Religion doch auf dem Rückzug?

Von | 27. Juli 2015

“In muslimischen Ländern scheinen religiöse Extremisten die Szene zunehmend zu dominieren. Der Islam-Experte Olivier Roy konstatiert in der NZZ dennoch auch dort eine Ausdifferenzierung der Glaubenslandschaft”, hier.

4 Gedanken zu „Religion doch auf dem Rückzug?

  1. Fragolin

    “Auch in der islamischen Welt sieht Olivier Roy Potenzial für eine offenere und farbigere religiöse Landschaft.”
    Ein geradezu gigantisches Potenzial, wenn man bedenkt, dass man dort bei Null anfangen müsste. Ich sehe in der Nacht auch ein hohes Potenzial für elektrische Beleuchtung…

  2. Astuga

    Ein dummer Artikel, der vor allem eines zeigt, Unkenntnis über den Islam.
    Etwa: “Das zweite Element ist der schwindende Einfluss religiöser Institutionen auf die Gesellschaft. Aufgaben wie Bildung oder Gesundheitswesen sind in die Hände des Staats oder des Privatsektors übergegangen…”

    Denn in islamischen Gesellschaften ist das Schwinden traditioneller religiöser Institutionen und Autoritäten ein Phänomen das mit der Radikalisierung einhergeht, und nicht wie behauptet eine gegenläufige Entwicklung.
    Das sieht man gut an Ländern wie Marokko oder Ägypten.
    Der Islam hat seit Anbeginn ein radikales, fundamentalistisches Element (er ist ja selbst als fundamentalistische Erweckungsbewegung entstanden), das wurde aber durch autoritäre Herrschaftsstrukturen und eine relative religiöse Unwissenheit der Bevölkerung gemildert.

    Erst die Modernisierung mit modernen Massenmedien und der Alphabetisierung hat dazu geführt, dass die Bevölkerung begann Machtstrukturen in Frage zu stellen und sich religiöse Inhalte selbst anzueignen (und sie in ihrer Radikalität ungeschönt zu erkennen).
    Auch haben Alphabetisierung und ein weltliches Schulsystem (im Ggs zur Koranschule, wo nur Suren auswendig gelernt wurden, oft ohne sie überhaupt zu verstehen) eine Schicht junger, halbwegs gut ausgebildeter Menschen geschaffen, die aber ohne Perspektive leben.
    Gerade auch aus diesem Bereich entstammen viele aktiv gewaltbereite Islamisten.

    Auch die Aussagen zum Iran sind Unfug.
    Abgesehen davon, dass der Islam sowieso keine Trennung von Religion und Politik (bzw. weltlicher Macht) kennt, ist die Führung des Landes auch nicht Stellvertreter Gottes.
    Sondern Stellvertreter des verborgenen Imam, des Mahdi.
    Eine Kleinigkeit nur, aber solche Irrtümer zeigen den Wert solcher “Islamexperten”.

  3. cmh

    Sehe ich auch so:

    Vor allem der Schmäh mit der Säkularisation ist reine Verdummung.

    Es würde stimmen, wenn die Wissenschaftler im Westen die probleme tatsächlich gelöst hätten. Das ist aber nicht er Fall. Für jede “besiegte”Krankheit, taucht eine neue auf und mittelfristig sind wir immer noch alle tot. Nichteinmal so triviale (sic!) Dinge wie das Wirtschaftsleben funktionieren reibungslos. Vielmehr steht offensichtlich ein Crash vor der Türe. Ob wir gebildeter sind als mittelalterliche Kleriker ist als Frage überhaupt nicht beantwortbar.

    Moralisch? Auf diesem Gebiet gibt es zumindest auf der Sexulamoral einen Sieg: wir haben die Moral durch die Gummiwaren ersetzt und jetzt sind wir alle glücklich? Oder?

    Vielmehr sollten wir versuchen, von ernst zu nehmenden Gegenern wie den Moselms etwas zu lernen. Aber dürfen wir säkularerweise das überhaupt?

  4. sokrates9

    Eine mittelalterliche Religion genannt ISLAM der nicht hinterfragt werden darf soll sich in Frage stellen? – Völliger Blödsinn!

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