Republik, auf gefährlichem Weg

“…..Wenn in dem Land, das vor weniger als achtzig Jahren Millionen von Menschen ermordet hat, nur weil sie Juden waren oder Juden nicht hassen wollten, ein Richter erklärt (oder erklären muss), dass es einer Airline nicht zumutbar sei, jemanden zu befördern, weil er Israeli sei und die Airline dafür in ihrer Heimat Probleme bekommen könnte, ist das schlimm. Dass es darüber keinen Aufschrei der Empörung gibt, ist schlimmer. / mehr

13 comments

  1. Fragolin

    Ich sehe das etwas differenzierter. Die Fluglinie sitzt zwischen den Stühlen und müsste in Kuwait selbst mit schweren Repressalien rechnen, wenn sie dem staatlichen Transportverbot zuwiderhandelt. Deshalb hat sie auch dem Kläger eine Umbuchung zu ihren Lasten auf eine andere Fluglinie angeboten. Dieser hat das ausgeschlagen und geklagt. Kann man jetzt auch mal in die Bewertung mit aufnehmen.
    Der Antisemitismus geht nicht von der Fluglinie aus, die man jetzt gern stellvertretend prügeln möchte, sondern vom Staat Kuwait und seinen radikalmuslimischen Herrschern. Welche Sanktionen gedenkt man jetzt gegen die Scheichs zu verhängen? Will man ihr Öl nicht mehr kaufen, lehnt ihre Petrodollars angwidert ab und wirft sie aus den Beteiligungen in deutschen Aktiengesellschaften? Nein? Warum nicht?
    Weil es einfacher ist, auf eine Fluglinie einzudreschen?
    Das ist der eigentliche Skandal: man pudelt sich an einem Gericht auf und arbeitet sich an einer Fluglinie ab, aber die wirklichen Armleuchter empfängt man mit militärischen Ehren und kriecht ihnen unter den Kaftan. Was für den Dicken durchaus eine Herausforderung ist. Aber der hat das ja gerade im Iran geübt.

  2. Fragolin

    Übrigens noch etwas zum Nachdenken: Der israelische Staatsbürger wusste genau, wie Kuwait reagieren würde, er buchte sogar extra einen Zwischenstop in Kuwait, wohl wissend, dass Israelis die Einreise und auch der Transit dort streng verboten sind. Mag man jetzt zu stehen wie man will, und meine Einstellung gegenüber den Muselstaaten trage ich gerne vor mir her, aber das war eine ganz klare Provokation, ganz bewusst von Deutschland aus.
    Da stellt sich mir die Frage, wer genau da jetzt Merkel eine reinwürgen wollte, was man ja am Gekreisch ausgerechnet jener SPD-Kamarilla erahnen kann, deren eigener Noch-Außenminister jetzt die Handlungsverantwortung hätte. Stinkt ein bisschen nach einem Abschiedsgeschenk der Roten und nach künstlich aufgekochter Empörung.
    Ansonsten bin ich der Meinung, man könnte jeglichen Personenverkehr in die arabischen Friedensreligionskalifate einstellen, bis die dort geistig im 21. Jahrhundert angekommen sind. Aber das wird wahrscheinlich bei denen bis ins 30. Jahrhundert dauern, wenn sie es überhaupt jemals packen.

  3. Thomas Holzer

    it’s the politics; alles andere ist nur vorgeschoben.
    Daß sich die “Europäer” lieber mit den islamischen Staaten auf ein Packerl hauen und Israel im Regen stehen lassen, sollte ja jedem bewußt sein

  4. dna1

    Ich sehe das auch anders. Das hat weder mit Politik zu tun, werter Hr. Holzer, sondern lediglich mit einer ganz bewussten Provokation seitens dieses israelischen Staatsbürgers. Ein Araber mit israelischem Pass dürfte auch nicht fliegen, es geht also nicht gegen die Juden per se, sondern gegen Israel als Staat. Wenn anderen Ländern für allerlei Blödsinn Sanktionen gegen andere Staaten zugestanden werden, und da ist ja Israel auch immer ganz vorne mit dabei, dann muss dieses Recht auch Kuwait zugestanden werden.
    Ich habe kein Verständnis für das provokative Verhalten und auch nicht für die jetzige künstliche Aufregung.

  5. Thomas Holzer

    Nachtrag:
    Auch wenn dieser Israeli diesen Prozess bewußt anstrebte, vielleicht sogar mit diesem Urteil rechnend, sollte man ihm dies nicht zum Vorwurf machen, hält er doch dem mittlerweile schon ziemlich pervertiertem Rechtsstaat den Spiegel vor.
    Außerdem: Warum soll ein Israeli nicht provozieren, provozieren doch alle anderen (von links bis Neubürger) tagtäglich, ja machen sogar manche eine Profession daraus, natürlich auf Kosten der Steuerzahler

  6. dna1

    @Thomas Holzer
    Wir verstehen alle, worum es geht.
    Das gleiche wie diese Frau, die gestern im Stoffsack verhüllt in Wien auf- und abgegangen ist.

  7. Thomas Holzer

    @dna1
    yes, indeed 😉
    Stellt sich nur die Frage, ob die Deutschen ihr “Antidiskriminierungsgesetz” dahingehend ändern werden, daß auch Staatsangehörigkeit in den “entsprechenden” Paragraphen aufgenommen werden wird.
    Das wird dann nämlich lustig, weil dann werden die Deutschen von all jenen, welche ein Visum für die offizielle Einreise benötigen, wegen “Diskriminierung” geklagt werden 🙂

  8. sokrates9

    Der guten Ordnung halber: Diese “liberale Geisteshaltung” besteht nicht nur gegenüber Israel! Auch in Sachen Krim gibt es ähnliche Sanktionen, von der ach so demokratischen EU initiiert!

  9. Falke

    Schließe mich Fragolin voll an. Die Fluglinie muss sich an die Gesetze ihres Staates halten, sie hat gar keine andere Möglichkeit; ebenso der Richter. Wenn die Merkel-Regierung (die ja ständig die große Verantwortung Deutschlands für Israel betont) zu feige ist, dieses Problem auf Regierungsebene mit Kuwait (und den anderen arabischen Staaten, die Israel nicht anerkennen) zu besprechen und zu lösen, sollte man auch nicht auf die Fluglinie eindreschen.
    @Fragolin
    Der “Dicke” hat in letzter Zeit ganz erheblich abgenommen. Vielleicht hat er als Außenminister mehr Stress als früher (oder weniger Zeit für ausgiebige Mahlzeiten). 🙂

  10. Johannes

    Ich kenne eine Frau (Österreicherin) sie reist sehr viel in der Welt herum, war natürlich lange vor dem arabischen Frühling auch in vielen arabischen Ländern.
    Dann ein Flug von Wien, auch schon mehrere Jahre her, mit der israelischen Fluglinie nach Israel um von dort mit einem Anschlußflug in ein asiatisches Land zu reisen.
    Die israelischen Sicherheitsbeamten in Wien am Flughafen stellen Fragen, fast einem Verhör gleich wird versucht herauszufinden warum die Frau in arabische Länder reiste.
    Zum Schluß verweigern sie den Zutritt zur Maschine, die Frau kann die Reise nicht antreten.

  11. Mona Rieboldt

    Falke
    Der dicke Gabriel hat deswegen Gewicht verloren, weil er sich vor ein paar Wochen den Magen verkleinern ließ.

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