Putin, Ukraine, NATO: Europas Illusion zerplatzt

“…….Die erste Lehre aus der Ukraine lautet: Man sollte nicht zu viel Vertrauen in Verträge setzen. Im Jahr 1994 hat die Ukraine ihre 1900 Atomsprengköpfe aus der Konkursmasse der Sowjetunion an Russland abgegeben. Im Gegenzug hatte Moskau zugesichert, die territoriale Integrität der Ukraine zu wahren. Heute wissen wir, was dieses Versprechen wert war….” (hier)

15 comments

  1. gms

    Clemens Wergin: “Und noch immer stehen viele Experten und Politiker unter Schock, dass so etwas in Europa wieder möglich sein soll. [..] Europa muss sich wieder bessere Nerven zulegen, wenn es auf diesem Gebiet mithalten möchte.”

    Beine hoch lagern und ruhig bleiben. Der Nächste, bitte.

  2. Rado

    … Wir wissen aber auch schon seit damals, was die Leute wert waren, die uns einreden wollten, an den ewigen Frieden unter dem “Friedensprojekt EU” zu glauben.

  3. ricbor

    Man muss Putin dankbar sein, dass er die dahinsiechende Nato wieder zum Leben erweckt hat. Ansonsten braucht es eine wirtschaftliche Totalblockade Russlands. Außerdem muss sich Deutschland Atomwaffen zulegen, auf den sogenannten nuklearen Schutzschirm der Amis wird sich in Europa in der Tat keiner mehr verlassen können. Österreich darf weiter glauben, dass doch wohl keiner so blöd ist einzumarschieren und hält sich aus allem raus.

  4. Mourawetz

    Tja, die Russen sind halt sehr empfindlich. Wenn in einem Nachbarland am Hauptplatz ein paar Amerikaner und EU-Abgeordnete mitdemonstrieren, kriegen sie leicht einen Zuckaus. Soviel haben wir gelernt. Diese Demütigung kann man nicht hinnehmen. Der Putinismus hat durchaus Ähnlichkeiten mit dem Islamismus.

  5. Plan B

    Die Ukraine ist ein “failed state”, wie Broder in der WELT richtig erkannt hat. Es geht jetzt nur noch darum, sich die Filetstücke zu sichern; das industrielle Herz im Osten (plus Shalegas). Aber auch für Shell & Co bleibt noch genügend Shale-Explorations-Spielraum im ukrainisch-polnischen Grenzraum. So what?

  6. Rado

    Gerade in einem Ticker gelesen:
    “Ukrainischer Präsident Turtschinow sieht sein Land im Krieg”. Vielleicht könnte ein Offizieller aus Österreich der Putsch-Regierung in Kiew höflich nahelegen, die EU-Fahne hinter sich wegzuräumen, wenn ein öffentlicher Auftritt stattfindet. Es könnte sonst ein falscher Eindruck entstehen.

  7. Rennziege

    5. Mai 2014 – 13:25 Rado
    Gestatten Sie bitte einen höflichen Widerspruch: Die EU-Fahne hinter den Putschisten passt wie die Faust aufs Aug’ zu der patzenden Illusion Europas; denn nicht nur die vertraglichen “Versprechungen” Moskaus sind vom Winde verweht, sondern auch so ziemlich alle einst sakrosankten EU-Verträge und -Abkommen. (Letztere erinnern nur noch daran, wie sehr unsere Politruks planmäßig vom lauthals verkündeten Weg abkommen.)

  8. Rennziege

    P.S.: Dass das “platzend” unabsichtlich (zur Hölle mit Touchpad-Tastaturen!) zu einem “patzend” wurde, ist zwar stimmig, aber zu harmlos. I beg forgiveness!

  9. AD

    aber vielleicht ist das alles nur ein großes Missverständnis um Deutschland in Sanktionen gegen Russland zu zwingen und so der deutschen Wirtschaft zu schaden und diese dem Niveau der “Mittelmeer-Industriestaaten” näher zu bringen

  10. Thomas Holzer

    Auch das EU-Wahlvolk wird schon auf die Segnungen der EU in den kommenden Jahren eingestimmt:
    seit ca. 2 Wochen wird das Mantra des “failed state” vor den Toren der EU, inmitten Europas getrommelt.
    Herr Schulz verkündetet heute in einer Presse-Konferenz in Berlin sinngemäß, nur wer sozialistisch wählt verhindert, daß Hitler-Adepten “Mein Kampf” am Brandenburger Tor verschenken, daß Nazis und Faschisten im EU-Parlament die Mehrheit bekommen.
    Bis vor ca. 4 Wochen waren es “nur” Kapitalisten, Reiche, Spekulanten, Neoliberale;
    jetzt sind alle(sic!), welche nicht für Schultz und Sozialismus sind, Nazis und Faschisten……….
    ähnliche Diktion auch schon in Österreich……………

  11. gms

    Von wegen “Putin, Ukraine, NATO: …” — Den Zusammenhang zwischen der Nato und der Luftschlacht um die veröffentlichte Meinung über deutschem Luftraum griff inzwischen unter dem Schlagwort “Bananenrepublik” sogar schon das ZDF auf [1]. Gibt es doch noch Zeichen, Wunder und die berechtigte Hoffnung, den retardierten Hitlerbärtchenmalern würden ihre bsücholokischen Hervorwürgungen langsam im Halse stecken bleiben?

    [1] youtube.com/watch?v=VvTWo5ZGcNA

  12. Rado

    @Rennziege 5. Mai 2014 – 15:19
    Vielleicht liegt das mit den geplatzten Illusionen und Verträgen ja auch nur daran, dass sich Unionseuropa bei seinem Stellvertreterputsch in der Ukraine den allerletzten Ruß aus diesem Land als Verbündeten auserkoren hat. Warum mußten sie auch unbedingt putschen? Im Oktober 2012 war die letzte reguläre Wahl und die Legislaturperiode dauert vier Jahre. Hätten die Herrschaften auch noch abwarten können, wenn sie wollten.
    Vielleicht ist das ja auch der Stil der EU, nachdem es in Libyen so gut geklappt hat. In Ägypten gabs zwar einen kleinen Rückschlag, aber in Syrien darf man noch hoffen.

  13. Reinhard

    @Mourawetz
    Zum Glück würden EU und NATO locker bleiben, sollte in Warschau ein von gewaltbereiten Nationalisten flankierter Mob unter dem Jubel Moskaus und Pekings die Regierung stürzen, die Macht übernehmen und sofort die EU- und NATO-Verträge kündigen und mit Moskau neue bilaterale Vereinbarungen treffen. Ganz cool würden die Brüsseler Spitzen aus EU und NATO der neuen Regierung gratulieren und viel Glück wünschen. Vielleicht sogar noch Waffenhilfe anbieten, um die inneren Unruhen niederzuschlagen, sollte in anderen Städten wie Krakow und Stettin ein ebenso gewaltbereiter Mob die Rückkehr der demokratisch gewählten Regierung und den Wiederanschluss an die EU, zur Not sogar die Abspaltung von Warschau erzwingen wollen.
    spielen Sie das Spiel einfach in Gedanken mal in die Gegenrichtung durch. Beispiele für das voraussichtliche Handeln gibt es von Jugoslawien bis zu den Abspaltungsbestrebungen einzelner Regionen in der EU viele. Lassen Sie schottische Separatisten das Parlament in Edinbourgh besetzen und die Abspaltung von London erklären, die Basken eine eigene Republik ausrufen oder Südtirol zu Österreich zurückkehren – Himmel, da können Sie von einem “Zuckaus” zum anderen phantasieren. Da werden Sie sehen, dass die Russen genauso “empfindlich” sind wie alle anderen Machtgefüge auch. Wenn es ans Eingemachte geht, spielt es Rambazamba.
    Übrigens, den einzigen wirkliche “Zuckaus” hatte Ihre lupenreine Demokratin Julia Timoschenko (die ihr Land um fast so viele Milliarden erleichtert hat wie die EU jetzt als “Hilfe” reinbuttert), deren erklärtes Ziel es ist, die NATO dazu zu bewegen, einen atomaren Holocaust an allen Russen zu begehen. Meine Fresse, dagegen ist Putin ja ein Chorknabe!

  14. rider650

    Die NATO hat Russland damals hoch und heilig geschworen, keinen Millimeter nach Osten zu erweitern, als Preis für die Wiedervereinigung Deutschlands. Und, heute wissen wir, was dieses Versprechen wert war?! Nein, dieses Versprechen wurde schon vor etlichen Jahren gebrochen. Meint irgend jemand im ernst, die Russen würden Obama bis an ihre Staatsgrenze vorrücken lassen? Was würde Obama wohl machen, wenn Putin in Mexiko ein Marionettenregime nach seinem Gusto an die Macht putscht, noch dazu so ein übles Neonazipack wie Obama es den Russen in der Ukraine vor die Nase gesetzt hat?

    Im ernst, mich kotzen diese NATO-Kriegshetzer an, diese Obama-Stiefellecker, die jedes seiner Blutbäder rund um dem Planeten bejubeln – aber hey, sind ja alles “Terroristen”. Putin ist ein übler Gewaltherrscher (im übrigen, Gewaltherrscher = weisser Schimmel), aber Obama ist 1000x schlimmer, wenn man die Blutspur von ihm und seinen Vorgängern über den ganzen Globus verfolgt. Die einzig wahre Außenpolitik ist beinharter Isolationismus und Freihandel. Wer hier geifernd gegen den Beelzebub Putin hetzt und am liebsten möchte, dass alle anderen auf ihn schießen, dem sage ich: geh selbst hin und schieß, geh selbst in die Ukraine und verrecke, zusammen mit deinesgleichen auf der Gegenseite, aber lass um Himmels Willen den Rest der Menschheit damit in Frieden. Ich werde niemanden angreifen und mit jedem Menschen auf der Welt Handel treiben. Ich verteidige mich, wenn mein Land, meine Gemeinde angegriffen wird. Alles andere sind Angriffskriege und somit ein Verbrechen. Genau so haben die Weltkriege des letzten Jahrhunderts gestartet, in dem irgend jemand zum Beelzebub hochstilisiert wurde und alle Welt meinte, der müsse jetzt angegriffen werden, oder in dem irgend jemadn meinte, er müsse ein globales Gewaltimperium (natürlich “zum Wohle der Menschheit”) errichten. Die einzige Lösung: nicht mitmachen, nicht mitbezahlen. In keinem Militär dienen,möglichst viel Steuern hinterziehen und ansonsten friedlich seiner Wege gehen.

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