Raubtierkapitalismus? Raubtier Staat!

“……Die Österreicher liefern immer mehr Sozialversicherungsbeiträge und Einkommensteuern ab. Kein Wunder, könnte man einwenden, sie verdienen ja auch immer mehr. Bemerkenswert ist jedoch das Ausmaß der Zuwächse. Die Sozialversicherungen haben 2005 Beitragseinnahmen in Höhe von 32 Milliarden Euro verzeichnet. Im vergangenen Jahr waren es 46,38 Milliarden Euro. Das waren um 45 Prozent mehr. Auf der anderen Seite ist das Lohn- und Einkommensteuer-Aufkommen im Vergleichszeitraum von 19,47 auf 30,89 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von 59 Prozent.

Zum Vergleich: Die Wirtschaftsleistung verzeichnete geringere Zuwachsarten; von 2005 bis 2015 ist das BIP nur um ein Drittel gestiegen. (hier)

15 comments

  1. Fragolin

    Rechenaufgabe Kleines Einmaleins für Anfänger:
    In der Privatwirtschaft erarbeiten Menschen 10.000 Euro Einkommen. Davon liefern sie 5.000 an den Staat ab.
    Von den 5.000 zahlt der Staat seine Beamten und die liefern dann 2.500 wieder beim Staat ab.
    Davon zahlt der Staat noch einmal Beamte, die 1.250 wieder abliefern.
    Frage:
    a) Wieviel Geld hat der Staat real eingenommen?
    b) Wieviel wird in der Statistik stehen?

  2. Fodiator

    @Fragolin Ohne unseren Staat in Schutz nehmen zu wollen: Steuern und andere Abgaben werden ja nicht nur zur Bezahlung von Beamtenlöhnen verwendet, ein guter Teil fließt in die Privatwirtschaft zurück.
    Trotzdem ist der Titel “Raubtier Staat” völlig berechtigt, denn unser Staat ist unersättlich geworden und erstickt mit seinen Forderungen jedes Wachstumspotential. In vielen KMU steht es aktuell “Spitz auf Knopf” und wenn dieser Teil unserer Wirtschaft wegzubrechen beginnt kann das kein “New Deal” mehr aufhalten.

  3. Thomas Holzer

    aber nicht doch! Das dient doch alles nur einem guten Zweck, und diesen sind nur “unsere” Politikerdarsteller in der Lage, zu erkennen 😉

  4. Fragolin

    @Fodiator
    Ersetzen Sie Beamte durch Fördergeld und die Rechnung bleibt gleich.

  5. Falke

    Und trotzdem macht der Staat jedes Jahr immer mehr Schulden. Das zeigt wieder einmal, dass der Staat (jedenfalls die derzeitige und auch die letzten österreichischen Regierungen) mit dem Geld seiner Bürger nicht umgehen kann. Wobei man – zur teilweisen Entschuldigung der Sozialversicherung – sagen muss, dass es erstens immer mehr alte Leute gibt, die natürlich entsprechend mehr Medikamente und sonstige medizinische Betreuung benötigen und es zweitens immer teurere Geräte gibt, deren Verwendung auch bezahlt werden muss. Das ist aber, wie gesagt, nur eine teilweise Erklärung für die steigenden Beiträge und die steigende Verschuldung.

  6. Christian Peter

    Was darf man sich in einem Land wie Österreich, das sich ÖVP und SPÖ seit Jahrzehnten zur Beute machen und der gesamte staatliche und staatsnahe Bereich lediglich der Pfründenwirtschaft dient, erwarten ?

  7. Thomas Holzer

    Nicht vergessen sollte man auch, daß die Gesamtbelastung jedes einzelnen Untertan aus Steuern und Gebühren schon weit jenseits der 50% liegt!

  8. Fragolin

    @Falke
    Dadurch wird ja ein noch besseres Statistikergebnis erzielt, denn:
    In der Privatwirtschaft erarbeiten Menschen 10.000 Euro Einkommen. Davon liefern sie 5.000 an den Staat ab.
    Von den 5.000 zahlt der Staat seine Beamten und die liefern dann 2.500 wieder beim Staat ab.
    Zu den 2.500 nimmt der Staat 2.500 Schulden auf und gibt die jetzt wieder 5.000 von mir aus für Förderungen aus, wovon 2.500 wieder zum Staat zurückfließen.
    Jetzt hat für die 10.000 Euro erarbeitetes Einkommen 10.000 Euro kassiert und 10.000 Euro ausgegeben, also eigentlich einen, tata!, “ausgewogenen Haushalt”.
    Mathematik kann so schön sein, auch jenseits der Migrantenzahlberechnung! 😉

  9. gms

    Fodiator,

    “Steuern und andere Abgaben werden ja nicht nur zur Bezahlung von Beamtenlöhnen verwendet, ein guter Teil fließt in die Privatwirtschaft zurück.”

    Ja und? Das hat denselben Effekt, als müßten Firmen einen Teil ihrer Produktion verschenken. Ebenso könnte beispielhaft VW am Monatsletzten an jeden Mitarbeiter noch einen Blinker zusätzlich zum Gehaltsscheck ausgeben oder Bayer eine Schachtel Aspirin. Wer das einmal verstanden hat, kann über die Hartnäckigkeit sozialistischer Fallacies nur noch den Kopf schütteln.

    Zu diesem prinzipiellen Denkfehler, erzwungene Umverteilung begünstigte Wohlstand im Inland, gesellt sich ausgerechnet in Deutschland und Österreich ein Umstand, der klassisch linke Ökonomieverkurbelung zusätzlich zu einem noch größeren Rohrkrepierer macht: Diese Länder haben keine typischen Konsumgüterindustrien, sie importieren viel mehr Waren des täglichen Bedarfs im Tausch gegen exportierte Produktionsgüter. Allfällige konsumbedingte Rückflüsse an die eigene Privatwirtschaft, die ansich schon keinen Wohlstand begründen können, erleben damit ergänzend ihre Limitierung.

  10. aneagle

    @ Fragolin
    Tatsächlich wird das Ergebnis noch besser. Sie haben bei dem Einkommen von € 10.000 die Konsumsteuer, in Österreich 20% = € 2.000, ignoriert. Durch die Aufnahme von € 2.500 Schulden im ersten Schritt entsteht ein Perpetuum Mobile der Geldvermehrung und Verschuldung

  11. Thomas Holzer

    @aneagle
    Deswegen bringt ja auch jeder vom Staat investierte Euro mindestens! 8 Euro in die Staatskassa 😉

  12. Rennziege

    4. Juni 2016 – 16:25
    @ aneagle
    @ Fragolin
    “… entsteht ein Perpetuum Mobile der Geldvermehrung und Verschuldung.”
    Dieses wunderbare Maschinchen braucht nicht zu entstehen, da es längst am Werk ist. Die Ökos, Klimahysteriker, Solar-, Wind- und Biomasse-Energiefetischisten leben seit Jahren davon in Saus und Braus — auf Kosten der armen Schweine, die dafür ans Eingemachte gehen müssen.

  13. mariuslupus

    @Fodiator
    “ein guter Teil fliesst in die Privatwirtsshaft zurück” ? Der Staat als Wohltäter der Privatwirtschaft ? Eine völlig neue und interessante Dimension.

  14. waldsee

    Vergessen sie nicht ,wieviel GUTES unsere Lenker mit dem Geld machen können.Man kann folglich richtig stolz sein auf unsere Politiker,Tribunen,Helden,Volkslieblinge…
    Ihre Taten leuchten bis in die entlegensten Winkel der Erde und viele kommen um sie auch zu preisen und loben.Halleluja.

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