Putins seltsamer Verzicht…

Von | 27. Juni 2014

(A. UNTERBERGER) Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Putin weist sein Parlament plötzlich an, dass es das seit März gültige grüne Licht für die russische Intervention in der Ukraine zurückzieht. Damit werden erstens alle jene Lügen gestraft, die ernstlich geglaubt haben, die Vorgänge in der Süd- und Ostukraine hätte nichts mit der russischen Armee zu tun (oder gar, das russische Parlament wäre eine Institution einer Demokratie). Und zweitens: Es zeigt sich, wie unangenehm Russland die vom Europäischen Rat am Freitag geplanten Sanktionen sind. Putins Gutwetterversuch in Wien (bei dem plötzlich köstlicherweise die Innenministerin von der SPÖ nach vorne geschoben wird, weil auf einmal weder Präsident noch Kanzler bei der Kranzniederlegung vor dem Russendenkmal leider, leider keine Zeit haben), die Feuereinstellung in der Ostukraine (übrigens ein weiterer Beweis dafür, dass bei den angeblich autonomen Separatisten nur Moskaus Befehle den Ausschlag geben) und eben nun Putins Anweisung – pardon: sein Wunsch ans russische Parlament (der bezeichnenderweise vor dessen Eintreffen in Wien, also vor dem von Wiens Politikern so verzweifelt zitierte „Dialog“ erfolgt ist). Wenn es Russland durch diese Maßnahmen gelingt, tatsächlich den Europäischen Rat am Freitag zum Verzicht auf weitere Sanktionen zu bewegen, hat es einen großen Sieg errungen. Ab Samstag kann es dann wieder ungehindert seinen Expansionismus fortsetzen. Denn Moskau hat ja keine einzige irreversible Maßnahme gesetzt. Daher kann man nur skeptisch bleiben (so sehr man sich über russische Vernunft auch freuen würde). (TB)

8 Gedanken zu „Putins seltsamer Verzicht…

  1. PP

    ‘tschuldigung, aber bitte wer genau betreibt Expansionismus?

  2. Mona Rieboldt

    Es ist immer dieselbe Leier, egal was Putin macht oder nicht macht, er ist schuldig. Keiner aber schreibt, was eigentlich die USA in der Ukraine zu suchen hat oder gar die EU. Hier werden einzig amerikanische Wirtschaftsinteressen durchgesetzt, steigen dort ins Gas-Geschäft ein. Und die EU ist der Handlanger der US-Interessen dort. Aber das wird nicht thematisiert.
    Putin dagegen wird als der Teufel persönlich dargestellt, das lenkt auch schön von den US-Interessen in der Ukraine ab.

  3. ricbor

    Relevant ist nur, wie die Amis reagieren. Verhängen sie einen Total-Boykott, muss auch Europa mit, und Wien sowieso. Der Fortgang wird also nicht in Brüssel, sondern in Washington entschieden. Bis dahin kann Putin mit seinem Scheinparlament machen, was er will.

  4. gms

    “Es zeigt sich, wie unangenehm Russland die vom Europäischen Rat am Freitag geplanten Sanktionen sind. [..] Wenn es Russland durch diese Maßnahmen gelingt, tatsächlich den Europäischen Rat am Freitag zum Verzicht auf weitere Sanktionen zu bewegen, hat es einen großen Sieg errungen.”

    Offensichtlich ist der Armada der Putin-Verdreher inzwischen schon gar nichts mehr peinlich. Da schreckt man auch nicht mehr vor den dümmsten inneren Widersprüchen in der Argumentation zurück.

    Im Anlaßfall und nach Pippi-Langstrumpf-Logik zwingt also die heroische EU den Bösewicht mit heftigen Drohungen auf den Boden, wonach die Wirksamkeit des damit ausgelösten Kniefalls als Sieg des Unterworfenen verkauft wird. Geht’s vielleicht noch abstruser?!

    Wie Mona Rieboldt oben schon schrieb: Es ist vollkommen wurscht, was in Moskau getan oder gelassen wird — die eigentümlich kohärent schreibenden körpernahen Dienstleister mit dem Humbold-Diplom in Fernpsychologie werden auch weiterhin Beliebiges aus eigenen und fremden Endokrinologieorganen saugen, wieder ausspucken und danach mit dem Finger nach Rußland zeigen.

    Das einzig erfreuliche an diesem immer absurder werdenden Zirkus: Es beendet Täuschungen, nachdem nun reihum die Mitglieder der kritzelnden Zunft die Hosen runterlassen.”Wie hältst du’s mit der Religion?” ist Schnee von Gestern, heute findet man das Lackmus im Kreml.

  5. fts

    Interresiert es wirklich noch jemand was die europäischen MSM
    und Helfershelfer so absondern?
    Die EU ist ein verrottender Leichnam. In wenigen Jahrzehnten ist
    sie Geschichte und das fühere Europa der Allerwerteste der Welt.

    Wenn unsere ‘Minions’ einen auf ‘großkotzig’ machen ist das
    angesichts der Lage der EU an Peinlichkeit ohnehin nicht
    mehr zu überbieten.

    P.S. @gms
    Es heißt mittlerweile nicht mehr “Humboldt-Universität”
    sondern “Humbug-Universität”.
    Lesen Sie mal auf ‘sciencefiles.org’ was in dieser
    zur Narrenanstalt degradierten, ehemaligen ‘Bildungseinrichtung’
    mittlerweile so abgeht…

    P.P:S.
    Immer wenn ich von jemandem gefragt werde, was er beruflich machen
    solle antworte ich:
    Lern einen praktischen Beruf in dem du dich selbständig machen kannst,
    möglichst drei Fremdsprachen und sieh zu, daß du möglichst viel Abstand
    zwischen dich und die EU bringst.

  6. Rennziege

    27. Juni 2014 – 13:39 gms
    “Das einzig Erfreuliche an diesem immer absurder werdenden Zirkus: Es beendet Täuschungen, nachdem nun reihum die Mitglieder der kritzelnden Zunft die Hosen runterlassen.”
    Ich hoffe inständig, dass Sie das nur im übertragenen Sinn meinen, gms. Denn eine körperliche Entblößung der kritzelnden Zunft ließe die kläglichen österreichischen Geburtsraten vollends zu einer quantité négligeable abtrudeln. 🙂

  7. rider650

    Wenn Putin einer eigenen Intervention sozusagen die Erlaubnis verweigert, wird ihm noch ein Strick daraus gedreht. Absurder geht es echt nicht mehr. Was würden die Schreiberlinge wohl sagen, wenn Putin in Mexiko eine Marionettenregierung installiert hätte, und Obama versagt sich selbst eine Intervention? Würde hier dann auch geschrieben, die “Sanktionen gegen Obama zeigen Erfolg”? Und überhaupt, der lächerliche Verweis auf die zahnlosen Sanktionen, über die sich jeder in Russland kaputtlacht. Putin kann mit einem Fingerschnippen das Schuldengebäude der G7 (der höchstverschuldeten Staaten des Planeten und der Geschichte) zum Einsturz bringen, darum sind all die “Sanktionen” leere Drohungen, Kulisse für die Mediendeppen und die wenigen, die ihnen ihr Geschreibe noch abkaufen. Russland hat Bodenschätze und Energie ohne Ende – danach lecken sich alle auf der Welt die Finger. Es ist quasi schuldenfrei. Wer glaubt im Ernst, Russland wäre auf den “Westen” und sein wertloses Papier, mit dem er bezahlt, angewiesen? Obama zündelt auf der ganzen Welt, damit er eine Ausrede für den unvermeidbaren Finanzkollaps hat und um Himmels Willen niemand auf den Gedanken kommen könnte, die gigantischen FIAT Geld- und Schuldenblasen könnten daran Schuld sein. Schuld sind schließlich die Russen. Oder die Syrer. Oder die Iraner (ach ne, die sind ja jetzt auf einmal wieder Verbündete – hat hier jemand “prinzipienlos und rein der Macht verpflichtet” gesagt?!).

  8. ricbor

    @rider650
    Na klar, der schwarze Vlad könnte die Welt beherrschen, wenn er denn wollte. Geht´s noch oder handelt es sich um einen Notfall ?

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