Religionskritik, warum denn nicht?

Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben. (K.P.Liessmann)

14 comments

  1. stiller Mitleser

    Religionskritik? Um Himmelswillen , nein, wir haben uns doch damit abzufinden, daß unsere Identität, die Religionskritik erlaubt, eben nur noch eine Identität neben vielen anderen, ganz und gar gleichberechtigten, ist.

  2. cmh

    Religion kann man nur kritisieren, wenn man selber eine religiöse Erziehung im weitesten Sinne genossen hat.

    Kritisieren Atheisten das Christentum, dann ist es lächerlicher Antiklerikalismus, denn sie wissen ja gar nicht mehr, wovon sie reden. Und den Islam trauen sie sich nicht zu kritisieren, weil ihnen ihr ach so aufgeklärter Humanismus die Eier UND die Klarsicht der Augen abtrainiert hat.

    Ganz persönlich finde ich Lissmann doch etwas gehypt. Bei Nietzsche kennt er sich aus, aber der ist herrenmenschlich frauenpeitschend pöse. Über antike Philosophen kann er bei Diogenes Laertios (das ist nicht der mit der Tonne) abschreiben und hat das auch ausgiebigst getan – ohne dass ihm die Schickeria draufgekommen wäre. Und ansonsten lässt er die Philosophie nach Lehrmeister Hegel mit der Neuzeit beginnen. Damit schneidet er das Beste des Abendlandes heraus. Ist aber auch zumeist nur in Latein mit stark religiösem Touch.

  3. waldsee

    angeblich von seneca:treffen sich 2 auguren (gilt auch für andere priestertypen) lächeln sie sich an ,schütteln den kopf und gehen weiter.

  4. Falke

    Religionskritik ist natürlich erlaubt, das gilt aber natürlich keinesfalls für den Islam. Da riskiert man sogleich Verurteilung und Gefängnis – und zwar nicht unbedingt in islamischen Staaten, sondern eher bei uns.

  5. Fragolin

    @Falke
    Ein weiterer Beweis, dass der Islam keine Religion ist sondern eine als Religion getarnte Herrschaftsform.
    Und so, wie man Religionen hinterfragen darf, darf (ja eigentlich: muss) man jede unterwerfende Gewaltherrschaft bekämpfen.
    Wir erleben die “Welle” gerade live mit, voll getragen von jener Generation, die dieses Buch in der Schule gelesen hat und die Anfänge erkennen sollte, denen es zu wehren gilt.

  6. Lisa

    @Fragolin: Richtig. Der Begriff Religion dürfte nciht so weit gefasst und so inkonsequent angewandt werden. Sobald ein Glaube institutinalisiert wird, muss es sich Kritik gefallen lassen, denn da handlet es sich um Verbündelei – und so hehr sich ein “gemeinsam sind wir stark” anhört, so gefährlich ist das für andere, die zu diesem fascio (=Bündel) nicht dazu gehören.Nicht nur, weil Religionen, Parteieen und ähnliche Klüngel dogmatisch und faschistoid sind, bin ich gegen alles, was sich gegen, seltener für etwas, zusammenrottet, sondern auch, weil jede Verbindung anti-individuell ist und nur, wenn die Freheit, sie jederzeit und ohne negative Sanktionen wieder verlassen zu können, gewährleistet ist.

  7. Lisa

    Nachtrag: (kommt davon, wenn man sich die Zeit zum LEsen und Schreiben hier steheln muss!!!) Also, Korrektur: weil jede Verbindung anti-individuell ist und die Freiheit, sie jederzeit und ohne negative Sanktionen wieder verlassen werden kann , nicht immer zugesichert ist.

  8. astuga

    Ich geh einen Schritt weiter.
    Es muss sogar erlaubt sein, eine Religion abzulehnen und sie aktiv (mit friedlichen wie rechtstaatlichen Mitteln) zu bekämpfen.
    So wie sie selbst ja gleichermaßen aktiv um Gläubige werben und auch Positionen oder Ansichten ihres Gegenübers (sogar des Staates) bekämpfen.
    ZB bei Abtreibung, Evolutionstheorie, Unterlaufen des Asylrechtes etc.

  9. astuga

    Wer aktiv das Christentum bekämpft, kann schwerlich argumentieren, dass man das beim Islam aber nicht darf.

  10. Mona Rieboldt

    astuga
    Wenn Sie das Christentum bekämpfen, schickt der Papst nicht die Schweizer Garde und sie landen heute auch nicht mehr auf dem Scheiterhaufen.

    Wenn Sie den Islam bekämpfen, dann steht bald ein Rudel junger Muslime vor Ihrer Tür, die Sie verwarnen bis verhauen. Und machen sie weiter mit Kritik oder Bekämpfung des Islam, dann kommt sicher einer mit einem Messer und schneidet Ihnen den Hals durch. Das kann Ihnen aber auch passieren, weil sie einfach nur ein Ungläubiger sind, also nicht Muslim.

  11. Fragolin

    @astuga
    Ist es auch. Die Menschenrechtskonvention, also die richtige, nicht die auf Scharia gebügelte von Kairo, sieht nämlich die absolute Freiheit beim Bekenntnis für oder gegen jedwede Form von Religion vor.
    Aber auch die MRK gilt (wie das Völkerrecht) eher nicht für uns…

  12. aneagle

    Menschenrechte, Aufklärung ? Bloß nicht schon wieder. Da würden heutzutage nicht nur der ganze “gemäßigte Chrislam” Europas, sondern auch alle Grüngläubigen vom Erdscheibchen kippen. Ja keine Aufklärung, um G´ttes Willen! 🙂

  13. astuga

    @Mona Rieboldt
    Natürlich, das ist mir bewusst – Muslim is, as Muslim does.

    Umso verwerflicher und unanständiger ist aber das Verhalten von westlichen Politikern und Justiz.
    Denn sie sind eigentlich anderen Werten verpflichtet (mit Betonung auf Pflicht).
    Aber so kommt es dann zu lächerlichen Heucheleien, wie dem sich solidarisch zeigen der Wiener Stadtregierung mit Charlie Hebdo, während man grade in Österreich solche Personen wegen “Hetze gegen Religion” vor Gericht gezerrt hätte – unter dem Jubel von Rotzgrün.

  14. Johannes

    Allein schon das wir uns ständig mit den Befindlichkeiten der Muslime auseinandersetzen müssen, zum einen weil viele Verrückte im Namen ihres Glaubens Menschen in Europa töten zum anderen weil schon jetzt so viele da sind das sich Politiker in den verschiedenen überrumpelten europäischen Staaten dazu bekennen müssen das der Islam zum jeweiligen Land gehört.
    Dieses Bekenntnis ist eigentlich ein Schuldeingeständnis, wer sich als deutscher oder österreichischer Politiker dazu bekennt das der Islam zu seinem Land gehört der hat versagt das hohe Gut der Aufklärung wie einen heiligen Kral zu schützen. Er hat die Errungenschaften unserer Gesellschaft auf dem Altar einer Illusion geopfert, der Illusion das eine große Masse von Muslimen plötzlich aufgeklärte Europäer sein könnten.
    Es gibt sie die toleranten aufgeklärten Muslime aber meiner Meinung nach bewegt sich ihre Zahl im Promille Bereich, diese Tatsache zu negieren bedeutet über kurz oder lang als Gesellschaft das Schicksal der Charlie Hebdo Redaktion zu erleiden. Es gibt Realitäten der Anschlag auf Charlie Hebdo war unleugbar Zeugnis wie mit unliebsamen Europäern in ihrem eigenen Land umgegangen wird.
    Verdrängung ist keine Lösung liebe Gutis sie verschlimmert die Menschenrechtssituation für unsere Kinder in 10 bis 20 jahren massiv.

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