Rassistischer Antirassismus

(ANDREAS TÖGEL)  Dieser Tage geht es hoch her: Selbsternannte antirassistische Kollektive verwandeln zahlreiche Innenstädte rund um den Globus in Kampfzonen. Autos werden abgefackelt, Geschäfte geplündert, Denkmäler gestürmt – alles im vorgeblichen Gedenken an einen bei einer brutalen Polizeiaktion zu Tode gekommenen schwarzen Gewohnheitsverbrecher.

Würden vielerorts auch dann bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, wenn ein schwarzer Polizist einen Weißen getötet hätte? Wohl kaum.
Denn darüber, dass in Südafrika nahezu täglich weiße Farmer von Angehörigen der schwarzen Mehrheitsbevölkerung massakriert werden, herrscht dröhnendes Schweigen. Und dass in den USA immer wieder auch weiße Bürger durch die Hand schwarzer Polizisten sterben, kümmert augenscheinlich auch niemanden. Seltsam.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Sicherheitsdienstleister, wenn sie in gewaltaffinen Milieus tätig sind, ihre eigene Unversehrtheit und ihr eigenes Leben höher bewerten als das amtsbehandelter Verdächtiger und deshalb im Zweifel bisweilen zu übermäßig harten Bandagen greifen. Das soll keine Entschuldigung für exzessive Polizeigewalt sein, sondern nur der Versuch einer Erklärung.

Dass es überwiegend Schwarze sind, die in den USA zu Opfern überschießender Einsatzfreude der Polizei werden, mag stimmen. Die Tatsache, dass in US-Gefängnissen rund 44 Prozent der Einsitzenden schwarz sind, während das nur auf etwa 13 Prozent der Einwohner des Landes zutrifft, dürfte indes schwerlich allein damit zu erklären sein, dass die Strafrichterschaft der USA geschlossen mit dem Ku-Klux-Klan sympathisiert. Denn im gleichen Maße, in dem etwa japanisch- und chinesischstämmige Bürger der USA in der Kriminalstatistik so gut wie nicht vorkommen, sind Afroamerikaner stark überrepräsentiert – insbesondere im Bereich der Gewalttaten.

Schwarze, männliche Gefängnisinsassen sind im Verhältnis zu weißen Männern um das 6,4fache überrepräsentiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schwarze mit der Polizei in Konflikt geraten und dabei zu Schaden kommen, ist demensprechend hoch. Mit rassistisch motivierter Gewalt hat das nichts zu tun. Denn warum sollte sich rassistisch motivierte Polizeigewalt nur gegen die schwarze, nicht aber gegen andere Minderheiten richten?

Kurios mutet der Umstand an, dass im fernen Europa, ja selbst in der friedlich-verschlafenen Schweiz, plötzlich Zehntausende ihr Herz für die marxistische Black-Lives-Matter-Bewegung entdecken und für die Rechte von angeblich „struktureller Gewalt“ (was auch immer das sein mag) ausgesetzten Afroamerikanern auf die Straße gehen.

Der in Europa zu Unrecht wenig bekannten, russisch-amerikanischen Philosophin und Erfolgsautorin Ayn Rand („Fountainhead“, „Atlas Shrugged“, „The Virtue of Selfishness“) verdanken wir folgende Erkenntnis:
„Rassismus ist die gröbste und primitivste Form des Kollektivismus. Es ist die Auffassung, Moral, soziale und politische Signifikanz der genetischen Abstammung eines Menschen zuschreiben zu können. Das bedeutet in der Praxis, dass ein Mensch nicht anhand seines eigenen Charakters und seiner Handlungen beurteilt wird, sondern aufgrund des Charakters und der Handlungen einer Gemeinschaft von Vorfahren.“
So ist es: Verdienst kommt, wie auch Schuld und Verantwortung, stets dem Einzelnen zu, nicht aber einer Gruppe. Deshalb ist es auch absurd zu behaupten, alle Weißen wären dafür verantwortlich, dass Angehörige anderer Rassen – Pardon – ethnischer Gruppen – unterdrückt, ausgebeutet oder anderweitig „diskriminiert“. werden.

Nicht die stetig schrumpfende weiße Minderheit auf diesem Planeten ist verantwortlich für den Tod von George Floyd, sondern ein einzelner Polizist, dessen Schuld in einem hoffentlich fair verlaufenden Prozess noch zu klären sein wird.

Aus welchem Grund also beugen an dieser Gewalttat unbeteiligte Personen ihre Knie vor schwarzen Aktivisten – nicht wenige von ihnen wünschen allen Weißen den Tod – und entschuldigen sich für die schwache Pigmentierung ihrer Haut?

Dinge, für die man nichts kann, wie Herkunft, Hautfarbe oder Körpergröße, braucht man niemals zu rechtfertigen. Keiner hat sie sich ausgesucht, keiner hat Einfluss darauf. Anders sieht es mit frei gewählten Handlungen aus, etwa mit der Zugehörigkeit zu kriminellen Organisationen oder dem Bekenntnis zur Anwendung initiierter Gewalt gegen Fremde und Andersdenkende. Davon kann aber bei der Mehrheit der heute lebenden Weißen überhaupt keine Rede sein! Warum also sollten sie sich dann für Untaten entschuldigen oder gar selbst erniedrigen, die einige ihre Ahnen Schwarzen oder indigenen Völkern angetan haben?

In George Orwells Roman 1984 prangen auf der Fassade des Ministeriums für Wahrheit folgende drei Parolen: Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke! Friedrich Nietzsche würde das eine „Umwertung aller Werte“ genannt haben. Genau damit haben wir es gegenwärtig zu tun: gewalttätige Ausschreitungen wegen angeblich herrschender „strukturelle Gewalt” gegen Schwarze; Unter dem Label „Chancengleichheit“ firmierender Rassismus, der in einer „positiven Diskriminierung“ der Schwarzen zum Ausdruck kommt – etwa bei der Zulassung zu Universitätsstudien oder bei der Besetzung öffentlicher Ämter; Und, am übelsten: ein unter militanten Linken (viele von ihnen stecken selbst in einer weißen Haut!) immer stärker aufkommender Furor, der inzwischen alle Europiden schlichtweg zu Störfaktoren und Schädlingen erklärt, die mit allen Mitteln zu bekämpfen sind – bis hin zur Auslöschung. Blanker, antiweißer Rassismus unter dem Banner des Antirassismus. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.

Man braucht es zwar nicht unbedingt mit den „White Supremacists“ zu halten, doch sei trotzdem allen antieuropiden Rassisten, linksgrünen Bessermenschen und Genderaktivisten ins Stammbuch geschrieben: Nahezu jede Errungenschaft der Naturwissenschaften und der Technik, der Großteil aller erhaltenen bildnerischen Meisterstücke, so gut wie alles was die Bezeichnung Musik tatsächlich verdient, die wunderbare Idee der Freiheit, sowie beinahe jeder schöngeistige oder philosophische Gedanke, der das menschliche Leben entscheidend vorangebracht und den Erkenntnishorizont erweitert hat, sind Werke (meist alter) weißer Männer. Wer´s nicht glauben will, steige in sein (von Weißen erfundenes) Auto oder ins (von Weißen entwickelte) Flugzeug, besuche die Kunstmuseen und Opernhäuser dieser Welt, oder führe sich die Liste der Wissenschaftsnobelpreisträger zu Gemüte und überzeuge sich selbst.

Die Angehörigen der schrumpfenden Gruppe der Europiden haben zwar keine Veranlassung, auf diese Triumphe weißer Wissenschaftler, Techniker und Künstler stolz zu sein, die vor ihnen gelebt haben. Aber sie haben natürlich auch nicht den geringsten Grund, sich bei allen anderen für irgendetwas zu entschuldigen, was nicht sie selbst ihnen angetan und zu verantworten haben.

7 comments

  1. Gerhi09

    Herzlichen Dank für diesen Kommentar. Tut gut, so etwas zu lesen in einer Zeit, in der immer mehr Menschen verrückt zu werden scheinen.

  2. sokrates9

    Die Entwicklung von Wissenschaft,Ttechnik, Kunst, Kultur fand immer dort statt wo nicht Gewalt dominierte! Europa, Asien waren die Zentren des Fortschritts!

  3. astuga

    Ich verzeihe den Muslimen (darunter auch viele Schwarzafrikaner) Jahrhunderte Piraterie an Europas Küsten, das Verschleppen von mindestens einer Million Europäer alleine nur zwischen 1530 und 1780 in die Sklaverei.
    Alle Raubzüge, Eroberungsversuche und den islam. Kolonialismus.
    Es muss sich auch niemand bei uns Weißen bzw Europäern für die Bekämpfung und Abschaffung der Sklaverei bedanken.
    Ein einmaliger Vorgang in der Menschheitsgeschichte!
    Keine andere Kultur hat das jemals getan.
    Am wenigsten jene die heute am lautesten kläffen.

    Was ich nicht entschuldige sind die aktuellen Übergriffe auf Weiße, egal wo in der Welt. Und erst recht nicht in unseren eigenen Heimatländern.
    Wir werden uns zu wehren wissen, auch gegen Idioten aus den eigenen Reihen.

  4. sokrates9

    astuga@idioten in den eigenen Reihen?Wie kann es sein dass die österreichischen Bischöfe Hofer als Hetzer verdammen weil er den armen Islam angreift, das in einer Zeit wo jährlich hundertausenfe Christen von Moslems verfolgt, gefoltert und getötet werden!Was geht da in einzelnen christlichen Hirnen ab?

  5. astuga

    Dieses Kirchenpersonal gleicht Kurpfuschern, die mehr das Leiden ihrer Patienten pflegen (von dem sie leben), als deren Gesundheit.

  6. Der Realist

    Dieses ganze Antirassismus-Getue ist ohnedies nur scheinheilig, denn wären diese “Antirassisten” nur konsequent, müssten sie rund um die Uhr demonstrieren, werden doch täglich unzählige Leute Opfer von Gewalt und Willkür, und das sogar außerhalb der USA.
    Auch die Kriminalstatistik ist eindeutig, auch bei uns sind nicht alle N….. Drogendealer, aber halt sehr viele.
    Einen Japaner oder Chinese habe ich bei uns noch nie sagen gehört, dass die Österreicher so ausländerfeindlich und böse Rassisten sind, auch in der Kriminalstatistik scheinen sie so gut wie nicht auf.
    Wenn in Frankreich Sonderpolizei gegen Plünderer auffährt regt sich hierzulande niemand auf, droht Präsident Trump mit Einsatz des Militärs um das Eigentum rechtschaffener Bürger zu schützen, ist die Empörung riesig. In Zusammenhang mit Zerstörung und Plünderungen bei “antirassistischen Demonstrationen” kam eine Wortmeldung von einer Politikerin, ich glaube es war in Deutschland, die Aussage: “Wer sich um sein Eigentum Sorgen machen muss, gehört ohnehin zu den Privilegierten”, das braucht man weiters wohl nicht kommentieren.

  7. Cora

    Darf man heutzutage noch Farbiger sagen? Was darf man überhaupt noch sagen, ohne dass sich ein “?” angegriffen fühlen könnte. Bei zufälligem Zusammentreffen an der Haltestelle schießt einem unweigerlich das Wort “Rassismus” in den Kopf. Besser nicht anstreifen, wegschauen, weggehen, bevor noch irgendwas passiert. Eine neue Form von Apartheid die man mit den BLM-Aktionen in den Köpfen erzeugt. Man weiß ja nicht, ob eine höflich formulierte frage wie wo kommen Sie denn her, kann heutzutage schon als rassistische verurteilt werden. Man verstummt, sagt lieber gar nichts. Aber auch das geht nicht: wer schweigt ist ein Rassist. so steht es auf den Transparenten. Also egal was man tut, man ist immer einer Rassist. Das ist ziemlich dämlich und führt mit Sicherheit dazu, dass man den Menschen of colour, oder besser MenschInnen? ich weiß es nicht! aus dem Weg geht. Man möchte jeglichen Kontakt und damit jegliche Rassismusdebatte vermeiden. Die Jakobiner haben ganze Arbeit geleistet.

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