem vermeintlichen “Erlöser” mit entsprechenden Versprechungen unkritisch, begeistert hinterherlaufen.
    (wie dies eigentlich, ab einer gewissen “kritischen Masse”, bei (fast) allen “Rottenbildungen” der Fall ist)
    Nichts ist entsetzlicher als eine grölende, jolende, von Dummheit und Primitivität geleitete Masse. (man sehe sich nur die Bilder von Odessa und/oder von anderen Aufmärschen/Demonstrationen an)

  10. gms

    Jan Fleischhauer hätte für seine Reputation gut daran getan sich zu entscheiden, ob er Putin nun einen lupenreinen Faschisten oder doch Postfaschisten heißt, so ihm nicht durch absurdes Mäandrieren in der Argumentation daran gelegen ist, die Anpatzerei auch wirklich in jeder Richtung wasserdicht zu gestalten und erst dadurch spektakulär mit dem Kinn auf die Schreibmaschine zu donnern.

    Besonders klamaukhaft wird’s mit seinem Statement: “Es ist also ein ideologischer Kampf, den Russland aus Sicht seines Präsidenten kämpft: gegen die Oberflächlichkeit des Materialismus, gegen den Verfall der Werte, gegen die Verweiblichung und Verweichlichung der Gesellschaft, die mit der Auflösung aller traditionellen Bindungen einhergeht, kurz: gegen alles Unrussische.”

    Jeder bürgerlich Liberale kann sich diesen Kriterien gemäß guten Gewissens von Kopf bis Fuß mit Sankt-Georgs-Bändern behängen. Als vermeintliche Breitseite wider Russland kann dies nur dann gewertet werden, wenn Fleischhauers “Unter Linken” eine Charade war, die er nun Stück für Stück wieder zurücknimmt, weil sie offenbar von der Leserschaft vollkommen mißverstanden wurde.
    Wie erfolgreich zugleich Putins Kampf gegen die Verweiblichung der Gesellschaft war, läßt sich dort an der Menge an Frauen in höchsten Führungspositionen festmachen, gegen die allenfalls ein beim “Spiegel” schreibender Antipostfeminist mit Sympathien für Postantiverweiblichung etwas einwenden kann.

    Wenn er ergänzend ohne Beweis oder gar Plausibilisierung behauptet, Putin würde die Demokratie verachten, während dieser statt dessen aber wiederholt Demokratiedefizite in seinem Land beklagt, kann dies als weiteres Indiz dafür gesehen werden, hier würde sich ein Author die eigene Beliebigkeit im Folgern als Tugend zuschreiben, verglichen damit jeder noch so dünne rote Faden zwangsweise wie vom Faschismus gesponnen anmutet.

    Krisen sind Zeiten der Bewährung. Es ist daher auch nicht verwunderlich, wenn manche in solchen öffentlichkeitswirksam scheitern. Fleichhauer als sein eigener Post-Fleischhauer bildet dabei leider keine Ausnahme.

  11. Reinhard

    @ricbor
    Genau das, was ich mit meinem Einwand aussagen wollte. Die letzten zwei Sätze können Sie sich ausdrucken und über’s Bett hängen.
    Eine Russin, auch noch eine Putin-kritische (wen anders laden unsere Systemmedien auch nicht ein), kann natürlich von der Innenpolitik in Moskau nicht soviel Ahnung haben wie Sie, na klar.
    Wann waren Sie das letzte Mal in Russland?
    Wie heißt der dortige Innenminister? Mal ganz ohne google?
    Ich versuche mich auch mal im Kaffeesatzlesen: da Sie auf Argumente lieber verzichten und sich nur mit Behauptungen und persönlichen “Ach wie bin ich witzisch!”-Kommentaren profilieren, haben Sie zwar keine Ahnung von der Materie, machen sich aber gerne damit wichtig. Die pauschale Verhöhnung der Russen erinnert mich an einen hiesigen Troll und seine Schweiz-Ausritte gegen “Heidi und Geißenpeter”, aber das muss nichts heißen. Dünnbrettbohrer, die sich mit inhaltslosen, präpotenten und menschenverachtenden Aussagen profilieren wollen gibt es mehr als einen.

    @gms
    Wir haben das Terrain der Fakten längst verlassen. Alle möglichen Schmierfinken und selbsternannten Experten ergießen sich in Mutmaßungen, projizieren ihre eigene Gedankenwelt in den ihnen vollkommen unbekannten Putin, schwadronieren über seine Politik ohne auch nur einen blassen Schimmer vom politischen System Russlands, von seiner Funktionsweise und von seinen Schwierigkeiten, von seinen Fortschritten und Errungenschaften, seinen Gefahrenpotenzialen und Machtverhältnissen zu wissen. Von absolut NIX eine Ahnung, aber den geradezu messianischen Auftrag im Kopf, sich wichtig zu machen.
    Als Fleischhauer “Unter Linken” schrieb, hat er persönliche Erfahrungen verarbeitet. Das kann er, da ist er Meister. Als pseudopsychologischer Ferndiagnostiker in einem Umfeld, das er nicht aus eigener Erfahrung kennt, macht er eine eher jämmerliche Figur. Manchmal ist es auch besser, sich einfach der Stimme zu enthalten, aber im Moment scheint es einen Wettlauf zu geben, wer der größere “Putin-ist-der-Sohn-Hitlers!”-Aufdecker ist. Wahrscheinlich ein Wettbewerb auf Presseförderung oder irgend einen angesehenen Preis.

  12. Thomas Holzer

    Wenn Putin ein “Postfaschist” ist, was ist dann Obama? ein “Postimperialist”, und/oder ein “Postkolonialist”?
    Vielleicht sollte Herr Fleischhauer einmal darüber nachdenken.
    Wenn der angedachte/geplante Raketenschild tatsächlich allfällige Raketen aus dem/des Iran abwehren soll, warum wird er dann nicht im Nato-Mitgliedsland Türkei aufgestellt, sondern geplanter Weise in Polen?
    Wenn die USA glauben, “God’s own country” zu sein, dann sollen sie das meinetwegen glauben, inklusive deren Präsidenten, aber das berechtigt sie nicht, “God’s own country” über die ganze Welt auszubreiten.
    Was berechtigt den US-Präsidenten, ohne Widerspruch anderer Staaten, nach belieben Menschen in aller Welt per Drohnen zu töten?
    Welches Rechts(miß)Verständnis, welcher Größenwahn herrscht in den USA, daß dort ein Rechtsgutachten erstellt wird, welches sinngemäß besagt, daß sich MdB strafbar nach US-Recht? in Deutschland(sic!) machen, wenn sie den Herrn Snowden im deutschen Bundestag befragen? (und ich halte wahrlich nichts von diesem U-Ausschuß geschweige denn vom Herrn Snowden.
    Was ist die USA anderes als die Kolonialstaaten vergangener Jahrhunderte waren, wenn sie z.B. die Schweiz erpressen, nur weil US-Bürger dort ihr Geld anlegen, und der Schweiz mehr oder weniger US-Recht aufzwingen?
    Was ist die EU anderes als Kolonialstaaten vergangener Jahrhunderte waren, wenn sie der Schweiz mit “der Kavallerie” drohen, nur weil die Schweiz ihre eigenen -nebstbei demokratisch legitimierten- Gesetze exekutiert.
    Wie können sich USA, EU, Russland et al. erdreisten die Behauptung aufzustellen und sogar versuchen, umzusetzen: “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, wir sind im Besitz der allein “selig machenden” Wahrheit”
    Es läuft derzeit wieder sehr viel falsch in dieser Welt.
    Und das vulgus populus jubelt diesem Schwachsinn auch noch begeistert zu…………

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