Regierung: Inserieren statt unterrichten

Von | 13. April 2014

(A.Unterberger) Jetzt hat die Unterrichtsministerin die Katze aus dem Sack gelassen. 57 Millionen Euro muss auch sie heuer einsparen. Die Zeiten sind in allen Ministerien härter geworden. Dass Österreichs Nichtteilnahme an den diversen Tests primär zur Einsparung dient, war im Tagebuch lange vor allen anderen Medien als evident geschlossen worden. Das verwischt als Nebeneffekt auch, dass die von der SPÖ einst so propagierte Gesamtschule trotz gewaltiger Kosten ein totaler Fehlschlag ist.

Noch viel schlimmer ist, dass Schulklassen künftig weit größer sein werden als heute: In vielen Klassen wird nicht mehr geteilt. Derzeit werden, so teilt Frau Heinisch dem staunenden Volk mit, Klassen mit mehr als 31 Schülern in Deutsch, Mathematik und Englisch in zwei Gruppen geteilt. Mehr als 31! Dabei hat die ministerielle Propaganda jahrelang von 25 Kindern als angebliche Höchstgrenze pro Klasse schwadroniert. Und künftig wird nicht einmal ab 31 geteilt!

Dabei ist gar keine Frage: Die Sparnotwendigkeiten nach sechs Jahren Nichtstun dieses Regierungschefs, seiner Regierung und der völlig falschen Reaktion auf den Hypo-Skandal werden noch viel größer werden. Denn irgendwann bricht jedes Kartenhaus zusammen.

Was aber wirklich bis zur Weißglut ärgert: Während solche schwere Einschränkungen in den Klassen stattfinden, gibt das Ministerium weiterhin Geld für Inserate aus. Da sagt Frau Heinisch-Hosek nämlich nur ganz vage, auch dort werde gespart. Aber was heißt „sparen“? Es darf kein einziges Inserat – mit ohnedies meist skandalösen Inhalten – mehr geben, wenn an unseren Kindern schon jetzt so dramatisch gespart wird. Dichand hin, Fellner her. Über 31 Kinder pro Klasse heißt, dass manche von Ihnen wohl nie zum Englisch-Reden kommen. Eh wurscht, Hauptsache, man kann die Fakten in Inseraten wieder beschönigen. (TB)

2 Gedanken zu „Regierung: Inserieren statt unterrichten

  1. Reinhard

    Übrigens: bei den Bezügen und Pensionen der höchstbezahlten pragmatisierten Teilzeitarbeitskräfte Europas, die ebenfalls als “Bildungskosten” verbucht werden, wird kein Cent gespart. Wohlerworbene Rechte altgedienter Beamter dürfen nicht angetastet werden, vorher haben die G’schrappen zu leiden.
    Der “Kaufkraftverlust” eines altgedienten Landeslehrers, der für keine 600 Unterrichtsstunden im Jahr über 30.000 netto kassiert, wiegt schwerer als das Verkorksen der Bildung einer ganzen Generation.
    In diesem System ist es egal, wie man Schulen benennt, reformiert oder neu außen weißelt. Mit dieser Belegschaft, ihrer Interessenvertretung und vor Allem ihrer Führung ist nichts mehr zu machen.

    Und wenn dann hier wieder vom “Lehrer-Bashing” schwadroniert wird: Liebe engagierte Lehrkräfte, die ihr gerne persönliche Nachteile in Kauf nehmt um das bestmögliche für die Kinder zu tun, die ihr täglich das Wohl der Kinder für wichtiger erachtet als eure künftige Frühpensionierung, 3 Monate Jahresurlaub und möglichst viele Ausfallstunden – schaut euch offenen Auges um in eurem Kollegenkreis und in den euch bekannten Schulen, und ihr werdet erkennen, dass ihr keine 20% des sogenannten “Lehrkörpers” stellt. Den Rest kann man nicht “bashen” sondern müsste man eigentlich mit dem nassen Fetzen aus den Klassenzimmern jagen. Die passen zur verkorksten unfähigen Führung, die ihnen bei jeder Neuvergabe des Ministerpostens vor den Hals gesetzt wird. Ihr 20% seid die armen Schweine im System.

  2. Thomas Holzer

    Weder Bundes- noch Landesregierungen, weder Ministerien noch Ämter, kurz, keine staatliche Institution dürfte eigentlich auch nur einen Cent in Werbung investieren.
    Ein System, welchem der Bürger nicht auskommt, welches nur durch Zwang seine Existenz aufrecht erhalten kann, bedarf keiner Werbung, weil es in keinem Wettbewerb steht.

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