“Radfahrer sind rollende Bomben”

“…Bewegung ist gut für Herz und Kreislauf, baut Aggressionen ab und sorgt für den Ausstoß von Glückshormonen. Wenn das stimmt, müssten Radfahrer die gesündesten und glücklichsten Menschen sein. Sind sie aber nicht. Sie sind jähzornig, rücksichtslos und rechthaberisch….” (Broder, hier)

8 comments

  1. Thomas Holzer

    “Sie sind jähzornig, rücksichtslos und rechthaberisch.”

    Das eint sie mit allen! Fundamentalisten, egal welcher Weltanschauung und Religion.

    Nicht die Frommen und Gläubigen sind das Problem, sondern die Fundamentalisten und! deren Mitläufer, welche sich Vorteile erhoffen und erwarten; erst diese Mitläufer machen die Fundamentalisten stark und zu einer ernstzunehmenden, großen Masse

  2. DNJ

    Naja bin kein Radfahrer und hasse die “Gehsteigradler”, aber wesentlich mehr Aggressionen erlebt man unter Autofahrern, man muss nur etwas langsamer werden, weil man eine Einfahrt sucht und man hört die Huper, oder sinnloses Überholen 100 Meter vor der nächstes Ortstafel oder Ampel … hier kommen bei vielen Menschendie wahren Urtriebe durch mit mit 180 PS entsprechend gefährlicher als mit “Drahtesel”.

  3. Selbstdenker

    “Neu ist nur, dass sie immer jähzorniger, rücksichtsloser und rechthaberischer werden; je mehr für sie getan wird, je mehr Radwege gebaut werden[…]”

    Ich bin seit Ende der 1980iger Jahre ein begeisterter Mountainbiker und kann als tourismusgeschädigter Tiroler diesen Befund von Broder auf ganzer Linie bestätigen. Waren es früher Individualisten, die sich sportlich selbst herausgefordert haben, so sind viele der heutigen Mountainbiker regelrecht auf der Suche nach Ärger.

    Mein Sohn wurde z.B. von mehreren Mountainbikern auf meiner Liegenschaft – durch diese führt übrigens kein Radweg – laut angebrüllt und mit dem Stinkefinger bedacht, nur weil er ihnen mit seinen Tret-Traktor im Wege stand.

    Ist so ein Verhalten erwachsener Menschen normal?

    Die Reaktionen auf meine Bitte, nicht durch mein Feld zu fahren, bestehen üblicherweise in lautem Anbrüllen sowie in einem Mix verschiedener Drohungen (köperliche Gewalt, Anzünden von Gebäuden, Ächtung über “soziale” Medien, der befreundete “Top-Anwalt” würde mich rechtlich “fertigmachen”, etc.).

    Besonders originell war die Reaktion eines deutschen Mountainbikers: dieser warf sich zu Boden und brüllte laut “Hilfe, hilfe … warum schlagen Sie mich denn…” herum.

    Man hat zunehmend das Gefühl, das die Insassen ganzer Irrenanstalten mit dem Mountainbiken begonnen hätten.

    “Allenfalls Verwandlungskünstler, so wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Oder Autisten, die der Meinung sind, dass die Straße ihnen allein gehört.

    Je mehr neue Mountainbike-Routen und Downhill-Parcours freigegeben bzw. errichtet wurden – und von denen gibt es in unserer Gegend unzählige -, desto mehr drängen Mountainbiker abseits von Wegen in private Grundstücke.

    Die Gruppe der autistischen Mountainbiker ist nicht nur der Ansicht, daß ihnen die Straße gehört. Sie sind auch zunehmend der Meinung, daß sie das Recht hätten abseits von Wegen beliebig durch private Grundstücke zu fahren. Vor ein paar Jahren wurde sogar eine Initiative gestartet, die ein Gesetz zur Freigabe sämtlicher Grundstücke zum Befahren mit dem Rad fordert.

    “Radfahren ist eine Mutprobe, auf die Bremse zu treten käme einer Kapitulation gleich”

    Die Kollateralschäden und der folgende Ärger mit den unfreiwillig Betroffenen ist mittlerweile Teil des Entertainment-Programmes geworden. Aufschlußreich ist die Grundausstattung der Biker im Wandel der Zeit:

    Brauchte man früher nur ein Mountainbike, so kamen etwas später der Helm, dann die Designer-Klamotten und -Brille und nun schließlich die Helmkamera und die Rechtsschutzversicherung dazu.

    Aber das braucht man sicherlich alles um einen Sport auszuüben. So wie man heutzutage auch ohne Nordic-Walking Equipment nicht mehr von Punkt A zu Punkt B gelangt…

  4. Mourawetz

    Ach was! Jetzt fällt Henryk Broder auf die alte Fahrrad/Autofahrer-Dichotomie herein, die schon in den Fünfzigerjahren filmisch verarbeitet wurde. Und jetzt auch noch Sie! Wenn Sie mir mit “Immer diese Radfahrer” kommen, dann antworte ich Ihnen mit Heinz Erhardt: “Immer diese Autofahrer!” 

    Radfahren ist nicht gleich Radfahren. Vom Radfahren spricht man, wenn man mit einem Rennrad mindestens 70 km in 2 bis 3 Stunden zurücklegt, das gibt Kraft und Ausdauer, und lässt einen alt werden. Oder warum wohl sonst kann man so viele Damen zumeist Herren hart an der Methusalemgrenze fit wie ein Rennradschuh  rund um den Schöpfl herumkurven sehen? Das Radfahren, das Sie ansprechen, ist das Rasen  ungehobelter Rotzlöffel,  denen die gute Kinderstube fehlt, eine von uns als normal empfundene Abnormalität  unserer Zeit – bei anderen Verkehrsteilnehmergruppen in Kauf genommen – die zwischen dem Status Fußgänger, Straßenbenutzer jonglieren, gerade so wie es ihnen passt.

    Das hat mit Radfahren nichts zu tun! Aber fahren Sie mal mit dem Rad im Helenental, wenn Sie sich trauen! Dort wird in so engen Bahnen mit Vollgas gefahren wie am Redbull-Ring, dass ein Radfahrer nicht ohne ein paar Schrammen bei Baden herauskommt. 

  5. aneagle

    mir unverständlich ist das laissez faire unserer Oberlinge die doch Weltmeister im Reglementieren sogar des Atmens für Bürger sind.
    € 6.75 Anmeldekosten, Ausweispflicht verbunden mit einem kleinen obligaten Fahrradnummernschild und die komplette ungehobelte gewaltbereite Blase wird ganz schnell das, was alle anderen bereits sind: Verkehrsteilnehmer
    Änderung für “normale” Radfahrer: keine, wie auch für “normale” Autofahrer.
    Selbst- und Fremdgefährdung aber verringern sich durch uncoole Geldstrafen. 😉

  6. Rennziege

    Ihr müsst Broder richtig verstehen, bitte: Er scheibt über Berlin, wo nicht nur Radler autistisch auf hoffnungslosen überfüllten Straßen ihr Unwesen treiben. Ich bin öfter dort, wo man auch als Fußgänger sein Leben riskiert: Nirgends gibt es neben den obligaten Drahteslern so viele Autofahrer, die rote Ampeln (also auch die fast synchron grünen für Radfahrer und Fußgänger) schlicht ignorieren. Ich war früher oft dort, aber auch jetzt noch öfter, wenn auch in Kanada wohnhaft.
    Vor kurzem hat jemand ausgerechnet, dass diese nach Bremen zweithöchst verschuldete Stadt Deutschlands innerhalb von fünf Jahren ihre Schulden los wäre, wenn auch dort die (u.a. in Hamburg) flächendeckenden Ampel-Fotozellen implementiert würden, die jeden Rot-Sünder dingfest und zahlungspflichtig machen.
    Aber das wollen die regierenden Rotsünder partout nicht, denn das würde ja auch ihre chronisch rotsündige und am Tropf der Sozialmafia sowie des föderalen Lastenausgleichs hängende Wählerschaft treffen. Viele davon im Audi Q7 und Porsche Cayenne reisend und wie gesagt farbenblind, der deutschen Sprache nur in Invektiven mächtig. (Weisungsgemäß und dem Hemd näher als dem Rock, meidet jeder deutsche Polizist ein Eingreifen gegen ordnungswidrige Exoten aller Hautfarben, da dies sowohl der CDU/CSU/SPD/Grün-Politik als auch der Sicherheit seiner Familie dient.)

  7. Fragolin

    “Den Radfahrer” gibt es nicht.
    Idioten sind bei allen Verkehrsteilnehmern flächendeckend verteilt.
    Immerhin war gerade GTI-Treffen. Was sich da im PKW-Bereich abspielt wird PS-mäßig nur noch von den Fundamental-Truckies überboten, deren Rennen zwischen aufgepimpten Lichtshows auf Rädern auf deutschen Autobahnen zum täglichen Showprogramm gehören.
    Und bei den Motorradrasern vulgo “Organspendern” sieht es auch nicht besser aus. Neben den auf ihren Harleys dahintuckernden frühpensionierten Beamten gibt es auch die Vollkoffer, die jede Bergstraße für eine Rallye nutzen und in Linkskurven fast liegend in den Gegenverkehr donnern.
    Und was die BMXler angeht, ist auch das nur ein Symptom der schleichenden Verblödung der Gesellschaft. Auch ganz normale Wanderer führen sich streckenweise auf wie die Pest, vor Allem jene stöckchenbewehrten Hillwalker, die in ihrem Tun den Segen der Gesundheit sehen und sich daher moralisch höherwertig fühlen.
    Denn die Grundkrankheit dahinter ist die Überheblichleit, zur Herrenrasse zu gehören, weil man (passendes ankreuzen) besonders gesund lebt, das Klima rettet, nachhaltig wirkt, der Stärkere ist, den Längeren hat… (Liste beliebig erweiterbar).

  8. cmh

    Das Radfahren ist nur der Mikrokosmos, in dem sich die ganze Idiotie der Makrokosmen Gesellschaft, Politik etc wiederspiegelt.

    Nicht nur im faktischen, auch im Diskurs, der nur davon strotzt, dass sich immer die falschen angesprochen fühlen und verärgert reagieren bzw. die richtigen falsch angesprochen fühlen und daher ebenfalls verärgert reagieren.

    Wie will man denn zu einer demokratischen Entscheidung in der immer wieder gewünschten “direkten Demokratie” kommen, wenn der Souverän ein derartiges, schütteres Nervenkostüm hat?

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