Quote ist Sexismus

(MARCUS FRANZ) Die neue Landesregierung in OÖ hat aufgrund ihrer rein männlichen Zusammensetzung eine alte Fragestellung wieder neu angefacht: Soll es zwangsweise Frauen-Quoten in der demokratischen Politik geben? Sollen Positionen in der politischen Administration zu gleichen Teilen männlich wie weiblich besetzt werden? Soll das Geschlecht ein ausschlaggebender Faktor bei der Rekrutierung von politischem Personal sein?

Wenn man statt nachweislicher Qualifikation nur das biologisch weibliche Geschlecht als primäre Bedingung für die Besetzung einer Position haben will, dann heißt die Antwort natürlich ja. Das häufigste Argument für diese die Männer diskriminierende, weil schlechter stellende Frauen-Quote lautet, dass über Jahrhunderte die Frau unterdrückt worden wäre und jetzt aus diesem nachteiligen Faktum ein quasi wohlerworbenes Recht entstünde, mit dem die heutigen Frauen besser zu stellen seien. Nur über eine festgeschriebene Besserstellung der Frau und nur über eine Auffüllung aller möglichen Positionen mit Frauen könne man überhaupt erst Gleichberechtigung erreichen.

Man nimmt mit dieser Argumentation eine klare Benachteiligung von Männern nicht nur in Kauf, sondern propagiert sie sogar vorsätzlich: Heutige Männer können definitiv nichts für die Stellung der Frauen im 18. oder 19. Jahrhundert und sollen sich trotzdem allein wegen ihres Geschlechts hinten anstellen. Eine Frauen-Quote soll ihnen per Gesetz den Weg versperren. Die paar männlichen Opfer müssen halt sein, das geht eben nicht anders. So oder so ähnlich lauten die Begründungen der Quoten-Fans.

De facto werden mit einer Frauenquote genau jene Repressalien befürwortet und ausgeführt, welche die Frauenbewegung seit Jahrzehnten zu Recht kritisiert: Es kommt zu einer Schlechter- oder Besserstellung, nur weil man ein bestimmtes Geschlecht hat. Dieses Phänomen nennt man üblicherweise Sexismus. Und dafür gibt es zu Ende gedacht keine politisch korrekte Erklärung und schon gar keine plausible Rechtfertigung.

Überdies würden Geschlechter-Quoten zu kontraproduktiven Effekten führen: Eine Quoten-Frau wird schnell zur Quoten-Tussi und damit erst recht zu einer wegen ihres Geschlechts abgewerteten Person. Der Feminismus verläuft sich hier in verwirrte und nicht mehr logische Argumentationen, wenn er mit Zähnen und Klauen die Frauen-Quote propagiert. Qualifikation und demokratische Entscheidungen sollen zählen – und sonst nichts.

Man darf auch nicht vergessen, dass die ersten Propaganda-Aktionen für die Frauen-Quote von Josef Stalin in der „glorreichen“ UdSSR durchgeführt wurden und es dort für Staatsbetriebe und Kolchosen Vorschriften gab, wie viele Frauen jeweils zu beschäftigen seien. Die Quote ist letztlich also ein totalitäres Instrument und daher allein schon aus diesem Grund strikt abzulehnen.

Zu guter Letzt sei vor den immer zahlreicher werdenden männlichen Feministen gewarnt: Gerade sie machen sich mit der Befürwortung der Frauen-Quote nicht nur verdächtig, sondern führen sie vollends ad absurdum. Ist doch männlicher Quoten-Support meist nur ein gönnerhafter Protektionismus und daher letztlich nichts als ein verkappter und perfide gewendeter Machismo im modernen Gewande.

Fazit: Starke und qualifizierte Frauen brauchen keine Quote. Und starke, qualifizierte Männer fürchten die Frauen in der Politik nicht, sondern betrachten sie schon längst als gleichwertige Player.

12 comments

  1. elfenzauberin

    Bitte diesen ausgezeichneten Artikel sofort allen öffentlichen Stellen zukommen zu lassen, die Quotenregelung und damit Sexismus betreiben.
    Quotenregelungen sind in Wahrheit auch verfassungswidrig. So steht in der Bundesverfassung:
    ##############
    Artikel 7. (1) Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen. …..
    ##############

    Der Wortlaut könnte eindeutiger nicht sein.

    Chancengleichheit – ja!
    Ergebnisgleichheit – nein!

  2. Selbstdenker

    @elfenzauberin
    Ich kann Ihnen nur Recht geben.

    Gender hat sich als epochaler Irrtum erwiesen. Dieser Geschlechter-Marxismus hat niemanden befreit sondern – so wie es auf kurz oder lang beim Marxismus bzw. bei marxistischen Derivaten immer ist – alle in die Knechtschaft geführt.

    Ob unfähige Quotenbesetzungen, Sprachverkrüppelungen, Identitätsverwirrungen, Misswirtschaft, (ideologischer) Kindesmissbrauch, demographische Implosion, zahlreiche familiäre Tragödien, Zahlvaterschaft, Kindstötungen, Einschränkungen zentralster Freiheitsrechte und die Selbstinszenierung als globale Volldeppen den meisten Frauen zu einem besseren Leben verhilft, wage ich zu bezweifeln.

    Margaret Thatcher hätte Gender nie benötigt und Carly Fiorina hat es auch ohne Gender ganz nach vorne gebracht. Man sehe sich zum Kontrast die Freak-Show im Gender-Universum an!

    Ziemlich sicher ist jedoch, dass Gender ausgerechnet jenes System, dass den Frauen historisch und global die besten Lebensverhältnisse beschert hat, damit ruiniert wird.

    Gender ist nicht nur offen männerfeindlich sondern befindet sich auch im Stealth-War gegen die Weiblichkeit.

    Wir sollten Gender abschaffen, bevor es die maskierten Männer mit den scharzen Fahnen und den gewetzten Messern tun.

  3. Selbstdenker

    „Nur jedes 100. Kind, welches momentan zur Welt kommt, ist ein weißes Mädchen. Das heißt also, in ca. 100 Jahren werden die letzten weißen Frauen unter den anderen Ethnien verteilt. Bis dahin wünsche ich den Schwestern aber viel Erfolg im Berufsleben.“

    Michael Klonovsky

  4. Christian Weiss

    Der Autor legt schön dar, warum Frauenquoten Sexismus sind und sicher nichts mit Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu tun haben. Eine der grössten Errungenschaften der aufgeklärten Gesellschaft war die Beurteilung nach Leistung: Nicht Protegierung, Stand oder Kaste sollten den sozialen Aufstieg befördern bzw. behindern, sondern allein die Kompetenz sollte zählen. Mit der Frauenquote geht man also wieder mit riesen Schritten zurück in längst vergangen gehoffte Zeiten.

    Dass es dabei nur um eine Minderheit geht, die sich hier Privilegien sichern will, zeigt sich an zwei Dingen:

    1. Die Frauenquote in Verwaltungsräten von börsenkotierten Unternehmen wird den Frauen als grosse Errungenschaft der Emanzipation untergejubelt. Doch diese Jobs werden trotz Quote weiterhin sehr dünn gesät sein. Die wirtschaftlich durchschnittlich erfolgreiche Frau wird nie nicht mal nur in die Nähe solcher Funktionen kommen. Auch bei den Männern sind die allerwenigsten Verwaltungsräte. Hier versucht eine politisch gut vernetzte Gruppe von relativ sehr wenigen Frauen sich erleichterten Zugang zu von ihnen erträumten Prestigeposten zu verschaffen. Die Anna-Normal-Angestellte hat von solchem Geschacher gar nix.

    2. Den Pfad der Gleichberechtigung hat man mit der Frauenquote sowieso schon längst verlassen. Aber wenn es um die GleichSTELLUNG ginge, wäre man wenigstens so konsequent und würde alle Berufsfelder mit Frauen- und auch Männerquoten belegen: Aber nach Frauenquoten bei den Akkordmaurern, Eisenlegern und Dachdeckern ruft erstaunlicherweise niemand. Auch Männerquoten in Kindertagesstätten wurden bisher noch nicht gefordert (aber wahrscheinlich setzt sich ein Mann, der dort arbeiten möchte, sowieso des Verdachts der Pädosexualität aus).

  5. sokrates9

    Mich würde interessieren wie viel Vorzugsstimmen die “Politikerinnen” in Oberösterreich bekommen haben! Einerseits gibt es ein aufheulen, dass nicht paritätisch besetzt wird, andererseits glaub ich nicht dass die Politikerinnen für massiven Stimmenzuwachs gesorgt haben! Reine Trittbrettfahrer!

  6. Fragolin

    Wenn ich mir die heimische Politik so anschaue, aber auch jene in Deutschland, dann überkommt mich manchmal das Gefühl, ein Frauenverbot in der Politik könnte es auch nicht schlimmer machen. 🙂

  7. aneagle

    Damit ich niemanden mit meinen möglichen Vorurteilen fälschlich belästige:

    gibt es in Deutschland unter den zahlreichen Lehrstühlen(mehr als hundert!) für Gender und Sprachforschung auch solche, bei denen Männer zum Zug kamen?

    Professx. Lann Hornscheidt kennt sicher die Antwort. Alles klar? 🙂

  8. sokrates9

    Ohne Frauenquote wäre es weniger lustig! Gestern im Zentrum hat Vilimsky erzählt dass FPÖ- Mädchen während der Siegesfeier schwer verletzt wurde da ihr unbekannter Messer in den Hals gestochen hat! darüber wurde nichts berichtet! Alle 3 Frauen Turnherr und 2 Oberlinke sind ihm sofort kreischend auf einer Weise in das Wort gefallen, wie es ein Mann nie schaffen würde!

  9. Mario Wolf

    Frauenquote ist in D und A nur ein Etikettenschwindel. Im TV, in sog. politischen Diskussionen dominieren Frauen. Alle “Moderatorinen” sind Frauen, paar Quotenmänner, Linkslinkegrüne sind auch dabei. Aber diese Frauen wurden nicht von den politischen Gremien in diese Funktionen portiert weil sie Frauen sind, sondern weil sie eine lupenreine linksrote Weltanschauung unerschüterlich vertreten. Mindestens eine von diesen Quotenfrauen war Mitglied der SED. Die sogenannte Moderation der Diskussionsrunden ist eine Manipulation, mit der Auswahl der Teilnehmer angefangen, die Unterbrechungen bei politisch nicht links opportunen Beiträgen, bis zum Niederschreien, wen es nicht anders geht.

  10. heartofstone

    Quote? … wenn sich diese auch bei den Bauarbeitern, Kanalräumern, Mistküblern und Handwerkern einstellt, darf man darüber gerne nachdenken … vorher nicht. Period.

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